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Wie du im Darknet «sicher» Gras kaufst 🌿✌️

Aus aktuellem Anlass gibt's die wichtigsten Tipps und Tricks zum «Safer Shopping».
21.04.2018, 10:0222.04.2018, 13:46

Bier und Schnaps? Gibt's an jeder Tankstelle. Und Haschisch und Gras an (fast) jeder Ecke. Das Problem: Wer überhastet bei einem unbekannten Strassendealer kauft, riskiert viel. Man setzt nicht nur die eigene Gesundheit aufs Spiel, sondern auch die von lieben Menschen, mit denen man den Joint teilt.

Dieser Artikel gibt praktische Tipps, wie der Kauf und Konsum von Cannabis relativ sicher stattfinden kann, solange die Konsumenten noch in die Illegalität gezwungen werden. Wie bei Computern gilt: Hundertprozentige Sicherheit gibt's nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Finger davon!

Inhaltsverzeichnis:

  1. Kenne die Risiken!
  2. Safer Use
  3. Vor dem Deal: Mach dich schlau!
  4. Opsec
  5. Bitcoin & Co.
  6. Der richtige Verkäufer
  7. Ein Wort zu Paranoia
  8. Deine Rechte
  9. Glossar*

* Hier werden wichtige Begriffe und Abkürzungen zu Cannabis und dem Drogen-Handel im Darknet erklärt.

«Wenn du ängstlich darauf wartest, dass dein Paket eintrifft.» Meme zum Darknet-Drogenhandel.
«Wenn du ängstlich darauf wartest, dass dein Paket eintrifft.» Meme zum Darknet-Drogenhandel.
bild: reddit

Kenne die Risiken!

Der traditionelle Drogenhandel ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Und zwar für alle Beteiligten. 

Die wenigsten kennen einen Hanf-Biobauern aus dem Oberland, darum geht es hier um die zweitsicherste Methode, an das berauschende Kraut zu kommen.

Bei Darknet-Deals gibt's keinen physischen Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer und damit ein massiv kleineres Risiko, in eine gewaltsame Auseinandersetzung verwickelt zu werden.

Nicht auszuschliessen ist, dass man frühmorgens unsanft geweckt oder von Polizisten kontrolliert wird. Und man muss mit der Gefahr von Erpressungen und Drohversuchen leben, falls man elementare Vorsichtsmassnahmen missachtet.

Dazu gleich mehr, doch zunächst zu den gesundheitlichen Risiken, die bei schlechter Qualität der Droge bestehen:

Haschisch und Marihuana (aka «Gras») können Verunreinigungen und Streckmittel enthalten. «Mitunter wissen die Zwischenhändler selbst nichts von den besonderen Risiken ihres Produkts», warnt der deutsche Hanfverband. Auf ihrer Website weisen die Cannabis-Spezialisten auf drohende gesundheitliche Folgen hin. Diese reichen von Husten und Kopfweh bis zu irreversiblen Schädigungen der Atemwege und Krebs.

Zu den gefährlichsten Streckmitteln gehören:

  • Brix – eine Flüssigkeit, die aus Zucker, Hormonen und flüssigem Kunststoff besteht.
  • Talkum – ein mattweiss schimmerndes Mineral, das auch Speckstein genannt wird und schwere gesundheitliche Schäden in den Atemwegen hervorrufen kann.
  • Glaspartikel – die bei der Verbrennung entstehenden scharfkantigen Bruchstücke können mit dem Rauch in die Atemwege gelangen und mikroskopisch kleine Verletzungen verursachen.
  • Blei – das wohl gefährlichste Streckmittel kann gravierende gesundheitliche Folgen haben. Vor genau zehn Jahren gab es im ostdeutschen Leipzig eine «Bleigraswelle».
  • Phosphor/Kaliumdünger – das sind zwei bei Growern beliebte Düngemittel, die überdosiert werden können.
«Die gesundheitlichen Risiken der meisten Streckmittel (ausser Blei) sind kaum erforscht. So gibt es z.B. noch keine klinisch dokumentierten Fälle von Lungenentzündung durch Sand oder Glas oder von Silikoseerkrankungen durch Talkum bei Konsumenten gestreckten Grases.»

