International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kim trifft Trump in Singapur

Kommentar

Mein Freund, der Diktator

Erst demontiert US-Präsident Donald Trump das westliche Bündnis, dann zelebriert er ein substanzfreies Treffen mit einem ruchlosen Gewaltherrscher. Wir müssen uns warm anziehen.



Ronald Reagan war ein Kommunistenhasser. Die Sowjetunion war für ihn das «Reich des Bösen». Trotzdem griff der damalige US-Präsident zu, als ihm der neue Sowjetführer Michail Gorbatschow die Hand zum Frieden reichte. 1985 kam es zum historischen Gipfeltreffen in Genf. Zwei Jahre später unterzeichneten Reagan und Gorbatschow einen atomaren Abrüstungsvertrag.

Wird sich die Geschichte nun wiederholen? Für Amerikas Rechte steht fest: Präsident Donald Trump ist der neue Reagan. Wie in den 80er Jahren habe eine Politik der Stärke dazu geführt, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zum Gipfeltreffen in Singapur bereit war. Und wie damals soll am Ende die Abrüstung und «vollständige Denuklearisierung» Nordkoreas stehen.

ZUM 30. JAHRESTAG DES GIPFELTREFFENS DES US-PRAESIDENTEN RONALD REAGAN UND DES SOWJETISCHEN GENERALSEKRETAERS DES ZENTRALKOMITEES DER KPDSU, MICHAIL GORBATSCHOW, IN GENF, SCHWEIZ, AM DONNERSTAG, 19. NOVEMBER, UND FREITAG, 20. NOVEMBER 1985, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der russische Generalsekretaer des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Michail Gorbatschow, rechts, und der US-amerikanische Praesident Ronald Reagan treffen sich am 19. November 1985 vor der Villa Saussure in Genf, Schweiz. (KEYSTONE/Str)

Ronald Reagan und Michail Gorbatschow beim Gipfel in Genf. Bild: KEYSTONE

Kritiker hingegen vergleichen Donald Trump nicht mit Reagan, sondern mit dem früheren britischen Premierminister Neville Chamberlain. Dessen Appeasement-Politik gegenüber Adolf Hitler ist zu einem schändlichen Beispiel für die Unterwerfung der Demokratie unter eine Diktatur geworden. Der Vergleich ist hart, aber Trump hat in Singapur wenig getan, um ihn zu widerlegen.

So ist die Abschlusserklärung sehr vage gehalten. Nordkorea verpflichtet sich einzig, auf die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Konkrete Massnahmen sind nicht enthalten. Kritiker verweisen darauf, dass Nordkorea fast auf den Tag genau 25 Jahre zuvor ein ähnliches Dokument unterzeichnet hatte. Wie es danach weiterging, ist bekannt.

Wer ist Gewinner des historischen Gipfels?

Auch Reagan und Gorbatschow hatten beim Treffen in Genf nur eine allgemeine Erklärung unterzeichnet. Damals aber hatte man nicht mehr erwartet, es ging um ein erstes Kennenlernen. Donald Trump hingegen hat die Latte vor dem Singapurer Treffen sehr hoch gelegt. Er strebte nichts weniger als den ultimativen Atomdeal mit Kim Jong Un an.

Davon ist das Dokument weit entfernt. Immerhin bleiben die Sanktionen gegenüber Nordkorea vorerst in Kraft, doch Trump betonte an seiner Medienkonferenz, er freue sich darauf, sie aufheben zu können. Über Kim Jong Un äusserte er sich in wärmsten Worten. Er bezeichnete ihn als «sehr begabten Menschen» und fügte an: «Ich habe festgestellt, dass er sein Land sehr liebt.»

Tatsächlich liebt Kim sein Land so sehr, dass er alle, die seine spezielle Liebe nicht teilen, in Konzentrationslager sperren und bis aufs Blut quälen lässt. Und ihre Familien gleich mit, denn Justiz ist in Nordkorea gleichbedeutend mit Sippenhaft. Für Ronald Reagan waren die Menschenrechte ein wichtiges Thema. Donald Trump sind sie nur lästig.

