Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
England's Harry Kane, left with England's Dele Alli, second left warm up prior to taking part in a training session for the England team at the 2018 soccer World Cup, in the Spartak Zelenogorsk ground, Zelenogorsk near St. Petersburg, Russia, Saturday, June 30, 2018. (AP Photo/Alastair Grant)

Is it really coming home? Dank Tottenham träumt ganz England vom Titel. Bild: AP/AP

Talentschmiede Tottenham – dank Trainer Pochettino träumt England vom WM-Titel

Auch dank England ist die englische Premier League in der letzten WM-Woche mit den meisten Spielern vertreten. Das grösste Kontingent an verbliebenen Akteuren stellt das vom Argentinier Mauricio Pochettino geprägte Tottenham Hotspur.

christian finkbeiner, st.petersburg / sda



41 der 92 an der WM verbliebenen Spieler stehen in der englischen Premier League unter Vertrag, keiner des englischen 23-Mann-Kaders ist in der Fremde engagiert. «Warum so viele in England spielen? Weil wir am meisten Geld zahlen», sagte Gareth Southgate pragmatisch. Die Entwicklung, welche in der Vergangenheit wegen der angeblich (zu) grossen Konkurrenz für englische Nachwuchsspieler oft als Grund für ein frühzeitiges Scheitern herhalten musste, scheint in Russland dem heimischen Nationalteam zugute zu kommen.

Vor allem der Einfluss ausländischer Trainer hinterlässt Spuren. «Für unsere jungen Spieler ist es toll, dass so hervorragende Trainer wie Pep Guardiola und andere mit ihnen arbeiten», sagte Southgate nach dem Halbfinal-Einzug. Nicht aber das vom Spanier Guardiola trainierte Manchester City, Manchester United oder Chelsea (je 7), sondern Tottenham Hotspur stellt das grösste Kontingent an Spielern in den Halbfinals (9).

Heute: Loris vs. Courtois

Der Einfluss keines anderen Klub-Trainers ist so gross wie derjenige von Mauricio Pochettino, dem 46-jährigen Argentinier, der als Spieler 2002 selbst an einer WM teilnahm. Heute stehen sich sich Hugo Lloris (Frankreich) und Toby Alderweireld, Jan Vertonghen und Moussa Dembélé (alle Belgien) gegenüber, für die «Three Lions» sind am Mittwoch gegen Kroatien mit Harry Kane, Dele Alli, Kieran Trippier, Eric Dier und Danny Rose fünf weitere Tottenham-Akteure im Einsatz. Und auch Kyle Walker hat bis 2017 bei den «Spurs» gespielt.

epa06142148 Tottenham Hotspur’s Dele Alli (R) reacts with Tottenham Hotspur's manager Mauricio Pochettino after being substituted during the English Premier League soccer match between Newcastle United and Tottenham Hotspur held at St James Park, Newcastle, Britain, 13 August 2017.  EPA/PETER POWELL EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications

Mauricio Pochettino hat die Jungen bei Tottenham im Griff. Bild: EPA/EPA

Nur von Englands Gegner Kroatien steht niemand bei Tottenham unter Vertrag, Captain Luka Modric spielte aber einst vier Jahre für die Londoner, ehe er 2012 für rund 40 Millionen Franken zu Real Madrid wechselte.

Aufsteiger Trippier

Gerade für Southgate ist Pochettino eine wichtige Bezugsperson, bildet doch die Tottenham-Achse das Rückgrat des englischen Teams. Harry Kane ist der unumstrittene Leader der jungen Löwen und mit sechs Treffern ihr Goalgetter. Der elegante, technisch überdurchschnittliche Spielmacher Dele Alli gilt neben Kane als das grösste Versprechen des englischen Fussballs. Der Sohn eines Nigerianers und einer Engländerin fand nach einer Oberschenkelverletzung in der Vorrunde erst in der K.o.-Phase den Tritt und schoss gegen Schweden das 2:0.