Safer Use

Die folgenden Ratschläge zitieren wir wörtlich aus dem Schweizer Drogenforum Eve & Rave, einer von mehreren sinnvollen Anlaufstellen, um sich im Internet zu informieren.

  • THC beeinflusst temporär deine Merk- und Konzentrationsfähigkeit. Vom Konsum bei der Arbeit und in der Schule ist daher abzuraten. Rauche nur in der Freizeit und nur dann, wenn du dich gut fühlst.
  • Beim Essen oder Trinken von Cannabisprodukten sind die Wirkungen stärker und unberechenbarer als beim Rauchen, das Risiko für eine Überdosierung ist hoch. Taste dich vorsichtig an die richtige Dosis heran, lege nicht gleich nach!
  • Achte beim Rauchen auf gute Filtermethoden (Aktivkohlefilter) oder benutze einen Vaporizer.
  • Je jünger du bist, wenn du anfängst zu kiffen, desto grösser ist die Gefahr, durch den Konsum von Cannabis höheren Neben- und Nachwirkungen ausgesetzt zu sein.
  • Personen mit psychischen Problemen sollten keine Cannabisprodukte konsumieren.
  • Bei Schizophrenie kann Cannabis den Krankheitsverlauf verschlimmern oder zu Rückfällen führen.
  • Bei Lungenerkrankungen und bestehenden Herzbeschwerden oder Herzerkrankungen sollte auf Cannabiskonsum verzichtet werden.

Vor dem Kauf: Mach dich schlau!

Wer nicht recherchiert, riskiert die Gesundheit und mehr. Beim Strassendealer kann jeder Depp kaufen, im Darknet gibt's zumindest gewisse technische Hürden. Doch sollte man sich umfassend informieren, dazu möglichst viele verschiedene Quellen hinzuziehen und alles kritisch hinterfragen.

Die wichtigsten Themen:

  • «Opsec» – gemeint sind die Sicherheitsvorkehrungen, die man trifft, um die eigene Identität zu schützen.
  • Rechtliche Belange.
  • Kryptowährungen: Transaktionen werden am besten mit Monero getätigt. Viel verbreiteter ist Bitcoin.
  • Die Wahl eines guten Marktplatzes (DNM) und zuverlässigen Händlers.

Gute Informationsquellen:

Darknet-Angebot: Flüssiges THC aus der Schweiz.
Darknet-Angebot: Flüssiges THC aus der Schweiz.
screenshot: dnm

Opsec

Der Tor-Browser (Anonymisierungs-Software) allein genügt nicht, wenn man illegale Geschäfte über das Darknet abwickeln will. Die eigene Computer-Identität muss durch zusätzliche Massnahmen verschleiert werden. Dazu gehören:

  • Mit dem Schlimmsten rechnen: Das heisst, man sollte ein Worst-Case-Szenario durchspielen und sich überlegen, wie man sich darauf vorbereiten kann.
  • Einen VPN verwenden.
  • Keine verräterischen Spuren auf dem Computer hinterlassen, den man für die Darknet-Ausflüge nutzt.
  • Kommuniziert wird immer nur verschlüsselt. Mit Adressen und Pseudonymen, die man nirgends sonst verwendet.
  • Empfang der Ware: Das ist die heikelste Schnittstelle, weil Poststellen und Paket-Stationen überwacht werden können und man schlimmstenfalls in Flagranti erwischt wird.
  • Nur kleine Mengen bestellen. Das ist zwar teurer, dafür sinkt das strafrechtliche Risiko und bei einem Scam hält sich der Verlust in Grenzen (siehe Worst-Case-Szenario).
  • Wenn der Darknet-Dealer, der die Ware liefert, die wahre Identität des Kunden nicht kennt, kann er sie bei einer Verhaftung nicht den Ermittlern preisgeben.

Bitcoin und Co.

Wer mit Bitcoin (BTC) oder dem Ableger Bitcoin Gold (BTG) bezahlt, ist nicht anonym. Transaktionen können noch jahrelang zurückverfolgt werden. Ein weiterer Nachteil sind die relativ hohen Transaktionsgebühren. Bei einem 100-Franken-Deal können schnell mal 5 Franken Gebühren anfallen.

