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Denmark's Mathias Jorgensen, left, tries to stop Croatia's Ante Rebic during the round of 16 match between Croatia and Denmark at the 2018 soccer World Cup in the Nizhny Novgorod Stadium, in Nizhny Novgorod , Russia, Sunday, July 1, 2018. (AP Photo/Efrem Lukatsky)

Die umstrittene Szene im Bild.  Bild: AP/AP

Kommentar

Dieser Penaltypfiff zeigt, was der Fussball vom Eishockey lernen sollte

Ante Rebic hätte die Kroaten gegen Dänemark bereits vor dem Penalty-Krimi erlösen können. Doch eine Lücke im Regelwerk hält die Hoffnung der Skandinavier aufrecht. Ein Änderungsvorschlag.



Eigentlich hätte die Achtelfinalpartie zwischen Dänemark und Kroatien bereits nach 120 Minuten vorbei sein müssen. Die Nordeuropäer lassen sich in der Verlängerung im dümmsten Moment erwischen und Ante Rebic zieht alleine aufs dänische Tor los. Der kroatische Flügel lässt auch den Torhüter aussteigen, hat keinen Gegner mehr vor sich und wird dann von hinten gelegt.

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Jörgensen legt Rebic. Video: streamable

Der Schiedsrichter entscheidet auf Penalty und gelbe Karte. Nach dem Regelbuch ein richtiger Entscheid, denn Jörgensen hat sogar noch leicht den Ball berührt. Das Ziel seiner Aktion war also nicht, mit letzter Konsequenz nur den Mann zu stoppen. 

Den folgenden Penalty hält Dänemark-Keeper Kaspar Schmeichel souverän. Dänemark kann weiter hoffen.

Und genau dieser Umstand stört mich als Eishockey-Fan. Dort gibt es nämlich folgende Regel:

«Zieht ein Stürmer auf das leerstehende Tor des Gegners los und wird dann von hinten gefoult, womit eine klare Torchance verhindert wird, kriegt der gefoulte Stürmer ein Tor zugesprochen.»

IIHF-Regel 179

Kein Penalty, sondern direkt Tor. Im Eishockey gibt es noch andere Situationen, in denen es statt Strafen direkt einen Treffer gibt. Doch diese ist die Einzige, die sich auch auf den Fussball anwenden liesse: Wenn ein klares Tor in der Schlussphase einer Partie durch eine Regelwidrigkeit verhindert wird, soll es nicht Penalty, sondern direkt Tor geben. Aber nur bei einem klaren Tor. In anderen Fällen gäbe es weiterhin Penalty.

So hätte es beispielsweise bei Suarez' Handspiel vor acht Jahren gegen Ghana statt Penalty direkt das Tor und somit die verdiente Führung für die Afrikaner gegeben. Oder eben auch heute für Kroatien gegen Dänemark.

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Das Handspiel von Suarez gegen Ghana 2010.

Denn seien wir ehrlich: Ohne Jörgensens regelwidrige Intervention hätte Rebic den Ball mit verbundenen Augen im Tor versenkt. Aus einer 100-prozentigen Chance ist nur noch eine Rund 75-prozentige Chance geworden. Das kann und darf nicht sein.

Ich will aber nicht Jörgensen die Schuld in die Schuhe schieben. Dass er in seiner Situation alles versucht, ist klar und sein gutes Recht. Es hätte ja auch sein können, dass Rebic einen kleinen Moment zögert und der Däne so noch die Chance gehabt hätte, den Ball wegzuspitzeln. 

Doch mit seiner Intervention nimmt er ja bereits den Penalty und unter Umständen auch den Platzverweis in Kauf. Damit die Fairness auch weiterhin erhalten bleibt, könnte man auch einen mutigen Schritt weitergehen und sagen: Er nimmt damit auch ein technisches Tor in Kauf. Es wären ja Ausnahmefälle, denn allzu oft kommen solche Situationen nicht vor.

Braucht der Fussball technische Tore?

PS: Am Ende war ich doch froh, dass es noch zum Penaltyschiessen kam. Denn dieses war spannender als die gesamten 120 Minuten Fussball zuvor. Doch das soll eine Ausnahme bleiben.

Fussballer im Büro

Video: watson/Angelina Graf

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