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«Noch nie so einen Horror gesehen»: Somalischer Folterer in Mailand verurteilt



Ein Schwurgericht in Mailand hat am Dienstag einen 22-jährigen Somalier, der in Libyen ein Flüchtlingslager verwaltet haben und für Morde und Vergewaltigungen verantwortlich sein soll, zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Er wird seinen Opfern, die als Zivilkläger am Prozess teilgenommen haben, bis zu 100'000 Euro Entschädigung zahlen müssen.

«In 40 Jahren Karriere habe ich noch nie so einen Horror gesehen.»

Der Mann war im September 2016 von einigen Landsleuten in einem Mailänder Flüchtlingslager erkannt und festgenommen worden. Das Schwurgericht sah es als erwiesen, dass der Somalier für mehrere Morde, Entführung, Erpressungen und unzählige Vergewaltigungen von Frauen verantwortlich ist. 17 seiner Opfer sagten vor Gericht aus und zeigten die Folternarben auf ihren Körpern.

«In 40 Jahren Karriere habe ich noch nie so einen Horror gesehen», berichtete die prominente Mailänder Staatsanwältin Ilda Boccassini, die Berichte somalischer Flüchtlinge zu den Brutalitäten des Mannes gesammelt hat.

Der 22-Jährige sei ein Sadist, der sich allmächtig gefühlt habe, weil er das Leben hunderter Menschen in seinen Händen hatte, betonten die Staatsanwälte. Der Mann wurde von Dutzenden Flüchtlingen in Mailand erkannt. Über die Glaubwürdigkeit ihrer Berichte gebe es keine Zweifel, betonten die Staatsanwälte vor Gericht.

Flüchtlingslager in Libyen betrieben

Über ein Jahr lang soll der Somalier ein Flüchtlingslager in Bani Walid in Libyen betrieben haben, danach habe er an Bord eines Flüchtlingsbootes Sizilien erreicht. Nach einem Aufenthalt in Florenz sei er nach Mailand gelangt. Hier sei er von zwei jungen somalischen Frauen erkannt worden, die er in Libyen vergewaltigt hatte und die ihn anzeigten.

Von jedem Flüchtling, der nach Europa reisen wollte, soll der Somalier 6000 Euro kassiert haben. Die Flüchtlinge erzählten, sie seien im libyschen Lager unglaublichen Folterungen unterworfen worden, damit ihre Familien so rasch wie möglich für sie zahlten. Wer nicht zahlen konnte, wurde getötet.

Sogar mit Elektroschocks soll der nun Verurteilte seine Opfer gefoltert haben. Die Opfer warteten bis zu einem Jahr in dem Flüchtlingslager auf die Überfahrt über das Mittelmeer Richtung Europa.

Der Verurteilte beteuerte seine Unschuld. Er vertraue der italienischen Justiz und hoffe, in zweiter Instanz seine Unschuld zu beweisen, sagte er nach der Urteilsverkündung. (sda/apa)

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