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22 Spielerinnen und nur einer rennt. Wer findet ihn? Genau, es ist der Herr in Gelb, der Schiedsrichter.
22 Spielerinnen und nur einer rennt. Wer findet ihn? Genau, es ist der Herr in Gelb, der Schiedsrichter.screenshot: Twitter

Im Frauen-Fussball gilt Fairplay noch? Dann schau dir diese unfassbaren Szenen an

Es heisst immer, wie verweichlicht die Fussballer sind und wie ihnen alle Mittel recht sind, um zu gewinnen. Das mag stimmen. Im Gegensatz dazu sei Frauen-Fussball noch ehrlich und fair. Du glaubst das auch? Dann lies weiter.
30.07.2016, 11:1931.07.2016, 09:34
Reto Fehr
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Schwalben, Schauspieleinlagen und Zeitspiel – der moderne Fussball lässt uns manchmal verzweifeln. Das Geld habe ihn kaputt gemacht. Frauen-Fussball sei da noch viel besser. Da wird der Gegner noch respektiert und die leider Alltag gewordenen fiesen Maschen bei den Männern gibt es nicht.

Nun, das mag in den meisten Fällen stimmen. Nicht so hier bei den nationalen Jugend-Meisterschaften in den USA, einem Land, in welchem Frauen-Fussball seit längerer Zeit am ehesten den Respekt geniesst, den er verdient.

Bei den U18 kam es jetzt aber zu einem Skandal. Carlsbad Elite und Ambassadors FC wussten vor dem letzten Gruppenspiel: Ein Punkt reicht beiden für die Halbfinals. Die Partie endete 0:0 und man muss festhalten: Der Einzige, der rannte, war der Schiedsrichter:

Szenen aus der Partie Carlsbad – Ambassadors.
streamable

Die beiden Teams standen nur herum, schoben sich den Ball hin und her und dann nach einem weiten Ball nach vorne ging es auf der anderen Seite genau gleich weiter. Die Szenen erinnern stark an die Schlussminuten des skandalösen WM-Gruppenspiels 1982 zwischen Deutschland und Österreich, das als «Schande von Gijon» in die Geschichte einging.

Doch von Absprache wollte Ambassadors-Trainer Caleb Fortune nichts wissen. Er schiebt das Verhalten dem Wetter in Frisco in die Schuhe: «Es war brutal heiss. 18 Leute sind im Verlaufe des Tages zusammengeklappt. Wir haben unseren Spielerinnen lediglich gesagt: ‹Wenn die anderen den Ball haben, macht kein Pressing. Es gibt keinen Grund hier herumzurennen und euch während dem Turnier umzubringen.›» Zu Beginn der Partie habe es doch auch den einen oder anderen Abschluss gegeben. Andere Beobachter berichten, dass die Partie die ganze Zeit über so ablief wie im Video oben.

Die beiden Finalgruppen.<br data-editable="remove">
Die beiden Finalgruppen.
screenshot: usyouthsoccer.org

Trainer wehrt sich: «Abgesprochen war da nichts»

Fortune verteidigt das Verhalten in der «Sports Illustrated» munter weiter: «Beide Teams wussten, dass sie durch waren bei einem Remis. Aber abgesprochen haben wir uns nicht. Ich verstehe, dass die Partie noch durchgeführt werden musste, aber es ging um nichts mehr.» Das stimmt nicht ganz. Hätte sein Team verloren, sie wären aufgrund des Torverhältnisses gegenüber den drittplatzierten Syracuse ausgeschieden. Von Carlsbad gab es keine offizielle Stellungnahme. Aber unter anderem kam die Starstürmerin im abschliessenden Gruppenspiel nicht mehr zum Einsatz.

Und natürlich wird auch gleich noch auf andere Teams gezeigt. Tennessee beispielsweise, der Gruppensieger der anderen Gruppe, hätte im letzten Spiel nach der sicheren Qualifikation die besten Spielerinnen geschont und 0:3 verloren.

Obwohl da und dort die Disqualifikation der beiden Teams gefordert wurde, traten beide zum Halbfinal an. Gruppensieger Carlsbad erreichte das Finale, Ambassadors schied 0:2 aus. Das Endspiel findet heute Sonntag statt. Wer gewinnt, steht noch in den Sternen. Sicher ist: Verlierer ist das Fairplay.

Wie Fussballer das Feld wirklich sehen

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