Schweiz
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Muslime beten in der neu eroeffneten Moschee im Haus der Religionen, am Sonntag, 26. April 2015, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

380'000 der über 15-Jährigen in der Schweiz waren Ende 2017 muslimischen Glaubens, sagt die Statistik. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

Sind Muslime in der Schweiz frommer als Christen? Das sagen die neuen Zahlen des Bundes

Immer mehr Menschen wenden sich von der Kirche ab. Das zeigen neue Zahlen des Bunds. Ebenfalls zeigen sie, wie viele Muslime tatsächlich in der Schweiz leben. Doch sind sie frommer als die Christen und Juden im Land?

Daniel Fuchs / ch media



380'000 der über 15-Jährigen in der Schweiz waren Ende 2017 muslimischen Glaubens. Das geht aus einer neuen Hochrechnung des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor. Im Jahr 2010 lag die Zahl der erwachsenen Musliminnen und Muslime in der Schweiz noch deutlich unter 300'000. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg damit von 4.5 auf 5.4 Prozent.

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Bild: zvg ch media

Zwischen 2010 und 2017 nahm der Anteil der Angehörigen in den Landeskirchen ab. Bei den Katholiken waren es 3, bei den Protestanten 4 Prozentpunkte. Die jüdische Gemeinschaft nahm demgegenüber mit 0.1 Prozent leicht zu. Am schnellsten wuchs mit 6 Prozentpunkten der Anteil der Konfessionslosen.

Die Bedeutung des islamischen Glaubens in der Schweiz hat also rein zahlenmässig um rund 1 Prozentpunkt zugenommen. Nur: Üben die Muslime ihren Glauben auch aus? Sind sie fromm?

Nein, geht aus Zahlen des Bundesamts für Statistik von 2016 hervor.

Demnach befolgen Muslime ihren Glauben weniger streng als Katholiken, Protestanten oder Juden. Jedenfalls ist der Anteil Nichtpraktizierender bei keiner Konfession höher als bei den Musliminnen und Muslimen.

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Bild: zvg ch media

Umgekehrt besuchen nicht einmal 25 Prozent der befragten Muslime zumindest regelmässig, also mindestens einmal alle zwei Monate, eine Moschee. Unter protestantischen Gottesdienstbesuchern liegt der entsprechende Wert bei knapp 30 Prozent.

Bei den Katholiken sind es 40 und bei den Evangelikalen fast 90 Prozent. Bei den Juden, die das Bundesamt für Statistik wegen der geringen Fallzahlen nicht speziell aufführt, liegt der Anteil zwischen 30 und 40 Prozent, was die Regelmässigkeit von Synagoge-Besuchen betrifft.

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Bild: zvg ch media

Dasselbe Bild zeigt sich beim Gebet. So liegt der Anteil Muslime, die ganz ohne Gebet auskommen, ähnlich hoch wie bei den Juden und anderen nichtchristlichen Gruppen, nämlich bei rund 40 Prozent. Umgekehrt geben deutlich weniger Muslime an, mit einer gewissen Regelmässigkeit zu beten, als es bei Protestanten (50 Prozent) oder Katholiken (60 Prozent) der Fall ist. (bzbasel.ch)

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oxymora 31.01.2019 22:18
    Highlight Highlight Zwangs-konfessionalisierte 15 bis 16 Jährige in die Statistik aufzunehmen ist statistisch etwas unglücklich; heute noch Zwangs-konfessionalisiert morgen schon Konfessionsbefreit.
    • Knäckebrot 01.02.2019 11:47
      Highlight Highlight Ja stimmt, das gibt eine Einbusse an Repräsentativität.

