DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Blutiger «Marsch der Rückkehr»: Tote und 1400 Verletzte in Gaza

epa06636315 Palestinians children hold up a Palestinian and Algerian flags during preparation for mass protests along the border between Israel and Gaza Strip, in the eastern Beit Hanun towm in the northern Gaza Strip on, 29 March 2018. Protesters plan to call for the right of Palestinian refugees across the Middle East to return to homes they fled in the war surrounding the 1948 creation of Israel.  EPA/MOHAMMED SABER

Bild: EPA/EPA

In Gaza kommt es zu den massivsten Protesten seit der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt. Die Palästinenser fordern die Rückkehr in die alte Heimat. Israels Armee schiesst scharf. Mindestens 15 Palästinenser werden getötet.



Blutige Bilanz beim «Marsch der Rückkehr» im Gazastreifen: Bei Zusammenstössen mit der israelischen Armee sind am Freitag mindestens 15 Palästinenser getötet worden, einer von ihnen schon vor Beginn der Proteste am frühen Morgen. Rund 1400 Demonstranten wurden an der Grenze zu Israel verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte.

Dem Palästinensischen Roten Halbmond zufolge erlitten über 200 Palästinenser Schussverletzungen. Die meisten wurden durch Tränengas verletzt.

epa06637241 Palestinians carry the body of youth who was shot dead by Israeli troops during clashes after protests along the border between Israel and Gaza Strip, in the eastern Beit Hanun town, in the northern Gaza Strip, 30 March 2018. Seven Palestinians were kiled and more 500 others injured during the clashes along the border with Israel. Clashes erupted in various locations in the West Bank and alongside the Israeli borders with Gaza as Palestinians hold protests on the occasion of Land Day, the annual day commemorating the events of 30 March 1976 when marches and a general strike was organized in the Arab towns in the occupied lands. The 1976 marches were against the Israeli government announcement to expropriate thousands of acres of land for settlement. Its considered a day for the right of Palestinians to return to their land.  EPA/MOHAMMED SABER

Bild: EPA/EPA

Nach Aussage der israelischen Armee haben deren Soldaten bei den gewaltsamen Protesten an der Grenze gezielt auf Rädelsführer geschossen. Ein Sprecher sprach von mehr als 30'000 Demonstranten. An vielen Stellen hätten junge Männer versucht, die Grenzbefestigungen zu durchbrechen. Auf sie sei scharf geschossen worden. Alle Todesopfer seien junge Männer im Alter zwischen 18 und 34 Jahren.

Zwei der getöteten Palästinenser wurden nach Angaben aus Gaza Opfer von israelischem Panzerfeuer bei Beit Hanoun im Norden des Küstenstreifens. Nach palästinensischen Medienberichten waren mehr als 20'000 Menschen zum «Marsch der Rückkehr» gekommen.

«Recht auf Rückkehr» für Flüchtlinge

Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein «Recht auf Rückkehr» für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab. Auch im Westjordanland gab es vereinzelt Proteste.

Fotos zeigten zahlreiche Zelte im Grenzgebiet, Menschen schwenkten palästinensische Flaggen. Demonstranten verbrannten Bilder von US-Präsident Donald Trump. Die USA hatten im Dezember einseitig Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt und damit den Zorn der Palästinenser auf sich gezogen. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat neben Israel.

A Palestinian protester slings stones towards Israeli soldiers during clashes with Israeli troops along the Gaza Strip border with Israel, east of Khan Younis, Gaza Strip, Friday, March 30, 2018. (AP Photo/Adel Hana)

Bild: AP/AP

Die Hamas schickte während des Protests nach Angaben der israelischen Armee eine Siebenjährige über den Sicherheitszaun. Das Mädchen sei über den Zaun nach Israel geklettert, sagte ein Sprecher der Armee. Die Armee habe dafür gesorgt, dass das Kind wieder sicher zu seinen Eltern zurückkomme.

Botschaft an Trump

Die Massenproteste sind nach Angaben der Hamas eine Botschaft an Trump. Für den von Trump angekündigten Friedensplan für Israel und die Palästinenser gelte: «Es gibt kein Zugeständnis in Bezug auf Jerusalem, keine Alternative zu Palästina und keine Lösung, ausser zurückzukehren», sagte Hamas-Chef Ismail Hanija am Freitag. Der «Marsch der Rückkehr» sei der Anfang der Rückkehr in das historische Palästina. Hanija nahm ebenfalls an der Aktion teil.

