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Ski racer Wendy Holdener of Switzerland poses in the House of Switzerland at the XXIII Winter Olympics 2018 in Pyeongchang, South Korea, on Monday, February 12, 2018. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Wendy Holdener will in Pyeongchang ihre erste Olympiamedaille holen – wenn möglich eine goldene. Bild: KEYSTONE

Wendy Holdener will im Slalom das Maximum – doch eine, diese eine, bringt sie ins Grübeln

Wendy Holdener verkörpert im Slalom Weltklasse, wartet aber noch auf den ersten Triumph in ihrer Spezialdisziplin. Vor dem Olympia-Rennen vom Mittwoch (ab 2.15 Uhr) keimt neue Hoffnung.



Man musste kein Psychologe sein, um Wendy Holdeners Gefühle in den letzten Monaten zu lesen. War es vor nicht allzu langer Zeit noch so, dass sie sich über Podestplätze bei ihrer Zieldurchfahrt freute wie über Siege, wich das Positive zuletzt oft dem Negativen. Die Beste oder Zweitbeste hinter der entrückten Nummer 1 zu sein, erfüllte sie nicht mehr mit jener Genugtuung.

Fondue als Rennvorbereitung:

Bild

Dabei hätte Holdener wenig Grund zum Hadern und zum Zweifeln. Sie hat sich im kleinen Kreis der besten Slalomfahrerinnen etabliert, fährt regelmässig auf das Podest und steht auch an schlechteren Tagen in den Top 10. Gewiss ruft ihr das auch die Sportpsychologin in Erinnerung, mit der sie sich in regelmässigen Abständen unterhält. Doch eine, diese eine, bringt sie ins Grübeln.

Der Olympia-Frauen-Slalom:

In der Nacht auf Mittwoch:
1. Lauf: 2.15 Uhr
2. Lauf: 5.45 Uhr

Die Null, die Holdener wurmt

Mikaela Shiffrin heisst sie, und eigentlich darf sich Holdener gar nicht an der Ausnahmekönnerin messen. Zu gross ist das Frustpotenzial. «Mikaela fährt einfach super Ski und ist im Moment einfach besser als wir», sagt sie. Aber da ist eben auch der Ehrgeiz, diese Verbissenheit, selbst die Beste sein zu wollen.

«Ihr wisst, was ich erwarte, was mein Ziel ist», sagt die Innerschweizerin am Swiss-Ski-Termin der Frauen in Yongpyong vor versammelter Medienschar. Und gesteht: «Klar gibt es Abende, an denen ich im Bett liege und träume, an denen ich mir vorstelle, das zu erleben, was ich erreichen will.»

First placed United States' Mikaela Shiffrin, right, celebrates with second placed Switzerland's Wendy Holdener at the end of the final run of an alpine ski, women's World Cup slalom, in Lienz, Austria, Thursday, Dec. 28, 2017. (AP Photo/Giovanni Auletta)

Immer diese Shiffrin – Holdener hat genug vom Gratulieren. Bild: AP/AP

Stünde ihr Shiffrin nicht regelmässig vor der Sonne, hätte Holdener einiges mehr erreicht als ohnehin. Vor allem hätte sie schon einige Slaloms gewonnen. Fünf Weltcupsiege stünden in ihrer Spezialdisziplin zusätzlich zu den drei Siegen in Kombinationen (2) und City Events (1) und dem WM-Titel in der Kombination zu Buche, wäre die Amerikanerin nicht am Start gestanden. So steht eben diese Null, die sie zusehends wurmt.

Natürlich könnte sich Holdener an ihren zweiten Winterspielen mit einer anderen Medaille arrangieren als der goldenen, gewiss viel besser als im Weltcup, wo 2. und 3. Plätze inzwischen zur Gewohnheit geworden sind – zumal sich am 23. Februar in der Kombination eine weitere grosse Chance bietet. Aber es wäre umso schöner, den Bann im Olympiaslalom zu brechen.

Voll fokussiert:

Bild

Shiffrin erholt – aber auch frei im Kopf?

Ein Umstand macht Holdener im Kampf gegen die Windmühle namens Shiffrin Hoffnung. Nach Monaten der erdrückenden Dominanz offenbarte die Amerikanerin doch noch Schwächen. Auf der Jagd nach Rekorden fiel sie unverhofft in ein kleines Loch. In drei von vier Rennen, darunter zwei Slaloms, schied sie nach zuvor zehn Podestplätzen in Serie mit acht Siegen aus. Für Petra Vlhova, Frida Hansdotter und Holdener öffnete sich die Tür einen Spalt.

Alpine skier Mikaela Shiffrin, of the United States, speaks during a news conference at the 2018 Winter Olympics in Pyeongchang, South Korea, Saturday, Feb. 10, 2018. (AP Photo/Peter Morgan)

Die grosse Frage: Wie geht Mikaela Shiffrin mit dem Druck um? Bild: AP/AP

«Ich wurde müde», gestand Shiffrin, weshalb sie einen Gang habe zurückschalten müssen. Die zusätzlichen Starts in den Speed-Disziplinen hatten ihr mehr abverlangt als gedacht. «Der mentale Stress war viel grösser als in den letzten Jahren.»

Am Tag nach der Eröffnungsfeier der Winterspiele sagte Shiffrin aber auch: «Jetzt fühle ich mich erholt.» Gelingt ihr der Auftakt, kann sie zur ganz grossen Figur der Spiele werden. Nach wie vor liebäugelt die bald 23-Jährige mit Starts in allen fünf Einzeldisziplinen. Überall ist ihr alles zuzutrauen. (pre/sda)

Das wurde aus den 17 Schweizer Ski-Juniorinnen-Weltmeisterinnen

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