Sicherer ist Monero (XMR), allerdings ist diese Kryptowährung auch deutlich umständlicher zu organisieren

Produktinformation im Darknet:

screenshot: dnm

Der richtige Verkäufer

Paranoia ist – im Gegensatz zum realen Leben – im Darknet ein guter Ratgeber. Vertrauen sollte man grundsätzlich niemandem, auch nicht nach zig Deals.
  • Nur bei Schweizer Verkäufern kaufen, also bei Händlern, die ihre Postsendungen in der Schweiz aufgeben. Wenn die Briefe oder kleinen Pakete keine Landesgrenze überqueren, sinkt das Risiko, durch Zollkontrollen erwischt zu werden.
  • Kommuniziert wird nur verschlüsselt. Mit Adressen und Pseudonymen, die man nirgends sonst verwendet.

Beim derzeit populärsten DNM inserieren gerade mal 5 Verkäufer, die gemäss eigenen Angaben in der Schweiz angesiedelt sind und ihre Ware von der Schweiz aus versenden.

screenshot: dnm

Über Recherchen in einschlägigen Foren und Mund-zu-Mund-Propaganda finden sich auch zuverlässige Anbieter.

Deine Rechte

Seit über 20 Jahren veröffentlicht der Verein «Legalize it» die Rechtshilfebroschüre «Shit happens». Sie beschäftigt sich mit den Gesetzen, der polizeilichen Verfolgung und den Strafbefehlen rund ums Thema Hanf und THC-Konsum.

Glossar

Die folgenden Fachbegriffe, Szene-Ausdrücke und Abkürzungen solltest du in Zusammenhang mit dem in der Schweiz verbotenen Handel mit dem Rauschmittel Cannabis kennen.

  • Cannabis: Gemeint sind hier die Pflanzenteile der weiblichen Hanfpflanze, die so konsumiert werden können, dass sie eine berauschende Wirkung hervorrufen.
  • DNM: Darknet-Marktplatz, wo Drogen und andere Güter wie zum Beispiel Waffen illegal verkauft werden.
  • Grower: Jemand, der Cannabis anbaut.
  • Haschisch: oder kurz Hasch. Wird aus dem Harz der weiblichen Cannabispflanze gewonnen und zu Platten verarbeitet. Hat einen höheren THC-Gehalt als Marihuana.
  • Kryptos: Kurzform für Kryptowährungen wie Bitcoin.
  • Marihuana: auch Gras genannt. Wird aus den getrockneten Blüten und Blättern der Cannabispflanze gewonnen. Sieht aus wie Tee und hat den typischen Geruch.
  • Monero: Kryptowährung, mit starkem Fokus auf Privatsphäre (Anonymität) und Dezentralisierung.
  • Scam: Betrug. Wenn man den Verkäufer bezahlt, dieser aber die in Aussicht gestellte Ware nicht liefert. Oder wenn der DNM-Betreiber mit den Kryptos der User abhaut. Dieser öfters vorkommende Vorgehen wird «Exit Scam» genannt.
  • THC: psychoaktive Substanz in Cannabis, löst den Rausch aus. Ist nur eines der über 100 bisher entdeckten Cannabinoide, die in der Hanfpflanze vorkommen.
  • VPN: steht für Virtual Private Network, gemeint ist ein Dienst, der verschlüsselte Webverbindung ermöglicht, bietet mehr Privatsphäre, wobei nicht alle VPN-Anbieter sicher sind.
Drogen testen lassen
Bevor du Ecstasy, Amphetamin oder Kokain konsumierst: Die Jugendberatung Streetwork der Stadt Zürich bietet eine kostenlose und anonyme Möglichkeit, «harte» Drogen (auf ihre Reinheit bzw. Gefährlichkeit hin) testen zu lassen. Wenn man eine Substanz zur Analyse abgeben will, ist ein persönliches Beratungsgespräch obligatorisch. Anschliessend kann man sich per E-Mail oder mit einem Anruf bei der Fachstelle über das Resultat informieren. Aus juristischen Gründen dürfen keine Proben per Post angenommen werden.
Weitere Informationen zur legalen und möglicherweise lebensrettenden Dienstleistung gibts bei www.saferparty.ch.

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