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Israel soll Schweizer Diplomaten Zugang zu Gazastreifen verboten haben

Israel soll Schweizer Diplomaten Zugang zu Gazastreifen verboten haben

29.11.2017, 15:3229.11.2017, 18:19
Members of the Swiss army seen next to the flags of Switzerland and Israel during an official visit of Israel's Defense Minister Moshe Ya'alon in Kehrsatz near Bern, Switzerland, Thursday, F ...
Bild: KEYSTONE

Israel soll Schweizer Diplomaten den Zugang zum Gazastreifen untersagt haben, nachdem einige von ihnen dort Vertreter der Palästinenserorganisation Hamas getroffen hatten. Das Schweizer Aussendepartement ist deswegen mit den israelischen Behörden in Kontakt.

Man nehme die verschiedenen Medienberichte zur Kenntnis, welche über das Verbot informieren, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Das EDA habe Kontakt zu den zuständigen Behörden in Israel, um den Sachverhalt zu klären und gegebenenfalls eine Lösung zu finden.

Wie ein israelischer Regierungsmitarbeiter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch sagte, soll das von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman verhängte Verbot so lange in Kraft bleiben, bis Israel dazu Erläuterungen von Schweizer Seite erhalte.

Treffen öffentlich gemacht

Der Schweizer Vertreter bei der Palästinensischen Autonomiebehörde, Julien Thöni, hatte am Dienstag im Gazastreifen den starken Mann der Hamas, Jahia Sinwar, getroffen. Einige Tage zuvor waren schweizerische Diplomaten mit anderen Führern der radikalislamischen Organisation zusammengetroffen.

Die israelischen Behörden nehmen unter anderem Anstoss daran, dass die Begegnungen öffentlich gemacht wurden, wie das israelische Militärradio berichtete. So veröffentlichte die Hamas auf ihrer Internetseite Fotos vom Treffen zwischen Thöni und Sinwar.

Bis Freitag soll die seit 2007 im Gazastreifen regierende Hamas ihre Machtbefugnisse an die international anerkannte Autonomiebehörde übertragen.

Israel, die USA und die Europäische Union sehen die Hamas als Terrororganisation an. Die Schweiz unterhält anders als die USA und die EU Kontakte zur Hamas-Führung. Sie tritt auf der Suche nach einer Friedenslösung und bei der Verteidigung der Menschenrechte für einen Dialog mit allen am israelisch-palästinensischen Konflikt beteiligten Kräften ein.

Schweizer Diplomaten begeben sich regelmässig über den Grenzübergang Eres nach Gaza. Israel kontrolliert – mit Ausnahme der fast durchweg geschlossenen ägyptischen Grenze – sämtliche Übergänge zu dem Palästinensergebiet. (sda/afp)

[10.11.15, dhr] Der Nahostkonflikt
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