Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ansicht von Aarau von Nordwest mit Holzbrücke, Insel und Weg um 1785. Gabriel Ludwig Lory père (1763 - 1840).

Ansicht von Aarau von Nordwest mit Holzbrücke, Insel und Weg um 1785. Gabriel Ludwig Lory père (1763 - 1840).  Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Als Aarau Hauptstadt wurde

Vor 220 Jahren war Aarau der politische Mittelpunkt der Schweiz. Die Euphorie war gross, doch den Status als Hauptstadt behielt Aarau nur rund fünf Monate.

Raoul Richner / Schweizerisches Nationalmuseum 



Die Helvetik ist in der Schweizer Gedächtniskultur hoch umstritten: Während in zahlreichen Kantonen und deren Hauptorten vielleicht nur schon der Gedanke an diese Epoche ein Schaudern auslöst, lässt sie andere kalt.

In Aarau hingegen gilt diese Zeit, in der die Alte Eidgenossenschaft in sich zusammenbrach, als ein Höhepunkt der Stadtgeschichte. So bekommt man heute auf einer Stadtführung durch die Aargauer Kapitale allenthalben Episoden dieses helvetischen Zwischenspiels zu Gehör … 

Hier bloggt das Schweizerische Nationalmuseum

Drei Museen – das Landesmuseum Zürich, das Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz – sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis sind unter dem Dach des Schweizerischen Nationalmuseums vereint.
Im Blog veröffentlichen Mitarbeiter des Nationalmuseums und renommierte Gastautoren Beiträge zu aktuellen Themen. watson übernimmt in loser Folge ausgesuchte Perlen daraus. Der Beitrag «Als Aarau Hauptstadt wurde» erschien am 3. Mai 2018. 
blog.nationalmuseum.ch/2018/05/als-aarau-hauptstadt-wurde/

Aarau geriet 1798 in einen aussergewöhnlichen Strudel von Ereignissen. Noch im Januar fanden sich die Gesandten der eidgenössischen Orte zu ihrer allerletzten Tagsatzung in der Aarestadt ein, um die alten Bünde angesichts des drohenden Franzoseneinfalls noch einmal zu bekräftigen. Doch kaum hatten die Tagsatzungsgesandten Aarau Ende Januar verlassen, probte das bis dahin brave Berner Untertanenstädtchen den Aufstand: Die Bürger sagten sich von Bern los und tanzten bereits am 1. Februar um einen rasch errichteten Freiheitsbaum.

Vorbild für Aarau: Freiheitsbaum auf dem Münsterplatz in Basel am 22. Januar 1798.

Vorbild für Aarau: Freiheitsbaum auf dem Münsterplatz in Basel am 22. Januar 1798. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Der Berner Truppenaufmarsch vermochte den Aarauer Freiheitsdrang zwar noch einmal zurückzubinden, doch nur für kurze Zeit, nämlich bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft nach dem französischen Sieg im Grauholz am 5. März

Die Delegierten der revolutionsfreundlichen Kantone vereinbarten, sich Anfang April wiederum in Aarau zu treffen, um nach französischem Muster eine «helvetische Republik» zu gründen. Damit gelangte das kleine, damals bloss 2500 Einwohner zählende Städtchen in den Fokus der Revolutionsaktivitäten. Bereits am 4. April wurde Aarau zur provisorischen Hauptstadt ernannt. Was gab den Ausschlag zu dieser unerwarteten Ehre? Die Atmosphäre!

Die grosse Mehrheit der Bürgerschaft hatte auf den Befreiungsschlag gewartet; die gebildeten und verhältnismässig gut situierten Aarauer witterten ihre Chance, sich endlich aus der väterlichen Herrschaft der Gnädigen Herren zu befreien und ihrem Status entsprechend in der eidgenössischen Politik Einfluss nehmen zu können. Bis anhin endeten die politischen und wirtschaftlichen Karrieren der Aarauer an der Stadtgrenze. Mit der farbigen Stoff-Kokarde am Hut stürzten sie sich ins Demokratie-Experiment. 

