Schweiz
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Blick in den Saal des Staenderats spricht an der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 19. September 2017 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Der Ständerat diskutiert heute über den Uno-MIgrationspakt.  Bild: KEYSTONE

Ständerat debattiert heute über den Uno-Migrationspakt – das musst du dazu wissen

Seit Wochen wird über den Uno-Migrationspakt gestritten. Heute Donnerstag ist dieser Thema im Ständerat.



Die Ausgangslage

Der Migrationspakt, der Grundsätze im Umgang mit Migranten festlegt, wird an einer Konferenz vom 10. und 11. Dezember in Marrakesch verabschiedet. Dass die Schweiz nicht teilnehmen wird, steht bereits fest: Der Bundesrat hat vergangene Woche entschieden, dem Pakt vorerst nicht zuzustimmen. Er befürwortet diesen zwar, will aber die Debatte im Parlament abwarten.

Dem Ständerat liegen drei Vorstösse vor. Die Aussenpolitische und die Staatspolitische Kommission fordern, dass nicht der Bundesrat, sondern das Parlament über die Zustimmung der Schweiz entscheidet.

Die Gegner des Migrationspakts

Die SVP möchte bereits einen inhaltlichen Entscheid fällen. Sie fordert mit ihrem Vorstoss, dass die Schweiz dem Pakt definitiv nicht zustimmt. Unterstützung erhält die SVP aus den Reihen der FDP, deren Fraktion den Migrationspakt mehrheitlich ablehnt. Die Gegnerinnen und Gegner befürchten, der rechtlich nicht verbindliche Pakt könnte zu politischen Forderungen führen.

Mitglieder der Aktion fuer eine unabhaengige und neutrale Schweiz AUNS versammeln sich, um der Bundeskanzlei eine Petition mit dem Titel ÇStopp UNO-MigrationspaktÈ zu uebergeben, am Dienstag, 20. November 2018 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Mitglieder der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz AUNS versammelten sich am 20. November 2018 in Bern. Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat beantragt dem Parlament, die Vorstösse abzulehnen. Er zeigt sich aber bereit, innerhalb von sechs Monaten einen Bericht vorzulegen über die wachsende Rolle von «Soft Law». Das wird mit einem vierten Vorstoss gefordert.

Die Ziele des Uno-Migrationspakts

Die Befürworter

Für eine Zustimmung der Schweiz zum Migrationspakt sind SP und Grüne. Die SP-Fraktion appellierte am Mittwoch an die FDP und die CVP, sich «aus der Geiselhaft der SVP zu lösen». Die bürgerlichen Parteien in Europa seien bereits zur Vernunft gekommen und stellten sich hinter den Pakt, schrieb sie in einer Mitteilung.

Einzig die politische Mitte in der Schweiz geselle sich zu den rechtspopulistischen Parteien. «Mit ihrer Haltung helfen FDP und CVP mit, das trumpsche Narrativ von FPÖ, Front National oder AfD in der Schweiz salonfähig zu machen», schrieb die SP.

Was sagt der Bundesrat?

Mit der Zustimmung bekräftigen die Staaten ihren politischen Willen, die globalen Herausforderungen der Migration gemeinsam anzugehen. Laut dem Bundesrat erfüllt die Schweiz die Empfehlungen des Paktes bereits.

Der Bundesrat widerspricht auch Behauptungen der Gegner, der Pakt fördere Migration und führe zu offenen Grenzen. Viel mehr bekräftige er das souveräne Recht der Staaten, ihre nationale Migrationspolitik selbst zu bestimmen, schrieb er in den Antworten auf die parlamentarischen Vorstösse.

Nur in einem Punkt weicht das Schweizerische Recht laut dem Bundesrat von den Empfehlungen des Migrationspaktes ab: In der Schweiz ist Ausschaffungshaft für Minderjährige ab 15 Jahren möglich, der Pakt empfiehlt, davon abzusehen. Diese Abweichung wollte der Bundesrat in einer Erklärung festhalten. Aus seiner Sicht ist sie aber kein Grund, dem Pakt nicht zuzustimmen.

Immer weniger Ausländer kommen in die Schweiz:

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Was regelt der Migrationspakt genau?

