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Team Suisse player Luca Cunti during the game between Team Suisse and Haemeenlinna PK at the 91th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Thursday, December 28, 2017. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Luca Cunti wechselt zu Biel. Bild: SPENGLER CUP

Eismeister Zaugg

Luca Cunti wie Damien Brunner? Eine vielleicht meisterliche Transfermeldung

Am 24. Dezember auch noch Luca Cunti. Biels erfolgreiche Transferstrategie ist tatsächlich so etwas wie eine Hockey-Weihnachtsgeschichte. Sie hat etwas mit einem NHL-Scout zu tun.



Das Problem lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Transferiert wird ein Spieler. Aber es kommt ein Mensch.

Was kein Zufall sein kann: Hochtalentierte Spieler, die an anderen Orten scheitern, entfalten in Biel ihr Potenzial. Solche Transfers sind günstig. Einem gescheiterten Star eine neue Chance zu geben, ist günstiger, als einen Star beim Gegner abzuwerben. Sechsstellig günstiger. Ein paar Beispiele.

Anssi Salmela le joueur de hockey du EHC Biel-Bienne pose pour le photographe ce mercredi 15 aout 2018 a Bienne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Anssi Salmela. Bild: KEYSTONE

Und nun also Luca Cunti (29). Im Laufe der Saison 2016/17 wechselte er noch während der Saison zu Kloten und zügelte anschliessend nach Lugano. Er war bei den ZSC Lions nicht mehr glücklich und hat auch in Lugano die Magie seines Spiels nicht mehr gefunden. Ab nächster Saison stürmt er für Biel. Vielleicht sogar als Center neben Damien Brunner. Den Transfer mit Vertrag bis 2021 hat Sportchef Martin Steinegger soeben am 24. Dezember bestätigt.

Diese Aufzählung ist alleine schon aus Platzgründen nicht vollständig. Dass die Bieler im Gegensatz zum SCB-Management das Potenzial von Samuel Kreis (24) richtig eingeschätzt haben, ist bloss noch eine Fussnote wert.

Biels Samuel Kreis, Topscorer Toni Rajala, Anssi Salmela, von links, jubeln, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen dem EHC Biel und dem HC Davos, am Samstag 17. November 2018 in der Tissot Arena in Biel. (PPR /Marcel Bieri)

Samuel Kreis. Bild: PPR

Warum ist Biel der erfolgreichste Klub bei der Rekrutierung vergessener Talente?

Glück ist, wie immer im Leben, auch dabei. Aber Sportchef Martin Steinegger macht eben auch sehr vieles richtig.

Ein wichtiger Faktor ist die ganz besondere Kultur der Hockeyfirma EHC Biel. Immer wieder bestätigen es auch weitgereiste Spieler: bei hohen Leistungsanforderungen ist es in Biel gelungen, einen familiären «Grove» zu bewahren. Mit Antti Törmänen haben sie auch den passenden Trainer gefunden.

Kein Wunder, dass in Biel sensible, anderorts verkannte «Desperados» wieder zu ihrem besten Hockey zurückfinden. Den passenden Trainer zu verpflichten, ist auch Teil einer erfolgreichen Transfer-Strategie.

Aber da ist noch etwas. Biel arbeitet mit einem langjährigen NHL-Scout zusammen. Mit Thomas Roost.

Nun mag man einwenden, ein Scout (Talentsucher) koche auch nur mit Wasser. Der Sportchef hat ja Zeit und Musse, die Spieler zu beobachten und braucht nicht noch einen auswärtigen Mitarbeiter.

Aber ganz abgesehen davon, dass Thomas Roost zu jenen Kennern mit weltweitem Hockey-Beziehungsnetz gehört, die schon mehr über Hockey vergessen haben, als andere je gewusst haben, verfügt er noch in einem anderen Bereich über wertvolles Wissen: Er ist hauptberuflich Personalchef in einer grossen, international tätigen Firma. Stärken und Schwächen von Menschen zu erkennen, das Wissen über «weiche Faktoren» also, die in den Statistiken nicht zu erkennen sind – auch das ist ein Erfolgsgeheimnis.

Ohne jede Boshaftigkeit sei hier erwähnt, dass auch der SCB einst mit Thomas Roost gearbeitet hat. Aber das ist lange her. Längst hat ihn Biel unter Vertrag genommen.

