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Der Lions Roger Karrer, rechts, gegen den Davoser Enzo Corvi, links, beim Swiss Ice Hockey Cup-1/16 Finalspiel GCK Lions gegen den HC Davos in Kuesnacht am Dienstag, 18. September 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Enzo Corvi im HCD-Dress: begehrter Center. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Der SC Bern steigt aus dem Preistreiben um Enzo Corvi aus

Die grosse Transferfrage, die unsere Sportchefs umtreibt: Verlängert «Silber-Schillerfalter» Enzo Corvi (25) beim HC Davos oder wechselt er ins Unterland? Zumindest ist jetzt klar: Der SC Bern macht bei der Preistreiberei nicht mehr mit.



Den höchsten Marktwert hatte Enzo Corvi zwischen der Silber-WM in Kopenhagen und dem Saisonstart im September. Der silberne WM-Tanz an der Seite von Nino Niederreiter mit 9 Punkten in 10 Partien hatte die Sportchefs und Präsidenten entzückt. Wäre es seinem Agenten Dani Giger gelungen, in dieser Zeit einen neuen Vertrag ab Sommer 2019 auszuhandeln, hätte er wahrscheinlich mehr als 800'000 Franken Jahressalär herausholen können.

Inzwischen ist ein bisschen mehr Realismus und Verstand eingekehrt. Ein grosser «Player» auf dem Transfermarkt ist aus der Preistreiberei um den talentiertesten (aber nicht unbedingt besten) Schweizer Mittelstürmer nach Nico Hischier ausgestiegen.

Switzerland’s ice hockey team with Enzo Corvi arrives and is welcomed by fans at Zurich airport in Kloten, Switzerland, Monday, May 21, 2018. Switzerland won the silver medal at the  IIHF World Championship in Denmark. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Überragende WM: Enzo Corvi mit dem Nationalteam und der gewonnenen Silbermedaille. Bild: KEYSTONE

Kürzlich hat HCD-Präsident Gaudenz Domenig im kleinen Kreis erleichtert erzählt, SCB-General Marc Lüthi habe eine Obergrenze (eine «rote Linie») für eine Corvi-Offerte festgelegt. SCB-Sportchef Alex Chatelain kann also nicht mehr laufend nachbessern. Der SCB ist aus der Preistreiberei ausgestiegen.

Den Betrag nannte Gaudenz Domenig zwar nicht. Aber es ist eine Summe, die der HCD im Rahmen des Budgets kontern kann. Marc Lüthi sagt zu dieser Sache ungewöhnlich knurrig: «Ich kann diese Geschichte weder bestätigen noch dementieren. Ich rede nicht über Geld.» Nicht dementieren heisst: Ja, der SCB-Manager hat seines Amtes gewaltet, seine Verantwortung wahrgenommen und eine Limite festgesetzt. Es gibt sie noch, die Vernunft in den Führungsetagen der Titanen.

Portrait vom CEO des SC Bern, Marc Luethi, am Montag, 13. August 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

SCB-Manager Marc Lüthi hat eine Preis-Obergrenze für Enzo Corvi gezogen.  Bild: KEYSTONE

Zurzeit ruhen die Gespräche sowieso. Enzo Corvi konzentriert sich in diesen schwierigen Zeiten auf seine Aufgabe beim HCD und führt keine Gespräche mit Sportchefs aus dem Unterland. Ob er sich, wie angekündigt, bis zur Nationalmannschaftspause im November entscheidet, ist nicht mehr sicher. ZSC-Sportchef Sven Leuenberger sagt: «Wir sind an Enzo Corvi interessiert. Er führt jetzt aber bis auf weiteres keine Gespräche.»

Die ZSC Lions haben konkrete Vorstellungen, welche Rolle Enzo Corvi im Hallenstadion übernehmen würde. Sven Leuenberger sagt: «Pius Suter wird seinen auslaufenden Vertrag bei uns voraussichtlich nicht verlängern und will es in der NHL versuchen. Das hat er uns schon lange so gesagt und ist für uns okay. Wechselt er in die NHL, dann brauchen wir für nächste Saison einen Center.»

