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Elon Musk

Elon Musk im Paranoia-Modus: Alle Twitter-Gebäude temporär geschlossen

FILE - A Twitter logo hangs outside the company's San Francisco offices on Tuesday, Nov. 1, 2022. Reacting to the tumult and mass layoffs at Twitter under its new owner Elon Musk, a group of Democrati ...
Twitter-Hauptsitz in San Francisco. Elon Musk und sein Management-Team befürchteten laut Insidern Sabotage-Akte durch enttäuschte Angestellte.Bild: keystone

Elon Musk im Paranoia-Modus: Alle Twitter-Bürogebäude temporär geschlossen

Bei Twitter sollen Hunderte Angestellte gekündigt haben, nachdem ihnen der neue Boss eine Frist gesetzt hatte. Dann war plötzlich der Zutritt auch mit Firmen-Badge nicht mehr möglich.
18.11.2022, 06:4518.11.2022, 08:14

Bei Twitter kehrt keine Ruhe ein: Nach einem Ultimatum von Elon Musk an die verbliebenen Angestellten haben offenbar viele Angestellte gekündigt.

Der «Spectator Index» und der Technologie-Insiderdienst Platformer berichten, dass Twitter die Büros in San Francisco geschlossen habe und Mitarbeitende keinen Zutritt mehr hätten.

«Twitter hat soeben seine Angestellten darüber informiert, dass ab sofort alle Bürogebäude vorübergehend geschlossen sind und der Zugang mit Badge [Ausweis] gesperrt ist. Es wurden keine Einzelheiten zu den Gründen genannt.

Wir haben gehört, dass Elon Musk und sein Team Angst haben, dass die Angestellten das Unternehmen sabotieren könnten. Ausserdem versuchen sie immer noch herauszufinden, welchen Twitter-Mitarbeitern sie den Zugang streichen müssen.»
Zoë Schiffer, US-Techjournalistinquelle: twitter
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screenshot: twitter

Update: In der Zwischenzeit sorgte ein angeblicher Twitter-Angestellter für Verwirrung, der behauptete, er sei für die Zutrittsberechtigungen verantwortlich gewesen.

«Ich wurde heute Nachmittag von Twitter entlassen. Ich war für die Verwaltung des Zugangs zu den Twitter-Büros mit Badges zuständig.

Elon hat mich gerade angerufen und gefragt, ob ich zurückkommen könnte, um ihnen zu helfen, den Zugang zum Hauptquartier wiederherzustellen, da sie alle Badges abgeschaltet und sich versehentlich ausgesperrt haben.»
quelle: twitter

Dabei handelt es sich um einen Parodie-Account und Twitter blendet zum entsprechenden Tweet offenbar eine Warnung ein, dass es sich um einen Scherz handle.

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screenshot: twitter

Zahlreiche Kündigungen

Musk hatte die Twitter-Belegschaft vor die Wahl gestellt, entweder länger und härter zu arbeiten oder aber die Firma verlassen zu müssen. Wer gehe, bekomme drei Monate Gehalt ausgezahlt. Für einen Erfolg «werden wir extrem Hardcore sein müssen», erklärte er.

Vor kurzem erst hat Musk fast die Hälfte der Belegschaft des Kurznachrichtendienstes entlassen. Die «New York Times» (NYT) berichtete, dass kurz vor Ablauf der von Musk gesetzten Frist um 17 Uhr Ortszeit Hunderte Kündigungen eingegangen seien. Dies bestätigte auch die Tech-Webseite The Verge, die sich auf interne Nachrichten auf Slack berief.

Laut Reuters gibt es erste Anzeichen eines Massenexodus vonseiten der Belegschaft. Auf einer Webseite, die Mitarbeiterzufriedenheit misst, haben dem Bericht zufolge bei einer Umfrage 42 Prozent von 180 Twitter-Angestellten gesagt, sie wollten das Unternehmen verlassen.

«Die Designer, die das ‹Blue Verified›-Projekt von Elon Musk leiten, und der leitende Web-Ingenieur sind raus. Viele Twitter-Mitarbeiter, die kritische Infrastrukturen betreuten, haben gekündigt. Das Unternehmen wird morgen ganz anders aussehen.»
Zoë Schiffer, US-Techjournalistinquelle: twitter

Laut Zoë Schiffer wurden Twitter-Angestellten informiert:

Die Büros werden am 21. November wieder geöffnet. In der Zwischenzeit: «Bitte halten Sie sich weiterhin an die Unternehmensrichtlinien, indem Sie davon absehen, vertrauliche Unternehmensinformationen in den sozialen Medien, mit der Presse oder anderswo zu diskutieren.»

Musk und seine Berater haben sich nach Angaben der NYT mit Führungskräften getroffen, um Abwanderungen zu verhindern. Er habe unklare E-Mails über die Möglichkeit verschickt, doch von Zuhause aus arbeiten zu können. Kurz nach der Übernahme hatte Musk angekündigt, die Home-Office-Option zu streichen. Dagegen regte sich Widerstand in der Belegschaft, es wurde sogar eine Klage eingereicht.

Twitter selbst hat sich bislang nicht geäussert – wohl auch, weil Musk die Presseabteilung unlängst geschlossen hat.

Musk, der Chef und Miteigentümer von Tesla und SpaceX, hielt sich bislang bedeckt. Auf Twitter schrieb er lediglich: «Wie machst du ein kleines Vermögen in sozialen Medien? Fange mit einem grossen an». Der Multimilliardär hat (zusammen mit finanzkräftigen Investoren) rund 44 Milliarden Dollar für die Übernahme des Unternehmens bezahlt.

Behörde soll prüfen

Dem Unternehmer droht auch von offizieller Seite Ungemach. Sieben Senatoren haben die US-Konsumentenschutzbehörde FTC aufgerufen, die jüngsten Vorgänge bei Twitter zu prüfen.

Das Unternehmen gehe ohne Rücksicht auf die User vor, hiess es am Donnerstag in dem Schreiben der Demokraten an die FTC-Vorsitzende Lina Khan. «In den vergangenen Wochen hat der neue Twitter-Chef Elon Musk alarmierende Schritte unternommen, die die Integrität und Sicherheit der Plattform untergraben haben», schrieben sie weiter.

Die FTC soll zudem prüfen, ob der Tesla-Chef mit seinem Vorgehen eine im Mai geschlossene Vereinbarung mit der Behörde verletzt habe.

Quellen

(dsc/t-online.de)

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185 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hierundjetzt
18.11.2022 07:35registriert Mai 2015
Soooo arbeitet also Musk. Wow. Brrr

44‘000‘000‘000 ausgeben und die Firma wegen kompletter Unfähigkeit innert Wochen an die Wand fahren.

Und so einer baut Autos 😂😂😂😂
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The Moose
18.11.2022 07:35registriert März 2019
Das wird mal ein interessanter Business-case werden.... So viel Geld ausgeben für eine Übernahme und dann innert Wochen selber alles kaputt machen....
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Grobianismus
18.11.2022 07:36registriert Februar 2022
Sehr unorthodoxer Weg ein Unternehmen zu zerstören. Da ich kein Twitter habe und Musk viel Geld dafür gezahlt hat, soll der doch machen, was er will.
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