Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.


Bund hält brisante Fakten über kriminelle Ausländer unter Verschluss

31.01.16, 08:03 31.01.16, 08:30

Die Schweiz debattiert über die Durchsetzungs-Initiative. Gegner wie Befürworter arbeiten, wie schon bei der Ausschaffungs-Initiative, mit Mutmassungen und Annahmen. Zahlen und Fakten wären von grösstem öffentlichem Interesse: Aus welchen Ländern kommen die Ausländer, die in der Schweiz verurteilt werden – und kann man sie dorthin zurückschaffen? Antworten könnte die Strafurteilsstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) liefern. Darin wird bei verurteilten Ausländern das «Herkunftsland» festgehalten. Doch das BFS weigert sich, diese Angaben zu publizieren, wie der SonntagsBlick berichtet.

Das Amt bezieht sich auf «spezielle Geheimhaltungsnormen». Georges-Simon Ulrich, der Direktor des BFS, will sich nicht äussern. Er schickt einen Sprecher vor, der erklärt, man habe das Interesse durchaus erkannt. Allerdings sei es nicht einfach, die Zahlen so aufzubereiten, dass sie vom Volk nicht missverstanden würden. Vor der Durchsetzungs-Initiative fordern jetzt auch andere Parteien detaillierte Fakten.

Umfrage

Muss der Bund Fakten über kriminelle AusländerInnen preisgeben?

467 Votes zu: Muss der Bund Fakten über kriminelle AusländerInnen preisgeben?

  • 85%Ja.
  • 9%Nein.
  • 5%Egal.

«Sicher wäre es sinnvoll, die Delinquenten nach Herkunft und nach Deliktart zu kennen», sagt Nationalrätin Kathy Riklin (CVP, 63). FDP-Präsident Philipp Müller (63): «Wir wissen nicht, welche Auswirkungen Ausschaffungen auf die Bilateralen haben, wenn wir die Nationalitäten der Straftäter nicht kennen.» Sogar Nationalrätin Min Li Marti (SP, 41) ist für die Publikation der Statistik: «Wenn aber alle Daten detailliert ausgewertet und präsentiert werden, ist das unproblematisch.»

Durchsetzungs-Initiative

7 Gründe, warum das Nein zur DSI ein historischer Entscheid ist

DSI-Nein: Ein Stimmvolk, das sich schlau macht, ist ein übermächtiger Gegner für die SVP

Die SBB erliegen dem heissesten Abstimmungskampf seit Jahren – wie jeden Winter dem ersten Schnee

Der «Appenzeller Volksfreund» schreibt etwas vom Besten über die DSI und sorgt damit für einen Dorf-Knatsch

DSI-«Arena»: Ein alter Berner Secondo sagt, wie's ist – und Guts und Amstutz' Abend ist gelaufen

Tippspiel zur Abstimmung: 47,5 Prozent legen ein Ja zur DSI ein

Das Hakenkreuz ist weg – dafür hat die SBB jetzt einen Shitstorm am Hals

NEIN, NO, NON – die DSI-Gegner kaufen eine ganze Seite in der «Weltwoche» 

Weil wir stimmen, wie wir liken: Siegt die Durchsetzungs-Initiative, dann auch wegen des Namens 

21 aktive oder ehemalige SVPler, die sich nicht ans Gesetz hielten

Die Eindrittel-Rösti: Der «Club» zur Durchsetzungsinitiative in Zahlen

Von der Härtefall- zur Täterschutzklausel: Wie die SVP die Sprache instrumentalisiert

SVP-Nationalrat Heinz Brand: «Die Durchsetzungs-Initiative ist möglicherweise nicht perfekt, aber ...»

Durchsetzungs-«Arena»: SVPler amüsieren sich über hässige Sommaruga 

Alles auf einen Blick: So verschärft sollen wir nach dem 28. Februar ausschaffen

Staatsanwälte schalten sich in die Durchsetzungs-Debatte ein: «Die Initiative ist nicht praktikabel»​