Sportchef Martin Steinegger und Thomas Roost sind zum Schluss gekommen, dass es sich lohnt, in Luca Cunti zu investieren. Wir gehen kein Risiko ein, wenn wir jetzt sagen, dass der vergessene WM-Silberheld von 2013 wieder ein dominierender Center wird und seine besten Jahre noch nicht hinter sich hat. Vielleicht wird er gar das fehlende Teilchen zu einem Meister-Puzzle. Bei den ZSC Lions hat er gelernt, wie Meisterschaften gewonnen werden.

Sind die Bieler gar unfehlbar? Nein. Das ist in einem Geschäft gar nicht möglich, dessen Grundlage ein unberechenbares Spiel auf rutschiger Unterlage ist. Und von Männern zelebriert wird, die bezahlt werden, um zu spielen und nicht um zu arbeiten.

Der bisher spektakulärste Irrtum war Daniel Steiner. Ein hochbegabter Vollstrecker mit untadeliger Berufseinstellung. Ein liebenswerter Rock’n’Roller. Aber eben auch ein nicht nur taktisch unbezähmbarer Individualist. Er ist dem Hockey-Business als TV-Experte treu geblieben.

Entscheidend ist am Ende des Tages nicht, ob man sich geirrt hat. Sondern wie man auf diesen Irrtum reagiert. Um es mit dem Dichterfürsten Goethe zu sagen: «Irrend lernt man».

Cheftrainer ad interim Martin Steinegger verfolgt einen Spielzug von der Bande aus im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und den ZSC Lions, am Freitag, 8. Dezember 2017, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Martin Steinegger. Bild: KEYSTONE

Als Martin Steinegger seinen Irrtum erkannte, handelte er unerbittlich. In zwei Sätzen verkündete er am 23. Juni 2016 die Trennung von Daniel Steiner. Trotz Vertrag bis 2017. Daniel Steiner durfte nicht einmal mehr mit dem Team trainieren und selbst der Versuch Steiners, eine Trainingsteilnahme gerichtlich einzuklagen, beeindruckte Biels Sportchef nicht mehr.

Und weil grad Weihnachten ist, sei auch dies noch erwähnt: Es ist kein Zufall, dass Kevin Schläpfer in Biel ein «Hockey-Gott» geworden ist und als Trainer noch an keinem anderen Ort «funktioniert» hat.

Weil grad Weihnachten ist, ein Wunsch an Langenthals Sportchef Marc Eichmann: Ruf doch mal Kevin Schläpfer an! Der SC Langenthal, der B-Meister von 2017, hat acht der letzten neun Spiele verloren.

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    Alle Leser-Kommentare
  • MR92 26.12.2018 11:04
    Highlight Highlight Warum wird Biel eigentlich bei allem was sie gut machen als Wunderklub dargestellt?

    Lugano hat Hofmann zum besten Schweizer Skorer geformt!

    Langnau hat Glauser geformt.

    Bern hat Untersander zum Silberheld gepeitscht.

    Davos hat Corvi entdeckt.

    Ambri hat Müllers Potenzial entfaltet.

    Rappi hat Nyffeler zum sicheren Rückhalt gemacht.

    Etc.

    Aber nur Biel macht alles super.
    • CuJo 27.12.2018 08:26
      Highlight Highlight "Langnau hat Glauser geformt". So ein Quatsch ! Glauser wurde in Fribourg geformt und hat dort sämtliche Junioren-Mannschaften durchlaufen. Dass Glauser ein Talent ist wusste jeder und Gottéron verlassen hat er nur, weil er 2018/2019 vermeintlich zuwenig Eiszeit erhalten würde (bei seiner Vertragsunterzeichnung in Langnull war noch nicht klar, dass Rathgeb den Verein verlassen würde).
  • Wagner 25.12.2018 20:37
    Highlight Highlight ziemlich naiv, wie von Klaus nun jeder Transfer von Biel als grandios beschrieben wird...und als Lugano Brunner und Cunti verpflichtete argumentierte man in die andere Richtung...tztzt! Beide waren rein gar nichts wert, als es um die Wurst ging, also in den Playoffs! Das ein hockey-experte wie Klaus, davor die Augen verschliesst und so tut als hätte Biel irgend etwas erreicht ist ziemlich schwach.