Der Handschlag, der in die Geschichte eingeht

Video: srf

Hartnäckigen Reporterfragen zu diesem Thema wich er aus. Er schwadronierte über den US-Studenten Otto Warmbier, der «nicht umsonst gestorben» sei, oder die Überreste von US-Soldaten aus dem Koreakrieg. Als er gefragt wurde, ob er die Gulag-Insassen verraten habe, behauptete Trump, er habe ihnen geholfen, sie würden «einer der grossen Gewinner» des Gipfels sein.

Ist dies Realitätsverweigerung, oder steckt mehr dahinter? Donald Trump hat eine fatale Schwäche für starke Männer. Er bewundert Wladimir Putin, Xi Jinping oder Recep Tayyip Erdogan. Und nun offenbar Kim Jong Un. Für demokratisch gewählte Politiker hingegen scheint er nur Verachtung zu empfinden, wie am G7-Gipfel in Kanada zu erkennen war.

Wird das demokratische Südkorea das neuste Opfer? Das ist übertrieben, aber dass Trump die gemeinsamen Manöver einstellen und die US-Soldaten nach Hause holen will, sollte in Seoul zumindest für Stirnrunzeln sorgen. Freuen über diese Massnahme dürfen sich Kim Jong Un und vor allem Chinas Xi Jinping. Ein Abzug der Amerikaner aus Korea ist ganz nach seinem Gusto.

Für die freie Welt sind dies ungemütliche Aussichten. Ihr «Anführer» gebärdet sich als Diktatorenfreund. Höchste Zeit also, dass sich die demokratische Welt zusammenrauft. Oder wie es der Politologe Brian Klaas Anfang Jahr im watson-Interview gefordert hat: «Es ist in Europas langfristigem Interesse, den Trumpismus nicht einfach zu akzeptieren.»

Die besten Karikaturen zum Trump-Kim-Gipfel

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Jair Bolsonaro mit Coronavirus infiziert

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

59
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
59Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 13.06.2018 01:33
    Highlight Highlight Und die konventionellen Journalisten können es einfach nicht akzeptieren, dass die Welt nicht nach ihrer Pfeife tanzt.
  • Mia_san_mia 12.06.2018 23:23
    Highlight Highlight Irgendwie ist es mittlerweile komisch... Vor ein paar Monaten war es schlecht, dass Trump zu hart gegen Nordkorea war. Aber jetzt ist es auch nicht gut fürr Herrn Blunschi.
  • Juliet Bravo 12.06.2018 19:24
    Highlight Highlight Wetten, in den Hinterzimmern wurden schon die weltschönsten Deals für den Bau von Hotelanlagen und Golfresorts in Nordkorea ausgehandelt.
  • MaskedGaijin 12.06.2018 18:59
    Highlight Highlight Wenn Obama Kim getroffen hätte, hätte er wahrscheinlich gleich noch einmal den Friedensnobelpreis erhalten.
  • Eagle21 12.06.2018 18:26
    Highlight Highlight Sorry, aber wo bleibt bei Watson und in den Kommentarspalten die Kohärenz: Im Winter beklagt man sich noch über Trump weil er gegenüber Nordkorea klare Kante zeigt, jetzt ist er Euch wiederrum zu nett. Dann wirft man ihm vor, dass er den Unrechtsstaat Iran brüskiert, jetzt kritisiert man ihn dafür, dass man mit NK verhandelt. Wer Iran glaubt, muss Kim auch glauben. Was kann Trump denn überhaupt richtig machen? An alle, die jetzt an die Gefangenen in den Arbeitslagern denken: Ihr habt Recht, aber dann hättet ihr auch dem Trump recht geben müssen, der Kim einst wegbomben wollte.
    • Jol Bear 12.06.2018 19:16
      Highlight Highlight So ist es. Wäre Sanders gewählt worden und mit derselben Vereinbarung heimgekommen, würde der Fridensnobelpreis als Minimalforderung im Raum stehen.
    • Cubbie 12.06.2018 23:21
      Highlight Highlight In den heute interschriebenen Fetzen Papier wurde nichts fixiert. Nicht wie, oder wann die Denuklearisierung stattfinden soll. Kein Wort darüber wer, wann und wie diese kontrollieren soll.
      Was heute "beschlossen" wurde, stand schon vor 15 Jahren in den alten Papieren.
      Soll jetzt DT dafür gefeiert werden?