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

16
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Unkalmar 01.02.2016 23:06
    Highlight Die Regierung will nicht, dass ich weiss. Ich soll glauben. Ich soll glauben, dass die Regierung weiss, was gut für mich ist. Wenn sie mir aber dabei etwas verschweigt, sie dazu noch mich für dumm hält, dann spiele ich nicht mit. Aus purem Trotz werde ich grinsend die DSI annehmen. Einzig wegen dieser Posse des BfS. Die sollen blöd aus der Röhre gucken!
    3 0 Melden
    • Unkalmar 02.02.2016 08:57
      Highlight @Rhabarber: Es soll klug sein, jenen zu glauben, die mich und jeden anderen aufrechten Schweizer über den Tisch ziehen, dadurch dass sie Billigstarbeiter importieren, Lohndumping fördern, immer neue und höhere Gebühren und Abgaben erfinden, während ausländische Unternehmen steuerbefreit sind, und reiche Ausländer fast nichts zahlen müssen, dank Pauschalbesteuerung?
      Die DSI trifft die Richtigen. Menschenrechte sind immer nur eine Ausrede von verantwortungslosen Weicheiern. Die Schweiz den Schweizern!
      4 0 Melden
    • Unkalmar 02.02.2016 10:43
      Highlight Es sind die Gegner der DSI, die die Verursacher sind. Sie woĺlen jeden zum Schaden aller und zu ihrem eigenen Profit reinlassen. Deine Unlogik tut weh.
      2 0 Melden
    • Unkalmar 02.02.2016 18:08
      Highlight @Rharbarbermus: na ja, besser wissen tust Du ja auch nicht. Sonst würdest Du hier niemanden zur Schnecke machen müssen, sondern könntest auch einmal etwas konstruktives beitragen. Fakt ist: Einwanderung senkt die Löhne der Normalos und steigert den Profit der Bonzen.
      3 0 Melden
  • _kokolorix 31.01.2016 23:49
    Highlight der bildungsgrad und die zukunftsperspektive entscheidet wie hoch die kriminalitätsrate ist. und nur das. dass davon die ausländer stärker betroffen sind, ist vor allem anderen die schuld von schweizern die den ausländern die chancengleichheit verwehren weil sie angst haben, dass diese besser als sie selber sind. und darüber gibt es wohl keine statistik
    1 8 Melden
  • malu 64 31.01.2016 22:23
    Highlight Als Asylbewerber darfst Du nicht
    arbeiten. Du wirst in jeder Ecke und auf dem Handy mit Werbung
    überschüttet. Konsumiert ist
    das Höchste.
    Mit den Leidensgenossen wird
    durch die Einkaufstempel gestreift.
    Die Verlockung ist gross, das da
    etwas mitläuft. Vielleicht sollte
    man den Leuten, welche auf Ihren
    Asylentscheid warten eine sinnvolle, den Fähigkeiten angepasste Beschäftigung bieten.
    Zuerst natürlich einen Kurs in
    Sprache und Integration. Wichtig
    auch, dass sie einen geregelten
    Tagesablauf erhalten und nicht
    sinnlos herumhängen.
    Keine Aufgabe zu haben, keinen
    geordneten Tagesablauf und keine
    Perspektive verleitet viele zu Dummheiten. Hier seit Jahren
    ansässige Landsleute werben
    willige Neuankömmlinge gerne
    als "Soldaten" an. Diese
    bekommen eine kleine Menge
    Drogen, um diese in Kommission zu verkaufen. Wenn sie nicht erwischt werden, so läuft das
    Spiel weiter.
    1 7 Melden
  • Angelo C. 31.01.2016 13:29
    Highlight Der erste Abschnitt des Artikels drückt alles wirklich Relevante mit wenigen Worten aus. Bezüglich der DSI habe ich mich bisher eher bedeckt gehalten und es mit Atomschlaf (auch nicht unbedingt ein Linker) gehalten, dass mir der gänzliche Wegfall der Härtefallklausel doch für einige wenige berechtigten Situationen etwas rechtsstaatliche Bauchgrimmen verursacht hätte.

    Wenn ich nun aber, analog Köln und dem ganz allgemeinem Verschleierungs-Habitus, all diese kruden Taktiken staatlicher Obstruktion und desinformierenden Verweigerungshaltungen bedenke, bin ich geneigt, meine Ansicht zu ändern.
    44 10 Melden
    • FrancoL 31.01.2016 18:25
      Highlight Das Hauptproblem Ihrer Betrachtung liegt wohl weniger in der Informationspolitik des Bundes als bei der Wertung der Rechtsstaatlichkeit der DI.
      Die rechtlich bedenkliche Situation die durch die Annahme der DI entstehen würde bleibt die Gleiche, unabhängig von der Informationspolitik. Das Unterhöhlen des Rechtsstaates ist dann eine Tatsache, die nur mühsam wieder in Ordnung gebracht werden könnte und für weitere Angriffe auf den Rechtsstaat leitend wirken wird.
      5 5 Melden
  • Angelika 31.01.2016 11:15
    Highlight Dazu sehr aufschlussreich und endlich mal auch für Nicht-Statistiker erklärt: http://asile.ch/2012/12/18/andre-kuhn-wie-ist-die-ueberreprasentation-von-auslandern-in-der-kriminalitat-zu-erklaren/

    Lesen bildet!!
    6 11 Melden
    • Kookaburra 31.01.2016 12:53
      Highlight Hey ich habe es gelesen und da kommt mein Problem zu sprache.