Pius Suters NHL-Pläne sind durchaus realistisch. Er verpasste den Saisonstart, weil er zum zweiten Mal in ein NHL-Camp eingeladen worden ist. Vor einem Jahr von Ottawa, diesmal von den New York Islanders. Keine NHL-Organisation hat im Draft seine Rechte erworben und er kann den NHL-Club frei wählen. Allerdings gilt vom Alter her (er ist 22) eine Einschränkung: sein NHL-Einstiegsvertrag muss ein Zweiwegvertrag sein. Sein Agent Georges Müller, für die NHL lizenziert, wird es nicht ganz leicht haben, einen guten Deal herauszuholen.

Keine Lohnaufbesserung beim SCB (wegen Marc Lüthis Limite), klare sportliche Perspektiven bei den ZSC Lions (Pius Suter ersetzen) – aber der gefährlichste Konkurrent für den HC Davos im Werben um Enzo Corvi ist der EV Zug.

Von mehreren Seiten wird bestätigt, niemand habe sich seit der WM so intensiv um Enzo Corvi bemüht wie Zugs Sportchef Reto Kläy. Er hat gleich mehrere Vorteile: Sein Präsident Hans-Peter Strebel ist Milliardär (da wird es möglich sein, jede Offerte zu kontern), Enzo Corvis Agent Daniel Giger hat eine VIP-Loge im Zuger Hockey-Tempel und der Standort Zug bietet einen Steuervorteil, der gegenüber Davos oder Zürich einen hohen fünfstelligen Betrag ausmacht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • HotIce 06.10.2018 17:06
    Highlight Highlight wenn corvi eher der familiäre typ ist, der gerne in vertrauter umgebung ist, wird er bleiben. auch sportlich gar nicht uninteressant: diese und nächste saison zwar hartes brot zu essen in davos, aber danach gestählt und gestärkt im besten hockeyalter die tragende rolle in einem meisterteam sein.
    ok - viel wunschdenken mit dabei. aber bis er sich entscheidet, darf ich träumen.
  • SirMike 06.10.2018 16:04
    Highlight Highlight Ich finde Suter einen genialen Spieler, aber für die NHL reicht es meiner Meinung nach v.a. physisch nicht (auch in die „neue“ NHL nicht). Den Versuch ist es trotzdem Wert und Corvi sicher ein valabler Ersatz. Etwas weniger Zug und Kreativität, dafür ist er ein echter Sniper. Mal sehen...
    • PizzaPestoni 06.10.2018 18:58
      Highlight Highlight Finde ich auch, ich mag Pius aber für die NHL wird es einfach nicht reichen!

      Das er es probieren will find ich super, bei den Islanders hätte er sicher die besten Chancen.

