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epa06969380 Swiss tennis player Roger Federer (C) addresses the media during media day inside Armstrong stadium at the 2018 US Open Tennis Championships at the USTA National Tennis Center in Flushing Meadows, New York, USA, 24 August 2018.  EPA/JASON SZENES

Wenn Roger Federer spricht, hören alle ganz genau hin. Bild: EPA/EPA

Der Politiker – wie Roger Federer in den letzten 20 Jahren das Welttennis verändert hat

 Simon häring / schweiz am wochenende



Ein Artikel von

Er ist nicht nur der Chouchou des Publikums, sondern erfreut sich auch unter den Kollegen grosser Beliebtheit: Seit 2004 wurde er 13 Mal mit dem Stefan-Edberg-Award ausgezeichnet, gewählt von den Konkurrenten, honoriert für professionelles Verhalten, für Integrität und seine Verdienste neben dem Tennisplatz. Obwohl er sich in anderen Sphären bewegt als das Gros seiner Konkurrenten, ist er in all den Jahren einer von ihnen geblieben. Einer, der sich für das Wohl des Tennis einsetzt. Einer, dem nicht egal ist, was aus dem Sport wird, wenn er ihn dereinst verlässt.

Federer gegen Kyrgios in der Day-Session

Roger Federer bestreitet seine Begegnung der 3. Runde am US Open in New York gegen Nick Kyrgios heute am Nachmittag Ortszeit. Das Duell zwischen dem Schweizer und dem Australier ist als zweite Partie des Tages auf dem Centre Court angesetzt und beginnt um ca. 19.45 Uhr Schweizer Zeit. (sda)

Sechs Jahre präsidierte er den Spielerrat. Mit seinen Kollegen erreichte er eine signifikante Erhöhung der Preisgelder für Spieler, die bereits in den ersten Runden eines Turniers scheitern und denen der grosse Zahltag verwehrt bleibt. «Es gibt keinen, der Roger ersetzen könnte. Was er für den Sport bedeutet und was er in Verhandlungen an Einfluss einbringt, ist einmalig», sagte Vize-Präsident Sergei Stachowski, als Federer 2014 zurücktrat.

Roger Federer of Switzerland speaks during an interview with The Associated Press at an airport hotel in Johannesburg, South Africa, Monday, July 20, 2015. Federer said on Monday that he traveled to the southern African nation to see firsthand the impact of funds from his foundation, which contributes to education programs in the region. (AP Photo/Themba Hadebe)

Roger Federet hat für steigende Preisgelder gesorgt. Bild: AP/AP

Ein offizielles Amt bekleidet Federer zwar nicht mehr, aber sein Wort hat noch immer Gewicht. «Sein Einfluss ist gross», sagte jüngst Jamie Murray. Jeder sei ihm dankbar für das, was er für sie erreicht habe. Noch steht das Männer-Tennis in einer goldenen Ära. Noch rollt der Rubel. Noch immer dreht sich die Preisgeldspirale rasant nach oben.

53 Millionen Dollar Preisgeld werden bei den US Open ausgeschüttet. 3,8 Millionen erhalten die Sieger der Einzel. Doch das Ende rückt näher: Roger Federer ist 37, Rafael Nadal 32, Novak Djokovic und Andy Murray 32. Noch ist nicht absehbar, was passiert, wenn sie abtreten und das Feld Jüngeren überlassen.

Die «Lex Federer»

Sicher ist: Auf politischer Ebene befindet sich das Tennis in einer fundamentalen Umwälzung. Der immer weiter marginalisierte Davis Cup wird ab 2019 in einer Finalwoche Ende November ausgespielt. Doch der Termin ist nicht in Stein gemeisselt. Barcelona-Fussballer Gerard Piqué, der das Format mit seiner Kosmos-Gruppe propagiert, schwebt ein Termin im September vor. Das entspreche auch dem Wunsch der Spieler. Er tritt damit in unmittelbare Konkurrenz mit dem Projekt, das Federer als seine «Herzensangelegenheit» bezeichnet: dem Laver Cup. Im politischen Wettstreit hat Piqué offenbar vorgelegt: Er steht seit Monaten mit der ATP im Dialog.

Dass die Organisatoren des Laver Cups den Austragungsort Genf für das kommende Jahr kurz nach Annahme der Davis-Cup-Reform und damit ungewohnt früh bestätigten, darf durchaus als Reaktion darauf verstanden werden. Die Botschaft: Wir geben den Termin nicht kampflos her. Federer sagte: «Für uns Tennis-Spieler ist es komisch, einen Fussballer in unserer Welt zu haben.» Und Federer sagte, Piqué müsse vorsichtig sein, was er wie sage. Das sind ungewohnt deutliche Worte

epa05592004 Spanish tennis player Rafael Nadal (R) and Swiss player Roger Federer (L) attend the opening ceremony of the Rafa Nadal Academy in Manacor, Mallorca island, Balearics, Spain, 19 October 2016. The academy opens its doors to young players so as they can train with the same method and values with which Nadal grew up.  EPA/J. GRAPPELLI

Roger Federer und Rafael Nadal – die grossen Figuren des Welttennis. Bild: EPA EFE

Seit zwei Jahrzehnten ist Federer mit der Tennis-Karawane unterwegs. Keiner hat sie in dieser Zeit mehr geprägt als er. Auf ihn geht auch eine Sonderregelung zurück, welche die ATP vor einigen Jahren einführte. Die «Lex Federer» räumt verdienten Spielern mehr Freiraum in der Gestaltung ihres Turnierkalenders ein und befreit jene, die über 30 Jahre alt sind, zwölf Jahre auf der Tour sind oder über 600 Spiele gewonnen haben, von der Teilnahme-Pflicht bei den Masters-1000-Turnieren

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Die Pressekonferenz mit Federer nach dem Sieg gegen Paire. Video: YouTube/Raz Ols

Als Federer Ständerat werden sollte

Die Rolle als Wortführer hat er längst verinnerlicht. Doch viel lieber als auf der grossen Bühne übt Roger Federer seinen Einfluss im Hintergrund aus – integrativ, ausgleichend. Jüngst beklagte er, die Jungen würden sich zu wenig einbringen. «Sie werden von den Eltern und Agenten abgeschottet und konzentrieren sich auf ihre Karriere.» Er hingegen kann es sich nicht erlauben, zu politischen Fragen im Welttennis keine dezidierte Meinung zu haben.

Roger Federer of Switzerland laughs as a spectator returns the ball as he practices ahead of the start of the Wimbledon Tennis Championships in London, Sunday, July 1, 2018. The Championships will start on Monday, July 2. (AP Photo/Ben Curtis)

Roger Federer macht immer wieder Werbung für seinen Laver Cup. Bild: AP/AP

Roger Federer vereint Attribute auf sich, die ihn zum perfekten Politiker machen: fair im Umgang, aber hart in der Sache. Dabei stets diplomatisch und um Konsens bemüht. 2011, als er noch im Kanton Schwyz wohnte, erhielt er bei den Ständerats-Wahlen immerhin 132 Stimmen. Doch zu politischen Fragen hat und wird er sich nie äussern. «Es gibt viele Dinge, von denen andere mehr verstehen als ich», sagt er. Den Politiker Federer gibt es also nur in Tennis-Fragen. Dort dafür mit Herzblut.

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