      Da weiss ich gar nicht, wie sich das anfühlt, da ich schon von klein auf nicht dazugehörte. Weil ich das von aussen immer so bei den Mitschülern mitbekommen habe, kam es mir immer befremdlich vor, wenn sie von Firmung od. Konfirmation sprachen und all den Geschenken aber nie Thema war, was das genau bedeutet.
      Wenn es nicht falsch ist, mein kleiner erlebter Ausschnitt auf die Statistik hochzurechnen - jedenfalls in meiner Region (weiss nicht, wies im Wallis ist) - könnte man das System schon nochmals den aktuellen Gegebenheiten anpassen.
  • lbr 31.01.2019 08:57
    Highlight Highlight "Immer mehr Menschen wenden sich von der Kirche ab." heisst es in der Überschrift. Ganz ehrlich? Ich bin's mir auch am überlegen, da ich die Kirchensteuer als massiv zu hoch empfinde..... Nun würde ich auch in die Gruppe "ohne Religionszugehörigkeit" fallen und das, obwohl ich nach wie vor gläubig bin. Daher finde ich diese Messmethode nicht unbedingt aussagekräftig...
  • ConcernedCitizen 31.01.2019 08:31
    Highlight Highlight Könnte man mit dem Kirchenaustritt (Moscheeaustritt?) auch Steuern sparen, wäre die Zahl der ex-Muslime um einiges höher.
  • Weiterdenker 31.01.2019 08:12
    Highlight Highlight Naja, nur weil man nicht mehr in die Moschee geht, heisst das nicht, dass man nicht relativ streng nach muslimischen Glauben lebt. In meiner Schulklasse waren ca. 50% Muslime. Die meisten waren praktisch nie in einer Moschee. Die muslimischen Werte waren ihnen trotzdem enorm wichtig, auch ihr Frauenbild war dementsprechend nicht vergleichbar mit unserem. Teilweise sind diese auch schon verheiratet mit Anfang 20 und deren Frauen tragen ein Kopftuch, was sie früher nicht taten.
    • Antigone 31.01.2019 09:31
      Highlight Highlight Komme aus einem muslimisch-geprägten Land (bin selber keine Muslimin). Aber ich kann dir zu 100% zustimmen, es ist genau so wie du das sagst.
      Und es scheint so als würden die Jüngeren immer radikaler werden.
    • Knäckebrot 31.01.2019 09:50
      Highlight Highlight Und wenn bei den Muslimen die Aleviten noch dazu gerechnet wurden, können sie die Statistik gleich neu machen.
    • #fuckhate 31.01.2019 10:24
      Highlight Highlight Guter Punkt. Leider haben Traditionen nichts mit Religion zu tun. Die Meisten haben sich mit dem Islam kein bisschen auseinandergesetzt und gehen den einfachen Weg. Sie machen das, was man aus Tradition in ihrer Heimat gelehrt bekommt. Sie denken dann, das sei aus religiösen Gründen so. Ich würde also von traditionellen Werten und nicht Muslimischen sprechen. Die Essenz der 5 Weltreligionen ist dieselbe: Respekt gegenüber den Anderen. Der
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rammaar 31.01.2019 07:35
    Highlight Highlight Euer ernst? 🤦‍♀️
    • Knäckebrot 31.01.2019 14:14
      Highlight Highlight Wie siehst dus?
  • rodolofo 31.01.2019 07:20
    Highlight Highlight Diese Statistik stimmt mit meinen persönlichen Beobachtungen "aus der Froschperspektive" überein.
    Also entspannt Euch doch mal, Ihr aufgescheuchten SVP-Hühner!
    Ja, es gibt ein Problem mit muslimisch geprägten Machos, vor allem wenn sie als traumatisierte und verelendete Flüchtlinge zu uns kommen und keine reguläre Arbeit haben.
    Statusmässig abgestiegene Männer sind IMMER und ÜBERALL auf dieser Welt ein Problem!
    Aber statusmässig hoch gestellte Sadisten, zum Beispiel sich als pedantisch seriös inszenierende, juristisch versierte "Super-Schweizer" gehören zu den Allerschlimmsten!
    Amen.
  • Nelson Muntz 31.01.2019 07:06
    Highlight Highlight Deshalb sieht man in der CH auch nicht solche Kühlschränke
    Benutzer Bild
  • zeromaster80 31.01.2019 06:55
    Highlight Highlight Schon blöd, passt das nicht wirklich zu anderen Befragungen bzw. Zeigt nur, dass schlicht deren Kultur das Problem ist. Schon die Radikalisierungsumfrage der jugendlichen vergessen? Oder die Befragungen in UK?
  • wololowarlord 31.01.2019 06:50
    Highlight Highlight Schon interessant, dass nur etwas mehr als 10% der muslime mehrmals täglich beten, obwohl es ja ein zentrales element (eine der fünf säulen) des glaubens ist.
    • Asmodeus 31.01.2019 07:31
      Highlight Highlight Nicht wirklich.

