DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Liebe Hipsters, ihr müsst jetzt ganz stark sein: Gluten-freies Essen bringt gar nichts!



FILE - In this Aug. 2, 2013, file photo, a variety of foods labeled Gluten Free are displayed in Frederick, Md., Friday, Aug. 2, 2013. Starting this week,

Gluten-frei kannst du dir laut der neuesten Studie sparen. Bild: Jon Elswick/AP/KEYSTONE

Viele gesundheits- und figurbewusste US-Amerikaner verzichten auch ohne Darmbeschwerden vorsichtshalber auf Gluten. Möglicherweise kann dies aber sogar Nachteile bringen.

Die Cupcakes in der Theke des US-Bistros sehen verführerisch aus. Aber: «Ist da Gluten drin?» Kellner sind diese Frage gewohnt – rund 200 Millionen Essen pro Jahr werden in den USA Gluten-frei geordert. Denn der Verzicht auf das in Verruf geratene Klebereiweiss des Weizens, das auch in den meisten anderen Getreidearten vorkommt, liegt in den USA seit Jahren im Trend.

Gründe dafür sind vielfältig: Bei Menschen mit angeborener Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie), etwa einem Prozent der US-Bevölkerung, löst das Eiweiss eine Dünndarmentzündung mit teils heftigen Darmbeschwerden aus. Auch Blutarmut, Blähungen oder Osteoporose können die Folgen sein.

Einige andere Menschen leiden an Weizenallergie oder Gluten-Sensitivität. Aber auch populäre Bücher wie «Wheat Belly» («Weizenwampe») des Arztes William Davis sagen dem Protein als vermeintlich ungesund und dickmachend den Kampf an.

Eine Flut teurer, Gluten-freier Lebensmittel findet viele Abnehmer: Jeder zehnte US-Haushalt lebt einer Marktforschungsumfrage zufolge Gluten-frei und jeder vierte Amerikaner glaubt, dass Ernährung ohne Gluten für jedermann gesund sei.

Weglassen vielleicht sogar ungünstig

Für die Herzgesundheit bringt glutenfreie Kost jedoch keine Vorteile, zeigt jetzt eine neue US-Studie, die im «British Medical Journal» veröffentlicht wurde. Vielleicht ist das Weglassen von Gluten sogar ungünstig: Denn mit dem Gluten reduzieren Viele auch ihren Vollkornkonsum, der das Herz zu schützen scheint.

«Basierend auf unseren Daten ist eine Gluten-arme Diät nur mit dem Ziel Herzgesundheit nicht zu empfehlen», resümiert der Gastroenterologe und Mitautor Andrew Chan von der Harvard School of Medicine.

Zusammen mit Benjamin Lebwohl vom Zöliakie-Zentrum der Columbia University (New York) und Kollegen hat er Material zweier US-Langzeitstudien ausgewertet: Von 1986 bis 2010 waren dafür alle vier Jahre vielfältige Ernährungs- und Gesundheitsdaten von 110'000 Amerikanern gesammelt worden.

Je nach Gluten-Konsum teilten die Forscher die Teilnehmer in fünf Gruppen ein. «Sogar in der Gruppe mit dem niedrigsten Gluten-Konsum gab es dieselben Raten an koronarer Herzerkrankung wie in der Gruppe mit dem höchsten Konsum», beschreibt Chan.

Motzen über Food Snobs? Voilà:

Video: watson/Oliver Baroni, Emily Engkent

«Gluten ist selbstverständlich schädlich für Menschen mit Zöliakie. Aber beliebte Diätbücher, die mit zufälligen und anekdotischen Beispielen arbeiten, haben die Ansicht befeuert, dass eine Gluten-arme Diät für jeden gesund ist», sagt Lebwohl. Wer jedoch auch auf Vollkorn-Produkte verzichte, laufe Gefahr, gleichzeitig deren schützenden Effekte vor Herzerkrankungen zu verlieren.

B-Vitamine können Herz schützen

Martin Raithel, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) sowie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie (DGAKI), sieht das ähnlich. «Vor allem B-Vitamine können das Herz schützen», sagt er.

Ballaststoffe aus Vollkörnern sind zudem wichtige Bestandteile für die Darmflora, regulieren die Darmtätigkeit und lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen. Wer Getreide ohne Grund meide, halte dem Körper zugleich wichtige Polyamine vor, etwa Weizenkeimöl, so der Experte.

So sieht es aus, wenn Kunst glutenfrei wird

1 / 27
So sieht es aus, wenn Kunst glutenfrei wird
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Mit Blick auf die Herzgesundheit stelle die Studie keine kausalen Zusammenhänge her, aber sei insgesamt sehr detailliert gemacht und über diesen langen Zeitraum auch aussagekräftig, sagt Raithel. «Die Zahlen der Weizen- oder Glutensensitivität werden in der Öffentlichkeit und in den Medien generell überschätzt. Problematisch ist, dass nach den einzelnen Ursachen nicht immer diagnostisch ausreichend gefahndet wird.»

