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epa05235202 Swiss midfielder Renato Steffen reacts during the friendly soccer match between Switzerland and Bosnia Herzegovina at the Letzigrund Stadium in Zurich, Switzerland, Tuesday, March 29, 2016.  EPA/ENNIO LEANZA

Ja, Renato Steffen, das war nichts.  
Bild: EPA/KEYSTONE

Kommentar

Und jetzt alle zusammen: Einatmen ... und ausatmen. Die EM ist noch längst nicht verloren

Schon wieder verloren. Schon wieder kein Tor erzielt. Und schon wieder grottenschlecht gespielt: Die Schweizer Nati taumelt Richtung EM. Ein Grund nervös zu werden? Noch längst nicht.



Man hat wieder mal gemerkt: Gökhan Inler fehlte gegen Irland und Bosnien-Herzegowina an allen Ecken und Enden. 

Nein, nur Spass.

Aber etwas Lockerheit tut der Schweizer Nati und uns Fans momentan gut. Denn was die Nati in den ersten beiden Testspielen des Jahres zeigte war, nun ja, jämmerlich.

Fabian Schär sagt nach dem 0:2 gegen Bosnien-Herzegowina dazu: «Im Hinblick auf die EM muss einfach jeder zwei, drei Schippen drauflegen. Irgendetwas muss passieren. So haben wir an der EM nichts verloren.» Und Stephan Lichtsteiner erklärt: «Wir wissen, wir haben Schwierigkeiten. Das Vertrauen fehlt.» 

29.03.2016; Zuerich; Fussball - Schweiz - Bosnien und Herzegowina; 
Captain Stephan Lichtsteiner (SUI) 
(Andy Mueller/freshfocus)

****
Football; Bosnia; Switzerland;

Stephan Lichtsteiner: Spieler wie er können mit der Einstellung für den Unterschied sorgen.
Bild: freshfocus

Auch die Medien gehen nach der schwachen Vorstellung schonungslos mit der Nati um. «Wieder bieder», meint der «Tages-Anzeiger», «So wird das eine sehr kurze EM», schreibt «20 Minuten», die «Südostschweiz» deckt in ihrem Kommentar «Fehlende EM-Tauglichkeit» auf und der «Blick» hat «Ein Team ohne Plan» gesehen.

Das mag alles stimmen. 75 Tage vor der EM sieht es mit Blick auf die Testspiele und den Zustand der Nati schlecht aus. Ein Grund, den Teufel an die Wand zu malen? Nein. Stephan Lichtsteiner weiss mit Blick auf die EM-Qualifikation und die Testspiele unter Vladimir Petkovic: «Wir sind eine Wettkampfmannschaft, das haben wir mehrfach bewiesen.»

Nichts für schwache Nerven: Die Noten der Schweizer Nati beim 0:2 gegen Bosnien-Herzegowina

Denn es zählt nur eines: «Wenn das Licht angeht, musst du bereit sein. Egal, ob du dich gut fühlst oder nicht.» Weise Worte, die ein berühmter Boxer mal sagte. 

Machen dich die Testspiel-Resultate der Schweizer Nati nervös?

Natürlich wäre es schön, wenn die Nati in den Testspielen vor der EM etwas Selbstvertrauen tanken könnte. Aber am Ende zählt das alles nichts. Deutschland wurde im März 2006 von Italien in seine Einzelteile zerlegt. Der «Spiegel» schrieb von der «schlechtesten Halbzeit unter Jürgen Klinsmann». Man bewahrte Ruhe und es folgte das Sommermärchen mit Rang 3.

Philipp Lahm (M) celebrate after scoring the 1-0 lead the opening group A match of 2006 FIFA World Cup between Germany and Costa Rica in Munich, on Friday, 9 June, 2006. (KEYSTONE/EPA/Olivier Matthys) +++Mobile Services OUT+++Please also refer to FIFA

Philipp Lahm eröffnete die WM 2006 mit einem Knaller. Danach war Deutschland nicht wieder zu erkennen.
Bild: EPA

Das Niveau ist ausgeglichen an der EM, da kann alles passieren. Es braucht einen zündenden Moment und die ganze Lethargie fällt ab. Bei Deutschland war es 2006 der Riesenknaller von Philipp Lahm zum Auftakt gegen Costa Rica, an der WM 2014 war es Valon Behramis Energieanfall gegen Ecuador, bei den Lakers war es gestern gegen Ajoie vielleicht das 2:3 aus heiterem Himmel, welches eine Wende einleitete, die selbst Eismeister Zaugg in 30 Jahren kaum je sah. Und Leicester sahen viele als Absteiger, dann macht das Team am fünften Spieltag gegen Aston Villa aus einem 0:2 ein 3:2 und es läuft plötzlich.

Natürlich muss gearbeitet werden, natürlich müssen einige Spieler noch in Form kommen, natürlich braucht es Tore. Aber wir sollten uns von den zwei Testspiel-Niederlagen nicht allzu sehr irritieren lassen. Ich weiss auch nicht, wie die EM wird. Was wir jedoch wissen ist: In der Aussenseiterrolle gefällt sich die Nati besser als in derjenigen des Geheimfavoriten. Und sie ist auf bestem Weg, sich in diese Ausgangslage zu manövrieren. Wir sollten nicht die hier verbreitete Eigenschaft ausleben und schon weinen, bevor es weh tut. Denn sicher ist nur eines:

Noch nie hat ein Team die EM schon vor der Endrunde verloren.

Das wird auch die Nati nicht schaffen.

So wohnt die Nati an der Euro 2016 in Montpellier

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