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Wenn gesundes Essen krank macht – Charlotte leidet an Orthorexie

Bild:

Alle wollen gesund essen. Mehr Vitamine, weniger Fett, #cleanfood. Das wird für immer mehr Menschen zum Zwang, so auch für die Genferin Charlotte Teuscher. Orthorexie – bis man vor lauter Gesundheit krank wird. 



Chia-Samen, Acai-Beeren, Reis oder Quinoa – auf Charlotte’s Speiseplan kommt nur, was gesund ist. Alles vermeintlich Ungesunde wie Fett, Fleisch, Zucker, Alkohol oder Kaffee ist verdammt. Bedacht kocht sich die 21-jährige KV-Lehrtochter aus dem Kanton Genf ihre Menüs vor, geht ins Fitness und lehnt Treffen unter der Woche stets ab, damit sie genug Schlaf kriegt. Auch das Meditieren gehört für sie zum Alltag. Für ihren Lifestyle wird sie rege gelobt. «Bravo, wie gesund du lebst», sagen ihr die Leute, «Ich bewundere dich», schreiben sie auf den sozialen Medien.

«Foodblogger sind meine Bibel!»

Charlotte

Charlotte entspricht dem heutigen Ideal: Gesund essen, gesund leben, so will es der aktuelle Körperkult. Was nur wenige wissen: Charlotte ist krank. Die gesunde Ernährung wurde für sie zum Zwang.

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Charlotte fotografiert ihre Mahlzeiten jeweils mit viel Sinn für Ästhetik.   bild: charlotte Teuscher

Essen als Religion

Stundenlang bereitet sie sonntags ihre Lunchboxen für die Woche vor, sorgfältig achtet sie darauf, dabei kein Salz oder Öl zu verwenden In die Pfanne kommt hauptsächlich Gemüse oder Reis, als Beilage tun es Nüsse und Früchte. Charlottes Ernährung ist zudem ausschliesslich vegan. Die Inspiration für ihre gesunden Speisen holt sie sich auf Instagram, mit Hashtags wie eatclean, plantbased oder acaibowl finden sich Millionen Bilder und Rezepte. Auf YouTube schaut sie stundenlang Videos von Foodbloggern an, schreibt auf, welche Nahrungsmittel sie angeblich zu sich nehmen soll, um ihr Krebsrisiko zu vermindern oder um schönere Haare zu kriegen. Charlotte: «Foodblogger sind meine Bibel!»

«Überall sagt man uns, dass wir uns gesund ernähren müssen. Sonst werden wir krank.»

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Charlotte hat sich Hilfe gesucht. bild: charlotte teuscher 

Dass Charlotte krank ist, sieht man ihr nicht an. In ihrer Jugend litt sie an Magersucht, nun aber ist sie normalgewichtig. Für einen Laien ist es schwierig, ihre Essenstörung, die man Orthorexie nennt, zu erkennen: Sie hat panische Angst davor, krank zu werden, sollte sie sich nicht gesund genug ernähren. Charlotte: «Das erzählt man uns ja überall! In der Werbung, aber auch in der Gesellschaft selbst. »Wichtig ist ihr auch der ästhetische Aspekt: Wegen der falschen Ernährung könne man Pickel oder stumpfe Haare bekommen oder schneller altern. 

Hat Charlotte mal kein von ihr selbst vorbereitetes Menü oder Rohkost dabei, hungert sie lieber als etwas anderes zu sich zu nehmen. In einem Restaurant kriegte sie schon lange keinen Bissen mehr runter. Zu schwierig sei es für sie, jemand anderem die Kontrolle über ihre Ernährung zu überlassen. Ihre Gedanken kreisen den ganzen Tag um einen gesunden Speiseplan und auch ihre Freizeit ist dem Wahn gewidmet, der sie so von ihrem Umfeld isolierte. 

«Schuld daran ist die übertriebene Prävention, die in Bezug auf eine gesunde Ernährung betrieben wird.»

