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Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Franziska Teuscher, Gemeinderätin Stadt Bern unterhalten sich in einen Schlafraum bei ihrem Besuch der Asylunterkunft im ehemaligen Zieglerspital.
Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Franziska Teuscher, Gemeinderätin Stadt Bern unterhalten sich in einen Schlafraum bei ihrem Besuch der Asylunterkunft im ehemaligen Zieglerspital.
Bild: KEYSTONE

Zieglerspital in Bern: Wo früher Patienten versorgt wurden, leben bald Asylsuchende 

Das leerstehende Berner Zieglerspital wird ab der kommenden Woche als sechstes Bundesasylzentrum genutzt.
30.04.2016, 13:55

Auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga liess sich am Samstag die umgenutzten Räumlichkeiten zeigen. Ihr Besuch am Tag der offenen Tür war ein Heimspiel: Das Zieglerspital liegt an der Grenze der Stadt Bern zu Sommarugas Wohngemeinde Köniz.

Die Justizministerin unterstrich, mehr als 200 Bewohnerinnen und Bewohner von Bern und Köniz seien bereit für ehrenamtliche Arbeit zugunsten der Asylsuchenden. Das freiwillige Engagement sei eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Betrieb des Zentrums.

    Asylgesetz
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Das Zieglerspital wurde letzten Sommer im Zug einer Strukturbereinigung im bernischen Spitalwesen geschlossen. Im früheren Bettenhochhaus kann der Bund nun sein sechstes Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) eröffnen. Der Betrieb ist auf acht Jahre befristet.

«Einfamilienhäuser und Wohnungen kommen für uns nicht in Frage», betonte Büschi. «Das wäre ineffizient. Und Enteignungen sind ein Quatsch, sie wären eine schlechte Voraussetzung für die Integration eines Zentrums in ein Quartier.»
Barbara Büschi, stellvertretende Direktorin im Staatssekretariat für Migration (SEM)

Vorerst sollen 150 Menschen untergebracht werden, später bis zu 350. Die dafür nötigen Umbauarbeiten sind laut Bund im Sommer 2017 abgeschlossen. Bis dahin kann der Kanton in einem weiteren Gebäude auf dem Spitalareal eine eigene Asylunterkunft mit 200 Plätzen weiterbetreiben.

«Räumlichkeiten ideal»

Für den Bund seien die Räumlichkeiten ideal, sagte Barbara Büschi, stellvertretende Direktorin im Staatssekretariat für Migration (SEM). Die Grösse des ehemaligen Spitals gewährleiste einen wirtschaftlichen Betrieb, der Standort sei verkehrstechnisch gut erschlossen und das Raumkonzept entspreche den Anforderungen der Behörden.

«Einfamilienhäuser und Wohnungen kommen für uns nicht in Frage», betonte Büschi. «Das wäre ineffizient. Und Enteignungen sind ein Quatsch, sie wären eine schlechte Voraussetzung für die Integration eines Zentrums in ein Quartier.» Gegner des am 5. Juni vors Volk kommenden Asylgesetzes befürchten, die Revision ebne den Weg für Enteignungen, wenn der Bund Asylunterkünfte brauche.

Maximal 90 Tage

Bundesrätin Sommaruga liess sich am Samstag durch das umgenutzte Bettenhochhaus führen, das immer noch stark an ein Spital erinnert und auch so riecht. Im EVZ werden die Asylsuchenden empfangen und registriert, maximal 90 Tage bleiben sie hier, ehe sie allenfalls einem Kanton zugeteilt werden.

Im EVZ haben die Asylsuchenden auch die Möglichkeit, eine unverbindliche und vertrauliche Rückkehrberatung aufzusuchen, wie Vertreter des Bundes bei der Besichtigung betonten. Dieses Angebot werde durchaus genutzt. Wichtig sei im übrigen, dass es für die Bewohner des Zentrums Beschäftigungsmöglichkeiten gebe. Gerade in diesem Bereich sei die Freiwilligenarbeit von grosser Bedeutung. (wst/sda)

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