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epa05265406 A handout photgraph made available by the Ong Sos Méditerranée showing migrants on a snking inflatable boat before being rescued by  the Aquarius ship of the humanitarian group SOS Mediterranee, and taken to  Lampesusa, Italy, 18 April 2016. Six bodies were recovered and 108 migrants were rescued from a semi-submerged rubber dinghy as boat arrivals accelerate amid calm seas. A private rescue ship, the Aquarius, run by humanitarian group SOS Mediterranee found the bodies on the rubber dingyon 17 April 2016.  EPA/ONG SOS MEDITERRANEE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Diese Flüchtlinge hier wurden am 18. April gerettet. Andere hatten kein Glück.
Bild: EPA/ONG SOS MEDITERRANEE

Italienische Regierung bestätigt: Hunderte Migranten im Mittelmeer ertrunken

18.04.16, 07:29 18.04.16, 20:29


IEin Bericht des britischen Senders BBC über ein Bootsunglück im Mittelmeer, bei dem Hunderte Flüchtlinge gestorben sein sollen, hat am Montag für Verwirrung gesorgt. Ob sich die Katastrophe wirklich ereignete, konnte bisher nicht bestätigt werden.

Der arabische BBC-Dienst hatte am Montag unter Berufung auf nicht näher genannte ägyptische Berichte gemeldet, bei der Katastrophe seien mehr als 400 Flüchtlinge ertrunken. Insgesamt seien vier Boote im Mittelmeer gesunken.

Dem Sender zufolge kamen die Menschen, die meisten von ihnen aus Somalia, vor der ägyptischen Küste ums Leben. Die verunglückten Menschen waren nach Angaben des italienischen Aussenministeriums in Ägypten Richtung Europa aufgebrochen. Somalische Behörden erklärten, der Funkkontakt sei einen Tag nach dem Verlassen Ägyptens abgebrochen.

Viele Opfer aus Somalia und Somaliland

Der italienische Präsident Sergio Mattarella sprach am Montag von einer Tragödie, die sich offenbar auf See ereignet habe und bei der mehrere Hundert Menschen ertrunken seien. Details nannte er nicht.

epa05265408 One of the 108 migrants on a stretcher after disembarking at Lampesusa's harbour from the Aquarius ship of the humanitarian group SOS Mediterranee, in Lampesusa, Italy, 18 April 2016. Six bodies were recovered and 108 migrants were rescued from a semi-submerged rubber dinghy as boat arrivals accelerate amid calm seas. A private rescue ship, the Aquarius, run by humanitarian group SOS Mediterranee found the bodies on the rubber dingyon 17 April 2016.  EPA/ELIO DESIDERIO

Ein Überlebender der Katastrophe.
Bild: EPA/ANSA

Der somalische Regierungssprecher Abdisalan Aato sagte der Nachrichtenagentur dpa in der Hauptstadt Mogadischu, auf den verunglückten Booten seien rund 500 Migranten gewesen. Ungefähr 200 der Bootsinsassen stammten demnach aus Somalia und der autonomen Region Somaliland.

Der Präsident Somalilands, Ahmed Mohamed Mohamud Silanyo, betonte in einer Mitteilung: «Dieser Unfall, bei dem viele unserer jungen Männer Berichten zufolge ums Leben kamen, hat uns sehr schockiert.» Nach lokalen Medienberichten überlebten nur 23 Migranten das Unglück.

Genaue Umstände unklar

Wo exakt sich die Katastrophe ereignet haben soll und ob ein oder mehrere Boote betroffen waren, blieb allerdings zunächst ebenso unklar wie die genaue Zahl der Toten. Auch zu den Umständen des Unglücks gab es keine präzisen Angaben.

Zahlreiche Behörden versuchten am Montag, mehr Informationen zum Vorfall zusammenzutragen. Allerdings konnten weder das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR noch die Internationale Organisation für Migration (IOM) oder die italienische Küstenwache den Schiffbruch bestätigen.

