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Anneliese Kohlmann, KZ-Aufseherin

Kohlmann (1921 – 1977) wurde im KZ wegen ihrer knabenhaften Erscheinung «Bubi» genannt.  Bild: gemeinfrei

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte



«Aber eines Tages, am Tag als die Deutschen verschwanden, tauchte in unseren Baracken eine neue Häftlingsfrau auf. Bubi. Sie sass auf dem Boden, wie wir anderen auch, nahe bei Lotta und lächelte ohne Erklärungen. Sie trug Häftlingskleidung und hätte sie nicht ein gesundes, gut genährtes Gesicht gehabt, hätte man sie für eine von uns halten können mit ihrem kurz geschorenen Haar.»

So beschrieb Edith Kraus, Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, eine bizarre Begebenheit aus der Endphase der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft. Bubi – das war Anneliese Kohlmann. Sie war, in Häftlingskluft verkleidet, in das Lager zurückgekehrt, in dem sie zuletzt als Aufseherin gewesen war. Sie war zurückgekehrt in ein Inferno des Massensterbens. 

Anneliese Kohlmann, KZ-Aufseherin

Kohlmann am 23. April 1945. Bevor sie KZ-Aufseherin wurde, hatte sie als Strassenbahnschaffnerin gearbeitet. Bild: George Roger

Bergen-Belsen war zwar kein Vernichtungslager wie Sobibor oder Treblinka. Doch auch dieses Konzentrationslager war eine menschengemachte Hölle. Im April 1945, kurz vor Kriegsende, platzte Bergen-Belsen aus allen Nähten – zehntausende von Häftlingen aus anderen Lagern waren hierhin überführt worden. Es gab weder genug Unterkünfte noch sanitäre Einrichtungen, weder genug Wasser noch Essen. Dafür gab es Seuchen und Terror.

Als britische Truppen das Lager am 15. April befreiten, lagen überall Sterbende und Leichen herum. Und das Sterben ging auch nach der Befreiung weiter: Von den rund 60'000 noch lebenden Häftlingen starben in den nächsten Tagen 14'000. Insgesamt kamen in Bergen-Belsen mehr als 50'000 Menschen um. 

Die Briten filmten die Zustände, die sie nach der Befreiung im Lager antrafen. Die Aufnahmen sind furchtbar – wer sehr empfindlich auf Schreckensbilder reagiert, sollte sie sich besser nicht anschauen: 
Belsen Nazi Concentration Camp Footage

Women and children, some of over 40,000 concentration camp inmates liberated by the British, suffering from typhus, starvation and dysentary, huddle together in a barrack at Bergen-Belsen, Germany, in this photo from April 1945.  Also suffering disease there was Anna Zetko, now Dobnik, who held on long enough to be freed, to get medical care and live her life. (AP Photo) ===  ===

Hunger und Krankheit: Frauenbaracke in Bergen-Belsen nach der Befreiung.  Bild: AP

Warum nur kehrte die Aufseherin Anneliese Kohlmann in dieses Inferno aus Seuche, Hunger und Tod zurück? Bubi, wie Kohlmann wegen ihres knabenhaften Äusseren von den Häftlingsfrauen genannt wurde, hatte sich verliebt. In Lotte Winter aus Prag.

«Ja, wir hätten uns fragen können, warum sie gewählt hatte, mit uns zu leiden, Läuse, Infektionen und unerträgliche Lebensbedingungen auf sich zu nehmen, wenn sie es nicht musste. Aber dann dachte ich, sie liebt Lotta wahrscheinlich so sehr, dass sie nicht von ihr getrennt sein will, nicht mal um diesen Preis.»

Edith Kraus

Kohlmann, die seit 1940 NSDAP-Mitglied war und seit Anfang November 1944 Dienst als SS-Aufseherin tat, hatte die jüdische Tschechin im KZ-Aussenlager Tiefstack des Hamburger KZs Neuengamme kennengelernt. Dort war sie seit Februar 1945 Aufseherin.

«Sie wurde schon bald sehr nett mit einem unserer Mädchen und es wurde offensichtlich, dass das, was unter uns als Gerücht herumging, stimmte. Sie war lesbisch. [...] In Hamburg war ich im gleichen Zimmer wie Lotta, das hübscheste Mädchen von allen. [...] Dank ihrer Schönheit wurde sie auch besser behandelt, während der gesamten Zeit in den Lagern. [...] Bubi, die Lesbe, schaffte es immer, als Wache für die Gruppe eingeteilt zu werden, in der Lotta an dem Tag arbeitete. Während des Marsches zur Arbeit und zurück ging sie neben Lotta, schlug sich mit ihrem Stock auf die schwarzen Reitstiefel und hatte kurze Unterhaltungen mit ihr. Mit der Zeit wurde sie kühner, blieb länger und enger bei Lotta, bis sie sogar anfing, sie in ihrem Zimmer zu besuchen.»