Alain Perroud, Arzt

Eines Tages wurde Charlotte alles zu viel. Sie entschied sich, Hilfe zu suchen. Seither besucht sie regelmässig das Centre de Consultations Nutrition et Psychotherapie (zu Deutsch: Institut für Ernährung und Psychotherapie) in Genf. Behandelnder Arzt und Experte auf dem Gebiet ist Alain Perroud. Perroud: «Es gibt zwar keine genauen Zahlen, aber zu uns kommen immer mehr Patienten, die an Orthorexie leiden», sagt dieser. Er ist überzeugt, dass es bei dieser Essstörung in der Gesellschaft eine hohe Dunkelziffer gibt. «Schuld daran ist besonders die übertriebene Prävention, die in Bezug auf eine gesunde Ernährung betrieben wird.» Diese würde, so der Arzt, wohl nur in geringem Masse gegen Übergewicht helfen, hingegen Essstörungen fördern. «Eine Rolle haben ausserdem wohl auch die Lebensmittelskandale gespielt, die in den vergangenen Jahren in den Medien prominent thematisiert wurden.»

In der Schweiz ist Orthorexie noch weitgehend unbekannt. Doch klar ist, es achten auffällig viele Menschen extrem darauf, was sie essen. Das Bundesamt für Gesundheit hat bereits 2010 eine repräsentative Umfrage zur Häufigkeit von Essstörungen durchgeführt. Fast jede dritte befragte Person gab damals an, sich übermässig mit gesundheitsfördernder Ernährung zu beschäftigen, gesunde Nahrungsmittel zu wählen, ungesunde zu vermeiden und strikte Ernährungsregeln zu befolgen.

Wie gesund ist zu gesund?

Aber was ist noch gesund, was krankhaft? Die Differenzierung fällt nicht immer leicht. Perroud: «Man spricht von Orthorexie, wenn die Patienten stark unter dem Druck gesund zu essen leiden. Sie investieren enorm viel Zeit in ihre Ernährung, sei es zum überlegen, vorbereiten oder essen.» Die Definition dessen, was «gesund» ist, werde bei der Orthorexie von den Betroffenen zudem immer enger gefasst und könne schliesslich extreme Formen annehmen.

Der zweite Faktor, so Perroud, sei gegeben, wenn der Patient sich für sein Verhalten schämt, der dritte, wenn Mangelerscheinungen auftreten. An Orthorexie zu sterben, sei selten. Doch die Auswirkungen auf den Körper, die die stark eingeschränkte Ernährung haben kann, sind doch besorgniserregend: Mangel an Vitamin B12, Omega 3, essentiellen Aminosäuren und weiteres. 

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Reis isst Charlotte gerne, weil der «so wächst» und nicht weiter verarbeitet wird.  bild: CHARLOTTE TEUSCHER

Ängstliche und disziplinierte Patienten

Im Gegensatz zu anderen Essstörungen sei etwa die Hälfte seiner Patienten männlich, so Perroud und «mehrheitlich sehr ängstlich und angespannt mit einem grosses Gefühl der Eigenverantwortung.» Eine interne Auswertung des Genfer Zentrums zeigt weiter, dass die betroffenen Patienten mit einem Durchschnittsalter von 32 eher jung sind. 

«Fakt ist, viele Leute achten bei ihrer Ernährung auf nichts besonderes und bleiben gesund.»

Alain Perroud, Arzt

Therapiert werden die Patienten auf drei verschiedenen Ebenen. «Einerseits versuchen wir, den übertriebenen Angst-Gedanken entgegenzuwirken.» Sein Credo: «Fakt ist, viele Leute achten bei ihrer Ernährung auf nichts besonderes und bleiben gesund.» Weiter gehe es darum, dem Patienten zu helfen, die Verantwortung in Bezug auf jeden Aspekt eines Nahrungsmittel loszulassen. Schlussendlich soll sich der Patient in enger Zusammenarbeit mit einem Ernährungsberater wieder an die vermeintlich verbotenen Nahrungsmittel herantasten. 

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Früchte isst Charlotte so viele sie mag. bild: charlotte teuscher

Das probiert Charlotte jetzt. Denn ausgewogen ist ihre Ernährung nicht. «Ich esse oft dasselbe. Bei vielem bin ich mir halt nicht sicher, ob das wirklich gesund ist – dann lass ich es.» Auch Pasta oder Brot sind ihr zuwider, da es sich um verarbeitete Produkte handelt. Greift sie trotzdem mal zu einem Stück Brot, weil es mit ihrer Therapeutin so abgemacht ist, endet das oft in einer Fressattacke. «Danach fühle ich mich dreckig und will nur noch, dass das alles aus meinem Körper verschwindet.»