    Und sorry, nur weil Brunner nun paar Punkte holte,(in einer Mannschaft der es gerade eh läuft) steigt es dem typ wieder in den kopf und die Medien tun ihm eh nicht gut...
    • goldmandli 25.12.2018 22:20
      Highlight Highlight Sorry, aber muss dir widersprechen. Dass Brunner in dwn Playoffs jeweils abtaucht, ist schlicht nicht korrekt, was die Zahlen auf seinem EP-Profil beweisen.

      https://www.eliteprospects.com/player/18949/damien-brunner
    • Hallo22 26.12.2018 12:53
      Highlight Highlight @Wagner zu erst mal informieren bevor du schreibst. Brunner skorte bisher in den NLA Playoffs 0.72 Punkte pro Spiel. In der Saison 15/16 mit Lugano steuerte er in 14 Playoffspielen 7 Tore und 7 Assists bei. In seinen einzigen NHL Playoffs schoss er in 14 Spielen 5 Tore und gab 4 Assists. Damit ist er sogar nach Roman Josi (Saison 16/17) und Paul diPietro (Saison 92/93, damals noch nicht eingebürgert) der schweizer mit der skorermässig 3 besten Playoffsaison in der NHL Geschichte..... ich glaube daher das Brunner definitiv auch in den Playoffs seine Punkte machen wird, wenn er denn Fit ist.
  • Clark Kent 25.12.2018 14:43
    Highlight Highlight na gut, wenn man die nötige kohle hat, wäre noch manch ein sportchef erfolgreich. spieler wie brunner oder cunti kosten für einen kleineren club viel zu viel. so ein grosses risiko sind solche spieler nun auch wieder nicht. dementsprechend kann/muss von biel nun auch einiges erwartet werden. das tiefstapeln, das man immer wieder aus dem seeland hört, entbehrt jeglicher grundlage.
    • Gubbe 25.12.2018 15:30
      Highlight Highlight Du verkennst die Lage von Biel. Unbeschränkt Geld ist nicht, aber sie spielen mit dem was sie haben und das machen sie gut. Biel hat auch keine Chaoten im Support, vielleicht mal eine Büchse Bier zuviel, das wars dann auch.
  • SBP 25.12.2018 10:30
    Highlight Highlight Mal schauen wie sich der ach so hoch gelobte Brunner in den POs schlägt. Der hat ja auch bei Detroit ziemlich eingeschlagen, der Rest der Geschichte ist bekannt...
    • Hallo22 25.12.2018 12:30
      Highlight Highlight @SBP Brunners Playoffstatistiken lassen sich schon lesen.

      2009/10: 13 Spiele 10 Punkte
      2010/11: 8 Spiele 8 Punkte
      2011/12: 9 Spiele 14 Punkte
      2012/13: 14 Spiele 9 Punkte (NHL)
      Keine Playoffteilnahme
      2014/15: Spielte nur 3 Spiele
      2015/16: 14 Spiele 14 Punkte
      2016/17: Spielte nur 2 Spiele
      2017/18: Spielte kein Spiel

      Wie man sieht ist Brunner in den Playoffs ein sehr verlässlicher Skorer. Bei Lugano war er einfach zu oft verletzt sonst würde er warscheinlich noch dort spielen.

