Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Das Fotoalbum von Ivan Rakitic hat viel zu bieten – bald auch einen WM-Pokal?

Ivan Rakitic – von 18 Toren im ersten Spiel der F-Junioren in Möhlin bis in den WM-Final 

Er ging in Möhlin auf Torejagd und drückte dort die Schulbank – am Sonntag kann Ivan Rakitic Weltmeister werden

dennis kalt / az



Wenn Néstor Pitana am Sonntagabend im Olympiastadion Luschniki im WM-Final zwischen Frankreich und Kroatien zum letzten Mal in seine Pfeife bläst, wird ein Stück Fussball-Geschichte geschrieben. Zu einem Protagonisten dieser Geschichte könnte der kroatische Mittelfeldmotor Ivan Rakitic, 30, werden, der im Alter von vier Jahren zum ersten Mal die Schuhe für den FC Möhlin-Riburg schnürte.

«Wir bestritten zusammen unser erstes Spiel und gewannen 25:0. Ivan schoss 18 Tore.»

F-Junioren-Teamkollege Manuel Bertschi

Obwohl Rakitic beim FC Barcelona Stars wie Neymar und Messi an seiner Seite weiss und nur noch einen Sieg vom Aufstieg in den Fussball-Olymp entfernt ist, ist er sich seiner Anfänge bewusst: «Ovdje je sve pocelo.» – zu Deutsch: Hier hat alles begonnen – dies schrieb Rakitic zu einem Bild, das ihn als jungen Kicker auf dem Steinli-Areal in Möhlin zeigt und das er kurz vor dem WM-Viertelfinal auf seinem Twitter-Account postete.

Der Junge mit dem feinen Fuss

Gut ein Vierteljahrhundert ist es her, als Rakitic mit den F-Junioren des FC Möhlin-Riburg die Gegner an die Wand spielte. Sein damaliger Mitspieler Manuel Bertschi erinnert sich, als sei es gestern gewesen: «Wir bestritten zusammen unser erstes Spiel und gewannen 25:0. Ivan schoss 18 Tore.» Um Klassen besser als der Rest sei er gewesen – und mit einem «feinen Fuss» gesegnet. So sollten die Junioren-Kicker von der Mittellinie aus den Ball so nahe wie möglich an die Torauslinie spielen – eine Distanz von rund 50 Metern. «Wir verfehlten die Torauslinie um mehrere Meter. Nur bei Ivan blieb der Ball an der Linie kleben – drei Mal hintereinander», erzählt Bertschi.

«Er hat Tag und Nacht den Ball am Fuss gehabt»

Peter Gebert, damaliger Junioren-Obmann beim FC Möhlin-Riburg

Es dauerte nicht lange, bis Rakitic in den Fokus der Talentspäher des FC Basel rückte. Als schon klar war, dass er zum FC Basel wechseln würde, standen sich die Junioren aus Möhlin und die des FC Basel im Final des Nordwestschweizer Hallenturniers gegenüber. Möhlin gewann mit 1:0 – das Tor schoss Ivan Rakitic.

abspielen

Ivan Rakitic und sein Tor des Jahres 2006/07 für den FC Basel. Video: YouTube/SchalkeGE1904

Als Rakitic im Jahr 1995 zum FC Basel wechselte, war Peter Gebert Junioren-Obmann beim FC Möhlin-Riburg. «Das macht mich unglaublich stolz, dass es Ivan so weit gebracht hat», sagt er. In seiner Zeit als Jugend-Obmann seien rund 20 Spieler zum FC Basel gewechselt, doch gepackt habe es keiner. Ivan sei einer der wenigen gewesen, die ihr Talent mit Fleiss verbanden: «Er hat Tag und Nacht den Ball am Fuss gehabt», so Gebert.

Ivan Rakitic, aufgenommen am Freitag, 7. Juli 2006 anlaesslich des FC Basel Medientag im St. Jakob Park in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Ivan Rakitic 2006 beim FC Basel. Bild: KEYSTONE

Bernd Kühnel, der Rakitic in der achten Klasse in Möhlin ein Jahr unterrichtete, beschreibt diesen als aufgestellten und zielstrebigen Schüler. «Als ich damals die Schüler fragte, was ihr Berufswunsch sei, zögerten die meisten. Doch Ivan sagte wie aus der Pistole geschossen: ‹Fussball-Profi›.»