      Im Iranabkommen steht haargenau wie der Iran sich zu verhalten hat und wer das kontrolliert. Und jetzt erklärt mir, was am Iranabkommen so schlecht war, dass DT dieses gekündigt hat, aber heute als grosser Held dastehen soll.
    • Jol Bear 12.06.2018 23:46
      Highlight Highlight @Cubbie: es geht nicht darum, Trump für das Abkommen zu feiern. Es wird nur der Verdacht geäussert oder die Frage gestellt, ob manche Trump-Hater noch in der Lage sind, seine Aktivitäten mit klarem Verstand zu beurteilen. (Heisst übrigens nicht, dass man Trump göeichzeitig auch einen klaren Verstand attestiert.)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Liselote Meier 12.06.2018 17:58
    Highlight Highlight Die Intepretation von "Chamberlains Versagen" ist auch ziemlich gewagt und die Verknüpfung zu Trump ziemliecher Unfug.

    Vom britischem Standpunkt der 30er, was die Interressen und die Möglichkeiten betraf, wars der einzig gangbare Weg.

    Hitler aufhalten wäre sicherlich kein Problem gewesen, hätte nur schon gereicht 36 den Republikaner in Spanien Waffen zu liefern.

    Aber jede Aktion gegen Hitler, wäre Vorteil Sowjetunion gewesen. Aus Britischer Sicht war Hitler-Deutschland in den 30er nicht der "Hauptfeind", im Gegenteil gab viele Bewunderer bis ins Königshaus.


  • Pius C. Bünzli 12.06.2018 17:35
    Highlight Highlight Trump tut genau das was ich mir von ihm erhofft habe als er gewählt wurde. Er schafft Amerika ab. Niemand nimmt sie mehr Ernst. Vielleicht hilft dies den Europäern dabei den Amis nicht ständig in den Arsch kriechen zu wollen.

    Amerika muss die Macht verlieren, ständig ungestraft Kriege anfangen zu können.
  • elco 12.06.2018 17:07
    Highlight Highlight Kim Jon Un hat realisiert, dass die Chance einmalig ist. Dass nie mehr ein Präsident im Weissen Haus sitzen wird, der ihm eine solche Bühne bietet, und sich dabei auch noch auf die Schultern klopft und denkt er sei der Grösste.
  • Doradal 12.06.2018 17:04
    Highlight Highlight Nur so nebenbei: Wenn die Schwiez mit Saudi-Arabien auf höchster Ebene redet, geht das also in Ordnung? Zudem waren Menschenrechte noch nie die Stärke der USA. Dieser Aufschrei, dass Trump nun ein Freund eines Diktators ist, ist sowas von künstlich. Der ganze Westen arrangiert sich mit Diktatoren von überall, wenn dabei etwas rausspringt. Das ist schlecht, da stimme ich zu. Die andere Möglichkeit in Nordkorea eine Veränderung herbeizuführen, wäre das Land und den Diktator militärisch auszulöschen. Ist das besser? Nein, ganz und gar nicht. Da stimmen sicher auch die Nordkoreaner zu.
  • Vanessa_2107 12.06.2018 16:49
    Highlight Highlight Sicher verdient Donald Lob, dass es zu dem Treffen kam,
    Kim hat es ihm aber auch einfach gemacht. Beide hatten nun den wirklich ganz grossen Auftritt auf der Weltbühne.Für Trump, als Narzist eminent wichtig.(Bei den G7 ist er einer unter vielen).Was die Abschlusserklärung anbelangt, wird die Zukunft zeigen,ob sie die Tinte auf dem Papier wert ist. Leider wird das Trump Aufwind geben, er wird sich selber überschütten mit Selbstlob. Die Trumpisten werden durchdrehen für ihren Guru.Ich hoffe Mueller kommt bald mit Ergebnissen. Donald ist immer noch der Selbe, trotz diesem kleinen Erfolg.
  • Liselote Meier 12.06.2018 15:55
    Highlight Highlight Na, da bin ich mir aber nicht so sicher bezüglich "Wie es danach weiterging, ist bekannt".