Die USA, die EU und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Sie hatte 2007 die Macht in dem Küstengebiet an sich gerissen.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman warnte die Menschen vor einer Annäherung an den Grenzzaun. «Jeder, der sich dem Zaun nähert, riskiert sein Leben», schrieb Lieberman auf Twitter auf Arabisch. Die Armee hatte nach einem Bericht der israelischen Nachrichtenseite «ynet» bereits vor den Protesten mehr als 100 Scharfschützen in der Nähe der Grenze postiert.

epa06636764 Israeli soldiers take positions at the Israeli Gaza border near Nir Am and next to the Gaza town of Beit Hanun, 30 March 2018. The Israeli army is on high alert and deployed sharpshooters along the border as they expect thousands of people from Gaza, to answer Hamas call to marking the 42 anniversary of the Land Day next to the Border.  EPA/ATEF SAFADI

Bild: EPA/EPA

In der Nacht zum Freitag war ein Palästinenser nach Angaben des Gesundheitsministeriums von israelischen Soldaten erschossen worden. Die israelische Armee teilte mit, ein Panzer habe in der Nacht das Feuer auf zwei Verdächtige eröffnet, die sich im südlichen Teil des Küstengebietes dem Sicherheitszaun genähert hätten.

Proteste dauern bis Mitte Mai

Die Proteste sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700'000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden. Am 14. Mai wollen die USA zudem die US-Botschaft in Jerusalem eröffnen.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es am 30. März zu Protesten in den Palästinensergebieten. Am «Tag des Bodens» gedenken die Palästinenser stets massiver Landenteignungen und sechs israelischer Araber, die am 30. März 1976 in dem Ort Sachnin von der israelischen Polizei getötet wurden. Sie hatten gegen die Beschlagnahmung arabischen Bodens protestiert. (sda/dpa/reu/afp)

Ninja-Style zwischen den Trümmern von Gaza

1 / 16
Ninja-Style zwischen den Trümmern von Gaza
quelle: x01571 / mohammed salem
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

[10.11.15, dhr] Der Nahostkonflikt

Human Rights Watch wirft Palästinensern «systematische Folter» vor

Link zum Artikel

Nach Raketeneinschlag: Israel fliegt Luftangriffe auf Gazastreifen

Link zum Artikel

Israel fliegt Angriffe in Gaza – zwei Tote

Link zum Artikel

USA stellen Hilfe für Palästinenser-Hilfswerk der UN ein

Link zum Artikel

Waffenruhe in Nahost – Palästinenser erklären Ende der Kämpfe

Link zum Artikel

Die Uno ist zurück auf den Golanhöhen

Link zum Artikel

Cassis in Jordanien: «Die Verschiebung der US-Botschaft gleicht einem Sprung ins Leere»

Link zum Artikel

«Eine deutliche Mehrheit hält die Reaktionen der israelischen Armee für gerechtfertigt»

Link zum Artikel

So viele Tote wie seit Jahren nicht mehr in Gaza ++ USA blockieren Untersuchung

Link zum Artikel

Israel und der Iran greifen sich in Syrien gegenseitig an

Link zum Artikel

Messerattacken in Israel: Überwachungskamera filmt Angriff

Link zum Artikel

Obama und Netanjahu bekräftigen trotz «starken Differenzen» Bündnis zwischen ihren Ländern

Link zum Artikel

Die Gewalt zwischen Palästinensern eskaliert von Neuem: 6 neue Attacken am Wochenende

Link zum Artikel

Neue Krawalle: Mindestens 90 Palästinenser bei Strassenschlachten mit Israels Sicherheitskräften verletzt

Link zum Artikel

Schon wieder Messerattacken in Jerusalem – zwei Angreifer erschossen

Link zum Artikel

Streit um Videoüberwachung auf dem Tempelberg: Polizei stoppt Installation von Kameras

Link zum Artikel

Israel nimmt führenden Hamas-Vertreter gefangen

Link zum Artikel

Zehntausende Israelis gedenken Izchak Rabin – Clinton hält flammende Rede für den Frieden

Link zum Artikel

Netanjahus Medienberater: John Kerry hat «die mentale Reife eines Zwölfjährigen»

Link zum Artikel

Kein Ende der Gewalt in Israel: Drei Palästinenser nach Messerattacken erschossen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

BoJo fliegt 400 km mit dem Jet an den G7-Gipfel, um den Klimawandel zu diskutieren

Der britische Premierminister Boris Johnson ist gestern in Cornwall eingetroffen, um mit den bedeutendsten Industrienationen über diverse Themen zu diskutieren. Hoch auf der Tagesordnung steht dabei auch der Klimawandel.

Es werde ein intensiver und wichtiger Gipfel werden, schreibt Johnson weiter. Er könne es kaum erwarten, loszulegen.

Luke Pollard, Schatten-Umweltminister der Opposition, konnte es sich nicht verkneifen, die Ironie der Situation hervorzustreichen:

Denn eine der wichtigsten …

Artikel lesen
Link zum Artikel