Schweiz
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Young schoolboys from the village Untervaz, Switzerland, during an old pagan custom, Sunday, February 26th, 2012. The boys hold panes into a fire until they glow and then swing them in the winter night calling out a rhyme dedicated to a girl. (KEYSTONE/Arno Balzarini) Zwei Schulknaben der 5. und 6. Klasse zeichnen am Sonntag, 26. Februar 2012 mit ihren fliegenden Scheiben gluehende Kreise in den Nachthimmel ueber Untervaz im Churer Rheintal. Scheibenschlagen ist alter heidnischer Brauch der nur noch in wenigen Buendner Orten gepflegt wird. Am ersten Sonntag nach dem Aschermittwoch ziehen die Knaben der Gemeinde Untervaz auf die Anhoehen ueber dem Dorf und schlagen ihre gluehenden Scheiben mit einem lauten

Ein wunderschönes Feuerspiel: Worum es dabei geht, erfährst du weiter unten. Bild: KEYSTONE

Von diesen 12 Schweizer Bräuchen hast du noch nie etwas gehört

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Schweineblasen, Verkleidete und viel Feuer – die Schweiz ist ein Hort vieler seltsamer Sitten und Gebräuche. Einige wie die Urnäscher Silvesterkläuse oder der Basler Morgestraich sind im ganzen Land ein Begriff. Hier werden ein Dutzend Bräuche vorgestellt, die weniger bekannt sind.

Pschuurimittwucha

Eine junge ledige Frau wird vor ihrem Haus in Spluegen von einem

Bild: KEYSTONE

Zur Fasnacht im kleinen Dorf Splügen gehören die Pschuurirollis. Sie versuchen am Aschermittwoch, Kinder, Mädchen und ledige Frauen zu fangen und ihre Gesichter mit Russ zu schwärzen. Nicht eingeweihten Passanten dürfte ein gehöriger Schreck in die Glieder fahren!

Schiibaschlaha

Ein Junge schlaegt eine Scheibe, beim Brauchtum

Bild: KEYSTONE

Am ersten Fastensonntag schleudern in Untervaz Knaben und ledige junge Männer glühende Holzscheiben ins Tal. Dabei wird jede Scheibe von einer Widmung für ein Mädchen oder eine junge Frau begleitet. Unten auf dem Dorfplatz begleitet die Musikgesellschaft das Treiben akustisch. Die Tradition des Scheibenschlagens ist bereits um die 1000 Jahre alt, es gibt sie vielerorts im Alpenraum.

Gleich geht's weiter mit den sonderbaren Sitten, vorher ein kurzer Hinweis:

Klingt komisch, ist aber so!
Zugegeben, für so manchen nicht-Schweizer mag auch die ausgiebigst zelebrierte Käse-Esserei hierzulande ein bisschen kurios wirken. Aber es ist nun mal, wie es ist: An einem gemütlichen Herbst- oder Winterabend unter Freunden gibt es nichts Besseres als ein feines Fondue oder Raclette. Entdecke unser Angebot auf einen Blick >>
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Und nun zurück zu den lokalen Besonderheiten ...

Funkensingen

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bild: remo meier

In Ebnat-Kappel statten die Aktiven des Turnvereins anfangs Jahr den frischvermählten Paaren im Dorf einen Besuch ab. Adrett in Frack und mit Zylinder auf dem Kopf wünschen sie mit einigen Ständchen alles Gute. Weil natürlich auch mit jedem Ehepaar auf ihr Glück angestossen wird, ist die gesangliche Qualität zum Ende hin unter Umständen nicht mehr ganz so hoch wie zu Beginn.

Auffahrtsumritt

Ueber hundert Reiter und Fussgaenger geniessen bei schoenstem Fruehlingswetter den traditionellen Auffahrtsumritt von Beromuenster, am Donnerstag, 14. Mai 2015, in Beromuenster. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

Mehr als 500 Jahre alt ist diese Tradition, die in einigen Luzerner Gemeinden zelebriert wird. Am bekanntesten ist wohl der Auffahrtsumritt in Beromünster, «d'Möischterer Uffert». Früh am Auffahrtsmorgen beginnt die Umrundung der Gemeindegrenze: Pfarrer, Kirchenrat, Blasmusik und Soldaten in barocken Uniformen zu Pferd, viele andere Teilnehmer ebenfalls hoch zu Ross oder zu Fuss. An mehreren Orten des 18 Kilometer langen Bittwegs wird für Predigten und Lesungen angehalten, am Nachmittag erfolgt unter Glockenklang die Rückkehr ins festlich dekorierte Dorf.

Le Feuillu

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Bilder: wikipedia

Am ersten Sonntag im Mai wird in sieben Gemeinden des Kanton Genfs die Rückkehr des Frühlings gefeiert. Im Zentrum der Feierlichkeiten steht ein Kinderumzug. Speziell: Eines der Kinder nimmt als Baum verkleidet daran teil, «la bête» (die Bestie) oder «le feuillu» (der Laubbaum) genannt. Auf einem kleinen Wagen werden die Maikönigin und der Maikönig durchs Dorf gezogen.

Chalandamarz

epa05189005 Children sing as they celebrate 'Chalandamarz' in Guarda, Switzerland, 01 March 2016. 'Chalandamarz' celebrates the beginning of spring and winter is being chased away by ringing of bells. This tradition is illustrated in the famous childrens book

Bild: EPA/KEYSTONE

Kein Schweizer Kind, das die Geschichte des «Schellenurslis» nicht kennt. Am «Chalandamarz», dem Beginn des Monat März, wird in vielen rätoromanischen Tälern der Winter verabschiedet und der nahende Frühling begrüsst. Schulkinder ziehen mit Treicheln, Glocken und Peitschen singend um die Häuser. In den Details unterscheidet sich der Brauch beinahe von Dorf zu Dorf.