England's Kieran Trippier points during the group G match against Tunisia at the 2018 soccer World Cup in the Volgograd Arena in Volgograd, Russia, Monday, June 18, 2018. (AP Photo/Alastair Grant)

Kieran Trippier hat sich an der WM in den Fokus gespielt. Bild: AP/AP

Während der nicht zur Stammformation gehörende Eric Dier mit dem letzten Penalty gegen Kolumbien einen gewichtigen Anteil am Ende des englischen Traumas vom Penaltypunkt hatte, ist Kieran Trippier eine der Entdeckungen des Turniers. Der 27-jährige Defensivakteur im rechten Couloir ist ein Spätzünder. Ausgebildet bei Manchester City, schaffte er den Durchbruch bei den Citizens nicht, ehe er via Umweg 2015 den Weg zu Tottenham fand. Während er im Klub zwischen Bank und Stammplatz pendelt, ist er unter Southgate gesetzt. In England schwärmen sie vom besten Flankengeber seit David Beckham.

Ausverkauf oder goldene Zukunft

Kane, Alli, Dier, Trippier, Walker, Rose, sie alle reiften bei Tottenham unter Pochettino zu Nationalspielern. «Ich habe unter ihm sehr viel gelernt», sagte Kane stellvertretend für seine Kollegen. Die «Spurs» sind das konstanteste Team der letzten Jahre: Platz 5, Platz 3, Platz 2 und Platz 3 lauteten die Klassierungen seit der Ankunft von Pochettino 2014 im Nordosten Londons. Auch in der Champions League entwickelte sich das Team Schritt für Schritt weiter, bezwang letzte Saison zuhause Real Madrid, ehe in den Achtelfinals gegen Juventus Turin das knappe Aus folgte.

epa05030246 England's Tottenham team mates Dele Alli is congratulated by Harry Kane (R) and Eric Dier (L) after scoring against France during an international soccer friendly match at Wembley Stadium in London, Britain, 17 November 2015.  EPA/ANDY RAIN

Was flüstert Harry Kane seinen Kollegen ins Ohr? «Gell, wir bleiben alle bei Tottenham»? Bild: EPA/EPA

Experten trauen Tottenham zu, in der kommenden Saison ein ernsthaftes Wort um den Titel mitreden zu können. Die Entwicklung und die Erfolge wecken allerdings Begehrlichkeiten. Vor allem Kane, der in vier Premier-League-Saisons über 100 Tore schoss, ist in aller Munde und wird mit Real Madrid in Verbindung gebracht. Tottenham-Klubbesitzer Daniel Levy, seit 2001 im Amt, gilt als vernünftiger Geschäftsmann, der den Irrsinn der Preistreiberei nicht grenzenlos mitmacht.

Können er und Pochettino, der seinen Vertrag unlängst bis 2023 verlängert hat, die Mannschaft zusammenzuhalten, ist die Chance gross, dass Tottenham nicht nur um den Titel spielt, sondern in vier Jahren in Katar auch wieder einen grossen Anteil an WM-Teilnehmern stellt. (pre/sda)

Die unglaubliche Penalty-Saga der Engländer

Fussballer im Büro

Video: watson/Angelina Graf

Unvergessene WM-Geschichten

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

22.06.1986: Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

12.07.1998: Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt bis heute ein Rätsel

Link zum Artikel

09.07.2006: Weil Materazzi Zidanes Schwester beleidigt, kommt es zum berühmtesten Kopfstoss der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

Link zum Artikel

17.07.1994: «Eine Wunde, die sich niemals schliesst» – Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

30.06.2006: Jens Lehmann hext Deutschland gegen Argentinien in den WM-Halbfinal – dank einem unnützen Spickzettel im Stulpen

Link zum Artikel

11.07.1966: Die «Nacht von Sheffield», der grösste Skandal der Schweizer Fussballgeschichte

Link zum Artikel

02.07.1994: Kolumbiens Andrés Escobar wird nach seinem Eigentor gegen die USA mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

04.07.1954: «Aus, aus, aus, aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister …»

Link zum Artikel

08.07.1982: Das brutalste WM-Foul aller Zeiten: Toni Schumacher streckt Patrick Battiston nieder

