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Beim ZSC steht Trainer Hans Wallson unter scharfer Beobachtung. Bild: PPR

Die schwankenden Riesen – warum Meister Bern und der ZSC in der Krise stecken

Bei den Hockey-Grossklubs in Bern und Zürich läuft derzeit vieles nicht wie gewünscht. Die Gründe der Krise könnten allerdings unterschiedlicher nicht sein.

15.12.17, 11:33 15.12.17, 12:28

marcel kuchta / Aargauer Zeitung

Der SC Bern und die ZSC Lions, die beiden Klub-Schwergewichte des Schweizer Eishockeys, durchleben derzeit eine schwierige Phase. In Bezug auf den amtierenden Meister Bern ist das allerdings Jammern auf hohem Niveau.

Klar: Das Ausscheiden aus der Champions League im Viertelfinal gegen den schwedischen Vertreter Växjö Lakers (3:2, 2:4) war für den SCB, der im europäischen Wettbewerb hohe Ziele anvisiert hatte, schmerzhaft.

Bild: KEYSTONE

Und die vier Niederlagen in den letzten fünf Meisterschaftsspielen deuten ebenfalls darauf hin, dass sich in der Hauptstadt ein kleines Adventstief installiert hat. Aber eben: Auf der anderen Seite stehen die Berner in der Tabelle immer noch allein auf weiter Flur an der Spitze. Durch die jüngste Niederlagenserie schmolz der Vorsprung auf den ersten Verfolger Lugano auf immer noch sehr komfortable sieben Punkte.

Ein Fall von Wohlstandsverwahrlosung

Die aktuelle SCB-Depression ist ein klassischer Fall von «Wohlstandverwahrlosung». Wenn es einer Mannschaft wochenlang läuft, sie kaum Widerstände überwinden muss, dann kommt in der Regel irgendwann einmal der Punkt, an dem man den nötigen Extra-Effort eben nicht mehr leistet. Die Berner verspielten bei den Heimniederlagen gegen die Strichteams Langnau (3:5), Biel (4:5 nach Penaltyschiessen) und Servette (3:4 nach Verlängerung) zweimal eine 3:0- und einmal eine 3:1-Führung.

Kari Jalonen geriet mit dem SCB in eine Negativspirale. Bild: KEYSTONE

Headcoach Kari Jalonen stellte bei seinen Spielern, die fast drei Monate lang kaum Schwächen gezeigt hatten, plötzlich eine gewisse Nervosität fest. Und auch fehlende Energie bei (den von ihm oft forcierten) Leistungsträgern. Aus dem anfänglichen Betriebsunfall gegen Langnau entwickelte sich eine Negativspirale, welche mit dem Ausscheiden aus der Champions Hockey League einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Muss man sich beim Meister deswegen Sorgen machen? Kaum. Diese Mannschaft ist schlicht zu gut und zu breit besetzt, als dass diese Schwächephase allzu lange dauern wird.

Schwächephase? Dafür gibt's die Rute.

Video: watson/Angelina Graf

Ganz anders sieht die Situation bei den ZSC Lions aus. Die Zürcher tun sich schon seit dem Saisonstart schwer, in den Rhythmus zu kommen. Nach einem schlechten Auftakt in die Meisterschaft folgte eine gute Phase, ehe sich die Mannschaft zuletzt wieder von der sehr inkonstanten Seite zeigte. Die 1:5-Heimniederlage gegen Schlusslicht Kloten am vergangenen Samstag förderte all die Probleme, die die Lions aktuell plagen, zutage.

Ein Blick auf die Abwesenheitsliste zeigt aber, dass die nicht von ungefähr kommen. Mit Robert Nilsson (verletzt), Frederik Pettersson (aktuell mit der schwedischen Nationalmannschaft unterwegs) und Pius Suter (verletzt, gab am Dienstag sein Comeback) fehlten fast permanent eines oder mehrere Mitglieder des Paradesturms. Stammgoalie Lukas Flüeler, der nach langer Durststrecke endlich wieder in Form gekommen war, verletzte sich ebenfalls und fällt noch ein paar Wochen aus. Mit Christian Marti und Severin Blindenbacher fehlen zwei der wichtigsten Verteidiger. Und der Amerikaner Drew Shore, auf welchen man in Zürich nach seiner starken letzten Saison in Kloten grosse Hoffnungen gesetzt hat, fehlt seit längerem wegen einer Gehirnerschütterung

Was ist mit der zweiten Reihe der Lions los? Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Dass sich auch die Lions aus der Champions Hockey League verabschiedet haben, ist angesichts des momentanen personellen Aderlasses nicht überraschend. In den zwei Partien gegen den tschechischen Vertreter aus Liberec gelang den dezimierten Zürchern nur ein Törchen, welches immerhin zu einem 1:0-Sieg in Tschechien gereicht hatte. Letztlich schied man im Rückspiel (0:1) erst nach Penaltyschiessen aus.

Was allerdings aus Sicht der ZSC Lions trotz allen Abwesenden bedenklich ist, ist die Tatsache, dass aus der zweiten Reihe, die angesichts von Spielern mit Roman Wick, Chris Baltisberger, Reto Schäppi, Fabrice Herzog oder Inti Pestoni auch nicht gerade untalentiert ist, kaum Support kommt, wenn Not am Mann ist.

