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epa04892982 Hoffenheim's Steven Zuber (L) and Kevin Volland celebrate 1-0 goal by Volland during the German Bundesliga soccer match between TSG 1899 Hoffenheim and FC Bayern Munich at the Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim, Germany, 22 August 2015. 

(EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION: Due to the accreditation guidelines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match.)  EPA/ULI DECK

Steven Zuber ist in Form – im Gegensatz zu anderen Nati-Spielern ist er in Form Bild: EPA/dpa

Ein Debütant als grösster Trumpf? Steven Zuber vor der Nati-Premiere

Er ist einer der wenigen Schweizer, die vor dem Spiel gegen Lettland in einer guten Form sind. Vielleicht kommt Steven Zuber doch noch zu seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft.

20.03.17, 11:55 20.03.17, 12:18

Markus brütsch / Aargauer Zeitung



Wie ein Schnellzug flitzt Steven Zuber an den überforderten Leverkusenern vorbei. Weder Roberto Hilbert noch Ömer Toprak können verhindern, dass der entfesselte Schweizer den entscheidenden Pass auf Sandro Wagner spielt. 1:0 − Hoffenheim ist auf Kurs in Richtung Champions League. Und Flügel Zuber zu einem wichtigen Faktor des Erfolgs geworden.

Zuber bereitet Hoffenheims Siegtor vor. Video: streamable

Dabei war er erst am achten Spieltag zur Saisonpremiere gekommen, nachdem er sich im April bei einem Zusammenstoss im Training mit Landsmann Fabian Schär einen Schädelbruch zugezogen hatte. Danach aber startete er durch, und seit der Winterpause hat er in neun Bundesligaspielen noch keine einzige Minute verpasst.

Vertragsverlängerung als Belohnung

Ja, nachdem Zuber im Sommer 2014 für 3.5 Millionen Euro als russischer Meister von ZSKA Moskau zu Hoffenheim transferiert worden war, tritt der 25-Jährige in seiner dritten Saison im Kraichgau so stark auf, dass der Verein seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis 2020 verlängert hat.

SINSHEIM, GERMANY - APRIL 18: Steven Zuber of  Hoffenheim looks dejected during the Bundesliga match between 1899 Hoffenheim and FC Bayern Muenchen at Wirsol Rhein-Neckar-Arena on April 18, 2015 in Sinsheim, Germany.  (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Zuber musste zuletzt nicht mehr unten durch. Bild: Bongarts

«Hoffenheim macht am meisten Sinn für mich. Ich habe mich hier speziell im vergangenen Jahr noch einmal deutlich weiterentwickelt, bin aber noch lange nicht am Ende», sagte Zuber. «Zudem hat sich auch bei der TSG im vergangenen Jahr viel getan, und ich will ein Teil des Weges sein, den der Klub aktuell beschreitet.»

Zurückhaltung gelernt

Und ganz sicher möchte der Winterthurer auch ein Teil des Weges sein, den die Schweizer Nationalmannschaft unter Coach Vladimir Petkovic geht. Dass dieser Zubers starke Vorstellungen in Deutschland jetzt mit dem Aufgebot für das WM-Qualifikationsspiel gegen Lettland belohnte, war absehbar gewesen.

Umfrage

Soll Steven Zuber gegen Lettland spielen?

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475 Votes zu: Soll Steven Zuber gegen Lettland spielen?

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  • 12%Ja, aber nicht in der Startelf.
  • 1%Nein, es gibt bessere Optionen.
  • 5%Ich will nur das Resultat sehen.

Noch Ende November, bei unserem Besuch in Hoffenheim, hatte sich Zuber sehr zugeknöpft gezeigt, als das Thema auf die Nati kam. «Jeder Spieler will dort hin. Ich möchte jetzt aber nicht darüber reden, sondern auf dem Platz Taten sprechen lassen», sagte Zuber.

Vielleicht ist seine Zurückhaltung damit zu erklären, dass er sich vor viereinhalb Jahren, damals noch im Dress der Grasshoppers, gegenüber dieser Zeitung zur Aussage hinreissen liess, er habe doch mehr Qualität als ein Barnetta und ein Stocker. Was bei Naticoach Ottmar Hitzfeld nicht gut ankam, weil es doch sehr grossmäulig klang.

Switzerland's Steven Zuber, 2nd from left, and Josip Drmic, 2nd from right, flick the ears of teammate Admir Mehmedi, center, during a training session of the Swiss Olympic national soccer team at the training ground of the University of Newcastle in Newcastle, Great Britain, prior to the London 2012 Olympic Summer Games, pictured on Monday, July 23, 2012. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Zuber (links) kennt Mehmedi, Drmic und Co. gut. Gespielt hat er für die Nati aber noch nie. Bild: KEYSTONE

Aufgeboten aber nicht gespielt

Ein Jahr später, Steven Zuber hatte inzwischen nach 127 Spielen in der Super League GC verlassen und in Moskau einen hoch dotierten Fünfjahresvertrag unterschrieben, erhielt dieser dann für die WM-Ausscheidungsspiele gegen Norwegen und Island zwar ein Aufgebot, sass dann aber nur auf der Bank.

So wartet Zuber nach 48 Länderspielen für den Nachwuchs und Einsätzen bei den Olympischen Spielen 2012 noch immer auf sein A-Nati-Debüt. Die Chance, dass es dreieinhalb Jahre nach seinem letzten Aufgebot am Samstag nun endlich so weit ist, scheint intakt. Zuber ist einer von nur ganz wenigen Schweizer Kaderspielern, die derzeit von sich behaupten dürfen, in Hochform zu sein.

Die Schweizer Nati-Spieler im Formcheck

Dass ihn Nationaltrainer Vladimir Petkovic für den verletzten Linksverteidiger Ricardo Rodriguez aufstellen wird, ist nicht zu erwarten. Bei Hoffenheim muss Rechtsfuss Zuber im 3-5-2-System zwar auf dem linken Flügel auch viel Defensivarbeit verrichten, doch ein klassischer Aussenverteidiger ist er nicht. Eher würde sich anbieten, für Valentin Stocker am Flügel zum Einsatz zu kommen, der bei Hertha Berlin wieder einmal aus den Traktanden gefallen ist.

So oder so: Angesichts der vielen Schweizer Probleme − am Samstag ist mit Valon Behrami ein weiteres dazugekommen − muss sich Zuber betreffend seiner Nati-Premiere fragen: «Wenn nicht jetzt, wann dann?»

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    Alle Leser-Kommentare
  • alain95 20.03.2017 14:23
    Highlight lieber mal steffen aufbieten, der bringt power
    1 37 Melden
    • Pleep 20.03.2017 15:13
      Highlight ...ausserdem zupft er seine Augenbrauen mit bedeutend mehr Finesse als Steffen! ;)
      22 0 Melden
    • Altorez 20.03.2017 16:16
      Highlight @Pleep
      Das scheint bei unserer Nati das Haupauswahlkriterium zu sein :D
      Aber ich hoffe wirklich das Zuber spielt und ich schätze ihn auch höher ein als Steffen.
      13 0 Melden
    • Senji 20.03.2017 17:50
      Highlight Auch wenns wohl nicht zu vermeiden ist, ich wünschte Steffen würde nie (mehr) für sie Schweiz spielen. Es ist mir egal, dass er in Basel spielt, weil mich Basel nicht interessiert. Nie will und werde ich mich über einen Sieg der Nati freuen weil Steffen im 16er "halt keine anderen Optionen mehr hatte..."
      3 5 Melden

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

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