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NLA-Playoffs, Halbfinals, Spiel 1
Bern – Lugano 2:4 (1:0, 0:1, 1:3), Serie 0:1
Zug – Davos 3:2 nV (2:0, 0:2, 0:0, 1:0), Serie 1:0
Das Bild täuscht: Lugano muss in Bern nicht unten durch.
Das Bild täuscht: Lugano muss in Bern nicht unten durch.Bild: KEYSTONE

Lugano schafft im ersten Spiel gleich das Break – Zug besiegt Davos in der Verlängerung

Der HC Lugano bezwingt im ersten Spiel des Playoff-Halbfinals den SC Bern auswärts und kann so gleich das Break realisieren. Den Tessinern gelingt die Wende nachdem sie das Startdrittel total verschlafen haben. Zug ringt den HC Davos nach einem packenden Spiel in der Verlängerung nieder.
21.03.2017, 21:5922.03.2017, 09:26

Bern – Lugano 2:4

>>> Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen

Der Schlittschuhclub Bern wird sich ob dieser Auftaktniederlage ärgern. Die Partie begann für die Berner perfekt mit dem 1:0 von Tristan Scherwey nach bloss 35 Sekunden mit dem ersten Torschuss. Was folgte, lief weniger nach Plan. Bern dominiert klar. 16:3 lautete das Schussverhältnis des ersten Drittels. Aus der klaren Überlegenheit resultiert aber nichts mehr – auch weil Merzlikins stark aufspielt. Simon Bodenmann, Martin Plüss, Alain Berger, Simon Moser, Andrew Ebbett und Ryan Lasch vergeben die grössten Möglichkeiten im ersten Abschnitt. Die Verteidiger David Jobin (30.) und Ramon Untersander (31.) besitzen die grössten Chancen zum 2:0 im zweiten Abschnitt.

Für die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor wird Bern in der zweiten Spielhälfte bestraft. Und am Ende siegt Lugano nicht einmal unverdient. Denn die Tessiner steigern sich nach dem verhaltenen ersten Abschnitt. Luganos Chancen werden immer zahlreicher und immer besser.

Luca Fazzini und Alessandro Chiesa, zwei Eigengewächse Luganos, machen aus dem 0:1 ein 2:1. Ramon Untersander gleicht nur anderthalb Minuten später für Bern nochmals aus. Dario Bürgler gelingt acht Minuten vor Schluss nach brillanter Vorarbeit von Linus Klasen und Patrik Zackrisson das siegbringende 3:2. 101 Sekunden vor Schluss besiegelt Eric Blum die Berner Niederlage mit einem Puckverlust an der offensiven blauen Linie gegen Maxim Lapierre, der uneigennützig dem ehemaligen Berner Ryan Gardner das 4:2 ins leere Tor ermöglicht.

Jalonen kann mit der Effizienz seines SCB nicht zufrieden sein.
Jalonen kann mit der Effizienz seines SCB nicht zufrieden sein.Bild: KEYSTONE

Der SC Bern reagiert am Ende frustriert. Simon Moser kassiert für einen Bandencheck gegen Julien Vauclair eine Fünfminutenstrafe plus eine Spieldauerstrafe. Moser riskiert eine Sperre fürs zweite Halbfinalspiel vom Donnerstag. Ob das die Berner indessen schwächen würde, ist fraglich. Am Dienstag stand Moser ebenso wie Berns Topskorer Mark Arcobello bei allen vier Gegentoren auf dem Eis.

Mosers Check an Vauclair.Video: streamable

Zug – Davos 3:2 nV

Die Entscheidung fiel passenderweise in Überzahl durch den Finnen Immonen mit einem Schuss aus der Halbdistanz. Der Treffer hätte aber auch genausogut auf der anderen Seite fallen können. Der Sieg war eher glücklich, denn im zweiten und dritten Drittel war der HCD die spielbestimmende Mannschaft gewesen. Und er ist wichtig, denn seit dem Titelgewinn 1998 hat Zug keine Playoffserie gegen Davos mehr gewonnen. Ein Fehlstart wäre deshalb ein schlechtes Omen gewesen.

Davos erlaubte sich wie im ersten Spiel der Viertelfinalserie gegen Lausanne einen Fehlstart. Die Zuger hatten die zehn Tage Pause seit dem letzten Ernstkampf offensichtlich besser genutzt und waren im ersten Drittel schneller, zielstrebiger und effizienter. Zudem leisteten sich die Bündner viel zu viele Strafen. Zwei der fünf Powerplays nutzten die Zentralschweizer nach dem exakt gleichen Muster. Zweimal schoss Raphael Diaz von der blauen Linie, beide Male lenkte Carl Klingberg vor Davos-Goalie Gilles Senn mutmasslich noch minim ab.