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Klar ist: Im Gegensatz zu den Bernern dürfte die aktuelle Schieflage den Zürchern noch weit länger Kopfzerbrechen bereiten. Dem Trainerduo Wallson/Johansson, das seit Wochen unter erhöhter Beobachtung steht, stehen weitere heikle Tage bevor. Die Weihnachtspause kann für sie nicht früh genug kommen.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • David Ruppolo 15.12.2017 15:09
    Highlight Ehrlich jetzt? Beim Z hat es Verletzte? Das ist ja schon etwas Einzigartiges, NIE dagewesenes! Bei dem Kader und den vielen guten Ersatzspielern, die die Breite beim Z ausmachen, soll und darf ein solches Argument nie und nimmer thematisiert werden... Aber das passt ja schon: Ist der Löwe satt, legt er sich hin und entspannt mal schön - mal sehen, wie langer der Müssiggang geht...
    36 15 Melden
    • 123und456 15.12.2017 18:46
      Highlight naja. Ganz so schwach dürften sie schon nicht auftreten. Man muss aber auch sehen, dass mit Suter, Nilsson und Petersson, sowie Marti und Blindenbacher wichtige spieler immer wieder ausfielen.
      Ich bin mir nicht sicher ob Bern so weit oben wäre, wenn Rüfi, Moser, Ebbett, Noreau und Untersander so wenige Spiele bestritten hätten.

      Aber wie schon gesagt auch bei diesem Verletzungspech muss von einem Team mit derartiger Qualität mehr kommen...
      13 0 Melden
  • N. Y. P. 15.12.2017 14:02
    Highlight Der SCB ist nicht in der Krise. Der SCB ist schlichtweg gelangweilt. In der Quali gibt es eh nur 4 Szenarien für den SCB:

    Sie werden 1. sein nach der Qualifikation oder sie sind nach der Quali der Club mit den meisten Punkten oder der SCB ist einen Rang vor dem 2. in der Tabelle oder sie sind zwölftletzter.

    Da muss einem ja langweilig werden.
    29 74 Melden
    • Hockrates 15.12.2017 14:34
      Highlight Bist du aber ein Lustiger
      54 9 Melden
  • MARC AUREL 15.12.2017 12:11
    Highlight Bin schon lange der Meinung das die Schachschweden aussortiert werden müssten! So wird es nix mit SCHWEIZERMEISTER von mir aus gesehen! Man darf aber nicht vergessen das die Lions natürlich über mehr als genug Talent verfügen um ende Saison zuoberst zu stehen!
    61 24 Melden
    • Brucho 15.12.2017 13:45
      Highlight Ups hallo Marc alles okay bei Dir? So freundlich und objektiv gegenüber den bösen Zürchern klingt nach Grippe mit Fieber. Also versprochen von mir gibts für diesen schönen Komentar ein grösseres Weihnachtsgeschenk ;-)
      52 4 Melden
    • MARC AUREL 15.12.2017 16:36
      Highlight Auch ich bin gelegentlich objektiv oder besser gesagt lasse ich die Provokation sein wenn ich will aber bei gewisse Sachen denke ich nunmal nicht wie ihr. Aber das ist auch gut so.. wäre ja langweilig wenn alle gleicher Meinung wären. 😉
      12 4 Melden
  • Potzblitz36 15.12.2017 11:53
    Highlight "Die Weihnachtspause kann für sie nicht früh genug kommen."

    Dabei würden doch beide Teams viel lieber durchspielen, damit dieser ach so unsägliche Spengler Cup ihnen nicht schadet.

    So froh wie der ZSC und der SCB um die diesjährige Pause sind können sie die durch den HCD zu leistende Entschädigung gleich zurück überweisen.
    28 73 Melden
    • Thomas J. aus B. 15.12.2017 12:17
      Highlight Da es ein Olympia-Jahr ist und die CH-Nati am Spengler Cup teilnimmt (ob die Teilnahme an einem Turnier mit Exhibition-Charakter etwas bringt ist eine andere Frage), wird's bei den Leistungsträgern/Nationalspielern bei Bern und dem ZSC mit Weihnachtspause nicht weit her sein. Zudem dürften die Bern-Kanadier und Klein vom ZSC ebenfalls in Davos teilnehmen.
      Die Entschädigung fliesst also auch dieses Jahr zurecht.
      Der einzige Vorteil des Unterbruchs: man fährt auf Meisterschaftsebene keine Negativ-Resultate ein. Ansonsten gibt's auch dieses Jahr kaum einen Vorteil.
      57 9 Melden
    • Professor Chaos 15.12.2017 16:52
      Highlight Neulich hat Marc Lüthi in seiner Kolumne erwähnt dass man es mit dem Unterbruch locker sieht.

      Der SCB wird (aus SCB-Sicht) angemessen entschädigt und einige Spieler können sogar etwas Energie sammeln.
      Gerade Jetzt nimmt man in Bern die Pause gerne denk ich mal.
      13 0 Melden

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Wer wird in diesem Jahr Schweizer Hockey-Meister? Bald wissen wir es: Heute beginnen die Playoffs und damit das muntere Rätselraten. Auch unser Eismeister hat seine Tipps abgegeben. Sein Fazit: Bern verteidigt den Titel erneut, Biel kommt bis in den Final und weder Ambri noch Kloten steigen ab.

Und, zufrieden mit der Prognose des Eismeisters? Oder weisst du es besser? Dann schreibe uns deine Playoff-Tipps in die Kommentar-Spalte. (pre)

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