Gang zum Arzt empfohlen

Um Klarheit zu bekommen, empfehlen Experten, bei anhaltenden Darmbeschwerden nicht mit Selbst-Tests aus dem Internet oder beim Heilpraktiker Hilfe zu suchen, sondern sich beim Arzt diagnostizieren zu lassen.

Kinder in der Familie in die Gluten-freie Diät einfach mit einzubeziehen, sei für den Nachwuchs nicht nur einschränkend, sondern sogar gefährlich, warnt Raithel. «Kinder sollten wirklich von allem etwas essen, auch Fleisch und geringe Mengen Zucker», betont der Darmexperte. «Denn mit jeder Einschränkung von Lebensmitteln verkleinert sich die Vielfalt der Darmflora. Und das ist wiederum ein Risikofaktor für die Entstehung von vielen Erkrankungen.»

Ein Abklingen des Gluten-frei-Trends kann Raithel noch nicht feststellen. «Das hängt wohl auch damit zusammen, dass oft über Tierversuche berichtet wird, in denen Gluten schädliche Wirkungen zeigt.» Viele seien dadurch übersensibilisiert. Aber Ergebnisse aus Tierversuchen seien nicht einfach zu übertragen. «Der menschliche Körper reagiert in vielen Fällen komplexer.» (sda/dpa)

Baroni isst

1 / 14
Baroni isst
quelle: facebook/obi / facebook/obi
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Food! Essen! Yeah!

Meine Tochter (12) und ihre BFF erklären uns, was es mit diesem Bubble Tea auf sich hat

Link zum Artikel

Das ist vielleicht das einzige Kochbuch, das du je benötigen wirst (hier 4 Rezepte daraus)

Link zum Artikel

Alles stehen und liegen lassen – wir haben eine neue Lieblingspasta

Link zum Artikel

«Speck» aus Bananenschalen ... WAS SOLL NUN DAS SCHON WIEDER?

Link zum Artikel

FOOD FIGHT – der nie endende Streit um ikonische Gerichte

Link zum Artikel

Ich habe mein erstes 1970er- Kochbuch gefunden und probiere nun ein paar Rezepte

Link zum Artikel

Wir zeigen dir die Zutaten – du sagst uns das Gericht

Link zum Artikel

Dieses uralte Pasta-Rezept hat nur 4 Zutaten und ist der HAMMER

Link zum Artikel

Wie Baja Fish Tacos zu meinem Lieblings-Quarantäne-Rezept wurde

Link zum Artikel

Ihr alle müsst sofort Pasta alla Norma kochen. Weil geil. 🍆🍆🍆

Link zum Artikel

Was es mit dem Sriracha-Kult auf sich hat (und weshalb dieser völlig gerechtfertigt ist)

Link zum Artikel

Wie viele dieser europäischen Spezialitäten kennst du? Mach' das Foodie-Quiz!

Link zum Artikel

Ihr habt uns gesagt, was bei euch im Vorratsschrank ist: Hier kommen die Rezepte dazu

Link zum Artikel

Zeig' uns deinen Vorratsschrank und wir sagen dir, was du kochen sollst

Link zum Artikel

Das sind sie: Baronis Basic-Tipps für einen besseren Pasta-Alltag

Link zum Artikel

15 Rezepte, die du als Erwachsener beherrschen solltest

Link zum Artikel

Sagt mal, bin ich hier der Einzige, der Brunch doof findet?

Link zum Artikel

Millenials werden in diesem Retro-Food-Quiz so was von abkacken ... und du?

Link zum Artikel

Ich war am Cooper's Hill Cheese Rolling ... und OMG, WAR DAS GEIL

Link zum Artikel

Superfood ist gar nicht so super wie ihr alle tut

Link zum Artikel

Sorry, liebe Vegetarier, Parmesan ist nun mal NICHT vegetarisch

Link zum Artikel

Schweizer Gerichte, die die Welt nicht versteht

Link zum Artikel

Du achtest auf Kalorien? Schön. Möchtest du nun Avocado oder Nutella?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fanta gibt's dank den Nazis – und 12 weitere WTF-Fakten zu Cola, Limo und Co.

Wollte man im 19. Jahrhundert ein erfrischendes Sprudelgetränk, besuchte man die Apotheke. Dort nämlich befanden sich die ersten soda shops Nordamerikas. Da im 19. Jahrhundert Medizin fast ausschliesslich in flüssiger Form zu sich genommen wurde, war die Beigabe von Zucker dazu da, den bitteren Geschmack von «medizinischen» Zutaten wie Chinin und Eisen zu überdecken.

Bald gab es süsse Sprudelwasser gegen eine Unmenge von Gebrechen, von Verdauungsstörungen über Bluthochdruck bis hin zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel