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Die Croods, unsere Vorfahren: Sie mussten zuerst jagen und sammeln, bevor sie etwas zwischen die Zähne bekamen.
Bild: AP/DreamWorks Animation

Vergiss Veganismus! Jetzt kommt «Intermittent Fasting» – der Ernährungs-Trend aus der Höhle

Intermittent Fasting – periodisches Fasten oder «IF» – ist der neue Trend unter den Diäten. Und so geht sie.



Ein Artikel von

«Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages.» Jeder kennt diesen belehrenden Satz, kombiniert mit dem strengen Blick der Mutter – oder Grossmutter. Wenigstens eine Banane quält man sich nach dem Aufstehen in den müden Magen, bevor der Alltagsstress beginnt.

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Zu Mittag gibt es dann das Tagesmenü aus der Kantine, nachmittags wird an einem Snack geknabbert und am Abend wird gekocht, bestellt oder aufgewärmt.

Der Neandertaler in uns

Die schlechte Nachricht: Der Mensch ernährt sich immer noch zu oft ungesund. Die gute: Im Menschen steckt noch immer mehr Neandertaler als angenommen. Und genau dies soll ihm zu besserer Gesundheit und mehr Wohlbefinden verhelfen.

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Neue wissenschaftliche Erkenntnisse stellen nämlich viele bisherige Ess-Gesetze in Frage. Zum Beispiel diese: Du sollst über den ganzen Tag verteilt kleine Portionen essen. Mit dieser Idee wird beim Intermittent Fasting – dem periodischen Fasten – radikal aufgeräumt.

Aber der Reihe nach. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Diät-Trend:

Was genau ist Intermittent Fasting?

Wenn wir uns unsere Urahnen mit der Keule in der Hand vorstellen, ist es kaum zu glauben, dass diese Wild- und Feldbeuter uns in puncto Lebensweise etwas vormachten. Intermittent Fasting ist dem Verhalten der Menschen aus der Jäger- und Sammlerzeit nachempfunden und bedeutet somit nichts anderes, als sich periodisch oder nur nach langen Unterbrechungen zu ernähren.

Unsere Urahnen mussten dies gezwungenermassen tun – nämlich eine Fastenperiode über mehrere Stunden am Tag einlegen, in denen das Essen gejagt oder gesammelt wurde.

Heute muss zwar kein Mensch in der westlichen Welt nach Nahrung suchen. Dafür heisst es für ihn für mehrere Stunden lang «Finger weg» vom Essen. Danach darf man wieder herzhaft zulangen.

Während sich einige davon versprechen, vitaler, ausgeglichener und konzentrierter zu leben, nutzen andere Intermittent Fasting, um Gewicht zu verlieren.

Welches sind die Vorteile von Intermittent Fasting?

Zahlreiche Studien an Menschen und Tieren belegen, dass Intermittent Fasting die Gesundheit positiv beeinflusst, sowohl physisch als auch psychisch.

Ein Vorteil ist die offensichtliche Kalorienrestriktion. Bereits im Jahr 1934 forschten die Wissenschaftler McCay und Crowell an Ratten und stellten dabei fest, dass eine Kalorienreduktion die Lebenserwartung massgeblich erhöht. Gründe dafür sind niedrigere Blutzuckerwerte, Basisinsulin, Cholesterinspiegel und Blutdruck, weniger Zellschädigung und Triglyceride sowie niedrigere Marker für Entzündungsprozesse.

In der Fastenpause findet beim Intermittent Fasting automatisch eine Kalorienrestriktion statt. Da beim Fasten weniger Nährstoffe aufgenommen werden, greift der Körper auf seinen Energiespeicher zurück. Ernährt sich der «Faster» trotzdem ausgewogen, kommt es zu keinen Mangelerscheinungen.

Ausserdem kann Fasten mental stärkend sein, da es die Ausschüttung von Catecholaminen (auch Glückshormone genannt) steigert.

Ein Erfahrungsbericht

Markus ist ein überzeugter «Warrior». Er hat für sich selbst die Kriegermethode entdeckt und isst bereits seit gut einem halben Jahr im gleichen Rhythmus. Von 19-23 Uhr darf er ganz normal essen, den Rest des Tages fastet der 25-Jährige.
Während sich Markus früher mit Diäten geplagt hat, bei denen er abends beispielsweise ganz auf Kohlenhydrate verzichtete, fällt ihm das Intermittent Fasting nicht schwer.
Früher war Markus übergewichtig und unausgeglichen, heute darf er ohne Gewissensbisse essen – und hinterher noch Snacks futtern.
Nur ab und zu, nach 15 Stunden Fasten, sei er manchmal etwas gereizter also sonst, berichtet er. Doch Pizza und Pasta am Abend sind es ihm wert, am Tag darauf zu verzichten.

Wie funktioniert Intermittent Fasting?

Es gibt verschiedene Methoden des Intermittent Fastings.

