Wirtschaft
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Uber Eats kommt in die Schweiz – doch es regt sich Widerstand



This Tuesday, Feb. 20, 2018, photo so the Uber Eats app on an iPhone in Chicago. More fast-food companies have been offering delivery by teaming up with food ordering apps. (AP Photo/Charles Rex Arbogast)

Bild: AP/AP

Die geplante Einführung des Essenslieferdienstes Uber Eats des US-Fahrdienstvermittlers in Genf stösst auf Widerstand der Gewerkschaften. Das Geschäftsmodell beruhe auf der Ausbeutung von Angestellten, kritisiert die Unia.

Umberto Bandiera, Leiter des Transport- und Logistiksektors von Unia in der Romandie, hat am Mittwoch die Behörden in Genf aufgefordert, zu Uber Eats Position zu beziehen. Sie sollen überprüfen, ob das Unternehmen die im Kanton geltenden Vorschriften für diese Art von Tätigkeit einhält.

Bandiera erinnerte vor den Medien daran, dass die Lieferung von Waren einem Gesamtarbeitsvertrag in Genf unterliege. Seiner Meinung nach gibt es keinen Grund für Uber Eats, sich nicht an diesen zu halten. Dieser Vertrag legt unter anderem einen Mindestlohn fest und begrenzt die Arbeitszeit.

Uber kontert

«Uber bietet Kurieren kein Anstellungsverhältnis an», widerspricht das Unternehmen in einer Stellungnahme. Der GAV für Warenlieferungen gelte deshalb nicht.

Weil Uber Eats keine Schichten oder Mindeststunden festlege, könnten Kuriere ihre eigenen Chefs sein und ausschliesslich nach ihrem eigenen Zeitplan arbeiten. Zudem werde die Tätigkeit als Kurier für Uber Eats in der Regel als zusätzliche, flexible Einkommensmöglichkeit wahrgenommen.

Bund soll eingreifen

Mit dieser Argumentation können die Gewerkschaften nichts anfangen, sie verlangen ein Eingreifen des Bundes. Die Unia schlägt eine Task Force mit Beteiligung des Bundesrats, der Sozialpartner und der Sozialversicherungen vor. Der Bundesrat müsse anstatt auf «reine Deregulierung zu setzen, sofort Massnahmen zum realen Schutz der Arbeitnehmenden» ergreifen, heisst es in einem Communiqué.

Die Unia bezichtigt den US-Konzern der unlauteren Konkurrenz, mit der er seit einigen Jahre die Schweizer Taxibranche aufmische. Mit einem perfiden System zwinge der US-Konzern seine Fahrer/innen zu Arbeit als Scheinselbständige. Während das Unternehmen Behördenentscheide ignoriere, würden die Chauffeure oft de facto schwarz und ohne Sozialversicherung fahren, moniert die Unia.

Juristisches Hickhack

Ob Uber-Fahrer Selbständigerwerbende oder Angestellte sind, ist in der Schweiz nicht rechtsgültig geklärt. Die Suva war Anfang 2017 zum Schluss gekommen, dass es sich bei Uber um einen normalen Arbeitgeber mit Angestellten handelt.

Dagegen legte das Unternehmen Rekurs ein und erreichte einen Teilsieg. Das Sozialversicherungsgericht Zürich wies die Sache für weitere Abklärungen an die Suva zurück.

160'000 Partner in 36 Ländern

Uber Eats ist eine App für Essenslieferungen, die das kalifornische Unternehmen 2014 gegründet hat. Benutzer können damit Speisen von teilnehmenden Restaurants bestellen und nach Hause liefern lassen.

Jetzt will Uber mit diesem Angebot in der Romandie Fuss fassen. In der Schweiz möchte der Lieferdienst insbesondere mit dem Fastfood-Riesen McDonald's zusammenarbeiten.

