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Geneve-Servette's General Manager Chris McSorley, left, next to Arnaud Cogne, right, Media Manager of Geneve-Servette HC, adjusts his tie, during the photo session of Swiss ice hockey club Geneve-Servette HC for the season 2017-2018 of National League A (NLA) Swiss Championship, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Monday, September 4, 2017. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Weinrote Krawatte binden und anschnallen: Chris McSorley ist wieder da.  Bild: KEYSTONE

«An der Bande bin ich ein Bastard» – Chris McSorley ist zurück

Nach nur einem Jahr kehrt Chris McSorley (56) aus der Verbannung ins Büro an die Macht zurück. Ab sofort ist er wieder Cheftrainer und Sportchef und er verspricht: «Servette wird sehr, sehr konkurrenzfähig sein.»

03.04.18, 20:11 03.04.18, 22:22


Es ist, als habe es die Saison 2017/18 nicht gegeben. Als seien die vergangenen zwölf Monate bloss eine Episode in der Geschichte des Genfer Hockeys gewesen. Oder ein Irrtum.

Vor einem Jahr ist der charismatische Kanadier im Zuge der Machtkämpfe in Genf von den neuen nordamerikanischen Besitzern als Cheftrainer abgesetzt und zum Frühstücks-Direktor degradiert worden: zum Sportchef ohne Entscheidungsbefugnis. Weil sich Chris McSorley zuvor beim Verkauf seiner Anteile am Unternehmen mit einem Siebenjahresvertrag abgesichert hatte, wäre seine Entlassung zu teuer geworden.

Geneve-Servette's Head coach Craig Woodcroft gestures, during the second leg of the playoffs quarterfinals game of National League Swiss Championship between Geneve-Servette HC and SC Bern, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Tuesday, March 13, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Craig Woodcroft ist in Genf gescheitert. Bild: KEYSTONE

Die neuen Besitzer installierten Craig Woodcroft gegen den Rat und Willen von Chris McSorley als Cheftrainer. Der Kanadier kam nie richtig in Genf an und schaffte knapp die Playoffs. Nun ist dieser «Operetten-Coach» von der Verantwortung für die erste Mannschaft erlöst worden. Sobald die Abfindung ausgehandelt ist, wird er gehen – und aus Servettes Geschichtsbüchern verschwinden.

Chris McSorley ist sichtlich froh, wieder an der Front zu stehen. Er hat Servette 2002 in der NLB übernommen und zum dynamischsten Sportunternehmen des Welschlandes gemacht. Er sagt, die Zeit ohne Macht im Büro sei ihm vorgekommen wie 20 Jahre.

Nun ist er also zurück an den Schalthebeln der Macht und alles ist so aufgegleist, dass er die nächsten 20 Jahre Trainer und Sportchef bleiben kann.

«Wir werden ein schlagkräftiges Team haben.»

Chris McSorley

Er widerspricht: «Nein, Jahr für Jahr werden wir die Situation analysieren und sehen, wie es weiter geht.» Wo er recht hat, hat er recht: Chris McSorley wird nun mit Chris McSorley Jahr für Jahr die Lage besprechen und zum Schluss kommen, dass es zum Wohle von Servette notwendig ist, dass Chris McSorley noch ein weiteres Jahr bleibt.

Ein Tag im Leben des Chris McSorley als Trainer. Video: YouTube/Tribune de Geneve

Die wirtschaftlichen Probleme sind nach dem Sturz von Präsident Hugh Quennec und dem Abgang der nordamerikanischen Besitzer in der Zwischenzeit gelöst worden. Stark vereinfacht gesagt: Finanziell wird Servette neu von der Stiftung des Rolex-Gründers abgesichert. Chris McSorley sagt, die früheren Besitzer seien ganz aus dem Spiel.

Welches Servette werden wir nun sehen? «Wir werden ein schlagkräftiges Team haben» sagt der alte, neue grosse Bandengeneral. «Natürlich haben wir nicht so viel Geld wie der SC Bern, Zürich oder Lugano. Aber wir werden sehr, sehr konkurrenzfähig sein.» Kein Polemiker, wer nun sagt: «Hütet euch in Lausanne!»

«An der Bande bin ich ein Bastard.»

Chris McSorley

Nun wird Servette erneut zu einer grossen Hockeyfamilie. Chris McSorley bringt nach und nach wieder seine Leute in die Schlüsselpositionen. Es gibt in diesem Hockeyuniversum keine Halbheiten. Nur die «Zeugen McSorleys». Nur den biblischen Gehorsam, der uns lehrt: «Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mir mit sammelt, der zerstreut».

Geneve-Servette's Head coach Chris McSorley shouts against his players, during the game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and EHC Kloten Flyers, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Tuesday, January 26, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Wird gerne auch mal laut: Chris McSorley. Bild: KEYSTONE

Der Kanadier sagt über seinen Führungsstil: «An der Bande bin ich ein Bastard. Aber ich behandle meine Spieler und Mitarbeiter respektvoll und ich kann zuhören.»