«Ein soziales Leben habe ich nicht mehr wirklich.»

Charlotte

Glücklich ist sie durch das restriktive Essen nicht geworden. Jede Speise von A bis Z selbst zuzubereiten, nimmt Zeit in Anspruch. Und das Essen ist für sie auch nicht mehr ein Genuss, sondern nur noch Zwang. «Ich denke ständig daran und widme meine ganze Zeit der Ernährung – ein soziales Leben habe ich nicht mehr wirklich.»

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bild: charlotte teuscher

«Vor ein paar Jahren waren wir voll im Fitness-Wahn, jetzt muss alles gesund sein.»

Charlotte

Sie prangert die Gesellschaft und die Wirtschaft an: «Für die Nahrungsmittel-Unternehmen ist der Food-Wahn natürlich zu einem riesigen Geschäft geworden. Vor ein paar Jahren waren wir voll im Fitness-Wahn, jetzt muss alles gesund sein.» Schwierig sei dies besonders auch, weil ihr «healthy» Lifestyle so oft auf positives Feedback stosse. «Die Leute wissen noch zu wenig über die Krankheit, dass ich leide, sehen sie nicht.» 

Offiziell keine Essstörung 

Der Fachbegriff «Orthorexie» oder «Orthorexia nervosa» (vom griechischen «orthos» = richtig und «orexis» = Appetit) bezieht sich auf das pathologische Bemühen, bei der Nahrungsaufnahme alles «richtig» zu machen. Das Wort Orthorexie wurde bereits im Jahr 1997 von dem amerikanischen Mediziner Steven Bratman geprägt. Die Definition dessen, was «gesund» ist, wird bei der Orthorexie von den Betroffenen immer enger gefasst und kann schliesslich extreme Formen annehmen. Bis heute ist Orthorexie – im Gegensatz zu Anorexie oder Bulimie – nicht in den gängigen Klassifikationssystemen enthalten. Sie gehört also offiziell nicht zu den Essstörungen, obwohl Betroffene ein krankhaftes Essverhalten zeigen. Dazu fehlen bisher noch zuverlässige Messinstrumente für eine valide Schätzung ihrer Häufigkeit.

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    Alle Leser-Kommentare
  • ChiliForever 24.10.2017 01:19
    Highlight Highlight Ich weiß gar nicht, ob man hier den Betroffenen selbst die Schuld geben soll oder doch eher den (falschen) Verheißungen der Werbung.

    Aber auch hier haben wir es leider mal wieder mit einer Wohlstandskrankheit zu tun, die eine eigentlich einfache aber weit verbreitete Ursache hat: Verlust des gesunden Menschenverstandes.

    Beim Essen steht die Lösung ja schon im Text selbst: "Fakt ist, viele Leute achten bei ihrer Ernährung auf nichts besonderes und bleiben gesund."

