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Bponnacon, Bonaso – mythisches Wesen, das seine Feinde mit Fäkalien in die Flucht schlug

Das Bonnacon, ein Fabelwesen, schlägt seine Feinde mithilfe seiner Fäkalien in die Flucht. Bild: gemeinfrei

Fäkalien als Waffe – diese 7 Beispiele stinken zum Himmel



Menschlicher Erfindungsgeist scheint keine Grenzen zu kennen, wenn es darum geht, Feinde ins Jenseits zu befördern – oder ihnen zumindest gehörigen Schaden zuzufügen. Kein Wunder, dass selbst Fäkalien immer wieder als Waffe verwendet wurden.

Poopootow-Cocktails in Venezuela

Ein aktuelles Beispiel ist Venezuela. Im Mai 2017 berichteten verschiedene Medien, dass Demonstranten bei ihren Protesten gegen die Regierung von Präsident Maduro die Polizei mit menschlichen und tierischen Fäkalien bewarfen. In Anlehnung an die bekannten Molotow-Cocktails war in den Sozialen Medien von «Poopootow-Cocktails» die Rede.

Venezuela: Mit Exkrementen gegen Ordnungskräfte

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Video: srf

Das venezolanische Regime fand den Einsatz dieser stinkenden Protestmittel nicht lustig: «Das sind biochemische Waffen», sagte die Generalinspekteurin des Justizwesens, Marielys Valdez, im Staatssender VTV. «Der Einsatz biochemischer Waffen ist ein Verbrechen und zieht harte Strafen nach sich.» Schliesslich könnten die Stinkbeutel in Gewässer gelangen und diese verunreinigen. Besonders gefährdete Personen, etwa Senioren oder Kleinkinder, könnten sich mit Hepatitis oder ähnlichen Krankheiten anstecken.

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«Venezuela ‹Shit March›». Video: YouTube/TRT World

Skythische Giftpfeile

Etwas weiter zurück in der Vergangenheit: die Skythen. Dieses Reiternomadenvolk, das etwa von 900 bis 400 v. Chr. die Steppengebiete im heutigen Südrussland bewohnte, galt bei Griechen und Römern als unbezwingbar. Ein Grund dafür mag gewesen sein, dass die skythischen Bogenschützen vergiftete Pfeile benutzten. Zu diesem Zweck tauchten sie die Spitzen in ein höchst unappetitliches Gemisch aus Schlangengift, Leichenflüssigkeit, menschlichem Blut und Kot. Das Gemisch hatten sie zuvor in einem verschlossenen Behälter vergraben und eine Weile im Erdreich ruhen lassen, bis alles verwest war. «Selbst Leute, die nicht von den vergifteten Geschossen verwundet wurden, leiden unter deren fürchterlichen Geruch», hielt der griechische Geograph Strabo dazu fest.

Skythischer Bogenschütze, ca. 520–500 v. Chr.
https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen#/media/File:Skythian_archer_plate_BM_E135_by_Epiktetos.jpg

Skythischer Bogenschütze in einer antiken Darstellung. Bild: Wikimedia

Chinesische Fäkalien-Schleuderbombe

Dass China militärtechnisch schon früh auf der Höhe war, beweist die Tatsache, dass dort das Schwarzpulver erfunden wurde. Die chinesischen Feldherren nutzten aber auch andere Substanzen durchaus innovativ – beispielsweise bei der Fên phao kuan fa, der Fäkalien-Schleuderbombe, die in einer Abhandlung des 11. Jahrhunderts beschrieben wird. Sie bestand, wie schon ihr Name vermuten lässt, aus getrockneten und fein gemahlenen menschlichen Fäkalien, denen Öl des Tiglibaumes – das stärkste pflanzliche Abführmittel –, ein wenig Arsensulfid und weitere giftige Zutaten beigemischt wurden. Diese Mischung versetzte man mit Schiesspulver und füllte sie in Hanfbeutel, die angezündet über die Mauern belagerter Städte katapultiert wurden, um die Bewohner zur Aufgabe zu zwingen.

Samen des Tiglibaums (Croton tiglium), stärkstes pflanzliches Abführmittel

Samen des Tiglibaums. Bild: indiamart.com

Fäkalienfässer bei den Hussiten

Als die Hussiten im Jahr 1422 die Burg Karlstein bei Prag belagerten, mussten sie feststellen, dass ihre Kugeln aus Kalkstein, die sie aus Steinbüchsen verschossen, die dicken Mauern der Burg nicht durchschlagen konnten. Deshalb griffen sie zu Mitteln der chemischen Kriegsführung: Mit Bliden schleuderten sie mehr als 1800 mit Jauche gefüllte Fässer über die Burgmauern – angeblich aber auch Leichen. Die Belagerten konnten aber die Wirkung der Fäkalien durch ungelöschten Kalk mildern.

