Das kocht ein Spitzenkoch an Weihnachten – und du kannst es auch
Traditionelle Weihnachtsmenus kennen wir zur Genüge. Ein Fondue, vielleicht. Grossgeflügel im Ofen, Filet im Teig und dergleichen. Aber: Habt ihr euch auch schon gefragt, was wohl so ein richtiger, echter Weltklasse-Chef kocht? Nun, watson hat nachgefragt: Gestatten, Pascal Schmutz, kreativer Kopf hinter dem Boutique-Dining-Konzept Chef's Table im Mews House in Zürich und etlichen anderen Restaurants.
Und hier ist das Menü, das er kreiert hat:
Wer also dieses Jahr für Weihnachten (oder, hey, für ein Silvestermenu wäre dies ebenfalls passend) seiner Familie und seinen Freunden etwas ganz, ganz raffiniertes kochen will, dann nichts wie los! Oh, ja – es ist ein Fünfgänger, High-End-Kochen auf Spitzenniveau, ... doch DU KANNST DAS AUCH. Let's do this.
Hummer mit Avocado und Sauce Rouille; gebeizter Saibling auf Brioche; Tartelette mit Sauerkraut und Rohschinken
Alle Zutaten jeweils für 4 Personen gerechnet.
Hummer mit Avocado und Sauce Rouille
Saft einer halben Zitrone
5 reife Avocados, grob zerteilt
1 TL Salz
2 Hummerschwänze, vorgekocht
Für die Sauce Rouille:
100 g frische Mayonnaise
1 Knoblauchzehe, gerieben
1 Msp Safran
1 Spritzer Weisswein
Saft einer halben Zitrone
1 EL Sherryessig
¼ rote Paprikaschote, geröstet und geschält
Salz und Pfeffer
Eine Terrineform mit Frischhaltefolie auskleiden (so lässt sie sich später leichter stürzen). Die Avocadostücke in die Form schichten und leicht andrücken, damit keine Löcher oder Luftblasen bleiben. Die Terrine soll kompakt und dicht sein. Mehrere Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
Vorgekochter Hummer in Nussbutter bei 60 Grad kurz erwärmen. Portionieren und mit Fleur de sel abschmecken.
Alle Zutaten für die Sauce Rouille in einem hohen Rührgefäss fein pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Gebeizter Saibling auf Brioche
40 g grobes Salz
30 g Zucker
Abrieb einer halben Bio-Zitrone
1 EL fein gehackter Dill
schwarzer Pfeffer
1 dl Quittensaft
Brioche, getoastet
Den Saibling abwaschen, abtupfen, dünn aufschneiden und auf getoastetem Brioche anrichten.
Tartelette mit Sauerkraut und Rohschinken
2 dl Rotwein
1 Msp Honig
¼ TL frischer Thymian, fein gehackt
4 Tranchen 1-jähriger Rohschinken von Metzgerei Mark
Bio-Tartelette-Bödeli
Sauerkraut in Tartelette drapieren. Tranchen von Rohschinken aufrollen und auf das Sauerkraut legen.
Champagne Lallier Millésimé 2014
«Die Cuvée (55% Pinot Noir, 45% Chardonnay) bringt genug Körper und Würze, um den Rohschinken nicht zu ‹übersehen›, bleibt aber elegant genug für den Hummer.»
(Bezugsquelle: Auf Hyperlink klicken!)
Chardonnay-Champignons-Schaumsuppe mit marinierter Felche
1 EL Butter
100 g Champignons weiss
1 Prise Mehl
150 ml Chardonnay
400 ml heller Geflügel- oder Gemüsefond
100 ml Rahm
Salz, Pfeffer, Zitronensaft
1 EL Crème fraîche
2 Stk Felchenfiltes entgrätet ohne Haut
80 g Petersilie
Saft einer halben Zitrone
Wenig Salz
Wenig eingelegte Jalapeño
Crème fraîche unterziehen, nicht mehr kochen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und mit dem Stabmixer schaumig aufmixen.
Felchenfilets mit 1 Prise Salz und wenig Zucker marinieren.
Kurz vor dem Servieren: Petersilie, Saft einer halben Zitrone, ein wenig Salz und eingelegte Jalapeño kurz mixen, passieren.
Anrichten: Felche in Tranchen filetieren, in die Bowl anrichten. Petersilienfond darüber giessen. Frische Champignons mit einem Hobel in Scheiben schneiden, darüberlegen
«Der teilweise Ausbau im Holz und die längere Reife (4 Jahre) ergeben Brotkruste/cremige Töne – das dockt an das Champignon-Umami und die Suppentextur an, ohne schwer zu werden.»