Der Migrationspakt enthält Leitprinzipien, Ziele und mögliche Umsetzungsinstrumente. Unter anderem geht es dabei um Hilfe vor Ort, Bekämpfung des Menschenhandels und Menschenschmuggels, sichere Grenzen, Beachtung der Menschenrechte, Rückführung und Reintegration sowie nachhaltige Integration.

Deshalb will Portugal mehr Migranten:

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Wie sieht es bei anderen Nationen aus?

Dem Migrationspakt eine Absage erteilt haben die USA, Israel, Australien, Österreich, Bulgarien Polen, Ungarn, Slowakei und Tschechien. In Estland hatte die Regierung zunächst beschlossen, den Pakt nicht zu unterstützen. Nun zeichnet sich ein Umschwenken ab. In Deutschland haben sich am Dienstag die Unions- und die SPD-Fraktion im Bundestag fast einmütig hinter den Migrationspakt gestellt. (sda)

Frankreich räumt den «Dschungel» von Stalingrad in Paris:

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wydy 29.11.2018 07:42
    Highlight Highlight Ich habe das Ding mal durchgelesen und würde es ehrlich gesagt ablehnen. An diversen Stellen hat man das Gefühl der Migrant hätte danach mehr Rechte als ein Schweizer und man sei als Land verpflichtet die gepflogenheiten des Migranten zu berücksichtigen aber nicht umgekehrt.
    Auch säbelt es etwas an der vierten Gewalt.
    Aber mal schauen was in der Debatte raus kommt
  • reaper54 29.11.2018 07:21
    Highlight Highlight Ein weiteres Mal NEIN zu diesem Pakt. Dieser Pakt will die illegale Wirtschaftsmigration abschaffen, Personen legalisieren die sich ihrer Pässe mutwillig entledigen und illegal einreisen. Diese Personen sollen nach diesem Pakt mit Sozialgeld unterstützt werden, der Sozialstaat wird so weiter ausgehöhlt. Das darf Nie passieren!
  • TheWall_31 29.11.2018 07:02
    Highlight Highlight «Mit ihrer Haltung helfen FDP und CVP mit, das trumpsche Narrativ von FPÖ, Front National oder AfD in der Schweiz salonfähig zu machen»

    Wenn linke Parteien und Wähler könnten auch einfach mal lernen, dass rechts nicht gleich Nazi ist. Rechte Meinungen haben im Salon ebenso ihren Platz wie das "linksgrün versifftes Menschenrechtszeugs". Wenn man aber die SVP, FPÖ (welche einen hervorragend Job macht!) und Front National ständig nur als menschenverachtende Sklaventreiber behandelt, muss man sich nicht wundern, wenn die politische Mitte sich nach rechts wendet.
    • Hiker 29.11.2018 17:57
      Highlight Highlight Also ich habe zwar dieses Papier nicht gelesen und weis auch nicht was drinnsteht. Aber solche Hasstexte wie Sie The Wall (schon der Name sagt genug) hier von sich geben sind einfach nur daneben. Bei „linksgrün versiffts Menschenrechtszeug“ krümmen sich mir die Zehennägel. Zumal sie, werte The Wall auch von diesem versifften Menschenrechtszeug profitieren. Menschenrechte wachsen entgegen ihrer Auffassung nicht auf den Bäumen. Sie wurden von linksgrün versifften Menschen in unendlich vielen Kämpfen erstritten. Das Sie in Frieden leben können verdanken sie diesen von ihnen verhöhnten Linken.
  • IMaki 29.11.2018 06:27
    Highlight Highlight Wer diesen Pakt ablehnt, schiesst sich selber ins Knie. 85 Prozent der Flüchtlinge (über)leben in Nachbarländern ihres Heimatlandes. Unter Lebensbedingungen, die oft jeder Menschlichkeit spotten. Der Pakt will dort einheitliche, menschenwürdige Standards fördern. Wer an den meist katastrophalen Zuständen in den Lagern weit weg von uns nichts ändern will, sorgt für die massenhafte Weiterflucht in bessere Verhältnisse. Z.B. nach Europa. Aber das interessiert SVP, FDP und C(!)VP nicht. Sie brauchen HIER Flüchtlinge. Sonst fehlen die Hetz- und Hass-Gründe vor den Wahlen.

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