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Aargauer Gemeindeschreiber hetzt auf Facebook gegen Flüchtlinge – Ammann deckt ihn



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Ruft auf Facebook zur Todesstrafe auf: Daniel Wicki.

Daniel Wicki leitet als Gemeindeschreiber die Verwaltung der Gemeinde Boswil. Privat fällt Wicki durch fragwürdige Äusserungen auf, wie der «Blick» berichtet. Auf Facebook macht er bevorzugt Stimmung gegen Asylsuchende. «Tja, die Handys der Flüchtlinge sind wasserdicht, saufen nicht ab usw. Komischerweise verlieren aber alle ihre Ausweise und Pässe während dem Böötlen über das Meer...», schreibt er etwa im Zusammenhang mit einer neuen Deutsch-App des Kantons Aargau für Flüchtlinge. Die Schuld für steigende Sozialhilfekosten schiebt er ebenfalls Asylsuchenden zu.

Wicki spricht sich auch für Selbstjustiz der fatalsten Sorte aus. Nachdem in Deutschland eine Frau vergewaltigt wurde – unter anderem von Asylbewerbern – rief Wicki zur Erschiessung der mutmasslichen Täter auf: «An die Wand stellen und ihnen eine saubere 9-mm-Impfung verpassen!!!! Tut nicht weh, ist effizient und nachhaltig.»

Es blieb nicht bei einem Aufruf zur Gewalt: Härtefall: «Das ist doch dann der Fall, wenn Eidgenossen genau so Leute mit aller Härte eigenhändig zum Land rausprügeln», schreibt er über den Raubüberfall eines Kosovaren auf ein Restaurant im Juni 2017.

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Screenshots von Wickis Posts im "Blick"

Wicki und sein Chef sehen keine Probleme

Wicki findet seine Posts im Zusammenhang mit seiner öffentlichen Funktion als Gemeindeschreiber nicht problematisch, wie er dem «Blick» sagt: «Es ist meine persönliche Meinung. Diese haben mit meiner beruflichen Tätigkeit keinen Zusammenhang.»

Gemeindeschreiber entschuldigt sich für Aufruf zur Todesstrafe

Als ihn die Aargauer Zeitung am Donnerstag kontaktierte, gibt Wicki zu, dass einige seiner Facebook-Kommentare «grenzwertig» seien. «Der aktuelle, in dem ich die Todesstrafe für einen Vergewaltiger fordere, ist sicher der Böseste. Ich entschuldige mich in aller Form und aufrichtig dafür, das geschrieben zu haben», sagt er. Der Kommentar sei inzwischen gelöscht.
Wicki erklärt, er habe den Kommentar «aus einer starken Emotion heraus verfasst». Es habe ihm «den Hut gelupft», nachdem er innert kürzester Zeit mehrere Meldungen über Asylsuchende gelesen habe, die Frauen vergewaltigt oder sexuell belästigt hatten.

Von seinem Chef, Gemeindeammann Michael Weber (SVP), erhält er Rückendeckung. «Herr Wicki nutzt die Kanäle, die zur Verfügung stehen und auch fleissig gelesen werden, um seine persönliche Meinung zu äussern.»

Wicki fiel schon früher im Jahr mit einer umstrittenen Äusserung auf. Als die Gemeinde Boswil eine Liste mit Personen veröffentlichte, die Sozialhilfe beziehen, sagt er, es sei viel zu aufwändig, diese Namen zu schwärzen. (mwa/az) 

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