    Das Abkommen beinhaltete damals die Lieferung von Leichtwasserreaktoren. Diese wurden aber nie geliefert, der politische Ton verschärfte sich Präventivkriegsdoktrin/Achse des Bösen und NK trat in folge dessen aus dem wieder Sperrvertrag aus.




  • Richu 12.06.2018 15:44
    Highlight Highlight Wenn man "seriöse" Presseberichte der letzten 6 Monate analysiert, hat Trump den russischen Präsidenten, Wladimir Puttin mindestens 8mal "hart" kritisiert. Die Aussage in diesem Bericht, Trump bewundere Puttin, entspricht, bezogen auf die letzten 6 Monate, absolut nicht der Wahrheit!
    • icarius 12.06.2018 17:46
      Highlight Highlight Wo sind diese seriösen Presseberichte? Ich mein das ehrlich.
    • Peter 12.06.2018 17:55
      Highlight Highlight Wegen der Russland-Ermittlungen muss Trump nach aussen hin Härte zeigen. In Wirklichkeit bewundert er Putin. Er will ihn demnächst ebenfalls ebenfalls treffen, angeblich in Wien, berichtete letzte Woche das "Wall Street Journal", eine eher unverdächtige Quelle.
    • Vanessa_2107 12.06.2018 18:51
      Highlight Highlight Richu - wo hat er Putin 8x "hart" kritisiert? Eben hat er Putin bisher kaum kritisiert. Hier ein Link wo du dich informieren kannst.
      https://www.nzz.ch/international/die-vorwuerfe-im-ueberblick-trump-und-die-akte-russland-ld.152113
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hexentanz 12.06.2018 15:41
    Highlight Highlight Entweder man redet zusammen und wagt etwas neues, oder man lässt es sein und wartet zu.

    Oder wie bei Iran, man kündet es auf, und es bewegt sich in Richtung Krieg.

    Ich bin kein Trump fan und kei Kim Fan, aber herrgott was gibt's an dem Treffen zu bemängeln?

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass die, die das Treffen nicht gutheissen, die gleichen sind, die als erstes laut schreien, wenn die USA Nordkorea plattmachen.

    Warum soll es so schlecht sein, dass die USA und Nordkorea auf höchster Ebene direkt miteinander Reden? Weil Kim ein Diktator ist, really? Es gibt keine Alternative, oder? ..
    • Snowy 12.06.2018 17:21
      Highlight Highlight Vielleicht weil man ihm (Kim) dem Diktator eine Weltbühne gegeben hat ohne nichts dafür zu erhalten?
  • Skeletor82 12.06.2018 15:41
    Highlight Highlight Es ist ein erster Schritt. Klar, dass beim ersten Treffen Kim nicht alles preisgibt.

    Jedoch finde ich es anmassend, stets zu kritisieren.

    Dieses Land ist dermassen geplagt, dass man doch ein minimaen Funken an Hoffnung sehen kann. Zu naiv?