    Aber das mit dem gesunden Menschenverstand ist wohl nicht so einfach.
  • Bucky 23.10.2017 19:13
    Highlight Highlight Als Pünktchen auf dem i oder sozusagen zur "Krönung"
    ihres Gesundheitsbewusstseins würde ich Charlotte anstelle der psychiatrischen Behandlung ihrer vermeintlichen Zwangsstörung eine natürliche Therapie empfehlen: psychedelische Pflanzenmedizin (einschliesslich Fungi). Diese Empfehlung ist nicht ironisch gemeint sondern ehrlich und von Herzen.
  • seventhinkingsteps 23.10.2017 07:51
    Highlight Highlight Also wenn man sich krankhaft gesund ernähren will aber dann Vitamin Mangel hat, macht man dann nicht etwas falsch?
    • Bunnymommy 23.10.2017 14:41
      Highlight Highlight Ich ernähre mich auch sehr gesund, jedoch ist meine gesamte Verdauung kaputt und meine Schleimhaut nimmt kaum noch Vitamine usw. auf.
    • Charalar 24.10.2017 00:18
      Highlight Highlight Vitamin B12 gibt es nur in tierischen Produkten - die "gesunde" vegane Ernährung führt nach einiger Zeit (Monate bis Jahre, je nach Reserve) zu Mangelerscheinungen. Ein Vitaminpräparat ist also Pflicht, aber unerwünscht.
    • Bunnymommy 24.10.2017 09:02
      Highlight Highlight Ich bekomme regelmässig Vitamin B12 Infusionen wegen meinen Mänegeln.
  • Scaros_2 23.10.2017 00:32
    Highlight Highlight Da Folge ich doch glatt lieber dem Baroni. Der hat gute Sache und Fuck auf die Gesundheit! Geniessen und Spass soll das Leben machen und nicht ein Krampf sein.
  • Bucky 22.10.2017 23:44
    Highlight Highlight Zwang? Charlotte ist doch völlig gesund und vorbildlich. Als erst 21jährige hat sie natürlich in Sachen Lebenserfahrung noch nicht ausgelernt: so wird auch sie lernen, dass ein Ausrutscher - zum Beispiel mal eine Portion Pommes oder (bei Vegetariern) sogar Chicken aus der Fritteuse - nicht gleich der Weltuntergang ist. Orthorexie? Klingt eher nach einem weiterem "Geschäftsmodell" in der Pipeline der Psychiatrie, zur Abzocke der Krankenkassen. Und die Prämien steigen munter weiter.
    • PrivatePyle 23.10.2017 08:53
      Highlight Highlight Du hast recht! Sich zwanghaft nur noch auf die Ernährung zu konzentrieren und sich dabei sozial zu isolieren ist natürlich sehr vorbildlich! Bravo^^
    • phreko 23.10.2017 10:14
      Highlight Highlight Frag mal den Depressiven, ob Depressionen auch bloss eine Erfindung der Psychiater sind, damit sie Geld verdienen können.

      Und dazu frag eine 50 Jährige Magersüchtige, warum die Lebenserfahrung nicht gereicht hat, um ein bisschen Pommes und Chicken Nuggets zu essen.
    • Bucky 23.10.2017 16:37
      Highlight Highlight @phreko: ich äussere mich zu "Orthorexie", nicht zu Depression oder Anorexie! Dass auch die Psychiatrie durch unnötige Behandlungen die Krankenkassen belastet, spiegelt meine freie Überzeugung, zu der ich stehe. Es schiene mir zudem Aufgabe der Medien, in entsprechende Recherchen zu investieren. Aus unerfindlichen Gründen liest man heutzutage aber praktisch keine psychiatriekritische Analysen, Reportagen und Kommentare mehr in den Medien. Dabei sind selbst nachgewiesene Extremfälle wie Missbrauch von PatientInnen der Psychiatrie für illegale klinische Versuche gar noch nicht so lange her.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Altweibersommer 22.10.2017 22:45
    Highlight Highlight Man isst also möglichst gesund, um ein möglichst langes Leben zu haben in dem man jedoch keinen Spass mehr hat? Früher nannte man das Fegefeuer und die Leute bezahlten um nicht dorthin zu müssen.
    • Calvinandboby 22.10.2017 23:57
      Highlight Highlight Und wenn man alles isst, worauf man gerade Lust hat, wobei es sich bei den meisten Menschen um die gute alte: Fett, Zucker, Salz kombie handelt, wird man krank Fettsüchtig, kurzatmig und die Lebenserwahrtung sinkt drastisch. Aber hey wenigstens kein Fegefeuer richtig!? Jedem den seins.
    • Vio Valla 23.10.2017 09:39
      Highlight Highlight @Calvinandboby also ich bin eine absolute Lustesserin und habe einen BMI von 20. Ich denke, wenn das Leben fliesst und man genügend Bewegung und sonst Abwechslung im Leben hat, dazu die Lust sich nicht nur auf Fastfood stürtzt (ich esse auch gerne mal eine ganze Gurke als Snak), kommt man als reine Lustesserin gut durch :)
  • DonDude 22.10.2017 20:49
    Highlight Highlight Fett ist nicht ungesund sondern esenziell!!!
    Da fängts ja schon an. Keine Ahnung von richtiger Ernährung und dann sich fragen wenn man Krank wird. 🙈👻
    • Calvinandboby 22.10.2017 23:52
      Highlight Highlight *essentiell
    • DonDude 23.10.2017 11:48
      Highlight Highlight Gibt es heute schon Prämien für das Melden von Schreibfehlern?