Edith Kraus

 Ehemaliges Aussenlager Tiefstack. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 1982. (ANg 1982-1826)

Das ehemalige Aussenlager Tiefstack.  Bild: KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Als das Aussenlager am 7. April aufgelöst und die Häftlinge nach Bergen-Belsen gebracht wurden, gehörte Kohlmann zur Begleitmannschaft. Sie wollte offenbar in Bergen-Belsen bleiben, um in der Nähe von Winter zu sein, doch Lagerkommandant Josef Kramer erlaubte ihr dies nicht.

So ging Kohlmann zuerst wieder nach Hamburg, kehrte aber bereits am 8. April von dort ohne Genehmigung ins Lager Bergen-Belsen zurück, wie sie später vor dem britischen Militärgericht zu Protokoll gab

«Ich kam inoffiziell und ohne Erlaubnis nach Bergen-Belsen, weil ich einer der Häftlingsfrauen, Lotte W., helfen wollte, die in Hamburg in meinem Arbeitskommando gewesen war. [...] Ich wollte diesem Mädchen helfen, weil ich mit ihr befreundet war und sie und die anderen tschechischen Mädchen versprochen hatten, mich nach Prag mitzunehmen, wenn sie wieder frei wären. [...] Als ich nach Belsen kam, lebte ich [...] einige Tage als Häftlingsfrau mit Lotte W., bis ich entdeckt wurde.»

Bei ihrer unerlaubten Rückkehr nach Bergen-Belsen wurde Kohlmann von Lotta Winters Verlobtem begleitet, dem aus dem KZ Auschwitz entflohenen Häftling Willi Brachmann. Sie hatte sein Vertrauen, da sie schon zuvor Lebensmittel und Briefe von ihm ins Lager Tiefstack geschmuggelt und Winter übergeben hatte. 

Doch Kohlmann, die sich übrigens trotz ihrer Neigung zu Frauen 1943 mit einem Mann verlobt hatte, machte sich Illusionen: Ihre Liebe zu Winter beruhte nicht auf Gegenseitigkeit. Und die Häftlingsfrauen in Bergen-Belsen waren keineswegs gewillt, sie als Unschuldige zu verteidigen. Eine der Insassinnen erinnerte sich später wie folgt: 

«[...] Da, mit einem Mal geht die Tür auf, in der Baracke in Belsen, und da kommt Bubi rein [...] in Zivilkleidern [...] und sagt: ‹Ich bin keine Nazi, ich will gerettet werden.› Und da haben wir der Lotte gesagt: ‹Wir erschlagen dich [...], wenn du ihr hilfst!› [...] Ein paar Tage später sind die Flugzeuge gekommen [...]. Und da haben wir die sofort angezeigt und die war die Erste, die eingesperrt wurde.»

Anita Lobel

Anneliese Kohlmann, KZ-Aufseherin

Die Aufseherinnen Marta Löbelt, Getrud Rheinhold, Irene Haschke und Anneliese Kohlmann (v. l.) am 2. Mai 1945 nach ihrer Festnahme in Bergen-Belsen. Kohlmann steckt in einer Männeruniform, weil sie bei der Verhaftung Häftlingskleidung trug. Bild: gemeinfrei

Am 17. April wurde Kohlmann in Bergen-Belsen festgenommen. Die Häftlingskleidung musste sie abgeben; man steckte sie in eine Männeruniform. In den Tagen danach musste sie – zusammen mit verhafteten Aufseherinnen und SS-Wachpersonal – tausende von Leichen auf dem KZ-Gelände einsammeln und in Massengräbern bestatten. George Rodger vom amerikanischen Magazin «Life» fotografierte sie bei dieser grausigen Arbeit. 

Danach kam Kohlmann in Untersuchungshaft, bis sie sich ab Mitte Mai als Angeklagte vor einem britischen Militärgericht wegen Misshandlung von Häftlingen zu verantworten hatte. In diesem sogenannten Zweiten Bergen-Belsen-Prozess plädierte sie auf «nicht schuldig». Sie gab zu, dass sie Gefangene geschlagen hatte, dies jedoch nur, «wenn es keine Alternative mehr gegeben» habe.  Sie rechtfertigte sich ferner so: 

«Ich glaube, dass die Mädchen in meinem Arbeitskommando in Hamburg mich alle mochten, obwohl ich zugebe, dass ich sie gelegentlich geschlagen habe, wenn sie etwas falsch machten, aber sie zogen es vor von mir geschlagen zu werden als von dem Kommandanten, und daher liebten sie mich trotz der Schläge [...] nicht weniger. [...]»

