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Heute ist Dry Martini Day! Und wir feiern mit ... na, mit was wohl? Döh.

Bild: obi/watson
19.06.2020, 15:5920.06.2020, 11:10

Der 19. Juni ist National Martini Day! Jubelt!

Öh ... okay, ja. «National». Nicht «international». Und somit ... irrelevant? Ach, meinetwegen. Hey, sehen wir's einfach als netten Anlass, sich wieder mal den besten Cocktail aller Zeiten zu gönnen!

Bild: shutterstock

Der Ur-Cocktail, eigentlich. Obwohl: Der Dry Martini ist nicht der älteste Cocktail der Welt. Seine Wurzeln reichen zwar bis in das 19. Jahrhundert zurück, doch erst um 1920 wurden Cocktails serviert, die dem heutigen Drink ähneln. Aber trotzdem ist und bleibt er in seiner Schlichtheit das absolute Mass aller Dinge in Sachen Cocktails. Hier wird nichts kaschiert mit etlichen Zutaten und üppigen Garnituren. London Dry Gin, trockener Vermouth und gut ist. Garnieren mit einer Olive oder einer Zitronenzeste. Das kannst du dir jederzeit easy zuhause zubereiten. Ungefähr so:

Video: watson

Hier noch schriftlich:

6 cl London Dry Gin
1 cl trockener Vermouth
1 Olive oder ein Stückchen Zitronenzeste
Ein Cocktailglas mit Eiswürfel oder (falls dein Tiefkühlfach Platz hat) im Freezer vorkühlen. Vermouth und Gin in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und sanft umrühren. In das Cocktailglas abseihen, Olive mit einem Cocktailstäbchen hineingeben. Alternativ auch ein Stückchen Zitronenzeste.

So geht also meine Version, die übrigens ziemlich genau den Vorgaben der International Bartenders Association entspricht.

Nun:

Welchen Gin?

Etwas Schlichtes, Reines, something crisp. Einen London Dry eben. Zur Blütezeit des Cocktails in den 50er- und 60er-Jahren, als sich Geschäftsleute noch «Three Martini Lunches» gönnten, gab es nicht annähernd so viele Gin-Marken wie heute. Meistens gab's nur Gordon's und Beefeater – was aber für den Martini durchaus Sinn macht, denn allzu blumige Gins, bei denen man verschiedene Botanicals stark herausschmeckt, sind weniger passend.

Bild: shutterstock

Trotzdem aber rate ich, ab und an auch mal mit euren obskuren, sauteuren Craft-Gins zu experimentieren. Abwechslung ist doch schön.

Wie trocken muss ein Dry Martini sein?

Während die Grundzutaten dieselben geblieben sind – ein guter London Dry Gin und ein trockener französischer Vermouth –, hat sich das Mischverhältnis über die Jahrhunderte verändert. Eines der ersten publizierten Martini-Rezepte aus dem Jahr 1920 sieht ein 50/50-Verhältnis vor. Während des 20. Jahrhunderts wurde der Drink zusehends «trockener». Will man einen Martini zubereiten, wie man ihn zu «Mad Men»-Zeiten serviert bekam, liegt man bei einem Verhältnis von Gin zu Vermouth von 2:1. Letztlich hängt es von deinem Geschmack ab.

Winston Churchill beschrieb gegenüber US-Präsident Roosevelt den seiner Ansicht nach perfekten Vermouth-Anteil als «am liebsten in einer geschlossenen Flasche am anderen Ende des Zimmers stehend» (weshalb der trockenste aller Dry Martinis, den gänzlich ohne Vermouth nämlich, den Namen «The Churchill» bekam).

Variationen:

Bild: obi/watson
  • Gibson: Wie ein klassischer Dry Martini, aber mit einer Cocktail-Zwiebel als Garnitur.
  • Dirty Martini: Wie ein Dry Martini, nur mit einem Schuss Essigwasser aus dem Olivenglas dazu. Nimmt man noch mehr Essigwasser, spricht man von einem Filthy Martini.
  • 50-50: Gleiche Anteile Gin und Vermouth und ein Schuss Orange Bitter.
  • Reverse Martini: Hier kehrt man das Gin-Vermouth-Verhältnis um, ergo 2 Teile trockener Vermouth zu 1 Teil Gin.
  • Perfect Martini: Mit sowohl trockenem als auch süssem Vermouth im Verhältnis 1:1, ergo: 1 cl süsser Vermouth, 1 cl trockener Vermouth, 4–5 cl Gin.
  • Churchill, Desert Martini oder Bone Dry Martini: Gänzlich ohne Vermouth. Gin mit Eiswürfel rühren, abseihen.
  • Pink Gin: Ohne Vermouth, aber mit einem Spritzer Angostura Bitters.
  • Vodka Martini oder Vodkatini: Wodka statt Gin. Und hier – den Bemühungen James Bonds sei Dank – darf man schütteln statt rühren.
  • Erwähnenswert ist noch der Vorgänger Martinez, die Abwandlung Vesper, sowie der French Martini und der Espresso Martini (obwohl letztere technisch gesehen gar keine Martinis sind). Hier ist eine detailliertere Zusammenstellung:

Wie feiern wir also Martini Day?

Bild: obi/watson

Ganz simpel: Bereite dir und deinem/deiner Liebsten heute Abend einen Dry Martini zu! Oder wenn ihr in den Ausgang geht, zieht den schicken Anzug und das kleine Schwarze an und nehmt den Aperitif in einer guten Cocktailbar, wo der Barkeeper einen feinen Martini draufhat. Und wenn du dich gerade etwas extravagant (und trinkfest) fühlst, dann gönn dir einen Three Martini Lunch!

«I like to have a martini,
two at the very most.
After three I’m under the table,
after four I’m under my host.»
Dorothy Parker, Schriftstellerin
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Geboren und aufgewachsen in Österreich zog er mit 21 Jahren in die USA, um Karriere zu machen. Und wie er das tat – erst als Bodybuilder, dann als Schauspieler und zuletzt als Politiker.

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