      Es wäre auch bei Christen und Juden zentral.

      Aber eben. In einer aufgeklärten Welt sind religiöse Doktrin irrelevant.
    • goschi 31.01.2019 08:01
      Highlight Highlight genau das ist der Punkt, es ist ein zentrales Element der religiösen Riten
      Aber nicht jeder Gläubige folgt allen religiösen Riten.
      Meist gar nur eine Minderheit, das ist bei allen Glaubensrichtungen ähnlich (mit Ausnahme stark fundamentaler Strömungen wie der Evangelikalen, die entsprechend hier auch herausstechen).
    • wololowarlord 31.01.2019 13:51
      Highlight Highlight @asmodeus: die 5 bzw 3 täglichen gebete gehören zu den fünf säulen des islams. soweit ich das weiss ist es bei christen nicht so explizit geschrieben.
  • goschi 31.01.2019 06:41
    Highlight Highlight Fazit: die Muslime in der Schweiz sind so säkulär wie generell Schweizer Gläubige (mit Ausnahme der generell sehr radikal-religiösen Evangelikalen, die mir auch viel mehr Sorgen bereiten)

    Was spannend wäre (aber schwerer zu erfassen) ist, wie viele (ehemalige) Muslime sich als keiner Glaubensgemeinschaft zugehörig definieren.
    Das ist ja durchaus auch ein identitärer Faktor, so bezeichnen sich viele nicht-gläubige Juden trotzdem als Juden, Protestanten hingegen sagen sich generell viel leichter völlig vom Glauben los, weil dies nicht (mehr) in dem Sinne Identitäts-stiftend ist.
    • erkolino 31.01.2019 07:39
      Highlight Highlight Humanistischer Agnostiker, ehemals Moslem.

      Wo bin ich wohl in dieser Statistik erfasst? Woher kommen die Daten? Wie wurden die Daten erhoben?
    • Rabbi Jussuf 31.01.2019 09:51
      Highlight Highlight Schnell erkannt, wo die Probleme dieser Statistik liegen!
      Bei Einheimischen wird aufgeteilt in die Konfessionen, die Evangelikalen und die Konfessionslosen (wobei auch hier Evangelikale u.Ä mitgezählt werden!). Um einen etwas aussagekräftigeren Vergleich zu haben, müsste das bei "Muslimen" auch gemacht werden. Das dürfte aber sehr schwierig werden, da alleine schon die Definition von "Muslim" höchst problematisch ist - ganz abgesehen davon, dass der Stellenwert der Religionszugehörigkeit völlig anders ist (aus mehreren Gründen), als bei Christen.
    • Knäckebrot 31.01.2019 10:07
      Highlight Highlight Was befürchtest du von den radikalen Evangelikalen (ausser lästiger Evangelisation und nicht moderner Sexualethik)?
      (Wenn du jetzt Beispiele der Evangelikalen in der USA nimmst, kann ich dich beruhigen. In Europa haben sie einen ziemlich anderen geschichtlichen Rucksack, so dass sich das Paradigma der Evangelikalen dort trotz ihren vielen Einflüssen bei Evangelikalen hier kaum durchsetzen kann).
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