Anneliese Kohlmann, KZ-Aufseherin

Kohlmann in britischem Gewahrsam in Bergen-Belsen.  Bild: gemeinfrei

Doch einige ehemalige Häftlingsfrauen belasteten Kohlmann schwer: 

«Sie zeigte eine gewisse Vorliebe für jüngere Mädchen, misshandelte ältere Frauen aber brutal. Wenn sie mit einem Arbeitskommando mitging, trug sie einen Stock und erlaubte niemandem sich auszuruhen. Manchmal schlug sie Häftlinge heftig und ich habe selber gesehen, wie sie eine ältere Tschechin schlug, bis diese das Bewusstsein verlor. Wenn sie ein bestimmtes junges Mädchen mochte, begünstigte sie sie in jeder Hinsicht, und gab ihr, was auch immer sie den anderen Häftlingsfrauen abgenommen hatte.»

Margit Rosenthal

Einem [...] Mädchen war Brot aus ihrer Tasche gestohlen worden und [sie] erzählte es Kohlmann. In Kohlmanns Anwesenheit durchsuchte das Mädchen die Taschen der anderen Häftlingsfrauen und durchsuchte dabei meine zweimal. Dies machte mich böse und ich beschimpfte das Mädchen. Kohlmann dachte anscheinend, dass ich sie beschimpfen würde und schlug mich ungefähr 30 Mal mit einem Stück Holz ins Gesicht, auf Kopf, Hände, Arme und Körper. Mein Kopf und meine Arme waren blau und geschwollen und ich blutete aus dem Mund und an den Fingern.

Marianne Braun

Während andere KZ-Aufseherinnen wie Irma Grese – die «Hyäne von Auschwitz» – oder Elisabeth Volkenrath zum Tod verurteilt wurden, liess das Gericht bei Kohlmann Milde walten: Sie erhielt zwei Jahre Freiheitsstrafe unter Abzug der Untersuchungshaft, die sie im Hamburger Gefängnis Fuhlsbüttel vollständig absitzen musste. 

Nachdem sie aus dem Gefängnis entlassen wurde, lebte sie bis 1965 in Hamburg und zog dann nach West-Berlin um. Dort starb sie am 19. September 1977 im Alter von 56 Jahren. Ausser den Daten zu Umzug und Tod ist über ihr Leben nach der Haftentlassung nichts bekannt. 

Theaterstück «Under the Skin»

Die bizarre Liebesgeschichte zwischen Kohlmann und Winter hat der israelische Dramatiker Jonathan Calderon in seinem Theaterstück «Under The Skin» (2013) verarbeitet. 

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ale Ice 06.01.2019 15:04
    Highlight Highlight Wie konnte ich ernsthaft mit etwas Sentimentalem rechnen, als ich die Überschrift gelesen habe?!
    Nicht, dass wahre Liebesgeschichten in diesem grauenvollen Rahmen ausgeschlossen wären. Aber hier scheint eher Machtmissbrauch aus egoistischen Motiven wahrscheinlich.
    Grossartiger Artikel!
  • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 06.01.2019 15:02
    Highlight Highlight Danke für den Artikel, Herr Huber!
    Gerne mehr davon!
    Dafür etwas weniger Blabla. Bin auch gerne bereit dafür zu zahlen ;-)
  • Flo1914 06.01.2019 15:01
    Highlight Highlight Mein Grossvater hatte während des WKII ein Schild an seiner Bäckerei in einer Gemeinde am ZH See: "Deutsche werden nicht bedient!"
    Zudem eine Schweizer und eine Union Jack Fahne im Schaufenster.
    • Leon1 06.01.2019 19:11
      Highlight Highlight Super, was wollen Sie damit sagen?
    • Spooky 06.01.2019 19:47
      Highlight Highlight @Flo1914
      Du kannst stolz sein auf deinen Grossvater.
      Ein intelligenter, aber vor allem ein mutiger Mann.
    • Leon1 07.01.2019 14:31
      Highlight Highlight Mutig? Wäre es jenseits des Bodensees gewesen, am Zürisee aber nicht wirklich.

      Intelligent?
      Rassismus gegen Deutsche ist Intelligent, weil...? Waren denn Deutsche, die damals in der Schweiz lebten, eher für das Nazi-Regime oder dagegen?