      Da gratuliere ich doch dem Melder. Die elektrische Zahbürste geht an Sie 👏👏👏👏👏👏👏👏
    • Burdleferin 23.10.2017 12:37
      Highlight Highlight Also ich musste über die Korrektur und Deinen darauffolgenden Ärger lachen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 22.10.2017 20:05
    Highlight Highlight Die Krankheit ist leider nicht neu, durch das Internet aber sie massiv gefördert. Magersucht war gestern, heute ist es der Gesundheitswahn.

    Dass sie der Wirtschaft/Gesellschaft/Werbung die Schuld gibt, ist irgendwie verständlich, aber nicht wirklich zweckdienlich.

    Genau in diesem Punkt aber sehe ich es aber anders: Der ganze Gesundheitshype wäre nie entstanden, wenn die Lebensmittelindustrie nicht ständig neue Wege finden würde, uns degenerierte Nahrungsmittel unterzujubeln - um dann wiederum eine "gesunde" Lebensweise zu propagieren.

    Naturbelassene Nahrung, das wärs.
  • Nausicaä 22.10.2017 19:15
    Highlight Highlight Suchterkrankungen haben komplexe Gründe aber wo man etwas machen kann, ist bei der Betreuung der Jugendlichen. Vielleicht lassen die Eltern die Jungen zu sehr mit Social Media alleine. Davor warnen ja auch Medienexperten. Vor allem auf vulnerable Jugendliche, die schon magersüchtig waren oder ähnliches sollte man gut aufpassen und mit ihnen die Inhalte besprechen und einordnen, die sie sich ansehen.
    • Nausicaä 22.10.2017 20:50
      Highlight Highlight Hmm ja stimmt, auch bei anderen Essstörungen gibt es, wenn ich mich richtig erinnere, nach den Adoleszenten bei den Mittedreissig / vierzigern wieder eine grössere gefährdete Gruppe. Für die hab ich auch keine Lösung, auf die kann man ja auch nicht mehr im herkömmlichen Sinn aufpassen. Bei den Adoleszenten sollte man es aber im Auge behalten und im Frühstadium thematisieren und versuchen zu entkräften.
  • FancyFish - Stoppt Zensur! 22.10.2017 18:38
    Highlight Highlight Leute wie sie tun mir nicht im Geringsten Leid. Die laufen jedem neuen Food-Trend, der von Instagram ausgeht nach. Sie verhalten sich wie Fähnchen im Wind die ihren „Idolen“ alles aufs Wort glauben