Auch Frontex-Sprecherin Izabella Cooper konnte keine Angaben zu dem Vorfall machen. Die EU-Grenzschutzagentur sei nicht beteiligt gewesen und habe weder Zahlen noch eine offizielle Bestätigung. Ansprechpartner seien die ägyptischen Behörden.

Weitere Tote auf anderem Boot

Zugleich gab es Berichte über ein weiteres Bootsunglück. Auf einem im Mittelmeer in Seenot geratenen Flüchtlingsboot fanden italienische Rettungskräfte sechs Leichen. 108 weitere Migranten seien gerettet und von einem Schiff aufgenommen worden, nachdem sie zuvor einen Notruf abgesetzt hatten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Sie hätten den Rettern von den Toten auf ihrem Boot erzählt, die daraufhin ebenfalls an Bord geholt worden seien. Das Boot war unweit der libyschen Küste bei schwerem Wellengang in Seenot geraten.

Mitte April vergangenen Jahres war vor der libyschen Küste ein Flüchtlingsboot gekentert. Nach Angaben eines Überlebenden sollen bis zu 950 Menschen an Bord gewesen sein. Mehr als 140 Leichen wurden bislang geborgen, 28 Menschen überlebten das Unglück. (sda/dpa/reu)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bangawow 18.04.2016 23:08
    Highlight Und was lernen wir:
    Die Flüchtlinge kommen eben wegen den Merkel Selfies. Und nur ein echter Schweizer weiss, welches die echten (guten) Flüchtlinge sind.

    Was für ein Quatsch.
    5 9 Melden
  • Lowend 18.04.2016 18:59
    Highlight Läuft hier ein Wettbewerb der echten, rechten Unmenschen, wer den widerlichsten Kommentar absondern kann?

    Mein Beileid gehört den ermordeten Menschen, die eigentlich nur auf der Suche nach besseren Lebensumständen waren und im Grunde genau das gleiche machen, was unsere Vorfahren taten, als sie wegen fehlender Perspektive und wegen Hunger und Armut auswandern mussten.

    Diese Menschen müssen unter anderem auch wegen unserer Asylpolitik sterben und es ist schon widerwärtig, wie sich einige böse Menschen hier fast darüber freuen, dass sie wieder einen Artikel mit ihrer Hetze untermalen können.
    31 41 Melden
    • Stachanowist 18.04.2016 20:45
      Highlight An Polemik und mangelnder Seriosität ist Ihr Beitrag kaum zu übertreffen. 1: Es wurde niemand ermordet. 2. Der Vergleich mit den Schweizern im 19. Jahrhundert wird nicht besser, wenn man ihn zum hundertsten Mal wiederkäut. Die USA hatten damals keine Sozialsysteme, haben Kranke und Schwache rigoros abgewiesen und waren ein Staat, der Immigranten aktiv ins Land rief.

      Die immer noch korrekte Faustregel ist leider: Sozialsysteme und kontrollierte Migration ODER keine Sozialsysteme und open borders. Europa heute ist Ersteres, die USA im 19. Jahrhundert. Zweiteres. Entscheiden Sie sich.
      32 14 Melden
    • Lowend 18.04.2016 21:40
      Highlight Diese Menschen werden durch unsere Ignoranz und Kaltherzigkeit ausgehungert und in den Tod getrieben. Darum werden sie ermordet. Wir lassen es zu, dass alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt und somit von uns ermordet wird, aber wir schaffen es, in den hintersten Winkel der Welt Waffen zu exportieren, aber offenbar keine Lebensmittel, oder medizinische Hilfe. Wir hätten die Möglichkeiten, unterlassen aber die Hilfe und darum werden diese Menschen von der westlichen Zivilisation ermordet. Wer das nicht akzeptiert, lügt sich in seinem grenzenlosen Egoismus nur selber an.
      17 25 Melden
  • Menel 18.04.2016 17:20
    Highlight 😔



    10 21 Melden
  • Retarded Wizard 18.04.2016 16:17
    Highlight Wir und die EU haben doch Lybien von Gadaffi "befreit".