    Aber: Die anderen machen gar nichts, kaum besser, oder?
  • Ril 12.06.2018 15:37
    Highlight Highlight Danke für den Kommentar. Friedensgespräche sind immer willkommen zu heissen aber in diesem Fall bin ich seeeehr zurückhaltend. Für mich sieht es danach aus als würde ein Narzisst vor allem in die Geschichtsbücher eingehen, ohne viel dafür leisten zu müssen. Das oberste Ziel sollte die Befreiung der nordkoreanischen Bürger sein aber mit öffentlichen Händeschütteln ist es nicht getan, das ist bloss der erste Schritt... Während er Verbündeten vor den Kopf stösst (allen voran S. Korea), biedert der "Leader of the Free World" bei autoritären Regimes und Diktatoren an.
  • Quacksalber 12.06.2018 15:10
    Highlight Highlight Unternehmensführer und Diktatoren „besitzen“ beide ihr Land oder ihre Firmen weil sie irgendwie in diese Positionen gekommen sind. Deshalb mögen sich beide auch so. Das ist Trumpismus. Demokratisch gewählt zu sein ist da kein Leistungsausweis.
  • fczzsc 12.06.2018 14:57
    Highlight Highlight Ich muss vorwegschicken, dass ich Trump nicht ausstehen kann, muss aber einsehen, dass er heute richtiggehend ein Gesellenstück abgeliefert hat, dass seine approval ratings massiv hochschnellen lassen wird.
    Wer etwas anderes schreibt oder denkt leider an Realitätsverlust.
    Ich befürchte, dass wir diesen Typen nicht so schnell los werden...
    • Cpt. Jeppesen 12.06.2018 23:10
      Highlight Highlight fczzsc: Ich gebe Dir recht, Trump werden wir so schnell nicht los. Und das mit den approval ratings versteht niemand ausserhalb den USA. Es muss am Wasser dort liegen...
      Ich kann mir nur vostellen, das die Mehrheit der Amerikaner insgeheim froh ist, dass er keinen Krieg angezettelt hat. Interesant finde ich, dass in den USA-Medien von links bis rechts auffallend wenig Nachanalysen vorhanden sind. Wesentlich weniger Kommentare und Analysen zum Thema NK und Kim als vor dem Meeting. Er hat nichts mitgebracht, es gibt nichts zu sagen, vergessen wir dieses Kapitel, oder so...
  • Fabio Haller 12.06.2018 14:22
    Highlight Highlight Denken sie denn wirklich dass man einem Diktator, der noch ein nukleares Arsenal besitzt, einfach alle Forderungen vor die Stirn setzen kann und er dann einfach nickt?

    Trump hat aus meiner Sicht seit sehr langem oder vielleicht auch zum ersten Mal. Sehr vieles richtig getan, mit dem grossem Ziel die Beziehungen zu lockern, denn nur so kann man auch einen Dialog führen. Im Winter sah dass noch ganz anders da kritisierte Watson genau den aggressiven Umgang mit dem Diktator und nun kritisiert man die „schwachen“ Punkte im Vertrag.
    • Luca Brasi 12.06.2018 17:53
      Highlight Highlight Ich finde es auch bezeichnend, dass keinerlei Reaktion seitens watson zur Frage "Was soll Trump denn nun bitteschön machen?" kommt. Wenn er säbelrasselt ist es nicht in Ordnung, wenn er sich diplomatisch mit Nordkorea trifft, ist es auch nicht in Ordnung.