Eierleset

Der

Bild: KEYSTONE

Dieser alte Frühlingsbrauch wird vorwiegend in Orten der Kantone Aargau und Solothurn sowie im Baselbiet praktiziert, zumeist am Sonntag nach Ostern. Spielerisch wird der Sieg des Frühlings über den Winter gefeiert. Die Regeln differenzieren lokal, aber im Grundsatz geht es überall darum, dass zwei Gruppen, die aus Läufern und Fängern bestehen, möglichst schnell Eier von A nach B transportieren. Damit am Ende immer der Frühling gewinnt, greifen Schiedsrichter gerne kurzfristig ins Geschehen ein.

Hürnä

abspielen

Video: streamable

An zwei, drei Sonntagnachmittagen nach der Schneeschmelze wird dieser Volkssport im Prättigauer Dorf Furna, zwischen Landquart und Küblis, betrieben – dort und nur dort. «Hürnä» erinnert stark an das Hornussen, mit dem Hauptunterschied, dass es nicht auf einer ebenen Wiese gespielt wird, sondern am Hang.

Zwänzgerle

Oeffentliches Eiertuetschen und

Bild: KEYSTONE

Nicht nur Landeier haben Bräuche. In der Stadt Zürich kennt man des Osterbrauch des «Zwänzgerle». Dabei halten Kinder einem Erwachsenen ein hart gekochtes Ei hin. Dieser versucht, eine 20-Rappen-Münze so zu werfen, dass sie im Ei stecken bleibt. Schafft er es, erhält er das Ei. Gelingt es dem Werfer nicht, darf das Kind die Münze behalten.

Hom Strom

Die Einwohner von Scuol bei den Vorbereitungen fuer die Verbrennung des Hom Strom in Scuol am Samstag, 7. Februar 2004. Boeoegg meets Hom Strom: Zuercher Zuenfter nehmen Anschauungsunterricht an Buendner Feuerbrauch. Am 19. April 2004 zelebriert Zuerich mit der traditionellen Verbrennung des

Bild: PHOTOPRESS

Immer am ersten Samstag im Februar treffen sich die Schüler von Scuol auf dem Dorfplatz, um den «Hom Strom» herzustellen. Dazu benötigen sie Roggenstroh, weil dessen lange Halme sich besonders gut für das Drehen von Strängen eignen. Um 20 Uhr wird der mit viel Mühe erstellte, etwa neun Meter hohe Strohmann angezündet, mittels Feuerkugeln, die aus petrolgetränkten Lumpen fabriziert wurden. Dazu wird das Hom-Strom-Lied gesungen. Man vermutet als Ursprung dieses Brauchs, dass die Heiden einst einen Teil ihrer Korn- und Stroh-Ernte dem Sonnengott opferten, in der Hoffnung auf einen guten Sommer.

Scuol kennt ein weiteres Lichterfest. Am Silvesterabend werden kleine Schiffchen («Barchinas») in die Dorfbrunnen gesetzt: Nussschalen oder Rindenholz mit Kerzen. Mit ihrem Abbrennen wird symbolisch das alte Jahr verabschiedet.

Äschli

Der neue Aeschlihauptmann Wendolin Bruehwiler, spricht am Mittwoch 25. Februar 1998, anlaesslich des Aschermittwochumzuges in Elgg (ZH) zu seinen Leuten. Rund hundert fuenf bis vierzehnjaehrige Buben sind bei dem Brauch dabei, der auf das 16. Jahrhundert zurueckgeht.     (Keystone/Michele Limina)

Bild: KEYSTONE

Der Aschermittwoch ist im Zürcher Städtchen Elgg der wichtigste Tag des Jahres. Am Neujahrstag wählen die Knaben ihre Offiziere und Unteroffiziere. Dann wird wochenlang fleissig exerziert, damit am «Äschli» alles klappt. Um 4 Uhr morgens ist mit einem Kanonenschuss Tagwache, Trommler und Pfeifer wecken die Einwohner bei ihrem Umzug. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Rede des Hauptmanns nach dem Mittagessen. Gefeiert wird anschliessend bis spät in die Nacht.

Bärzeli

Die Baerzeli, traditionelle Gestalten mit Tannenreisig-, Stechpalmen-, Stroh- und Schnecken-Gewaendern, wuenschen am Berchtoldstag, 2. Januar 2012, in Hallwil den Dorfbewohnern unzimperlich ein gutes Neues Jahr. (KEYSTONE/Sigi Tischler)....A so called

Bild: KEYSTONE

Am Berchtoldstag, dem 2. Januar, wünschen die «Bärzeli» den Bewohnern von Hallwil ein gutes neues Jahr. 15 Figuren in Gewändern aus Tannenreisig, Stechpalmen oder Stroh erschrecken die Zuschauer auf unzimperliche Art und Weise. Die «Bärzeli» umarmen sie mit ihren kratzigen Kostümen, ziehen ihnen mit einer Schweinsblase eins über, machen Krach und spritzen mit Wasser. Das Ganze erinnert an die bekannten Silvesterkläuse in Urnäsch.

Eine Sache lieben wir alle

Auch wenn unsere Bräuche und Traditionen kaum verschiedener sein könnten, etwas haben wir doch alle gemeinsam: Nämlich die Liebe zum Käse <3 Entdecke unser vielfältiges Raclette- und Fondue-Angebot >>

Unsere Kanadierin über das Schweizer Nationalgericht …

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