Helvetischer Hut mit aufgeschlagener Krempe und grün-rot-gelber Kokarde.

Helvetischer Hut mit aufgeschlagener Krempe und grün-rot-gelber Kokarde. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Bereits den Zeitgenossen war bewusst, dass ausser dem ausgesprochen revolutionsfreundlichen Klima und einer relativ zentralen Lage nicht viel für Aarau als Hauptstadt sprach; das Manko der komplett fehlenden Infrastruktur war allzu augenscheinlich.

Die Helvetische Nationalversammlung bei ihrer ersten Sitzung am 12. April 1798 im Aarauer Rathaus.

Die Helvetische Nationalversammlung bei ihrer ersten Sitzung am 12. April 1798 im Aarauer Rathaus.  Bild: Stadtmuseum Aarau

Die Stadt Aarau agierte entschlossen und rasch, um gegen diesen Mangel anzukämpfen. Noch im April lag ein vom in Bern ansässigen Architekten Johann Daniel Osterrieth gezeichneter Entwurf vor, der die Anlage eines neuen Quartiers im Osten der Altstadt vorsah, womit sich die Stadtfläche verdoppeln sollte.

Johann Daniel Osterrieths gezeichneter Entwurf zur Erweiterung Aaraus.

Johann Daniel Osterrieths gezeichneter Entwurf zur Erweiterung Aaraus.  Bild: Stadtmuseum Aarau

Diesem Plan unter dem Titel «Projet d'Agrandissement de la Comune d'Aarau» zollen Stadtplaner noch heute Respekt für seine Rationalität und seine Weitsichtigkeit. Osterrieth legte in seinem Entwurf Wert auf das Gesamtbild, nicht auf einzelne Gebäude. Das Baukonzept spiegelt die Ideen der Revolution wie etwa die Gewaltentrennung wieder: Direktorium, Parlament und Gerichte sollten in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht werden. 

Am 3. Mai 1798 bestätigten die helvetischen Räte Aarau als provisorische Hauptstadt. Wenige Tage später gab die helvetische Exekutive, das Direktorium, sozusagen eine Bestellung auf, welche Art von Räumlichkeiten die Stadt Aarau zur Verfügung stellen sollte. Es herrschte nämlich sowohl an Tagungs- wie an Wohnbauten akuter Platzmangel. Die Stadt stellte ihre öffentlichen Gebäude ausnahmslos der Zentralregierung zur Verfügung und die Bürger nahmen die helvetischen Funktionäre bei sich auf. 

Präsentationsplan der Laurenzenvorstadt.

Präsentationsplan der Laurenzenvorstadt.  Bild: Stadtmuseum Aarau

Die Schnelligkeit der Abläufe war beeindruckend: Innerhalb von nur vier Wochen kaufte die Stadt Aarau die Bauplätze an, bestellte Baumaterial und begann unverzüglich – noch vor der Ausarbeitung der konkreten Baupläne – mit dem Aushub für die prioritär zu errichtenden Wohnhäuser. Diese äusserst funktionalen Reihenhäuser, die dem damaligen State-of-the-Art entsprachen, wurden aufgrund der Wohnungsnot zuerst in Angriff genommen. 

Mitten in dieser Bau-Euphorie äusserten einzelne helvetische Parlamentarier Bedenken an der Eignung Aaraus als Hauptstadt. Tatsächlich fand sich im August eine Mehrheit für eine Verlegung der Hauptstadt nach Luzern. Als die Helvetiker Anfang September Richtung Süden zogen, blieb Aarau als Baustelle zurück. Immerhin wurden die Wohnhäuser an der Laurenzenvorstadt noch nach Osterrieths Plänen gebaut – allerdings dauerte dies bis in die 1820er-Jahre. Sie sind zum Stein gewordenen Denkmal für das Hauptstadt-Abenteuer geworden. 