Burg Karlstein (Karlštejn) in Böhmen
https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Karl%C5%A1tejn#/media/File:Karlstejn_(5711).jpg

Burg Karlstein in Böhmen. Die Belagerung verlief trotz der Jauchefässer erfolglos. Bild: Wikimedia

Vietnam: Punji Sticks mit Zugabe

Im Vietnam-Krieg legte der Viet Cong Fallen an, deren Zweck vornehmlich darin bestand, feindliche Soldaten zu verletzen. Auf diese Weise wurden mehr Truppen gebunden, da der verletzte Soldat geborgen und in Sicherheit gebracht werden musste. Die Fallen bestanden in der Regel aus zugespitzten und im Feuer gehärteten Bambus-Pfählen, die vertikal im Boden verankert und danach mit Laub, etwas Erdreich oder einer Falltür bedeckt wurden. In vielen Fällen verunreinigte man die Spitzen dieser sogenannten «Punji Sticks» mit Fäkalien, um das Infektionsrisiko zu erhöhen. Auch pflanzliche oder tierische Gifte kamen zum Einsatz.

Punji sticks used during the Vietnam War, photo from 1966
https://en.wikipedia.org/wiki/Punji_stick#/media/File:Vietnam....Marines_of_Company_H,_2nd_Battalion,_4th_Regiment,_walk_through_a_punji-staked_gully._-_NARA_-_532439.tif

Punji Sticks in Vietnam in einer Aufnahme von 1967. Bild: Wikimedia

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«The Use Of Punji Traps In The Vietnam War.» Video: YouTube/Triwood1973

Der Vietnamkrieg

«Who me?» Das Stinkmittel des CIA-Vorläufers

Im Zweiten Weltkrieg tüftelte das Office of Strategic Services (OSS) – der Vorläufer des heutigen Geheimdienstes CIA – an einer olfaktorischen Geheimwaffe, die gegen deutsche Wehrmachtssoldaten in Frankreich eingesetzt werden sollte. Die Schwefelmischung, die dafür verwendet wurde, bestand zwar streng genommen nicht aus Fäkalien, verströmte aber deren Geruch. Kämpfer der französischen Résistance sollten das «Who me?» genannte Stinkmittel mithilfe von Zerstäubern auf deutsche Besatzungssoldaten sprühen, um sie öffentlich zu demütigen. Allerdings wollte die Sache nicht recht funktionieren: Das Mittel war zu flüchtig und verpestete die gesamte Umgebung, darunter auch den Angreifer selbst. Das Experiment wurde nach nur zwei Wochen abgebrochen.

Frauen in der Résistance: Simone Segouin aka Nicole Minet, französische Widerstandskämpferin, Paris, 1944

Französische Résistancekämpfer 1944 in Paris. Bild: gemeinfrei

Semenows Fäkal-Granate

Diese Waffe kam – zumindest bisher – nie zum Einsatz: 2009 liess der russische Erfinder Aleksandr Georgiewitsch Semenow ein Waffensystem patentieren, das es in sich hat. Im Kern bietet es der Besatzung eines Panzers die Möglichkeit, ihre Notdurft direkt in eine leere Granatenhülse zu verrichten und diese dann mit Explosivstoffen scharf zu machen und zu verschiessen. Diese ingeniöse Vorrichtung schlägt gewissermassen zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen wird die Besatzung ihre Fäkalien los, die sonst auf eine andere Weise entsorgt werden müssten; zum andern wird der Feind und seine Ausrüstung mit menschlichen Ausscheidungen eingedeckt.

Aleksandr Georgiewitsch Semenows Waffensystem mit menschlichen Fäkalien
https://www.trendhunter.com/trends/aleksandr-georgievich-semenov

Zwei Probleme auf einen Schlag lösen: Semenows Waffensystem. Bild: trendhunter.com

Bonus: Das Inuit-Fäkalmesser

Dass diese Geschichte stimmt, die Jamie Lee Curtis Taete in seinem Artikel «Brown Death: A History of Poop As a Weapon» («Der braune Tod: Eine Geschichte des Kots als Waffe») zum Besten gibt, ist eher unwahrscheinlich. Doch wie die Italiener sagen: Se non è vero è ben trovato.