Zug jubelt, Gilles Senn ist geschlagen.
Zug jubelt, Gilles Senn ist geschlagen.Bild: KEYSTONE

In Lausanne hatten die Davoser ein 0:3 noch gewendet, da konnte sie das 0:2 kaum schrecken. Ab dem Mitteldrittel setzte das Team von Arno Del Curto zum eigentlichen Sturmlauf an. Bei nummerischer Gleichheit auf dem Eis waren die Bündner eine Klasse besser und überforderten Zug, das in der Qualifikation 18 Punkte mehr geholt hatte. Mit einem Handgelenkschuss über die Fanghand von Tobias Stephan nach einem Bully verkürzte Dino Wieser, der im ersten Drittel gleich dreimal auf der Strafbank gesessen hatte, in der 25. Minute. Es war für den Bündner bereits der fünfte Treffer im fünften Playoff-Spiel.

Bruder Marc bereitete zusammen mit Perttu Lindgren sechseinhalb Minuten vor Ende des mittleren Abschnitts das hochverdiente 2:2 durch Aushilfsausländer Mike Vaskivuo vor. Wie deutlich die Davoser in diesem zweiten Drittel überlegen waren, verdeutlicht das Schussverhältnis von 16:2 (!). Das letzte Wort hatte aber Zugs Immonen.(abu/sda)

Der Gamewinner von Zugs Immonen.Video: streamable

Telegramme

Bern – Lugano 2:4 (1:0, 0:1, 1:3), Serie: 0:1
17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Kurmann, Fluri/Kaderli. -
Tore: 1. (0:35) Scherwey (Luca Hischier, Martin Plüss) 1:0. 37. Fazzini (Chiesa, Hirschi) 1:1. 44. Chiesa (Klasen) 1:2. 45. Untersander (Bodenmann, Lasch) 2:2. 53. Bürgler (Zackrisson, Klasen) 2:3. 59. Gardner (Lapierre) 2:4 (ins leere Tor).
Strafen: 1mal 2 plus 5 Minuten (Simon Moser) plus Spieldauer (Simon Moser) gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Klasen.
Bern: Genoni; Blum, Untersander; Krueger, Jobin; Gerber, Andersson; Kamerzin; Moser, Arcobello, Rüfenacht; Scherwey, Plüss, Hischier; Bodenmann, Ebbett, Lasch; Müller, Gagnon, Berger; Randegger.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Chiesa; Vauclair, Ulmer; Ronchetti, Hirschi; Sartori; Klasen, Zackrisson, Bürgler; Hofmann, Martensson, Bertaggia; Sannitz, Lapierre, Fazzini; Reuille, Gardner, Walker; Morini.
Bemerkungen: Bern ohne Noreau, Reichert (beide verletzt) und Garnett, Lugano ohne Wilson (beide überzählige Ausländer), Damien Brunner und Kparghai (beide verletzt) - Timeout Bern (58.)

Zug – Davos 3:2 nV (2:0, 0:2, 0:0, 1:0), Serie: 1:0
7015 Zuschauer (ausverkauft). - SR Vinnerborg/Wiegand, Kovacs/Obwegeser. -
Tore: 5. Klingberg (Diaz, McIntyre/Ausschluss Dino Wieser) 1:0. 14. Klingberg (Diaz/Ausschluss Jung) 2:0. 25. Dino Wieser (Corvi) 2:1. 34. Vaskivuo (Lindgren, Marc Wieser) 2:2. 77. (76:03) Immonen (Senteler/Ausschluss Corvi) 3:2.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Zug, 10mal 2 Minuten gegen Davos.
PostFinance-Topskorer: Martschini; Ambühl.
Zug: Stephan; Grossmann, Helbling; Morant, Diaz; Erni, Schlumpf; Alatalo, Fohrler; Senteler, Immonen, Klingberg; Suri, Holden, Martschini; Lammer, McIntyre, Zangger; Schnyder, Diem, Peter.  
Davos: Senn; Du Bois, Rahimi; Forster, Heldner, Paschoud, Schneeberger, Jung; Kessler, Aeschlimann, Ambühl; Kousal, Lindgren, M. Wieser; D.Wieser, Corvi, Sciaroni; Jörg, Walser, Simion; Vaskuvio.
Bemerkungen: Zug ohne Markanen und Järvinen (überzählige Ausländer), Davos ohne Ruutu und Spylo (beide verletzt).

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