Die «Neuen Häuser» in Aarau sind die einzigen Bauwerke, die über das Planungsstadium der neuen helvetischen Hauptstadt hinauskamen.

Die «Neuen Häuser» in Aarau sind die einzigen Bauwerke, die über das Planungsstadium der neuen helvetischen Hauptstadt hinauskamen.  Bild: Wikimedia

Was blieb Aarau darüber hinaus vom überstürzten Demokratie-Experiment? Der offene Geist! Aarau strahlte weiter bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts namentlich dank der Schriftsteller Zschokke und Troxler als liberales Zentrum in die Schweiz aus. Ein langlebiges Relikt ist auch der in der Helvetik entstandene und in der Mediationszeit noch vergrösserte Kanton Aargau – dessen Hauptstadt Aarau immerhin bis heute (und meistens unangefochten) bleiben konnte. 

>>> Weitere historische Artikel auf: blog.nationalmuseum.ch

Geschichte – die Vergangenheit lebt!

Wie Pepsi in der Sowjetunion Fuss fasste – und kurzzeitig eine Militärmacht wurde

Link zum Artikel

War die Mondlandung ein Fake? 13 Behauptungen im Faktencheck

Link zum Artikel

Warum die Konstantinische Schenkung die grösste Lüge des Mittelalters war

Link zum Artikel

Heidi in Japan

Link zum Artikel

Wie Faye Schulman als jüdische Partisanin den Holocaust überlebte

Link zum Artikel

«Trentiner-Aktion»: Als man bei der Migros Italienerinnen bestellen konnte

Link zum Artikel

Historische Amnesie: Wir haben die Gefahr durch Kriege und Krankheiten verdrängt

Link zum Artikel

«Scheisstage» und 10 weitere Geschichts-Fakten, von denen du vermutlich nie gehört hast

Link zum Artikel

Das Bombengeschäft – wie die Schweiz vom Vietnamkrieg profitierte

Link zum Artikel

Von «E.T.» zu Netflix-Hit «Stranger Things»: So magic waren die 80er

Link zum Artikel

Zum Tod von Lee Iacocca gibt's ganz, ganz viele Ford-Mustang-Bilder

Link zum Artikel

Er überlebte den Untergang der Titanic und wurde danach Olympiasieger

Link zum Artikel

Hund und Mensch sind schon seit Jahrtausenden ein Team

Link zum Artikel

Diese Karte zeigt, in welchen Ländern Inzest erlaubt ist

Link zum Artikel

History Porn Teil XLVIII: Geschichte in 23 Wahnsinns-Bildern

Link zum Artikel

Marija kaufte einen Panzer und rächte ihren getöteten Ehemann

Link zum Artikel

Neureicher Protz versus Schatten-Vermögen: Über die (Un-)Sichtbarkeit von Reichtum

Link zum Artikel

So wurde vor 2500 Jahren schon in China gekifft

Link zum Artikel

24 Stunden Vollgas: Unglaubliche Bilder aus 96 Jahren Le Mans

Link zum Artikel

Ohne sie wäre nicht nur Federer ein Nichts: 18 grandiose Erfindungen grosser Ladies

Link zum Artikel

Der Frauenstreiktag von 1991

Link zum Artikel

Freddie verführte und erschoss Nazis vom Velo-Gepäckträger aus

Link zum Artikel

9 Frauen aus den Anfängen des Rock'n'Rolls, die die Musikwelt auf den Kopf stellten

Link zum Artikel

1944 waren sie ein Paar – nun hat ein US-Soldat seine französische Ex wieder getroffen 😍

Link zum Artikel

Zebulon Simentov ist der letzte Jude Afghanistans. Darum bleibt er in Kabul

Link zum Artikel

Wie ein «Kuhschweizer» für VW im Regenwald Brasiliens den «Ochsen der Zukunft» züchtete