Präzedenzfall an der Schule

Zwei Mal an dieser WM verwandelte Rakitic bereits den entscheidenden Penalty im Elfmeterschiessen, indem er den Torwart in die falsche Ecke schickte, und sicherte so seinem Team das Weiterkommen in die nächste K.-o.-Runde. Kühnel zieht Parallelen zum Schüler Rakitic: «Er war äusserst ausgeglichen und wurde nie nervös – auch nicht bei Klausuren oder Vorträgen vor der Klasse.» Etwas überrascht war Kühnel vor diesem Hintergrund, dass Rakitic zum Schluss des Halbfinals gegen England Dele Alli kurz am Kragen packte. «Das war atypisch für ihn.»

epa06882000 Dele Alli of England (L), Ivan Rakitic of Croatia (R) and referee Cuneyt Cakir of Turkey  reacts during the FIFA World Cup 2018 semi final soccer match between Croatia and England in Moscow, Russia, 11 July 2018.

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/FELIPE TRUEBA   EDITORIAL USE ONLY

Ivan Rakitic kann auch austeilen – das ist aber untypisch für ihn. Bild: EPA/EPA

Ruedi Frey, der während Raktics Schulzeit Rektor in der Sekundarschule Möhlin war, erinnert sich an diesen als einen «ruhigen und seriösen Schüler», der einen «guten Abschluss» gemacht und für einen Präzedenzfall an der Schule gesorgt habe: Er war der erste Schüler, für den zwei Lektionen gestrichen wurden, damit er rechtzeitig nach Basel ins Training kam. «Ich wollte Ivan bei seinem Weg unterstützen, weil ich gesehen habe, dass sein Herz am Fussball hing», erzählt Frey.

Auch Ivans Bruder, Dejan, ging bei Frey zur Schule und wurde von diesem bei der Lehrstellensuche unterstützt. «Ab und zu traf ich den Vater von Dejan und Ivan im Restaurant an. Als ich gehen wollte, war die Rechnung immer bereits schon gezahlt», erzählt Frey, den bis heute die grosse Dankbarkeit der Familie beeindruckt – und ihr Zusammenhalt, der laut Frey kein unwesentlicher Grund dafür ist, dass Ivan Rakitic dort angekommen ist, wo er immer hinwollte.

«It's NOT coming home»

abspielen

Video: watson

Das sind die 50 berühmtesten Sportler der Welt

Unvergessene WM-Geschichten

30.06.1998: Mit einem Wundersolo geht Michael Owens Stern auf, der nur allzu schnell wieder verglüht

Link zum Artikel

30.06.2006: Jens Lehmann hext Deutschland gegen Argentinien in den WM-Halbfinal – dank einem unnützen Spickzettel im Stulpen

Link zum Artikel

03.07.1974: Ganz Polen gibt der deutschen Feuerwehr die Schuld für die Niederlage in der «Wasserschlacht von Frankfurt»

Link zum Artikel

23.06.1990: Roger Milla gegen René Higuita – der Alte entzaubert den Irren

Link zum Artikel

29.06.1958: Aus «Dico» wird «Pelé» und dieser wird dank zwei WM-Finaltoren der Weltstar

Link zum Artikel

17.06.1970: Fehler über Fehler und Beckenbauers an den Körper geklebter Arm sorgen für das Jahrhundertspiel

Link zum Artikel

27.06.1994: Effenberg zeigt seinen berühmten Stinkefinger – leider hat ihn fast niemand gesehen

Link zum Artikel

12.06.1998: José Luis Chilavert wird beinahe zum ersten Goalie, der an einer WM ein Tor erzielt

Link zum Artikel

31.05.1934: Goalie Zamora war Kettenraucher, sass im Knast und landet an der WM fast im Rollstuhl