      Oder denkt watson, dass die Kritik an der Berichterstattung von "Kim-Trollen" oder "Trump-Trollen" kommt?
  • Matti_St 12.06.2018 14:18
    Highlight Highlight Ach, dieses Theater. Hier geht es nur darum, in den jeweiligen Länder als Helden dazustehen. Propaganda halt.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 12.06.2018 14:02
    Highlight Highlight 3) Muss mehr Druck auf China aufgebaut werden, um selber wiederum Druck auf Nordkorea auszuüben?
    Brauchts Commandomissionen gegen Atomwaffenstellungen in Nordkorea oder hohe Militärs oder begrenzte Militärschläge?
    Diese Aussage könnte man auch so lesen, dass die letzten Jahrzehnte eine nun mit den Nukes gescheiterte Appeasement-Politik betrieben wurde und man hätte einmarschieren müssen, solang es noch gegangen währe.
    Damit Europa geopolitisch zusammenstehen könnte, müsste man eine gemeinsame Geopolitik entwickeln.
    Da sehe ich noch viel Arbeit vor uns.
  • Palatino 12.06.2018 14:01
    Highlight Highlight Ich würde mich freuen, wenn die Entwicklung positiv wäre, und dass sage ich als jemand, der Trump sehr kritisch sieht. Es soll nicht vergessen werden, dass es bisher nur eine einzige dauerhaft freundschaftliche Beziehung von Trump zu einem anderen Staatschef gibt, nämlich zu Putin.
  • Billy the Kid 12.06.2018 14:01
    Highlight Highlight Die potentielle (!) Aufhebung von einem amerikanischen Militärstützpunkt (1000 weltweit!) und die temporäre Einstellung von provokativen Militärübungen sind für Herrn Blunschi also "ungemütliche Aussichten"?
    Abgesehen davon: Die USA hatten noch nie Probleme mit Unrechtsregimes und Diktatoren. In vielen Regionen der Erde hat man sie sogar selber installiert, sodass das Imperium ungestört von "demokratischem Geplänkel" seine Herrschaft ausüben konnte. Manchmal wars ein Mordkomplott der CIA, ein anderes mal eine Invasion, ein drittes mal ein Embargo - oder eine Kombi.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 12.06.2018 13:56
    Highlight Highlight 2)(Hust, Hust Syrien)
    Kim hat sein Treffen und sein Fotos erhalten und gab keine konkreten Zusagen. Das Paper ist das gleiche, aber es wurde von zwei neuen Männern unter neuen Voraussetzungen verhandelt, jetzt muss man halt abwarten, was sich daraus in den nächsten Monaten/Jahren entwickelt. Was währe dann die Alternative gewesen? Im Blätterwald werden jetzt auch wieder die Arbeitslager bemüht, gut, was währe dann zu tun, die Situation dieser Menschen zu verbessern?
    Schön auch der Vergleich zur Appeasement-Politik. Was schliesst sich dann daraus? Muss man stärkere Sanktionen verhängen?
  • Asmodeus 12.06.2018 13:53
    Highlight Highlight Na da lobt Ihr den alten Reagan aber auch ein bisserl ganz stark.

    Der Kerl hatte unglaublich viel Dreck am Stecken und war Trump nicht unähnlich.

    Ein rassistisches Grossmaul, dass nur daran interessiert war die Sozialabgaben zu senken und generell den Kapitalismus zu fördern.

    Seine "Friedenserrungenschaften" müssen ebenfalls in den Kontext gestellt werden, dass der Kerl beinahe einen Atomkrieg mit Russland herbeiprovozierte während seiner Amtszeit.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 12.06.2018 13:48
    Highlight Highlight 1)Ich verstehe nicht ganz, vor einem halben Jahr wurde befürchtet, Trump gefährde mit seiner "Härte" gegenüber Nordkorea den Weltfrieden, jetzt gefährdet er den Weltfrieden weil er zu wenig hart ist?
    Wo liegt dann die goldene Mitte? Seit Jahrzehnten schlägt man sich mit Nordkorea herum, militärisch Eingreiffen kann man wegen den Chinesen nicht, die Diplomatie, ob Hart mit Militärmanövern und Sanktionen oder sanft mit Hilfszahlungen und "Sonnenscheinpolitik" hat das Regime nicht von Nukes ferngehalten. Und auch Obama, den ich bewundere, hat in 8 Jahren bezüglich Nordkorea nichts erreicht.
  • Flughund 12.06.2018 13:38
    Highlight Highlight Das Treffen mit Kim sei „ehrlich, direkt und produktiv“ gewesen.

    In den drei Worten fasst Trump zusammen, was ihn in den Augen von immer mehr Menschen auch selbst als US-Präsident auszeichnet: Ehrlich, direkt und produktiv.