      Repression gegen Unrechtsstaaten macht Sinn, Repression gegen Staatsangehörige von Unrechtsstaaten, die möglicherweise selbst vor diesem Staat geflüchtet sind, ist weder intelligent noch mutig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Echo der Zeit 06.01.2019 12:38
    Highlight Highlight Interessanter Artikel im Tagi diesen Samstag - "Sie kommen um zu Stören" Wenn Mitglieder von AfD Holocaust Gedenkstätten Besuchen um zu Provozieren. Sehr Eklig wie versucht wird die Konzentrationslager zu verharmlosen und zu verleugnen. Und auch Entlarvend wie die AfD die Nazizeit deutet und sich ihrer Rhetorik bedient.
  • darkshadow 06.01.2019 12:37
    Highlight Highlight top! mehr davon!
  • neutrino 06.01.2019 11:45
    Highlight Highlight Ich liebe Watson für solche Berichte - wirklich spannend.
  • Olmabrotwurst 06.01.2019 11:28
    Highlight Highlight Coole Story merci dafür ^^ nach dem lesen habe ich mir die frage gestellt wieviele sonst noch sich unter die Jäftlinge mischten nur mit der Absicht nicht erwischt zu werden
    • Echo der Zeit 06.01.2019 14:07
      Highlight Highlight Coole Story - Na ja , Lese zurzeit das Buch "Der Totale Rausch" Drogen im Dritten Reich - ist auch sehr Interessant.
    • Pryda 07.01.2019 15:28
      Highlight Highlight @Echo der Zeit

      Geht es da hauptsächlich um Pervitin?
    • Echo der Zeit 07.01.2019 17:39
      Highlight Highlight ja - nicht nur, aber schon oft - die Auswirkungen auf die Wehrmacht und was der Doktore dem Adolf sonst noch so Gespritzt hat.
  • elnino 06.01.2019 11:12
    Highlight Highlight Sehr gut recherchiert und spannend!
  • Klebeband 06.01.2019 10:50
    Highlight Highlight Aus Interesse: Aus welcher Quelle stammen die Originalaussagen der KZ-Insassinnen?
    • Christoph Bernet 06.01.2019 15:35
      Highlight Highlight Hallo Klebeband. Die Quelle ist jeweils direkt unter den Zitaten verlinkt. Sie stammen aus einem Dossier der KZ-Gedenkstätte Neuengamme (das KZ, zu welchem das im Artikel erwähnte Aussenlager Tiefstack gehörte) über Anneliese «Bubi» Kohlmann. Die Aussagen sind z.T. Dokumenten der britischen Militärjustiz, z.T. von der Gedenkstätte durchgeführten Interviews mit diesen Zeitzeugen entnommen. Freundliche Grüsse.
    • Wiederkehr 06.01.2019 20:40
      Highlight Highlight Schon mal überlegt, was die Bezeichnung KZ eigentlich bedeuten soll? Die deutsche Abkürzung für Konzentrationslager ist nämlich KL! Interessant wäre es die Akten des Roten Kreuzes über die KL einzusehen.
    • Klebeband 06.01.2019 23:01
      Highlight Highlight @Bernet: Merci für die ausführliche Antwort!
      @Wiederkehr: Bei Wikipedia findet sich Folgendes über die beiden Abkürzungsvarianten:
      "Zunächst wurde von nationalsozialistischen Funktionären die Abkürzung KL für Konzentrationslager verwendet. Nach Eugen Kogon (Der SS-Staat) gaben SS-Wachmannschaften dann der Abkürzung KZ wegen ihres härteren Klanges den Vorzug."
      --> Werde wohl beide Abkürzungen ab jetzt mit Zurückhaltung verwenden...
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 06.01.2019 10:36
    Highlight Highlight Dank an den Quizmaster für diesen interessanten Bericht.
  • Adumdum 06.01.2019 10:33
    Highlight Highlight Aus dem verlinkten Artikel über die Filmaufnahmen nach der Befreiung von Bergen Belsen - unglaublich... Was hätte das für eine andere Nazi Aufarbeitung sein können direkt nach dem Krieg in D - will gar nicht wissen was man uns alles heutzutage an Informationen nicht gibt weil es grad nicht in die Taktik passt...

    "Die britische Regierung war während des Kalten Krieges nicht an einer Umerziehung ihrer einstigen Feinde interessiert. Eine Demoralisierung der Deutschen schien im Wettlauf mit der Sowjetunion kontraproduktiv."
    • koks 06.01.2019 16:08
      Highlight Highlight Adumdum, die Kriegsgewinnler schreiben immer die Geschichte und die Wahrheit, nicht die Verlierer.
    • 7immi 06.01.2019 16:18
      Highlight Highlight @adumdum
      Die USA rekrutierten ja auch SS-Truppen nach dem Krieg für ihre europäischen Geheimarmeen, da sie bereits entsprechend ausgebildet waren und über das Knowhow verfügten, so krank es auch klingen mag. So wurden auch einige nach dem Gedankengut der Nazis verübten Mordfälle vermutlich von der NATO gedeckt, da man die Geheimhaltung höher gewichtete als Morde...
    • Triple 06.01.2019 18:40
      Highlight Highlight Dito die Fremdenlegion. Viele der Toten in Dien Bien Phu waren Deutsche die für Frankreich starben.

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

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