      Malgin hat sich ja auch festgebissen, Suter hat weniger Talent aber mal schauen.
  • Tikkanen 06.10.2018 13:35
    Highlight Highlight ...interessanter Artikel Chlöisu👍🏻Ich finde den Entscheid vom Lüthi absolut richtig. Corvi wird vermutlich ausserhalb von Davos nie ein Führungsspieler, kein Vergleich zu Franchise-Playern wie Plüss oder Stoney etc. Also kein Grund für unnötige Preistreiberei, zumal ja die Hockeymaschine🐻 wie gewohnt zuverlässig in Richtung🏆rollt🤗
    Item, freue mich riesig auf die Gala vs. die lottrigen Losanner, endlich ist‘s kühler sodass üsereim vor dem Match wieder mal ein feines Fondue mit zünftig Fendant im Tempel geniessen kann😋. Ville dagegen wird Europas Hockeyhauptstadt ernüchtert verlassen😎🍻
    • zeusli 06.10.2018 14:33
      Highlight Highlight En Guete, Prost und viel Spass🍀
  • Kuba 06.10.2018 13:33
    Highlight Highlight Bei Zaugg scheint es noch immer nicht durchgedrungen zu sein, dass Strebel in Zug nur in den Nachwuchs und nicht in die 1ste Mannschaft investiert.
    • Schreiberling 06.10.2018 13:41
      Highlight Highlight Genoni würde jetzt dagegen argumentieren.
    • goldmandli 06.10.2018 13:50
      Highlight Highlight Wird es auch nie. Das kann H.P. noch so oft dementieren und der Klaus wird es nicht zur Kenntnis nehmen. Ich fände es spannend, wenn Zaugg mal ein Interview mit Strebel führen würde. Es gäbe wohl genug polemik.
    • MARC AUREL 06.10.2018 16:02
      Highlight Highlight Nur weil H.P dementiert heisst es nicht das es stimmt!
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerSeher 06.10.2018 13:07
    Highlight Highlight Irgendwann begreift auch der letzte Chronist das EVZ Präsi H.P. Strebel keinen Rappen in die erste Mannschaft investiert! Zudem ist das Zauggsche gejammer über den "armen" SCB langsam aber sicher lächerlich...
    • Bobo B. 06.10.2018 16:14
      Highlight Highlight Ihr Zuger seid ja niedliche und putzige Kerlchen. Aber trotz allem steht die Frage im Raum, wie sich der EVZ finanziert und vor allem wie er den qualitativen Ausbau der ersten Mannschaft stemmt. Nur mit Zuschauereinnahmen und Sponsoren auf jeden Fall nicht. Und nein, ich neide euch das gar nicht. Aber eure Bemühungen euch noch immer als den kleinen bescheidenen "Dorfklub" zu verkaufen wirken irgendwie unbeholfen.
    • Kuba 06.10.2018 16:47
      Highlight Highlight Niemand in Zug würde den EVZ noch als Dorfklub vermarkten, es ging lediglich um Strebel als Geldgeber. In Zug gibt es mehr als genug sehr zahlungskräftige Sponsoren. Zusätzlich ist die Hütte immer fast voll und der EVZ hat zusätzlich ganzjährige Cateringeinnahmen durch diverse Restaurants z.B. Bern hats vorgemacht.
    • MARC AUREL 06.10.2018 19:24
      Highlight Highlight Mal abwarten wenn Corvi in Zug unterschreibt...😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • MARC AUREL 06.10.2018 12:24
    Highlight Highlight Ja das Geld der Mäzen in Zürich und vorallem beim EVZ ruft...
    • Freedom Fighter 06.10.2018 15:14
      Highlight Highlight Das Geld der was???
    • Dmnk 06.10.2018 16:10
      Highlight Highlight Sagte der SCB-Fan... Inwiefern sich ein Verein der sich von 16 Restaurants querfinanzieren lässt von einem unterscheidet der einen Mäzen hat, ist mir sowieso ein Rätsel. Aber ich bin mir auch nicht sicher ob der liebe Marc Aurel so ganz genau weiss was ein Mäzen ist. Wie dem auch sei. Das Geld kommt von ausserhalb. Bei Bern wird das Geld in der Gastro verdient und auch nicht mit Eishockey. Oder hat schon mal jemanden den Scherwey oder den Rüfi bei einem dieser Restaurants den Ober machen sehen? Beim ZSC kommt das Geld halt aus der Autobranche (Walti Frey). Das ist genau das gleiche...
    • Hockeyfan 06.10.2018 18:17
      Highlight Highlight Dmnk: Auch noch für jene die wohl kaum wirtsdchaftliches Verständnis haben: Der Unterschied ist, dass die Restaurants dem SCB gehören und nicht umgekehrt. Im Gegensatz zu Walti, können die Restaurants nicht selbständig entscheiden nichts mehr in den Verein einzuwerfen.
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  • miarkei 06.10.2018 12:06
    Highlight Highlight Ich glaube es geht nicht nur um das Geld. Sondern auch um die sportliche Perspektive. Mit Davos ist in den nächsten Jahren schwierig Erfolg zu haben. Zug hat sich diese Saison gut verstärkt, aber es laufen viele Verträge aus. Zürich hat nachwievor ein breits Kader und da kann er sich seiner Position sicher sein, wenn Pius geht. Beim SCB ist die Konkurrenz gross, aber die Chance auf Erfolg wohl am höchsten.

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