Link zum Artikel

Das D-Day-Kriegsgebiet – so sehen die Schlachtfelder heute aus

Link zum Artikel

Die Geschichte des ersten Flitzers beim Sport (und was er heute darüber denkt)

Link zum Artikel

Wie ein Schweizer vom Schalterbeamten zum Chef des Orient-Express aufstieg

Link zum Artikel

Warum die Lüge etwas Hässliches ist

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Wildschweinfamilie trippelt mitten durch Aarau

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sste87 07.05.2018 00:16
    Highlight Highlight ... und 1993 wurde Aarau auch noch zur Fussball-Hauptstadt - auch dies nur für kurze Zeit. ;-)
    (Und die damaligen Stadionpläne sind im Gegensatz zur Laurenzenvorstadt noch weit erheblicher in Verzug)
  • leu84 06.05.2018 23:50
    Highlight Highlight Aarau kann von Glück reden, dass der Tross weiterzog. Die Bautätigkeiten brachte die Stadt beinahe in den Ruin. Soviel ich noch weiss hatten sie u.a. Schulden in Basel. Es ist immer interessant in Archiven oder Bibliotheken einzulesen oder bei einem Thema sein Wissen zu vertiefen.
  • Sanchez 06.05.2018 22:49
    Highlight Highlight Ein ganz feiner Artikel! Gut, als Aarauer muss ich mich ja fast freuen 😊
  • swisscondor77 06.05.2018 22:41
    Highlight Highlight Weiter solche Artikel. Sind super!
  • Skater88 06.05.2018 21:49
    Highlight Highlight Verflixt, das hat mal wieder mein Interesse geweckt 😁 sehr guter Artikel
  • Staatsgebeutelter 06.05.2018 21:48
    Highlight Highlight Na so liberal und weitsichtig sind die aargauer wohl nicht, wenn man bedenkt dass das aargauische Obergericht das von BG meistkritisierte Gericht der Schweiz ist, muss wohl angenommen werden dass die aargauer einfach eine andere Sicht als die meisten anderen Schweizer besitzen.
    • ands 06.05.2018 23:30
      Highlight Highlight Aarau ist nicht Aargau.
    • Knety 07.05.2018 00:56
      Highlight Highlight Und was fällt denen eigentlich ein um einen Baum zu tanzen?!
    • Bivio 07.05.2018 09:05
      Highlight Highlight @Staatsgebeutelter
      Oder könnte es nicht eher sein, dass die Herren und Frauen Bundesrichter in ihrem Elfenbeinturm die Realität nicht sehen und deshalb mit ihren teils irrwitzigen Urteilen die gute und weitsichtige Arbeit der Aargauer (nicht Aarauer!) Gerichte zunichte machen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • ubu 06.05.2018 21:37
    Highlight Highlight Ein weiterer erhellender Beitrag des Landesmuseums. Danke!
  • coronado71 06.05.2018 20:38
    Highlight Highlight Die Kooperation mit dem Nationalmuseum ist etwas vom Besten was watson.ch hat. Vielen Dank und weiter so!

Die grosse Vertuschung: Streng geheime Tschernobyl-Dokumente veröffentlicht

Dokumente aus den innersten Zirkeln der sowjetischen Machtzentrale geben einen Einblick, wie der Kreml die Reaktorkatastrophe vertuschen wollte – und warum die USA das «PR-Fiasko» nicht ausnutzen wollten.

Als im Mai 1986 nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl die Opferzahlen steigen, steigen offiziell auch die Zahlen jener, die angeblich unversehrt die Krankenhäuser verlassen können.

Wie aus Dokumenten hervorgeht, die das «National Security Archive» nun zugänglich macht, liegt das an einem Trick des sowjetischen Gesundheitsministeriums: Der als kritisch erachtete Grenzwert für radioaktive Strahlung, der eine Person maximal ausgesetzt sein darf, wird schlicht um ein Vielfaches heraufgesetzt. …

Artikel lesen
Link zum Artikel