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Egal, wie grossartig deine Dinner Party werden soll, so grossartig wie die von John «Mad Jack» Mytton, der 1826 auf dem Rücken seines Bären die Gäste willkommen hiess, wird sie nie.
Egal, wie grossartig deine Dinner Party werden soll, so grossartig wie die von John «Mad Jack» Mytton, der 1826 auf dem Rücken seines Bären die Gäste willkommen hiess, wird sie nie.

Willst du für Gäste kochen? Ich hätte da ein paar Tipps ... 

28.02.2017, 12:1223.04.2018, 11:06

Irgendeinmal ist es so weit: Dein Schatz schlägt vor, deine Saufkumpels/die Eltern/die Wohnungsnachbarn zum Znacht einzuladen. Geht klar, oder? Naja, wenn man es sich genau überlegt, gäbe es vielleicht doch ein paar Stolpersteine. Das Drei-Gang-Menu, das du im Kochkurs gelernt hast, könnte sich vielleicht doch als ein klein wenig zu aufwändig entpuppen. Welcher Gast möchte schon rumsitzen und Daumen drehen, während der Gastgeber sich stundenlang in der Küche verschanzt? Andererseits: Ein Teller Spaghetti Aglio e Olio ... genügt auch nicht wirklich, oder? Und das Drumherum? Muss ich die Wohnung vorher putzen? Und Tischdeko? Gurkt mich bereits jetzt an ...

Easy, Mann!

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Nein, wir machen hier keine generalstabsmässige Planung für das perfekte Diner oder wie man diesen Nonsens gerne mal nennt, sondern machen uns ein paar Common-Sense-Überlegungen, mithilfe von denen dein Znacht für alle (auch für dich) geniessbar wird.

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Los geht's! Überleg' dir als Allererstes:

Zu was lädst du eigentlich ein?

Überlege dir doch, welche Art von Einladung dies nun ist. Ein adretter Znacht mit den Schwiegereltern oder die Toga-Party aus «Animal House»? 

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Du, Schatz, wollen wir nicht mal deine Eltern einladen?
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Die Tipps zur Toga-Party geben wir später mal weiter. Hier reden wir über eine Einladung zum Nachtessen: Die Gäste trudeln gegen sieben Uhr ein, es gibt einen Apéro, danach schlägt man sich den Bauch voll und am Schluss bleibt man bei Wein und Konversation etwas länger sitzen als ursprünglich vorgehabt. Dinner Party, halt. Let's do it.

Ui! Vorher noch ewigs putzen und so?

Nein. Klar, schau' dass die Wohnung aufgeräumt ist. Blitzblank steril muss sie trotzdem nicht sein, denn nach der Einladung ist sie bestimmt dreckiger als zuvor. Sie muss einfach einladend aussehen – was so viel heisst wie: Ein Gast muss Lust bekommen, sich hinzusetzen und ein paar Gläser zu trinken. Common Sense, Leute!

Ach ja, wenn wir schon bei Common Sense sind: Die Sache mit den Schuhen ausziehen. Dies ist in der Schweiz ein schöner, ja, sinnvoller Brauch. Aber: Nicht überall ist das so. Bereits ennet den meisten helvetischen Landesgrenzen ist es anders. Worauf ich hinaus will: Ein Gast hat sich durchaus hiesigen Gepflogenheiten anzupassen, klar. Umgekehrt aber soll der Gastgeber vor allem aber auch gastfreundlich sein. Zieht also der Besuch nicht unverzüglich das Schuhwerk aus, dann ist dies nicht der Zeitpunkt, die Schuhauszieh-Durchsetzungs-Initiative umzusetzen. Soll er oder sie doch die Schuhe anbehalten! Du wirst eh am nächsten Tag staubsaugen. 

Umso mehr gilt dies, wenn sich die werte Dame für den Anlass im kleinen Schwarzen hübsch gemacht hat. Dann soll sie doch bitte sehr ihre eigens dafür ausgewählten Heels anbehalten dürfen! 

Das mit der Hintergundmusik

Ich mag Motörhead. Ich mag die Ramones. Ich mag rasenden Rockabilly mit schrillen Gitarrensoli. Aber während dem Apéritif nervt's. Genauso wie alles Elektronische mit diesen pulsierenden 4/4-Marschmusik-Beats.

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In den Worten des grossen Lemmy: «Darf ich dir noch ein Cüpli anbieten zu deinem Thon-Mousse-Canapé?»
gif: giphy

Stattdessen legst du lieber die Vinyl-LP der Modern Jazz Quartet auf. Oder du machst dir eine Playlist mit einem groovigen, aber nicht zu aufsässigem Mix aus Vintage-Blues, Reggae, Country, frühem 60s-Psychedelia, Jazz, Bossa Nova, Surf und lässt die laufen. 

Und während des Essens stellst du die Musik eh ab.

Tischdeko? Seriously?