    D. h.
    - er meint seien Ansagen und Wählerversprechungen so, wie er sie formuliert.
    - er verzichtet auf nicht notwendige diplomatische Floskeln
    - er verliert keine Zeit mit Staatenlenkern, die nicht liefern.
    • rauchzeichen 12.06.2018 19:01
      Highlight Highlight - und er ist unglaublich undifferenziert und populistisch
  • MeineMeinung 12.06.2018 13:06
    Highlight Highlight Obwohl dieser Artikel durchaus viel wahres sagt, muss ich sagen, dass ich Positiv überrascht bin. Trump hat es tatsächlich geschaft die Dinge in die richtige Richtung zu lenken, ohne es zu vermasseln. Hoffen wir mal Trump kriegt nicht wieder einen seiner ikonischen Tobsuchtanfälle und ruiniert wieder alles. Mit etwas Geduld und diplomatischem Feingefühl könnte Trump hier tätsächlich einen (bisher ersten und vermutlich einzigen) Erfolg erziehlen. Hoffen wir aufs beste!
  • Yippie 12.06.2018 13:05
    Highlight Highlight Vielleicht braucht es genau jemanden wie Trump, der in einem ersten Schritt auf die Menschenrechte und deren Verletzungen in Nordkorea pfeift, um überhaupt mal nur eine Annäherung hinzubekommen. Ob es der richtige Weg ist, wird sich erst noch zeigen müssen.
  • JJ17 12.06.2018 13:03
    Highlight Highlight Kein Nordkorea-Experte hat mit mehr gerechnet als das, was in der Abschlusserklärung steht. Alles andere wäre in den 5 Stunden auch illusorisch gewesen. Eigentlich halte ich wirklich viel von dir, Peter Blunschi, aber der Bericht beinhaltet aus meiner Sicht Absatzweise die genau gleiche Polemik, welche Trump oftmals vorgeworfen wird.
    • Peter 12.06.2018 17:48
      Highlight Highlight Bei Trump fällt es manchmal schwer, sachlich zu bleiben. Er ist offenkundig scharf auf einen Platz in den Geschichtsbüchern und den Nobelpreis. Deswegen stellt er Kim alles mögliche in Aussicht: Sicherheitsgarantien, Aufhebung der Sanktionen, Rückzug der US-Truppen aus Südkorea. Während er sich nicht entblödet, seine Verbündeten in der demokratischen Welt zu brüskieren und beleidigen (Bsp. Trudeau). Das muss man erst einmal verdauen.
    • Luca Brasi 12.06.2018 20:51
      Highlight Highlight @Peter Blunschi: Aber sollte es nicht gerade für euch Journalisten ein Ziel sein genau zu analysieren und wegzukommen von einer Partisanenpolitik wie wir sie v.a. in den US-Medien kennen? Ich kann Richard Nixon einen miserablen Präsidenten und Kriminellen nennen, aber trotzdem etwas gutes an seiner Pingpong-Diplomatie erkennen. Genauso kann ich Obamas Healthcare-Reform loben, aber seinen Friedensnobelpreis für einen Witz halten. Und genauso kann ich Trumps Verhalten bei der G7 idiotisch finden und eine diplomatische Lösung mit Nordkorea gegenüber einer kriegerischen bevorzugen.
    • sowhat 12.06.2018 22:14
      Highlight Highlight Es ist doch egal aus welchen Gründen 45 das richtige erreicht hat. Wenn er es nicht nachträglich wieder mit einem idiotischen Tweet vermasselt, gönn ich ihm seinen Platz in den Büchern.
      Dann ist das eben eine Win-Win-Situation.

