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Rund um Gsund

Joggen im Freien: Hier lauern die grössten Gefahren

Ich liebe Joggen. Sobald die Temperaturen einigermassen angenehm sind, tausche ich das Laufband (ich geb's zu, ich bin da nicht so wetterfest) gegen Wald- und Wiesenwege. Dabei tauchen jeweils Gefahren auf, an die man beim Indoor-Laufen nicht wirklich denkt. Hier die drei wichtigsten und wie man mit ihnen umgeht.
27.08.2021, 08:11
Sandra Casalini
Sandra Casalini
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Gefahrenzone 1: der Laufstil

Okay, ich hatte Musik im Ohr und war wohl mit den Gedanken einfach irgendwo. Jedenfalls bin ich auf einem Waldweg über eine Wurzel gestolpert. Natürlich hab ich mich im Reflex mit den Händen abgestützt. Hat ein bisschen wehgetan, aber nichts Schlimmes. Warum ich sie nicht angeschaut habe, bevor ich mir mit beiden Handflächen die Haare aus dem Gesicht strich, weiss ich nicht. Warum mich alle Leute, denen ich beim Weiterjoggen begegnete, anstarrten, als wäre ich ein Zombie, merkte ich zu Hause beim Blick in den Spiegel: weil ich tatsächlich aussah wie einer. Blutverschmiert überall dort, wo meine blutigen Handflächen mein Gesicht berührt hatten.

Heute weiss ich, dass mein Sturz nicht nur auf meine Unkonzentriertheit zurückzuführen ist, sondern auch auf meinen Laufstil. Hier deshalb die Tipps von diversen Expertinnen und Experten:

  • Eines vorneweg: Den perfekten Laufstil gibt es nicht. Es ist ratsam, den Fuss so nahe wie möglich unter dem Körper aufzusetzen – also keine zu grossen Schritte zu machen – und mit möglichst gerader Körperhaltung zu laufen. Am besten, man trabt einfach mal ein bisschen vor dem Spiegel und schaut, wie das aussieht bei einem. Noch ein Expertinnen-Tipp: Sich vorstellen, man würde über Dinge steigen, damit man die Füsse richtig anhebt. Der hätte mir tatsächlich schon früher was genützt.
  • Nicht zu schnell rennen. Abgesehen davon, dass dann statt des Fettstoffwechsels Kohlenhydrate als Energieträger dienen, wird man schneller müde, und je müder man ist, desto mehr sinkt die Konzentration und steigt die Verletzungsgefahr.

Gefahrenzone 2: Hunde

Ich hab keine Ahnung, was ich gemacht habe, was ihn offenbar so provoziert hat, ich habe ihn auch nur aus den Augenwinkeln kommen sehen. So ein mittelgrosses schwarzes Exemplar. Der Hund sprang an mir hoch, schnappte nach meinem Handgelenk, erwischte zum Glück nur den Ärmel meiner Trainerjacke. Der Besitzer – der ihn trotz Leinenpflicht nicht an der Leine hatte – brachte den Klassiker: «Er will nur spielen». Ich war zu verdattert, um eine Diskussion anzufangen (die am Ende eh nichts gebracht hätte) und rannte weiter.

Joggen und Hunde – ein ganz heisses Eisen. Ich begegne immer wieder Joggerinnen, die Hundehalter anschnauzen, und umgekehrt. Ich liebe Hunde, und mir entfährt auch beim Joggen immer wieder mal ein «Jöh, ist der herzig!». Aber ich find's auch ziemlich ungeil, wenn ich vor mir einen unangeleinten Hund sehe, der unkontrolliert in jede Richtung trippelt und die Halterin oder der Halter beachten weder mich noch den Hund. Hier die Tipps von Hunde-Expertinnen und -Experten:

  • Die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn man im «Anmarsch» ist – und zwar die des Halters, nicht des Hundes! Ein einfaches «Hallo» genügt. Hundebesitzerinnen mit etwas gesundem Menschenverstand werden ihren Hund zu sich rufen.
  • Wenn es geht, den Hund «grossräumig umjoggen». Genau wie Menschen haben auch Hunde ihre Komfortzone, in die man möglichst nicht eindringen sollte.
  • Den Hund nicht mit den Augen fixieren. Das ist leichter gesagt als getan, gerade dann, wenn man grossen Respekt vor den Tieren hat. Aber der Hund könnte sich provoziert oder zum Spielen aufgefordert fühlen. Wenn man ihn ignoriert, tut er dies meist seinerseits auch.

Gefahrenzone 3: der eigene Körper

Es passiert mir immer wieder, obwohl ich es inzwischen eigentlich besser wissen sollte. Wie aus dem Nichts haut dieser stechende Schmerz unter den Rippenbögen rein. Seitenstechen. Wie er genau entsteht, ist unsicher. Wahrscheinlich ist aber, dass er einer schlechten Durchblutung und einer geringen Sauerstoffversorgung des Zwerchfells zuzuschreiben ist. Durch die Bewegung beim Laufen entstehen Spannungen im Körper, die auch Krämpfe im Zwerchfell auslösen können. So vermeidet man Seitenstechen:

  • Aufwärmen. Das bereitet nicht nur die Muskeln auf die bevorstehende Anstrengung vor, sondern auch die Atmung. Regelmässiges Atmen ist essenziell, um Seitenstechen zu vermeiden.
  • Langsam anfangen und das Tempo gemächlich steigern. So überfordert man den Körper nicht gleich beim Einstieg, und auch die Atmung kann sich anpassen.

Und das hilft bei Seitenstechen:

  • Kurz stehen bleiben, die Hand auf die schmerzende Stelle drücken – das löst den Druck – und tief durchatmen. Eventuell helfen auch ein paar Dehnübungen. Dann ganz langsam wieder loslaufen und auf die Atmung achten.

Was habt ihr beim Joggen schon so erlebt? Wie geht ihr mit Hunden um – oder wie als Hundehalter mit Joggerinnen? Und was habt ihr für Tipps für mich? Schreibt es in die Kommentarspalten.

bild: Lucia Hunziker

Über die Autorin:

Sandra Casalini schreibt über mehr oder weniger alle und alles, was ihr über den Weg läuft – immer gnadenlos ehrlich und mit viel Selbstironie. Genau so geht sie auch den Blog «Rund um Gsund» an, der ab sofort alle zwei Wochen auf watson erscheinen wird. Bei dem Thema Gesundheit verhält es sich bei Sandra gleich wie mit der Kindererziehung: Sie ist keine Expertin, aber kommt mit beidem irgendwie klar. Manchmal mit Hilfe, manchmal ohne.

Casalinis Texte erscheinen regelmässig im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» und der «Schweizer Illustrierten». Bei der SI gewährt sie zudem wöchentlich Einblick in ihr Leben mit pubertierenden Kids im Blog «Der ganz normale Wahnsinn».

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