Führen Handy-Daten zu den Mördern von Rupperswil?
Die Ermittler im Vierfachmord Rupperswil werten Handy-Daten aus. Sie hoffen, so den Tätern auf die Spur zu kommen.
Vierfachmord in Rupperswil AG
Barbara Loppacher, leitende Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, informiert wahrend der Medienkonferenz zum Tötungsdelikt Rupperswil. KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
Fahndungsaufrufe in verschiedenen Sprachen (u. a. Albanisch, Englisch, Französisch und Italienisch). KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
Am Montag dem 21. Dezember waren in Rupperswil AG eine 48-jährige Frau, ihre beiden Söhne im Alter von 13 und 19 Jahren sowie die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes im Haus der Familie tot aufgefunden worden. Alle wiesen Stich- oder Schnittverletzungen aus. Ein vorsätzlich gelegter Brand sollte die Spuren verwischen. KEYSTONE / WALTER BIERI
Eines der Opfer des Tötungsdeliktes, die 48-jährige Carla Schauer, suchte gemäss ersten Ermittlungsergebnissen an jenem Montagmorgen zwei Banken auf um Geld abzuheben. (Bild: Kapo Aargau)
Um die Täterschaft zu eruieren, hat die Polizei an Heiligabend in Rupperswil und den umliegenden Gemeinden Flugblätter verteilt. KEYSTONE / WALTER BIERI
Kerzen am Tatort an der Lenzhardstrasse in Rupperswil. KEYSTONE / WALTER BIERI
Die vier Personen – eine Mutter mit ihren zwei Söhnen und der Freundin des älteren Sohnes –, die am 21. Dezember 2015 in Rupperswil AG nach einem Brand tot in einem Wohnhaus aufgefunden wurden, sind Opfer eines Kapitalverbrechens. (Bild: Peter Rippstein)
Die Opfer wiesen Stich- und Schnittverletzungen auf. (Bild: Peter Rippstein)
Der Brand wurde absichtlich gelegt. (Bild: Peter Rippstein)
Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung. (Bild: Leserfoto «Aargauer Zeitung»).
Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren in alle Richtungen, wie die Staatsanwaltschaft am 22. Dezember 2015 weiter mitteilte. (Bild: Andrea Weibel)
Die Aargauer Strafverfolger hatten die Daten unterdessen an die internationale Polizeibehörde Interpol weitergeleitet.
Zunächst war die Theorie eines Familiendramas aufgekommen. Dann aber tauchten Bilder auf, welche die Mutter an jenem Montagmorgen beim Bargeldbezug in zwei verschiedenen Banken zeigen: in der Hypothekarbank Lenzburg in Rupperswil und in der Filiale der Aargauischen Kantonalbank in Wildegg. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
Seither hatte die Polizei nach Personen, die an jenem Montagmorgen mit dem späteren Opfer gesprochen oder verdächtige Beobachtungen gemacht hatten, gesucht. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
Zur Klärung der genauen Todesumstände hatte die Staatsanwaltschaft die Obduktion der vier Getöteten angeordnet. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer) KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
Eine Kriminaltechnikerin unterwegs zum Tatort. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer) KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
Das Feuer konnte bald gelöscht werden, an der Aussenseite des Hauses sind kaum Spuren zu erkennen. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer) KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
Bereits im Dezember hat die Staatsanwaltschaft bei den Mobilfunkanbietern die Daten jener Handybenutzer angefordert, die zur Tatzeit bei einer Antenne in der Nähe registriert waren. Das bestätigt Sprecherin Sandra Zuber gegenüber «20 Minuten»: «Im Verlaufe des Januars wurden uns die Daten zur Verfügung gestellt, und seither sind mehrere Mitarbeiter der Sonderkommission daran, diese Daten aufzubereiten und zu analysieren.»
Für die Ermittler bedeutet das einen enormen Aufwand. Schliesslich erfasst eine Antenne jede Stunde hunderte von Handynummern. Die akribische Ermittlungsarbeit wird Folgen haben.
«Wir gehen davon aus, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu einer grösseren Anzahl von Personenüberprüfungen führen werden», sagt Zuber, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Dafür hält sie fest, dass das Aargauer Zwangsmassnahmengericht dem entsprechenden Antrag der Strafverfolgungsbehörden zugestimmt habe.
Auch im Fall der Vergewaltigung von Emmen wollen die Ermittler mit der Überprüfung von Handydaten dem Täter auf die Spur kommen. Dort werden mehrere tausend Handybesitzer überprüft, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft am Dienstag einen Medienbericht bestätigte.
Beim Vierfachmord von Rupperswil ermordeten die unbekannten Täter am 21. Dezember 2015 Carla Schauer und ihre beiden Söhne sowie die Freundin des älteren Sohnes. Die Tat geschah im Haus der Schauers. Die Staatsanwaltschaft hat erst vor zwei Wochen eine Rekordbelohnung von 100'000 Franken für Hinweise ausgesetzt, die zur Täterschaft führen. (pz)
(aargauerzeitung.ch)
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