In einem Wort: Nein. Natürlich soll man den Tisch hübsch decken und vielleicht ein paar Kerzen anzünden oder dergleichen, aber bitte keine kreative Tischdeko-Komposition aus Tannenzapfen und Goldlammee! Die schönste Tischdeko der Welt ist Teller mit gutem Essen und Gläser voll Wein.

DAS ist die beste Tischdeko.
Bild: shutterstock

Eine Faustregel lautet: Je weniger Deko-Chichi auf dem Esstisch eines Gastgebers rum liegt, umso besser dürfte die Grundqualität des Essens sein.

Apéro?

Tja, Apéritif, Apéro ... unbedingt! Und Häppchen gehören sicher dazu. Die Faustregel lautet aber: Der Zubereitungsaufwand der Amuse-Bouches sollte in einem vernünftigen Verhältnis zum Arbeitsaufwand des Nachtessens stehen. Hast du einen aufwändigen Znacht vorbereitet? Dann reichst du zu den Drinks griechische Oliven, pomodori secchi sott'olio und dergleichen. Ja, auch Pommes Chips sind okay (ich persönlich würde aber empfehlen, bei einer Einladung etwas Aussergewöhnlicheres anzubieten als die 0815-Zweifel-Ware).

Hast du aber einen easy Eintopf als Hauptgang parat, dann darfst du gerne deine Crostini im Ofen wärmen und den Blauschimmelkäse-Dip mischen und die cruditées rüsten. 

Drinks? Nun, wie viele Gäste hast du eingeladen? Sind es nur zwei-drei, kannst du ruhig einen Cocktail anbieten. Nichts mit Papier-Regenschirmchen und zerstampften Pfirsichen, sondern etwas Klassisches, Simples. Old Fashioned, etwa. Oder Negroni. Oder einen dieser Cocktails:

Ansonsten empfiehlt sich, je nachdem, was die Apéro-Häppchen sind und in welche Richtung das nachfolgende Nachtessen geht, eins der folgenden Getränke:

  • ein guter Cava oder Champagner (brut bittesehr, nicht diese Semi-Seco-Abscheulichkeit – du bist kein Teenie mehr)
  • ein Glas trockener Sherry
  • ein Gin & Tonic
  • ein Vodka & Tonic
  • ein Glas roter Vermouth mit Eis, Orangenzeste und einen kleinen Schuss Gin
  • Ein gutes Bier ist nie falsch.

Und schau' einen Tag vorher, dass du genügend Eiswürfel hast!

Essen deine Gäste wirklich alles?

Erkundige dich vorher, ob jemand der Gäste Vegetarier ist. In der Regel meldet das der Gast gleich selbst an. Gehört man zu der Spezies Gastgeber, der erst anhand des Verkaufsangebots sich für das Menu entscheidet (wie ich), sollte man zu gewissen Speisen auch bei Omnivoren nachfragen: Es gibt Leute, die mögen Lammfleisch nicht (unglaublich, aber wahr). Andere essen kein Schweinefleisch oder keinen Fisch oder keine Meerestiere.

«Kalbskopf ist gerade Aktion. Und Kalbskopf mögen alle.»
«Kalbskopf ist gerade Aktion. Und Kalbskopf mögen alle.»
Bild: ifi.ie

Und Austern, Innereien und dergleichen tischt man eigentlich nur den Gästen auf, von denen man sicher ist, dass sie dies explizit mögen.

Aber WAS soll ich denn kochen?

Zuerst eine Frage: Für wie viele Leute kochst du? Bei bis zu vier Gästen ist es ein gemütliches Nachtessen, bei dem du gerne etwas rumköcheln kannst. Seid ihr aber mehr als sechs Essende, dann tust du dir lieber einen Gefallen und machst einen Eintopf oder Braten, den du zu gegebener Zeit auf den Tisch stellen kannst. In letzterem Fall, für eine grosse Esspartie also, empfehle ich wärmstens: Curry!

«Ich koche nun gschwind den Znacht, während ihr euer Cüpli fertig trinkt, okay?»

In etwa so:

  • Zwei Curry-Eintöpfe als Hauptgerichte. Beide kannst du am Abend vorher zubereiten (denn Curry wird fast immer besser mit dem Aufwärmen). Dabei kann einer gehörig scharf sein, während der andere etwas milder ist. Einer kann mit Fleisch sein, der andere vegetarisch. Einer mit Fisch, der andere mit Lamm – ihr versteht schon.
  • Dazu servierst du Reis, den du kurz vor Ankunft der Gäste in den automatischen Reiskocher getan hast (leistet euch diese kleine Investition; es lohnt sich so was von). Naan oder Chapattis wärmt man im Ofen, ein kühle Raita hast du ebenfalls im Voraus vorbereitet und steht im Kühlschrank parat. Ausserdem hast du eine kleine Auswahl an guten Chutneys und Pickles gekauft.