Link zum Artikel

28.06.1994: Der Russe Oleg Salenko erzielt als bisher einziger Spieler in einem WM-Spiel fünf Tore

Link zum Artikel

07.06.1970: England-Goalie Gordon Banks wehrt mit der grössten Parade aller Zeiten den Kopfball von Pelé ab

Link zum Artikel

05.07.1982: Italiens Rossi kehrt nach zweijähriger Sperre zurück und versenkt «unbesiegbare» Brasilianer im Alleingang

Link zum Artikel

Ampel inspiriert Schiri zu Gelben und Roten Karten – ein Chilene spürt die Folgen zuerst

Link zum Artikel

25.06.1982: Die «Schande von Gijon» – Deutschland und Österreich schliessen einen Nichtangriffspakt

Link zum Artikel

08.07.1982: Das brutalste WM-Foul aller Zeiten: Toni Schumacher streckt Patrick Battiston nieder

Link zum Artikel

02.07.1994: Kolumbiens Andrés Escobar wird nach seinem Eigentor gegen die USA mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

20.06.1982: Schiedsrichter Lund-Sörensen gibt bei Spanien gegen Jugoslawien einen Penalty, der keiner ist, und lässt ihn auch noch wiederholen

Link zum Artikel

11.07.1966: Die «Nacht von Sheffield», der grösste Skandal der Schweizer Fussballgeschichte

Link zum Artikel

09.07.2006: Weil Materazzi Zidanes Schwester beleidigt, kommt es zum berühmtesten Kopfstoss der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

Link zum Artikel

17.07.1994: «Eine Wunde, die sich niemals schliesst» – Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn

Link zum Artikel

16.07.1950: Ein Uru bringt das Maracanã zum Schweigen und sorgt dafür, dass Brasilien nie mehr in Weiss spielt

Link zum Artikel

22.06.1986: Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

01.07.1990: Unglaublich, aber wahr: Dank cleverer Taktik und zwei verwandelten Penaltys darf England vom WM-Titel träumen

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

06.07.2010: «Ik probeer het maal», denkt sich Giovanni van Bronckhorst im WM-Halbfinal und erzielt aus 37 Metern dieses Traumtor

Link zum Artikel

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

15.06.1958: Von wegen krummbeinig – Garrincha dribbelt die Sowjets schwindlig und gelangt zu Weltruhm

Link zum Artikel

04.07.1954: «Aus, aus, aus, aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister …»

Link zum Artikel

12.07.1998: Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt bis heute ein Rätsel

Link zum Artikel

16.06.1938: Was man hier nicht sieht: Dem Penalty-Schützen riss das Gummiband der Hose, der Goalie lachte sich krumm

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 14.07.2018 11:54
    Highlight Highlight Ein super Typ 👍🏻
  • Ueberflieger 14.07.2018 10:47
    Highlight Highlight Super Typ, dieser Rakitic!!
  • Ketchum 14.07.2018 10:38
    Highlight Highlight Die Rechnung war "bereits schon" bezahlt? Vater Rakitic sagte sicher: "Das erledige ich sofort gleich" 😏
  • erkolino 14.07.2018 10:37
    Highlight Highlight "Obwohl Rakitic beim FC Barcelona Stars wie Neymar und Messi an seiner Seite weiss und nur noch einen Sieg vom Aufstieg in den Fussball-Olymp entfernt ist...."

    Ich hab gar nicht mitbekommen, dass Heul-Neymar wieder zurück zu den Katalanen ist.

Der grösste Spassvogel der Champions League – so entzückt uns Atalantas de Roon

Atalanta Bergamo spielt heute Abend bei Dinamo Zagreb zum ersten Mal in der Klubgeschichte in der Champions League. Aus Schweizer Sicht ist das vor allem wegen Remo Freuler interessant. Der Natispieler hat bei den Lombarden einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld.

Neben ihm spielt regelmässig der Holländer Marten de Roon. Warum wir dir das erzählen? Weil dieser de Roon ein echter Spassvogel ist.

Auf ein für ihn unglückliches Foto, welches der offizielle Champions-League-Account postete, …

Artikel lesen
Link zum Artikel