      Eigentlich müsste man ihn viel oöfter in die Richtung steuern, dass er was aufbaut, was die Welt braucht und er dabei sein Ego polieren kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • LupaLouu 12.06.2018 12:59
    Highlight Highlight Irgendwie glaube ich noch immer nicht, dass das wirklich passiert ist🤔
  • Luca Brasi 12.06.2018 12:57
    Highlight Highlight Trump hat klar gemacht, dass es ihm um einen Prozess geht, der in Singapur starten soll und er nicht sofort alle Truppen aus Südkorea abziehen wird.
    Blunschi weiss das, aber er verschweigt es, weil er Trump in den dunkelsten Farben malen will.
    Ich habe so manchmal das Gefühl, dass die Objektivität mit Trump bei euch Journalisten fehlt.
    Ihr hättet Obama niemals dafür kritisiert, dass er ein neues Kapitel in den kubanisch-amerikanischen Beziehungen aufgeschlagen hat und das dort genauso Menschenrechtsverletzungen stattfinden. Ich finde das ehrlich gesagt heuchlerisch.
    • Flughund 12.06.2018 18:27
      Highlight Highlight Danke für den Kommentar Luca Brasi. 😀😀😀
    • Mia_san_mia 12.06.2018 23:27
      Highlight Highlight @Luca Brasi: 👍🏻
    • Cpt. Jeppesen 12.06.2018 23:43
      Highlight Highlight Obama hat ein Konsulat in Kuba eröffnet. Das ist ein Zeichen reden zu wollen. Trump hat was mitgebracht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sir Konterbier 12.06.2018 12:53
    Highlight Highlight Trump ist ein Idiot aber dass er Kim getroffen hat finde ich gut. Ein bisschen unkonventionell aber irgendetwas muss man halt probieren.
  • Skeptischer Optimist 12.06.2018 12:46
    Highlight Highlight Die Amerikaner hatten nie Probleme mit Diktatoren, solange diese nach ihrer Pfeife tanzen, insofern ist der larmoyante Ton des Kommentars etwas peinlich.

    Trump ist hier über seine Eitelkeit gestürzt, aber das Ergebnis ist trotzdem zu begrüssen, wenn es tatsächlich zur nuklearen Abrüstung auf der Halbinsel und dem Abzug der Amerikaner kommen sollte.
  • Karl Marx 12.06.2018 12:44
    Highlight Highlight Wenn weiter gemacht würde wie bisher, wäre den Insassen dieser Lager sicher am Wenigsten geholfen.
    • icarius 12.06.2018 13:15
      Highlight Highlight Inwiefern hilft es Ihnen, dass das NK Regime jetzt offiziell vom US Präsidenten abgesegnet wird?
    • Oberon 12.06.2018 13:42
      Highlight Highlight Warten wir doch erst mal die Taten ab und machen uns dann ein besseres Bild.
      Aktuell ist nichts aber auch gar nichts, dass besser für die Einwohner in Nordkorea ist beschlossen worden.
      Dies kann mach aber sicher bei einem ersten Gespräch in dieser Dimension wohl auch nicht verlangen. Zumindest hat Trump es geschafft Moon zu irritieren und mit seinem super Papier.
    • Gawayn 12.06.2018 13:47
      Highlight Highlight Soweit mein Wissenstand.
      Die Insassen sind noch immer dort.

      Wann die frei kommen, ist rein gar nicht klar.

      Noch viel weniger in welchem Zustand
    Weitere Antworten anzeigen

Analyse

Trio infernal: Trump, Putin – und die Deutsche Bank

Der russische Geheimdienst hat in Afghanistan ein Kopfgeld auf amerikanische Soldaten ausgesetzt. Warum reagiert der US-Präsident nicht? Und welche Rolle spielt die Deutsche Bank?

Am vergangenen Freitag hat die «New York Times» einmal mehr eine News-Bombe platzen lassen: Gemäss einer streng vertraulichen Einschätzung sind die amerikanischen Geheimdienste zur Überzeugung gelangt, dass eine russische Spionageeinheit den Taliban ein Kopfgeld für getötete amerikanische Soldaten und andere Nato-Militärs versprochen hat.

Präsident Donald Trump soll bereits im März darüber informiert worden sein. In den vergangenen drei Jahren sind gegen 30 US-Soldaten getötet worden. Ob …

Artikel lesen
Link zum Artikel