    Ich weiss echt nicht, ob das zum Lachen oder zum Weinen sein soll
    • trio 22.10.2017 22:22
      Highlight Highlight Eine ganze Generation hat Fett verteufelt, was die Lebensmittel gerne mit teuren Lightprodukten ausnutzte. Die ganze Schuld der Frau zu geben, bringt uns auch nicht weiter.
  • Toerpe Zwerg 22.10.2017 18:17
    Highlight Highlight Krank ist, wenn Essen zu Ernährung wird.
    • Burdleferin 22.10.2017 19:19
      Highlight Highlight Essen ist auch bei vielen gesunden Menschen Lifestyle.
    • Charlie Brown 22.10.2017 19:23
      Highlight Highlight Das scheint eines deiner Mantras zu sein. Essen ist Ernährung - primär. Den Rest - welchen ich liebe und zelebriere - verdanken wir unserem Wohlstand. Mach dir das mal bewusst.
    • Wilhelm Dingo 22.10.2017 19:51
      Highlight Highlight Verstehe ich nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Burdleferin 22.10.2017 17:30
    Highlight Highlight Es ist eine Sucht und eine Sucht ist eine Krankheit. Die Schuld dafür zu suchen, ist müssig.
    Trotzdem ist es billig von ihr der „Wirtschaft“ die schuld zu geben. Ein bisschen Selbstreflexion würde sicher nicht schaden.
    Dazu kommt, dass ich ihr zutraue, dass es ihr nur um Publicity geht.
    Und so was mit einer Krankheit zu betreiben, ist übel.
    • Pierre Beauregard 22.10.2017 20:13
      Highlight Highlight Öhm, Selbstreflektion hat sie hinlängst bewiesen indem sie professionelle Hilfe aufgesucht hat.
    • Burdleferin 22.10.2017 20:41
      Highlight Highlight Mit Selbstreflexion hat ihre Schuldzuweisung nicht viel gemein. Süchte bekämpft man schlicht nicht so.
  • Inspector 22.10.2017 17:25
    Highlight Highlight Zum Glück lernte ich das Essen, als das Leben (wie auch das Essen) noch Spass machen durfte. Heute gibt es Raclette mit Tischgrill. Fleisch, Fett und Co. sowie Wohlbefinden inklusive.
  • Dory..hä? 22.10.2017 16:59
    Highlight Highlight Achtung! First World Bullshit.. nicht reintreten! 💩
    • Madmessie 22.10.2017 21:54
      Highlight Highlight Du glaubst diese Geschichte doch nicht etwa, Rendel?
    • Dory..hä? 22.10.2017 23:38
      Highlight Highlight Mir tut die Frau ja auch leid, doch solcherlei Probleme gibt es beim besten Willen nur in hiesigen paradiesischen Gefilden Rendel, das finde ich wahrlich traurig.
      Eine Reise in ein sogenanntes Entwicklungsland, sowie die Auseinandersetzung mit deren Esskultur sowie dem Nahrungsmittelzugang der restlichen 99% Bewohner dieses Planeten wirkt häufig Wunder. Hat schon so manchem privilegierten Gesundheitsfanatiker die Augen geöffnet.
      Item... ich geh jetzt das Brot von gestern wegschmeissen, es ist ein bisschen hart vorne beim Anschnitt, kostete ja nur 3.50
      und macht eh dick... Ironie aus. 😉
  • Madmessie 22.10.2017 16:17
    Highlight Highlight Ich glaube ihr nicht. Sie will nur die Aufmerksamkeit der Medien um Werbung für ihren Foodblog machen. Und Watson ist darauf reingefallen.
  • Remus 22.10.2017 16:12
    Highlight Highlight Sorry wenn ich es so sage, aber sie macht es sich nun sehr leicht mit der Aussage "Sie prangert die Gesellschaft an...". Klar haben Werbung usw. einen Einfluss. Wenn man dem aber nachgibt ist es in der eigenen Verantwortung.
  • Sine 22.10.2017 16:08
    Highlight Highlight Diese "Phase" hatte ich auch vor ein paar jahren. Eigentlich ass ich nur noch gemüse, früchte, nüsse und getreide (kein weizen, fleisch oder milchprodukte)... ich begann sogar innerlich die menschen als dumm zu betrachten, die sich ungesund (normal) ernähren. Ich ekelte mich davor, diesen "müll" selbst zu essen. 3 mal die woche min. ins fit... tja dann kam meine depression. Ich war in meinem eigenen gefängnis gelandet. B12 und eisenwerte waren im keller. Ich liess mich auf eine therapie ein und esse heute mit freude wieder normal! Schöner nebeneffekt: ich bin nicht mehr mager! 😄👏
  • p4trick 22.10.2017 15:51
    Highlight Highlight Wenn ich dieses Essen sehe drehts mir den Magen um. Brauch jetzt was ungesundes, ich will nie so krank werden dass ich so was essen will!
    • Frausowieso 22.10.2017 16:57
      Highlight Highlight Das andere Extrem ist noch schlimmer. Wer nicht regelmässig gesundes Essen zu sich nimmt, der tritt seinen Körper mit Füssen. Ab und an mal Junk ist nicht tragisch, aber es sollte nur ein kleiner Teil der Ernährung ausmachen.
  • Farson 22.10.2017 15:37
    Highlight Highlight Veganer-bashing in 3..2..1
  • Stichelei 22.10.2017 15:28
    Highlight Highlight Alles, was irgendwann religiöse Züge annimmt, ist für den Menschen in seiner Ganzheit schädlich. Besonders schlimm wird es ja, wenn man anfänglich vom Umfeld für seine gestörte Verhaltensweise noch gelobt wird.
  • Jolene 22.10.2017 15:25
    Highlight Highlight Hauptsache dazwischen sind gefühlt tausend Bilder von dem angeprangerten gesunden Essen. Was soll ich jetzt glauben wenn ich den Artikel lese??
    • Frausowieso 22.10.2017 17:03
      Highlight Highlight es geht nicht darum, dass das Essen nicht gesund ist. Es geht um das krankhafte Verhalten der Betroffenen. Vergleiche es mit Waschen- Händewaschen ist gut (Bakterien abwaschen etc), jedoch leiden manche Menschen an einem Waschzwang. Sie waschen sich hunderte male pro Tag die Hände, bis diese bluten. Die Betroffene leidet an einem Kontrollzwang, der sich auf ihr Essen bezieht. Was sie tut ist nicht primär schlecht, aber es nimmt einen zu grossen Stellenwert ein. Zudem hat sie Angst für ungesundem Essen. Viel mehr Angst, als angebracht wäre. Sie leidet darunter.
  • atomschlaf 22.10.2017 15:23
    Highlight Highlight Tragisch.

