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«Skorpione, Dehydrierung, falsche Versprechen» – Syrer stellen ihr Flüchtlingszelt auf Airbnb



epa05284014 A refugee child plays with a balloon between the tents of a makeshift refugee camp at the port of Piraeus, near Athens, Greece, 30 April 2016. About 2,700 people stay in Piraeus living in tents, a warehouse and a terminal passenger building, as reports stated that nearly 54,000 refugees and migrants remain in the Greek territory after some European countries closed their borders to the migration flow last month.  EPA/YANNIS KOLESIDIS

Zeltlager im Hafen von Piräus. Bild: EPA/ANA-MPA

Das Airbnb-Inserat verspricht keine erholsamen Ferien: «Während EU-Politiker über Flüchtlinge reden, können Sie eine authentische Flüchtlings-Erfahrung machen – Zelten, Kochen am Lagerfeuer, 41 Grad Hitze, ungenügende sanitäre Einrichtung, freundliche Skorpione, gebrochene Versprechen, sogar Dehydrierung.»

Wer hinter dem Eintrag steht, ist nicht bekannt. Laut eigenen Angaben handelt es sich um Syrer in Ritsona, einem Flüchtlingslager nördlich von Athen. Klar scheint, dass es den Verfassern darum geht, Aufmerksamkeit für das Flüchtlingsdrama in Griechenland zu wecken – mittels heftigem sarkastischem Einschlag.

«Wenn Sie Glück haben, können Sie eine von zwei warmen Duschen benutzen. Rund um die Toiletten ist eine grosse Brache, wo die Kinder spielen. Machen Sie doch auch mit.»

«Humans of Idomeni»: 18 Botschaften aus dem schlimmsten Flüchtlingslager Europas

Die Wohnungsvermietungs-Plattform Airbnb hat das Inserat vor einigen Tagen von seiner Website entfernt, weil es gegen die Geschäftsbedingungen verstossen habe. Man anerkenne aber das Inserat als Versuch, das Augenmerk auf die «herzzerreissende Flüchtlingskrise» zu legen. Airbnb spendet nach eigenen Angaben Hunderttausende Dollar an das Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Mehr als 800'000 Flüchtlinge erreichten im vergangenen Jahr Griechenland. Die meisten versuchten anschliessend, über die sogenannte Balkanroute nach Deutschland und Österreich zu gelangen. Im Frühling dieses Jahres wurde die Balkanroute geschlossen – seitdem harren Zehntausende Flüchtlinge in Griechenland aus. (wst)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 7immi 27.06.2016 19:51
    Highlight Highlight ... und zu hohe erwartungen?
  • Alnothur 27.06.2016 15:33
    Highlight Highlight "gebrochene Versprechen"? Sind damit die "Versprechen" der Merkel gemeint? Oder die der Schlepper?
    • Fabio74 27.06.2016 17:43
      Highlight Highlight jene des gesamten Westens der von Hilfe vor Ort redet, aber nichts liefert.
    • Pisti 27.06.2016 22:04
      Highlight Highlight Ach 6Mrd Euro sind also nichts?
    • Fabio74 28.06.2016 07:36
      Highlight Highlight @pisti: das Geld kriegt der türkische Staat damit keine Flüchtlinge nach Griechenland kommen. Wieviel kommt in den Camps an? Wie viel kriegen die Camps i Jordanien und im Libanon?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scott 27.06.2016 13:49
    Highlight Highlight Ich will, ich will, ich will...

    Frage an die Journalisten, welche diese Fotoaktion mit immer demselben Notizblock organisiert haben:

    Was wollen die Schülerinnen in Nigeria, die von Boko Haram verschleppt und verkauft wurden? Was wollen die Arbeiter in Saudi-Arabien, die von ihren "Arbeitgebern" eingesperrt, vergewaltigt und geschlagen werden? Was wollen die Menschen in Zentralafrika, die nichts zu essen haben und zu schwach für die Flucht sind? Was wollen die christlichen Flüchtlinge bei uns in den Flüchtlingsheimen, welche von den moslemischen Flüchtlingen bedrängt und verfolgt werden?
    • TJ Müller 27.06.2016 15:09
      Highlight Highlight Whataboutism, mal wieder. Es waren nicht Journalisten, sondern eine Journalistin alleine, nämlich Rafaela Roth, die, im Gegensatz zu Ihnen, sehr eindrücklich alleine vor Ort war, siehe www.watson.ch/!593477424
      Wie soll sie, wenn sie in einem Flüchtlingslager in Idomeni ist, die Kinder in Nigeria interviewen? Und die Arbeiter in Saudi-Arabien? Wo ist hier der Zusammenhang?
      Wenn es nach Ihnen ginge, würden wir gar nichts machen, weil es ja immer noch einen Ort auf der Welt gibt, wo es den Menschen noch schlechter geht. Ist das ein Argument? Ich denke nicht.
    • Scott 27.06.2016 17:25
      Highlight Highlight Wie sie die Menschen dort interviewen soll?

      Indem sie hingeht und über diese wesentlich schlimmeren Schicksale berichtet.

      Ich habe übrigens schon mehrmals Griechenland bereist. Die Infrastruktur dort ist halt schon um Welten besser im Vergleich zu Nigeria...

      Deshalb: "Daumen runter" für Rafaela Roth!
    • TJ Müller 27.06.2016 18:14
      Highlight Highlight Ach so und wenn sie dann in Nigeria ist, finden wieder andere Menschen wieder: "wieso nun Nigeria? Die Verfolgten in Uganda sind aber viel schlimmer dran."

      Wer gibt Ihnen die Kompetenz zu beurteilen welche Schicksale nun vermeidlich schlimmer sind und über welche Schicksale sich es zu berichten lohnt oder überhaupt erst darf?

      PS: nur weil sie mal in Griechenland in den Ferien waren, heisst das nicht mal annähernd, dass sie die Situation in den Flüchtlingslagern einschätzen können.

      Deshalb: Daumen runter für "Scott"
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