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JAHRESRUECKBLICK 2013 - MAI - Rekruten der Infanterie stehen auf der gruenen Wiese in Reih und Glied, waehrend ein weiterer Rekrut vorbeisprintet, aufgenommen am 17. Mai in der Infanterie RS 5 (Rekrutenschule) in Colombier, Kt. Neuenburg. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Erhöhte BMI-Werte sind vor allem im Mittelland, in der Nordwestschweiz sowie im Tessin zu finden. Bild: KEYSTONE

Jeder vierte Militärpflichtige ist übergewichtig



Weiterhin ist jeder vierte Stellungspflichtige übergewichtig oder fettleibig. Dies bestätigt eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Würde anstelle des Body Mass Index (BMI) der Bauchumfang gemessen, fiele dieser Prozentsatz markant tiefer aus.

Die Resultate der ersten Studie basieren auf der Messung des BMI von 36'669 Stellungspflichtigen im Alter von 18 bis 21 Jahren. Die Zahlen aus dem Rekrutierungsjahr 2015 sind einem am Dienstag auf der BAG-Webseite veröffentlichten Bericht zu entnehmen, über den die SRF-Nachrichtensendung «10vor10» am Abend berichtete.

Demnach waren 18,9 Prozent der Stellungspflichtigen übergewichtig (BMI zwischen 25 und 29,9), 6,2 Prozent wurden als fettleibig eingestuft (BMI höher als 30). Erhöhte BMI-Werte seien vor allem im Mittelland, in der Nordwestschweiz sowie im Tessin zu finden. In den Regionen Espace Lémanique, der Zentralschweiz sowie der Ostschweiz scheinen die jungen Männer fitter zu sein.

Im Gegensatz zu früher wurden keine Unterschiede zwischen Stadt und Land festgestellt. Weiterhin weisen aber Schüler, Studenten, Maturanden und Stellungspflichtige mit einem hohen sozioökonomischen Berufsstatus einen «signifikant tieferen BMI-Wert» auf.

Junge Maenner werden vom Militaerarzt bei der medizinischen Untersuchung waehrend der Aushebung zum Militaerdienst beobachtet, aufgenommen am 6. April 1988 in Utzenstorf, Kanton Bern. (KEYSTONE/KARL HEINZ HUG)

Aushebung anno 1988: In Bern werden junge Männer vom Militärarzt untersucht.   Bild: KEYSTONE

Grosse Unterschiede

Die Resultate haben sich in den letzten fünf Jahren kaum verändert und verharren laut der Einschätzung des Instituts für Evolutionäre Medizin (IEM) der Universität Zürich auf «hohem Niveau». Doch die Messart mittels BMI ist umstritten. Denn sie erlaube nur bedingt Aussagen über die gesundheitsrelevante Körperfettverteilung, heisst es in einer zweiten Pilotstudie.

Deshalb wurden im Sommer 2016 bei 1548 Stellungspflichtigen in Mels SG und Windisch AG erstmals auch der Bauchumfang und das Verhältnis von Taille und Grösse gemessen. Zieht man nur den Bauchumfang in Betracht, dann waren nur noch 9,81 Prozent der jungen Männer übergewichtig oder fettleibig, beim Taillen-Grössen-Verhältnis lagen 14,78 Prozent über der Gesundheitsrisiko-Grenze.

ZUR MELDUNG, DASS DER HOCHSCHULRAT 100 MILLIONEN IN DEN AUSBAU DER MEDIZINAUSBILDUNG IN DER SCHWEIZ INVESTIEREN WILL, STELLEN WIR IHNEN AM FREITAG, 18. NOVEMBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Bei Autorennfahrer Mauro Calamia wird beim Gesundheitstest gerade der Blutdruck gemessen, aufgenommen am 5. August 2013 in einem Rekrutierungszentrum der Schweizer Armee in Rueti, Kt. Zuerich. Stellungspflichtige aus den Kantonen Zuerich, Schaffhausen, Thurgau und Zug absolvieren die Rekrutierung in diesem Zentrum. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

In Zukunft soll bei der gesundheitlichen Untersuchung der Stellungspflichtigen auch eine Bauchumfang-Messung durchgeführt werden.   Bild: KEYSTONE

Sportlich oder übergewichtig?

Ausserdem wurden mit der BMI-Messung einige muskulöse Männer fälschlicherweise als übergewichtig eingestuft. Bei der Bauchumfang- und der Taillen-Grösse-Methode habe es dagegen keine Fehleinschätzungen gegeben. Die Gefahr der Verwechslung bestehe vor allem bei den leicht Übergewichtigen mit einem BMI zwischen 25 und 27.

«Wie viele der Stellungspflichtigen tatsächlich übergewichtig sind, kann nur anhand von Folgestudien zur Körperzusammensetzung beantwortet werden», heisst es in der Studie. Die Schweizer Armee plane, frühestens 2018 bei der Rekrutierung zusätzlich zum BMI auch den Bauchumfang zu messen.

Armeesprecher Walter Frick bestätigte auf Anfrage, dass die Armee mittelfristig eine standardmässige Bauchumfang-Messung der Stellungspflichtigen einführen wolle, um deren Übergewicht und Krankheitsrisiko präziser bestimmen zu können. Der genaue Zeitpunkt sei jedoch noch nicht bestimmt. (ohe/sda)

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