    Danach haben wir Frieden und Ordnung in das Land gebracht, demokratische Wahlen "ermöglicht".

    Dasselbe passierte im Irak durch die friedliche "Befreiung" der irakischen Bevölkerung von Saddam Husseins bösem Regime.

    In diversen weiteren umliegenden Staaten genau dasselbe.

    Nun ist in allen befreiten Staaten Chaos wo zuvor Ordnung herrschte, die halbe Bevölkerung ist auf der Flucht oder Reise nach Europa.

    Es ist längst überfällig sich bewusst zu werden, dass nicht die Diktatoren das Problem waren, sondern wir.
    37 28 Melden
    • simiimi 18.04.2016 18:13
      Highlight Wir? Klär mich bitte auf, wie genau die Schweiz einmal ein Land destabilisiert hat
      15 9 Melden
    • Jol Bear 18.04.2016 18:16
      Highlight Ganz so einfach dürfte es auch nicht sein. Unter der Herrschaft der Diktatoren werden regimekritische Leute eingebuchtet, gefoltert, hingerichtet. Dank abgeriegelter Grenzen merken wir Europäer zwar nichts von denen, aber Leid und Not dürften kaum geringer sein. Die dichten Grenzen unter den Diktatoren verschont Europa allerdings von den "Wirtschaftsflüchtlingen", wie es der alte Gaddafi jeweils immer wieder betont hatte...
      8 5 Melden
    • Retarded Wizard 18.04.2016 19:29
      2 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 18.04.2016 15:08
    Highlight Es wäre an der Zeit, dass die EU *echte* Flüchtlinge direkt aus den UNHCR-Lagern holt und nach abgeschlossenem Asylverfahren und Sicherheitsprüfung sicher nach Europa transportiert.
    Parallel dazu wären die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen und auch klar zu kommunizieren, dass alle die illegal über das Meer oder auf anderen Wegen kommen, keinerlei Anrecht auf Asyl, Aufenthalt, Sozialhilfe oder sonstwas haben und subito zurückgeführt werden. Und das dann auch rigoros durchsetzen.
    103 17 Melden
    • Maxx 18.04.2016 16:40
      Highlight Die meisten die umgekommen sind, waren wohl Migranten aus Libyen kommend. Das sind meistens Immigranten aus Schwarz-Afrikaner (siehe Rundschau Beitrag von letzter Woche). Die werden es so oder so versuchen zu kommen. Die suchen ein besseres Leben in Europa und landen dann meistens in den Sozialnetzen. Da verdienen Sie ein vielfaches mehr als wenn sie zu Hause arbeiten würden. 30'000 Eritreer, davon sind 80% nach 5 Jahren immer noch ohne Arbeit und abhängig von der Sozialleistung.
      31 5 Melden
    • Fabio74 18.04.2016 17:06
      Highlight Man muss naiv sein zu glauben, dass dann keiner mehr kommt. Da die Grenze nicht 100% überwacht werden kann und es immer Menschen gibt , die Migranten schwarz beschäftigen, löst sich das Problem nicht
      10 26 Melden
    • Pisti 18.04.2016 17:38
      Highlight Und wieso soll nur die EU "echte Flüchtlinge" aufnehmen? Europa hat genügend aufgenommen. Es ist an der Zeit dass auch mal andere Staaten Flüchtlinge aufnehmen.
      19 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Illuminati 18.04.2016 14:33
    Highlight Ohh nein:(((((
    Sowas macht mich unendlich traurig, denn es kann mir niemand erzählen, dass man diese illegale Schlepper nicht stoppen könnte!
    Da wird einfach nichts unternommen und es sollten die Verantwortlichen zur rechenschaft gezogen werden, das kann doch nicht so weitergehen!
    37 4 Melden
    • Maxx 18.04.2016 16:43
      Highlight Die Illegalen Schlepper sind z.B in Libyen ehemalige Polizisten oder Grenzwächter die mit der neuen Regierung (oder wie man das nennt) keinen Job und keine Aufgabe mehr haben.