Ravioli gefüllt mit Topinambur und Ei an Sellerie-Beurre-Blanc und Trüffel
300 g Pastamehl (Tipo 00)
3 Eier
1 Prise Salz
Füllung:
400 g Topinambur
1 kleine Schalotte
1 EL Butter
ca. 50 ml Sahne
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
8 frische Eigelbe
80 ml Sahne
30 g Butter, geschmolzen
Salz (fein), Pfeffer, Muskatnuss
5–10 g schwarzer Trüffel, sehr fein gehackt oder 1 TL Trüffelpaste
Optional: ein paar Tropfen Trüffelöl (sehr sparsam)
Sellerie-Beurre-Blanc:
150 g Knollensellerie, fein gewürfelt
1 Schalotte, fein gewürfelt
100 ml Weisswein
50 ml Noilly Prat oder milder Essig
150 g kalte Butterwürfel
Salz, weisser Pfeffer
Eigelbe mit Sahne, Butter, Salz und Pfeffer vorsichtig verrühren (nicht aufschlagen). Trüffel unterheben. In Vakuumbeutel oder Weckgläser füllen, luftdicht verschliessen und bei 64 Grad für 45 Minuten im Wasserbad Sous Vide garen.
Ravioliteig kneten, 30 Minuten ruhen lassen.
Sous-Vide-Eigelbcreme in Spritzsack füllen und auf die Topinamburcreme spritzen. Ravioliteig ausrollen, gleichmässig Füllung aufsetzen, Ravioli formen.
Sellerie im Ofen in Alufolie bei 180 Grad weichgaren, pürieren. Schalotte mit Wein und Noilly Prat stark einkochen. Vom Herd ziehen, Butter einmontieren, Selleriepüree unterrühren, abschmecken.
Ravioli 2–3 Minuten in Salzwasser garen, in der Sauce schwenken. Mit Trüffel hobeln.
«Dieser 100%-Grand-Cru-Chardonnay, der sehr mineralisch/kreidig ist, bringt den ‹Lift› gegenüber der Beurre-Blanc und verhindert, dass der Teller zu üppig wirkt.»
Rinderrippchen Bordelaise
Salz, Pfeffer
2 EL Öl
80 ml Rotwein
40 ml Weisswein
400 ml Kalbsfond
1 Knoblauchzehe, gehackt
3 Zweige Thymian
4 Zweige glatte Petersilie, Blätter und Stiele getrennt
1–2 Schalotten, gehackt
Beilagen:
80 g Rindermark, am Stück
Salz
3 kleine Karotten
8 Cocktailtomaten
80 g braune Kräuterseitlinge, in Scheiben
Butter
schwarzer Pfeffer
80 ml Rotweinsauce
Rippchen salzen, pfeffern und in heissem Öl rundum kräftig anbraten.
Rot- und Weisswein sowie Kalbsfond in einen Bräter geben. Rippchen, Knoblauch, Thymian, Petersilienstiele und Schalotten zufügen. Im Ofen ca. 1 Stunde schmoren, bis sich das Fleisch fast vom Knochen löst.
Rindermark in Salzwasser 5 Minuten sanft köcheln. Karotten darin weich kochen. Tomaten und Pilze in Butter anbraten, Mark zugeben, salzen und pfeffern.
Rippchen mit Beilagen und restlicher Sauce servieren. Als Garnitur Lauchheu & Federkohlchips.
«Dieser Champagner wird 48 Monate in den Crayères gereift, weshalb er das ‹vinöse Rückgrat› erhält, das zu Fleischsaft, Röstaromen und Bordelaise (Umami, Reduktion) passt.»
Trüffelbrie mit Früchtebrot
30–40 g Brie de Meaux
10–15 g schwarzer Trüffel, fein gehackt
30 g Champignons, gewürfelt, angebraten, abgekühlt
1 Prise gemahlene Steinpilze
Früchtebrot:
250 g getrocknete Früchte (Rosinen, Feigen, Datteln, Aprikosen etc.)
80 g Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln), grob gehackt
250 ml schwarzer Tee
250 g Dinkelmehl (Type 630)
1 Päckli Backpulver
1 TL Zimt
½ TL Lebkuchengewürz
1 Prise Salz
80 g Kastanienhonig
1 Ei
Butter oder Öl für die Form
Früchte und Nüsse in Tee einweichen.
Dinkelmehl, Backpulver, Zimt und Lebkuchengewürz mischen. Ei, Honig und Fruchtmischung unterheben.
Teig in eine gefettete Form füllen und bei 170 Grad ca. 60 Minuten backen.
Abkühlen lassen.
Als Beilage Quittenchutney dazu servieren
«Brie/Trüffel benötigt Tiefe, während Früchtebrot und Quitte Süsse und Fruchtnoten liefern. Rosé bedient beides: rote Frucht und Struktur, ohne die Käsecreme zu erschlagen.»