Seid ihr aber eine kleine, gemütliche Runde, da kann man den italienischen Approach wählen:

  • Zuerst gibt es einen primo: Pasta, Risotto, Minestrone oder vielleicht Polenta. Die Zutaten dazu hast du eventuell im Vornherein gerüstet, die Zubereitung selbst passiert aber im Beisein der Gäste, während sie an ihrem Apéro schlürfen. Dieser primo wird danach sofort serviert und gegessen.
  • Danach kochst du den secondo, den Hauptgang (die Gäste gönnen sich währenddessen eine Pause für eine Zigi, etwas Klatsch und mehr Wein): Fleisch oder Fisch mit einer Gemüsebeilage. Scaloppine al' Marsala, zum Beispiel. Oder Cordon-Bleu, den man im Voraus vorbereitet und paniert hat. Oder Lachsfilet aus dem Ofen. Dazu cime di rapa servieren oder einfach einen feinen knackigen Salat mit gutem Olivenöl. 

Ganz allgemein gilt: Lieber simple Gerichte mit hochwertigen Zutaten, als aufwändiges Etepetete mit Söseli und Balsamico-Schaum-Reduktion.

Und ebenso gilt:

Sie nicht knauserig!

Eine südafrikanische Bekannte erzählt heute noch mit Schaudern von ihrer ersten Schweizer Grill-Einladung: Sie waren zu viert und auf dem Grill waren ... vier Poulet-Brüstli. Nicht, dass sie per se mehr gegessen hätte – aber die Idee, dass man akribisch genau nur so viel kocht, wie gerade nötig, erschien ihr regelrecht absurd. Eine weitere Freundin (diese nun mit kroatischem Migrationshintergrund) erlebte bereits als Kind ihren diesbezüglichen Kulturschock, als sie beim Klassenkamerädli zum Zmittag eingeladen war und dessen Mutter vorher ganz genau wissen wollte, wann dies sei, damit sie wisse, ob sie «vier oder fünf Plätzli kaufen» solle.

«Iss' nur! Ich habe geschaut, dass es gerade genug für alle hat.»
«Iss' nur! Ich habe geschaut, dass es gerade genug für alle hat.»

Okay, die ganze Welt bewundert die Schweizer für ihre Wirtschaftlichkeit und Effizienz, für ihre Sauberkeit und Genauigkeit. Zurecht. Grossartige Eigenschaften sind das, allesamt. Aber die Schweizer könnten im Gegenzug in einem kleinen Detail etwas von anderen Kulturen lernen: Seid grosszügig mit dem Essen! Schaut doch, dass es immer ein klein wenig zu viel hat; rechnet beim Hauptgang doch ruhig mit 1-2 Essenden mehr! Die anfallenden Resten kann man problemlos verwerten.

Grosszügigkeit gilt umso mehr beim Getränk. Ja, es bedeutet vielleicht, dass du auf einen Schlag für die extra Flaschen Wein mehr Knete aufwerfen musst, aber gerade beim Bölk gilt: Getrunken wird's eh irgendwann. 

Dessert: Hier können die Gäste mithelfen!

Ich halte es in der Regel mit Anthony Bourdain, der in seinem neusten Buch, «Appetites», schreibt:

«Fuck dessert.»

Und dann präzisiert er: «Okay, so habe ich das auch nicht gemeint. Ich mag Dessert ganz gut. Doch wenn ich ohne einen Gang ein Leben lang auskommen müsste, dann müsste Dessert dran glauben.» Ab und an geniesse er ganz gerne ein Stück Schokolade am Schluss eines Essen. «But then I want CHEESE.» Und zwar nicht irgendeinen Käse, nein. «What I want after a good meal is that king of cheeses: Stilton.» Und recht hat er. Investiert in ein paar Stücke richtig guten Käse. Reicht Crackers dazu, trinkt, unterhaltet euch weiter und nehmt euch Zeit dabei.

Wir empfehlen dazu: 

Trotzdem: Vielleicht mögen deine Gäste aber nun mal was Süsses zum Dessert. Hier kommt eine wunderbare Schweizer Konvention dir zu gute: Das Mitbringsel. «Du, chan ich öppis mitneh?» Hier darf man problemlos antworten: «Mitnehmen musst du natürlich nichts. Aber falls du willst, könntest du etwas Dessert-mässiges besorgen; ich selbst bin leider nicht so der süsse Typ.» Und so kommt dein Gast entweder mit selbstgemachtem Schoggimousse daher oder mit etwas Feinem vom Konditor. 

Und zum Schluss: 

Servier' einen Whisky. Stell' wieder etwas Hintergrundmusik an und nehmt euch Zeit. 

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Food! Essen! Yeah!

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Und so bekommst du den Food-Push:

Bild: watson

Und nun zu etwas komplett anderem:

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Grüner, blauer und violetter Ketchup, irgendwer?
quelle: frodo.at / frodo.at
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