Inuit-Fäkalien-Messer
https://pikabu.ru/story/plokhoy_pr_tozhe_pr_4797715

Curtis Taete illustriert seine Story mit diesem Bild. Es dürfte sich allerdings kaum um das fragliche Inuit-Messer handeln ... Bild: vice.com

Laut dem kanadischen Anthropologen Wade Davis soll ein Inuit in den 50er-Jahren ein Messer aus seinen eigenen Fäkalien hergestellt haben. Damals zwang die kanadische Regierung viele Inuit-Gemeinschaften, sich an bestimmten Orten anzusiedeln. Ein älterer Mann widersetzte sich dem, und seine Angehörigen nahmen ihm darauf die gesamte Ausrüstung ab, um ihn zur Aufgabe zu zwingen. Der Mann blieb jedoch und nahm das in die Hand, was ihm geblieben war: seine eigenen Fäkalien. Als sie zu gefrieren begannen, formte er damit ein Messer, mit dem er einen Schlittenhund schlachtete. Aus dessen Rippen improvisierte er einen Schlitten, aus der Haut ein Zaumzeug, in das er einen anderen Hund einspannte. Mit diesem Gespann fuhr er davon.

(dhr)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kritiker 2.0 05.03.2019 00:33
    Highlight Highlight Hätten die das Mal in Dietikon/Spreitenbach so gemacht... Ich meine, volle Windeln hatten die ja alle an. 🤷‍♂️
  • Gummibär 03.03.2019 15:07
    Highlight Highlight Woher wohl der Dialektausdruck " Du chasch mer id Chappe schiisse" stammt ? Etymologen sind gefragt.
    • Madison Pierce 03.03.2019 16:31
      Highlight Highlight Gute Frage! Kenne den Ausdruck auch, aber im Internet habe ich nur "AUF die Kappe scheissen" gefunden.

      Klarer Fall für den Huber!
  • Henri Lapin 03.03.2019 15:03
    Highlight Highlight Den Shitstorm nicht vergessen.
  • LaktoseintoleranterVeganerLGBT 03.03.2019 14:13
    Highlight Highlight Ich bin mir nicht sicher ob es klug ist das zu posten, es ist enorm verstörend....aber seht selbst....
    Play Icon
    • pamayer 03.03.2019 18:43
      Highlight Highlight Hörte von ähnlichen Vorfällen in der Psychiatrie. Leider wahr.
  • Echo der Zeit 03.03.2019 13:10
    Highlight Highlight Die Polizei hatte in der Schweiz auch schon Bauern Bezüglich Jauche angefragt, um damit gegen WEF Demonstranten vorzugehen.
    • Echo der Zeit 03.03.2019 14:20
      Highlight Highlight Na ja, Bösartige Unterstellung ihrerseits Erinnert mehr an Wutbürgertum. Wahrscheinlich habe ich mich damals mehr über die Law and Order Mentalität Aufgeregt und auch darunter gelitten als sie es je Tun werden.
  • Rhabarber 03.03.2019 12:43
    Highlight Highlight Menschen sind halt Affen.
    Einige Affen und Menschenfaffen-Arten bewerfen an ihren Reviergrenzen Gegner, die zu nahe kommen, mit Fäkalien.
  • Calvin Whatison 03.03.2019 11:19
    Highlight Highlight «Das sind biochemische Waffen» 🤣🤣🤣i i schiffe fasch id Hosä.🤣🤣💩
    • Madison Pierce 03.03.2019 13:11
      Highlight Highlight Das ist nicht mal so abwegig. Fäkalien sind nicht nur "grusig", sondern voll von Bakterien, welche zum Teil gefährliche Krankheiten auslösen.

      Deshalb geht es den Menschen gesundheitlich besser, seit wir eine Kanalisation haben und nicht mehr auf die Strasse kacken. Und deshalb bauen viele Hilfsprogramme Toiletten in Afrika.

      Mit Fäkalien zu werfen ist gefährlich.
    • Calvin Whatison 03.03.2019 15:45
      Highlight Highlight Ja ok @Madison Pierce. Hab ausgeblendet, dass es uns hier wohl einiges besser geht im Vergleich zu Venezuela.
    • E-Smoking 03.03.2019 23:48
      Highlight Highlight Gemäss der WHO haben noch immer ca. 1 Mia Menschen kein Klo und etwas mehr als zwei Mia kein Zugang zu sicherem Wasser. Wir sind wohlstandsverwahrlost wenn wir mit der Restwelt vergleichen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gogl Vogl 03.03.2019 11:09
    Highlight Highlight Buttersäure + Geschlossener Raum = Disaster!

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