      Wie daraus ersichtlich
  • Jüre51 25.12.2018 09:48
    Highlight Highlight Nur weiter so, aber bitte nicht mehr jammern über fehlende Mittel im Seeland!
    • TEE-Zug 25.12.2018 12:27
      Highlight Highlight Völlig falsche Interpretation der Situation, lieber Jüre: in Biel wird versucht die VORHANDENEN Mittel optimal einzusetzen. Es wird nur ausgegeben was man hat. Verlangt ein Spieler mehr, lässt man es bleiben.
      Brunner z.B. skort in Biel mehr für weniger Lohn als in Lugano. Chercher l'Erreur...
      Mir gefällt dieser Transfer, von möglichen brauchbaren und bezahlbaren! Centern einer der Besten auf dem Markt. Stoney macht wirklich einen Superjob.
    • goldmandli 25.12.2018 14:52
      Highlight Highlight Biel hat auch Abgänge zu beklagen. Ausserdem glaube ich nicht, dass Cuntis Marktwert gleich hoch ist wie noch vor 2-3 Jahren.
  • T. aus B. 25.12.2018 09:45
    Highlight Highlight Abgesehen von Biels erfolgreicher Transferstrategie wollen wir doch auch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass der Eismeister vor noch nicht allzu langer Zeit mit Thomas Roost wenig am Hut hatte, so ziemlich zu dem Zeitpunkt, als Roost für den SCB arbeitete. Da wurde auch gerne mal verächtlich vom ‚Junioren-Scout‘ geschrieben. Das Kürzel ‚NHL‘ wurde da eher erwähnt um Roost ins Lächerliche zu ziehen (‚Jaja, „N-H-L“-Scout...‘).
    Henu. Roost erhält mittlerweile allenthalben die Anerkennung die er verdient. Ohne dass er dem CH-Hockey wie andere regelmässig Zucker in den Hintern bläst.
  • Andy14 25.12.2018 09:39
    Highlight Highlight Das ist wieder ein sehr interessanter Transfer von Biel. Wenn Sie Cunti auch wieder so hinkriegen wie Brunner, dann ist das ein Top Transfer! Immer wieder erstaunlich warum die „grossen“ Teams Transfer tätigen von Spielern, wo man sich dann Fragen muss warum wurde dieser Verpflichtung, weil er wirklich ins Team passt oder weil es fast schon darum ging zu verhindern, dass der Spieler zu einem anderen Team wechselt. Biel schlägt daraus Kapital. Steinegger macht einen sehr sehr guten Job.. im Moment der beste Sportchef in der CH
  • darkgrey 25.12.2018 06:09
    Highlight Highlight Wieso vergisst JEDER Kolumnist dass Pouliot vor seinem kurzen Gotteron Abenteuer bereits eine GANZE SAISON bei Biel spielte?
    • zico77 25.12.2018 20:08
      Highlight Highlight kurz? 3 GANZE SAISONS bei Gottéron spielte er (plus 8 Spiele in der vierten..)
  • Sloping 25.12.2018 04:49
    Highlight Highlight Nachdem man jahrelang erfolglos auf Schillerfalter gesetzt hatte, begann man unter Ireland mehr auf Teamplayer und Arbeiter zu setzen. Dem fiel schon Brunner zum Opfer und nun auch Cunti. Inkonsequent ist man nur bei Klasen, dem wohl teuersten Tribünenwärmer der gesamten NLA Historie.

    Cunti ist mental wie körperlich sensibel. Für ersteres ist er bei Törmänen gut aufgehoben. Die Verletzungsanfällig wird sich aber auch in Biel nicht ändern.

    Er hat in Lugano die hohen Erwartungen nicht erfüllt, war aber auch kein Reinfall. In anbetracht der Schweizer Centerknappheit ein guter Move des EHCB.
  • Couleur 25.12.2018 04:35
    Highlight Highlight Cunti und Biel da war doch was in den letzten Playoffs: 🤣

    «Und dann nahmen wir Hiller aus dem Spiel»

    «Wir werden versuchen, sie Schritt für Schritt kaputtzumachen!»

    PS: Kassiert der Eismeister eigentlich Vermittlungsgebühren für gescheiterte Schweizer Bandengeneräle?😉 Bei Laser Leuenberger war dies wenig von Erfolg gekrönt. Wie lange müssen wir dies noch mit Kevin Hollywood Schläpfer erdulden?🤔


    https://www.20min.ch/sport/dossier/nla/story/-Und-dann-nahmen-wir-Hiller-aus-dem-Spiel--10123890?httpredirect




  • Darkside 25.12.2018 03:53
    Highlight Highlight Seine NLA Karriere hat er Bob Hartley zu verdanken, er hat ihn zu einer Zeit wo seine Top-League Karriere eigentlich schon vorbei war, von GCK zum Z geholt. Nach einer sehr guten und dann mehreren bestenfalls mittelmässigen Saisons ging er zum HCL. Wo er für seine Preisklasse auch nicht übermässig auffiel. Ein sensibler, hochtalentierter Spieler, manche sagen Diva, eigentlich perfekt für die Umstände in Lugano, aber auch da konnte er sein Talent nicht ausspielen. Jetzt also unter Törmänen. Das könnte richtig gut kommen, oder es stellt sich raus dass er doch nur Durchschnitt ist. Letzte Chance.
    • Jüre51 25.12.2018 09:33
      Highlight Highlight Nur weiter so, aber bitte nicht mehr jammern man habe im Seeland nicht die gleichen Mittel wie anderswo.
    • feuseltier 26.12.2018 00:08
      Highlight Highlight Ich habe ihn am Grümpi vom ZSC kennengelernt. Eine Diva ist er auf alle Fälle nicht! Konnten lockere Sprüche machen, reden und er zeigte uns sogar den Olymp. Finde es selber such schade, daß es nicht zu mehr gereicht hat. Er flog sozusagen über das Eis unter hartley. . Aber k.a warum es so intensiv kurz war.. Wünsche ihm nur das Beste

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