Drei grundlegende Regeln gilt es bei allen Methoden zu beachten:

  1. Fasten = langer Atem! Eine Fastenphase dauert meist zwischen 16 und 24 Stunden.
  2. Kalorienrestriktion: Während der Fastenphase dürfen wirklich keine Kalorien aufgenommen werden. Erlaubt sind hingegen Getränke wie Wasser, Kaffee oder ungesüsste Tees.
  3. Belohnung! Beginnt die Essensphase, darf nach Belieben getrunken und gegessen werden.
Intermittent Fasting: Wär das was für dich?

Fazit

Intermittent Fasting ist für den einen oder anderen durchaus eine alltagstaugliche Methode, um ein paar Kilos loszuwerden oder sogar einen neuen Lebensstil für sich zu entdecken.

Wer jedoch seine Banane am Morgen liebt, gerne über den Tag verteilt nascht und mit seiner Ernährung rundum zufrieden ist, muss nicht auf die Gewohnheiten unserer Urahnen zurückgreifen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 11.02.2016 00:54
    Highlight Highlight Neanderthaler waren nicht unsere Vorfahren, sondern hauptsächlich Konkurrenten...
  • Menel 10.02.2016 23:34
    Highlight Highlight Ich esse einfach, wenn ich hunger habe. Das kann einmal am Tag oder mehrmals am Tag sein. Ich höre einfach auf meinen Körper. Ich habe einfach viel zu wenig Zeit und auch Lust, mich so extrem mit meiner Ernährung auseinander zu setzen.
  • nrzh 10.02.2016 12:37
    Highlight Highlight Interessanter Artikel. Erinnert einwenig an das islamisch Fasten wobei hier auf das Trinken nicht verzichtet wird was auch Sinn macht. Sicher eine gute Methode auch Selbstdisziplin zu fördern ^^
  • nukli 10.02.2016 11:48
    Highlight Highlight Hat sich der Mensch, Körper, Lebensweise, Alltag usw., seit der "Neandertaler-Zeit" nicht etwas verändert? Kann ich mit dieser beschriebenen Art des Fastens genügend Energie für den Arbeitsalltag abrufen, sei dies bei einer körperlichen oder mentalen Arbeit?
    • Sorbitolith 10.02.2016 20:09
      Highlight Highlight Meinst Du unsere Vorfahren büßten nicht den ganzen Tag fit sein? Ständig in Gefahr und auf dem Sprung. Genau wie heut auch. Des weiteren ist der Ackerbau und die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln erst mal knappe 18000 Jahre her, Viehzucht noch später. Das langt nicht nicht für eine genetische Mutation.
    • Zeit_Genosse 10.02.2016 22:12
      Highlight Highlight Unser genetischer Code hat sich seit 50'000 Jahren kaum verändert. Unsere Lebensweise jedoch schon. Das heisst, dass wir auf einer jahrtausend alter Hardware mit einer Software des 20./21. Jahrhundert operieren. Da nehmen die Paradoxe zu. Doch wir sind im Kern Urmensch, der sich mit allen Ernährungsmethoden durchgeschlagen hat und physiologisch mehr erträgt als wir heute fordern. Wir wollen jedoch alle gesund alt werden und meiden viele Risiken, die wir früher angenommen haben oder mussten. So fasten wir uns gesund statt mangels Nahrung zu hungern.
  • Tilman Fliegel 10.02.2016 10:02
    Highlight Highlight Also ich konnte schon immer ohne Frühstück und Znüni und zum Zmittag nur eine kleine Portion oder Salat gut durch den Tag kommen. Ich glaube man sollte einfach mehr auf seinen Körper hören und weniger auf die neusten Trends achten. Ich bin sicher, dass das nicht für jeden ist.
  • Der Beukelark 10.02.2016 09:10
    Highlight Highlight Was hat das mit Veganismus zu tun? Veganismus ist keine Diät.
    • Tilman Fliegel 10.02.2016 09:56
      Highlight Highlight Es kommt drauf an, wie eng man die Bedeutung des Begriffes Diät fasst.
  • eydrian 10.02.2016 08:19
    Highlight Highlight Und wie war die Lebenserwartung unserer Urahnen? 35?
  • Typu 10.02.2016 07:18
    Highlight Highlight Woher kommt die fixe vorstellung, dass der uns der frühere mensch in punkto gesundheit/ernährung voraus war?
    • Yelina 10.02.2016 08:56
      Highlight Highlight Oder weil damals wirklich alles Bioqualität hatte? ^^
    • Typu 10.02.2016 09:02
      Highlight Highlight Das, wie auch mittelater filme, werden viel zu sehr romantisiert. Das leben war super hart. Die leute starben früh und reihenweise an seuchen, infektionen, krankheiten.
    • Menel 10.02.2016 23:32
      Highlight Highlight Das interessante am Menschen ist, dass er die einzige Lebensform auf diesem Planeten ist, die aktiv mit ihrem Lebensstandard in ihre eigene Evolution eingegriffen hat.
      Neandertaler sind wir schon lange nicht mehr und daran ändern auch die paar Prozent Neandertaler-DNA nicht viel. Wir haben mit Feldbau angefangen und dadurch unserem Organismus den Zugang zu einer unglaublichen Zuckerquelle eröffnet (leider auch zu Karies).
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