Chris McSorley ist zurück. Gut für Servette. Gut für Genf. Aber auch gut für unser Eishockey. Das ist den Titanen der Liga sehr wohl bewusst. Spontan haben unter anderem SCB-General Marc Lüthi und HCD-Trainer Arno Del Curto Chris McSorley zur Rückkehr gratuliert.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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21
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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Servette 1989 04.04.2018 17:05
    Highlight Endlich mal gute Nachrichten aus Genf.
    Kein Debakel und keine Geldsorge.
    Super Servette Allez.
    5 1 Melden
  • Servette 1989 04.04.2018 12:28
    Highlight Endlich!!!
    Action und Krach an der Bande.
    Aber ist die Schmach von 2017 gegen den EVZ schon verdaut??
    Ohne Robert Mayer hätte der EVZ und der SCB einiges härter Kämpfen müssen.
    4 2 Melden
  • ludi 04.04.2018 01:31
    Highlight « Christ » McSorley for ever...!!!-so feierten Fans, Sponsoren aber auch die wichtigsten Akteure im sportlichen Bereich (Spieler) ihren Boss anlässlich der offiziellen Abschlussfeier nach der Saiso 2016-17 in der altehrwürdigen Les Vernets Eishalle. Ich habe Chris bei seinem Amtsantritt vor 17Jahren kennen & schätzen gelernt. Respekt, gegenseitige Wertschätzung & überdurchschnittliche Sozialkompetenz in privaten & familiären Angelegenheiten zeichnen diese große Persönlichkeit aus. “Ready for take off, GSHC & GO4Win...!!!”
    Ludi
    12 2 Melden
  • Dogbone 03.04.2018 23:51
    Highlight Gefällt mir sehr gut! Das gibt wieder richtig Stimmung 😍 Endlich ist die andere Schlaftablette wieder weg von der Genfer Bande.
    21 1 Melden
  • ta0qifsa0 03.04.2018 21:27
    Highlight Richiger Entscheid, damit wird Genf in Zukunft wieder ein ernsthafter Anwärter für die PO-Halbfinal und weiter..

    Es muss jetzt wieder gelingen, Söldner zu verpflichten, welche zu den Besten der Liga gehören, wie Lombardi, Daugavins und Konsorten das vor einigen Jahren noch waren. Unnütze Mitläufer, wie Gerbe, Spalling und so weiter müssen der Vergangenheit angehören und gehören nicht in diesen Verein.

    Ich trauere den Abgängen Loeffel und Riat immer noch nach, doch der selbsternannte Bastard an der Bande wird wieder neue Topshots finden. Davon bin ich überzeugt.
    30 7 Melden
  • Rumbel the Sumbel 03.04.2018 21:08
    Highlight Unterhaltung und Action ist angesagt😃
    53 0 Melden
  • Martin Dolder 03.04.2018 20:59
    Highlight Endlich, genialer Schachzug und tolle Aussichten mit dem neu-alten Genf-Servette.
    Chris McSorley zurück in seinem Element, das er über alles liebt, mit unendlich viel Herzblut und einem riesen Engagement lebt und führt.
    Ich freue mich jetzt schon auf die Saison 18/19
    49 1 Melden
  • Tikkanen 03.04.2018 20:48
    Highlight ...herrlicher Bescheid aus der Calvinstadt👍🏻Nicht nur mir hat der Sorley an Servettes Bande gefehlt🤔Nur mit dem „Bastard“ an der Bande sind die Besuche der Genfer in Europas Hockeyhauptstadt interessant🤗Ja, die Art emotionales Coaching ist wahrhaft wichtig, in Genf besinnt man sich seiner Tugenden derweil andernorts sture Systemcoaches die PO zur Qual machen😳War übrigens gestern, vom Spiel abgesehen, ein herrlicher Tag😎Wir fuhren via Brünig und Hirzel nach Hipsterville, die Verköstigung auf dieser Route verdient das Prädikat „ausgezeichnet“, wunderbare Landbeizen😋

    😊noch 7 bis🐻🏆😒
    88 57 Melden
    • Ah-Jah 03.04.2018 21:18
      Highlight Sture Systemcoaches meinst du euren emotionlosen Finnen?
      88 7 Melden
    • emptynetter 03.04.2018 22:14
      Highlight ja wenn das spiel in hipsterville schon zum vergessen war für die eigerostete hockeymaschine, dann musst du wenigstens etwas über geografie und gastronomie schreiben. egal, noch 1 bis 🏝
      54 4 Melden
    • Larionov 03.04.2018 22:37
      Highlight Ohhh😳 das erste mal das tikkitakka mehr 💛 hat als ⚡️!
      34 3 Melden
    • Mia_san_mia 03.04.2018 22:58
      Highlight @Larionov: Bist Du Dir da sicher?
      13 5 Melden
    • Hayek1902 04.04.2018 00:13
      Highlight Es kommt manchmal vor, wenn er über die alten zeiten oder die nhl schreibt.
      10 1 Melden
    • navigator 04.04.2018 09:58
      Highlight Unglaublich, wortlos bzw sprachlos nach dem verlorenen Spiel in Züri. Keine arroganten blöden Sprüche mehr gegen die anderen, dafür einfach Genf rühmen, Hr. Tikkanen 👀🤫🤫🤫🤫🤫
      6 1 Melden
    • Servette 1989 04.04.2018 17:03
      Highlight Du bist der Geilster Typ!!!😂😂
      Ich finds Lustig wie du die anderen fertig machst.
      Du bist wie Cris Mcsorrley einfach beim Watson.
      Weiter so👍👍👍👍👍👍👍👍👍👏👏👏👏👏👏
      5 4 Melden
  • Tan Long 03.04.2018 20:30
    Highlight Halleluja!
    32 1 Melden
  • Mia_san_mia 03.04.2018 20:26
    Highlight Bin zwar kein Servette-Fan, aber das finde ich super. Servette mit McSorley gehört einfach dazu 😃
    163 8 Melden
    • Goon 03.04.2018 20:42
      Highlight Hast gerade das erste Herz von mir bekommen
      46 6 Melden
    • Mia_san_mia 03.04.2018 22:51
      Highlight Das will ich hoffen, habe Dir nämlich auch eins gegeben 😜
      19 2 Melden
    • super_silv 03.04.2018 23:09
      Highlight 💏
      15 0 Melden
  • Goon 03.04.2018 20:23
    Highlight Gefällt mir 🖒
    68 3 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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