In den USA deckt der Dienst bereits rund die Hälfte der Bevölkerung ab. Weltweit verfügt Uber Eats über mehr als 160'000 Partnerrestaurants in 36 Ländern. (aeg/sda)

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Video: srf/SDA SRF

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • theluke 15.11.2018 10:47
    Highlight Highlight Bevor hier irgendjemand uber basht, macht euch mal schlau wer die unia ist und wie sie vorgeht. Anbei ein lesenswerter artikel:

    https://m.bazonline.ch/articles/5b9a28e4ab5c374635000001

  • Flitzer 14.11.2018 21:41
    Highlight Highlight uiuiuiui
    Da werden die richtigen Velokurier ganz schön protestieren denk' ich mal hehe.
    Diese Möchtergernkuriere werden dann schnell von der Strasse gefegt.
    Desweiteren denke ich auch nicht, dass sich dieser Dienst bei uns ( in Basel) durchsetzen wird, da eigentlich alle (guten und wichtigen)Restaurants in Basel vom Velogourmet oder von den Kurieren des Negishi schon abgedeckt sind.
  • P. Silie 14.11.2018 21:19
    Highlight Highlight Schon krass! Da legt sich die Gewerkschaft mächtig ins Zeug für eine Branche die es 10 - 15 Jahren eh nicht mehr gibt, geschweige denn UBER.. Digitalisierung lässt grüssen.
    • Nilda84 15.11.2018 01:11
      Highlight Highlight Relevant ist nicht die App oder die Firma, sondern das Arbeitsmodel welches sie gerne Einführen möchten. Ich finde es gut, erzwingt die Gewerkschaft so eine Debatte. Solche „neue“ Modelle brauchen von Anfang an klare, rechtsgültige Regeln oder wollen wir amerikanisches Arbeitsrecht einführen?
  • Eine_win_ig 14.11.2018 20:44
    Highlight Highlight Auf youtube gibts videos von Uber eats Fahrern aus den USA. Die rechnen dann mal den Stundenlohn vor... so Tankfüllung, erwarteter Unterhalt, etc. abgezogen... und plötzlich verdient man quasi nichts mehr...
    • theluke 15.11.2018 10:51
      Highlight Highlight Uber idt in der schseiz anders aufgebaut als in den usa. Diese vergleiche sind nichts aussagend. Ausser eine moeglichkeit es besser zu machen.
  • Momos 14.11.2018 19:44
    Highlight Highlight Ich mag Uber und all diese anderen „wir profitieren ohne uns an den Kosten der sozialen Absicherung zu beteiligen“ Unternehmen mit ihrer amerikanischen Vorstellungen des Wohlfahrtstaats NICHT!

    Darum nutze ich keines dieser Angebote
  • DocM 14.11.2018 19:24
    Highlight Highlight Offenbar versucht Uber auch hier, bestehende Gesetze zu umgehen um so AHV, ALV, EO etc. auf Kosten der Kuriere und der Bevölkerung einzusparen. Dazu kassiert Uber die Provision von der Teilnehmern und die Lizenzen werden vermutlich über steuerberfreite US-Staaten verkauft. Somit entgeht dem Staat nochmals Geld, welches wiederum vom Otto-Normalverbraucher zu tragen ist. Assozialer ist kaum mehr möglich...
  • Ruefe 14.11.2018 19:21
    Highlight Highlight Na toll, hier in Toulouse sind die schon überall. Musst immer aufpassen wenn so einer angedüsst kommt. Weiss ja nicht ob die Genfer auch so gechillte Autofahrer sind wie hier...
  • Arthur Philip Dent 14.11.2018 18:27
    Highlight Highlight "könnten Kuriere ihre eigenen Chefs sein"...das ist aber mal ganz schön optimistisch formuliert... 😅
    • theluke 15.11.2018 10:47
      Highlight Highlight Ist es bei eats oder anderen plattformen denn besser?
  • Garp 14.11.2018 17:46
    Highlight Highlight Klar Uber Eats als Zusatzverdienst, ohne Regulation und Anstellunhsbedingungen und dann werden fest angestellte arbeitslos. Uber ist glücklich, spart immense Kosten und die schweizer Bürger zahlen drauf, um Uber zu finanzieren. Ich hoffe jeder der da bestellen will, denkt etwas nach und nicht nur an Geiz ist geil! Kommt ihn am Schluss auch teurer.

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