Link zum Artikel

30.06.1998: Mit einem Wundersolo geht Michael Owens Stern auf, der nur allzu schnell wieder verglüht

Link zum Artikel

25.06.1982: Die «Schande von Gijon» – Deutschland und Österreich schliessen einen Nichtangriffspakt

Link zum Artikel

05.07.1982: Italiens Rossi kehrt nach zweijähriger Sperre zurück und versenkt «unbesiegbare» Brasilianer im Alleingang

Link zum Artikel

06.07.2010: «Ik probeer het maal», denkt sich Giovanni van Bronckhorst im WM-Halbfinal und erzielt aus 37 Metern dieses Traumtor

Link zum Artikel

27.06.1994: Effenberg zeigt seinen berühmten Stinkefinger – leider hat ihn fast niemand gesehen

Link zum Artikel

Aus «Dico» wird «Pelé» und dieser wird dank zwei WM-Finaltoren zum Weltstar

Link zum Artikel

28.06.1994: Der Russe Oleg Salenko erzielt als bisher einziger Spieler in einem WM-Spiel fünf Tore

Link zum Artikel

01.07.1990: Unglaublich, aber wahr: Dank cleverer Taktik und zwei verwandelten Penaltys darf England vom WM-Titel träumen

Link zum Artikel

16.07.1950: Ein Uru bringt das Maracanã zum Schweigen und sorgt dafür, dass Brasilien nie mehr in Weiss spielt

Link zum Artikel

23.06.1990: Roger Milla gegen René Higuita – der Alte entzaubert den Irren

Link zum Artikel

20.06.1982: Schiedsrichter Lund-Sörensen gibt bei Spanien gegen Jugoslawien einen Penalty, der keiner ist, und lässt ihn auch noch wiederholen

Link zum Artikel

03.07.1974: Ganz Polen gibt der deutschen Feuerwehr die Schuld für die Niederlage in der «Wasserschlacht von Frankfurt»

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

17.06.1970: Fehler über Fehler und Beckenbauers an den Körper geklebter Arm sorgen für das Jahrhundertspiel

Link zum Artikel

Ampel inspiriert Schiri zu Gelben und Roten Karten – ein Chilene spürt die Folgen zuerst

Link zum Artikel

07.06.1970: England-Goalie Gordon Banks wehrt mit der grössten Parade aller Zeiten den Kopfball von Pelé ab

Link zum Artikel

16.06.1938: Was man hier nicht sieht: Dem Penalty-Schützen riss das Gummiband der Hose, der Goalie lachte sich krumm

Link zum Artikel

31.05.1934: Goalie Zamora war Kettenraucher, sass im Knast und landet an der WM fast im Rollstuhl

Link zum Artikel

15.06.1958: Von wegen krummbeinig – Garrincha dribbelt die Sowjets schwindlig und gelangt zu Weltruhm

Link zum Artikel

12.06.1998: José Luis Chilavert wird beinahe zum ersten Goalie, der an einer WM ein Tor erzielt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fast jeder fünfte Profifussballer kämpft mit Langzeitfolgen des Coronavirus

Müde Fussballer und ein Bundesligaspieler mit Atemproblemen: Auch für Profifussballer können die Langzeitfolgen des Covid schlimme Folgen haben – nicht nur bei schweren Verläufen. Ein Experte fordert deshalb mehr Tests.

Irgendwann geht es nicht mehr. Wolfsburg-Verteidiger Marin Pongracic stützt die Arme in die Knie, versucht nach Luft zu ringen. Es sind Bilder, die man sonst vielleicht in einer Verlängerung sieht. Gespielt in dieser Bundesligapartie sind aber erst 15 Spielminuten. Pongracic beisst weiter, stützt sich auch in den folgenden Minuten bei Unterbrüchen immer wieder auf seine Knie. Zur Pause muss er raus. Seine Atemnot ist eine Folge einer überstandenen Coronavirus-Erkrankung.

Pongracic ist kein …

Artikel lesen
Link zum Artikel