      "...Ausserdem ist es fraglich, ob eine Politik der Beseitigung der Ausländer ethisch vertretbarer ist als diejenige von jungen Menschen oder Männern..."

      Junge schweizer Männer dürfen diskriminert werden. (Durch die Allgemeine (haha) Dienstpflicht.)
      Aber Kriminelle nicht.

      Ihr könnt doch nicht einen Assozialstaat schaffen oder billigen und dann "Gerechtigkeit" erwarten.

      Die DSI habt ihr so verdient. (Ich werde mich voraussichtlich enthalten.) Aber genau solche Unehrlichkeiten vom BFS machen es schlimmer.
      20 8 Melden
  • Hippie-ster 31.01.2016 09:11
    Highlight Bisher wird ausgewiesen ob eine Straftat von einem Schweizer oder einem Ausländer begangen wurde. Das ist für die nächste Abstimmung eigentlich genug Information.
    Für eine Diskussion, wieso gewisse Nationalitäten öfters gewisse Straftaten begehen und was man dagegen unternehmen könnte, wären die Daten interessant.

    28 10 Melden
    • kliby 31.01.2016 14:10
      Highlight hippster, wenn rauskäme, dass ein winziger anteil der bevölkerung für einen überproportional hohen anteil der delikte verantwortlich wäre, dann würde manch einer anders stimmen. für mich ist das gezielte desinformation, was der bund hier betreibt.
      20 5 Melden
    • dä dingsbums 31.01.2016 14:31
      Highlight kilby, wieso? In der DSI werden die Herkunftsländer der Ausländer nicht unterschieden. Es zählt nur ob Ausländer oder nicht. Wieso sollen wir dann ausgerechnet im Abstimmungskampf diese Statistik veröffentlichen?
      Was bringt es, im Hinblick auf die Abstimmung, zu wissen, dass z.B. Raubüberfälle eher von dieser oder jener Nationalität ausgeführt werden oder diese oder jende Ausländer mehr Verkehrsdelikte begehen? Das führt nur zu mehr Polemik.
      Wenn wir darüber reden wollen, wie wir etwas dagegen tun wollen, dass gewisse Bevölkerungsgruppen häufig gewisse Straftaten begehen, dann sicher.
      5 6 Melden
    • kliby 31.01.2016 15:48
      Highlight zh, in der schweiz gilt das öffentlichkeitsprinzip. wir dürfen also fragen: weshalb wird diese information zurückgehalten?
      19 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • tomdance 31.01.2016 08:47
    Highlight Sind die politischen Brandstifter vom Blick wieder einmal mit der SVP ins ideelle Bett gestiegen? Widerlich, wie hier mit fehlender Information billigster Populismus betrieben wird. Und ja, natürlich würde mich eine solche Statistik auch interessieren. Aber im Zusammenhang mit der Zwängeliinitive brauche ich diese Zahlen nicht. Ich stimme sowieso Nein.
    32 61 Melden

Warum FDP-Nationalrat Fluri zum Flüchtlingsretter wird

Der Bürgerliche Kurt Fluri will, dass die Schweiz das Seenotrettungsschiff «Aquarius» unter ihrer Flagge fahren lässt. Im Interview erklärt er, was er von den Anklagen gegen die Retter und den Schlepperei-Vorwürfen an die NGOs hält.

Die NGOs, welche auf dem Mittelmeer Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten wollen, stehen unter Druck. In Marseille stürmten am Freitag Rechtsextreme eines ihrer Büros. Die Schiffe der Seenotretter dürfen die Häfen Italiens und Maltas nicht mehr anlaufen. Italiens Innenminister Matteo Salvini, Chef der rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Lega, versucht die Seenotretter mit zahlreichen juristischen Verfahren an ihrer Tätigkeit zu hindern. 

In den vergangenen Wochen machte vor allem die …

Artikel lesen