    Aber die Verantwortung auf Gesellschaft und Wirtschaft abzuschieben ist doch etwas sehr billig.

    Selbständiges und kritisches Denken wäre angesagt, statt irgendwelchen Hypes nachzurennnen.
    • _kokolorix 22.10.2017 17:49
      Highlight Highlight In so eine Situation kann man immer kommen. Ich habe früher geraucht, obwohl ich mir einbilde sehr selbständig und kritisch zu denken...
      Vielen Menschen ist es nicht so gegeben Dinge zu hinterfragen und zu priorisieren. Dass dies von der Wirtschaft mit Werbung so hemmungslos ausgenutzt werden darf empfinde ich als sehr störend.
      Zusammen mit der sozialen Individualisierung wird das zu einem grossen Problem für viele werden.
      Dank unserer geldgeilen, angeblich vernünftigen, bürgerlichen Politik wird das auch so bleiben, bis die Zustände absolut unhaltbar geworden sind...
    • Sensenmaa 22.10.2017 19:14
      Highlight Highlight Der beste Kommentar bis jetzt. 👍
    • _kokolorix 22.10.2017 20:23
      Highlight Highlight @rich
      Es sind nicht die Produkte an sich, es ist die vorgegaukelte Perfektion welche die Werbung so gefährlich macht
  • Alnothur 22.10.2017 15:10
    Highlight Highlight "Sie prangert die Gesellschaft und die Wirtschaft an" - Hauptsache man selbst ist nie, nie, nie an irgendwas schuld.
    • Hardy18 22.10.2017 15:55
      Highlight Highlight Niemals! 😁
    • Remus 22.10.2017 16:19
      Highlight Highlight @Rendel, die WHO verleitet einem sicher nicht dazu, z.b. keinen Zucker mehr zu essen. Die geben nur Empfehlungen ab bis wohin es noch gesund ist.
      http://m.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/a-1021798.html
      Wenn Sie dann meint ja kein Zucker ist gesünder (Früchte ist sie ja trotzdem...🤔) dann ist das doch ohre eigene Entscheidung
    • _kokolorix 22.10.2017 17:38
      Highlight Highlight Ich meine schon, dass die Wirtschaft mit ihren Werbebotschaften einen ungeheuren Einfluss auf junge Menschen ohne Lebenserfahrung hat.
      Als noch uneingeschränkt für Tabakprodukte Werbung betrieben wurde haben deutlich mehr als die Hälfte der jüngeren Bevölkerung geraucht. Nur so als Beispiel.
      Werbung sollte eingeschränkt werden, und die hemmungslosen Übertreibungen und Lügen sollten als Verbrechen geahndet werden.
      Werbung sollte etwas Verbindliches werden. Was für einen Sinn hat es, wenn in der Werbung völlig unrealistische Dinge versprochen werden?

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