      Diese haben nun einen lukrativen Nebenverdienst gefunden. Das ist nicht die Ital. Mafia oder so. Das sind einfach Menschen wie Du und Ich die kein Geld mehr verdienen und so ihr Budget verbessern. Und in Libyen ist man froh, wenn die Fremden wieder weg sind - alle sind froh wenn sie wieder weg sind. Traurig aber wahr.
      7 3 Melden
  • Grundi72 18.04.2016 14:17
    Highlight Danke Frau Merkel..

    Motivieren sie noch mehr Menschen sich solche Risiken auszusetzten!

    Wo sind denn nun die Leute vom Münchner Bahnhof unterdessen mit den Refugees Welcom Tafeln hin?! Die sollten sich bitte um die Angehörigen der Toten kümmern! Ah nein, heute Abend lieber Rennvelo putzen, evtl noch ein Glas Biowein...
    72 45 Melden
    • Fabio74 18.04.2016 17:08
      Highlight Merkel ist schuld. Möchte auch so ein einfaches Denken haben
      16 22 Melden
    • Maxx 18.04.2016 17:31
      Highlight Merkel ist nicht Auslöserin des Weltweiten Flüchtling Problem. Aber Sie hat effektiv in den Medien gesagt, alle dürfen kommen. Zudem hat Sie in einer Hau-Ruck Aktion ohne die anderen Europ. Staaten zu konsultieren, die Flüchtlinge aus Ungarn geholt. Auch ihre Selfies wurden in der "Flüchtlingswelt" als Einladung interpretiert.

      Diesen Fakt unterstützen die vielen Interviews vor Ort, wo die Flüchtlinge sagen; Mrs. Merkel has invited us and she has promised us a house and a Job.

      Die Schlepper manipulierten dann noch die Aussagen auf den Soz. Netzwerken, sodass die Einladung perfekt war.
      26 5 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 18.04.2016 17:57
      Highlight Maxx ist der einzige in diesem Komment der sich informiert hat, ohne Merkels Einladung wäre der Strom deutlich Geringer. Es war Merkel die die Zahlen vervielfacht hat.
      13 5 Melden
  • Paco69 18.04.2016 09:58
    Highlight Nach dem Flüchtlings-Deal mit der Türkei muss Europa nun hoffen, dass R. Erdogan nicht noch ganz austickt und aus der repressiven Demokratie eine Diktatur macht und in der Türkei selbst ein richtiger Bürgerkrieg ausbricht.
    Dann wäre das Flüchlingsrücknahme-Abkommen nämlich nichtig und Europa müsste dann mindestens 5 Millionen türkische Flüchtlinge und noch mehr Kurden aufnehmen.
    25 39 Melden
    • Datsyuk * 18.04.2016 11:31
      Highlight Es sterben wieder Menschen und du nutzt die Gelegenheit, um Angst vor Flüchtlingen zu schüren. Oder was machst du?
      48 49 Melden
    • Donald 18.04.2016 14:04
      Highlight Du bist Offtopic. Hier geht es nicht um syrische Flüchtlinge.
      24 1 Melden
    • Eskimo 18.04.2016 14:33
      Highlight @Donald Richtig. Es geht nicht um Flüchtlinge sondern um Migranten.
      14 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Migranten in Italien: Hass, Hetze und Gewalt

In Italien häufen sich die Attacken auf Menschen mit dunkler Haut. Der Staatspräsident spricht von «Barbarei», Kirchenmänner von «Rassismus» – die Regierung hält Berichte dazu für erfundenen «Unsinn».

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