Schweiz
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Die Schweiz ist nicht mehr das reichste Land der Welt



ZUM THEMA GELD STELLEN WIR IHNEN HEUTE, DONNERSTAG, 1. OKTOBER 2015, FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A cash register with five, two and one Swiss franc coins as well as fifty Rappen coins (from left to right) photographed in Zurich, Switzerland, on September 22, 2015. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Eine Kasse mit Fuenffranken-, Zweifranken-, Einfranken- und Fuenfzigrappenstuecken aufgenommen am 22. September in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein paar Fünfliber fehlen für den Spitzenplatz. Bild: KEYSTONE

US-Präsident Donald Trump hat seine Wahlkampfparole «America first» zumindest in einem Punkt bereits umgesetzt: Dank ihm haben die Amerikaner die Schweizer vom Vermögensthron gestossen. Sie sind nun die Reichsten der Welt.

Jeder Amerikaner hat im vergangenen Jahr 2016 ein Netto-Geldvermögen (Vermögen minus Schulden) von 177'210 Euro besessen, wie der Versicherer Allianz am Mittwoch in seinem Weltvermögensreport bekannt gab. Das sind knapp 6 Prozent mehr als 2015.

Damit haben die Amerikaner die Schweizer erstmals von der Spitze verdrängt: Herr und Frau Schweizer konnten indes nur noch um 2,7 Prozent auf 175'720 Euro zulegen. Grund für den Verlust des ersten Platzes sei, dass das Vermögenswachstum hierzulande unterdurchschnittlich sei, stellte die Allianz fest.

Schuld am Verlust der Tabellenführung ist Donald Trump. Seit seiner Wahl im November hat eine Börsenrallye in den USA eingesetzt, die die dortigen Vermögen nach oben trieb. Zudem wertete sich gleichzeitig der Dollar gegenüber der Vergleichswährung der Studie, dem Euro, auf, während der Franken gegenüber dem Euro an Wert verlor.

Endlich sagt mal jemand, wie's ist: Waschen in der Schweiz ist sch*****

Video: watson

«Davon haben die Amerikaner profitiert», sagte Studienmitautor Arne Holzhausen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Wenn wir den Wechselkurs des Vorjahres genommen hätten, wären die Schweizer weiterhin auf Platz eins.»

Wechsel an Spitze in Sicht

Der Vorsprung sei jedoch hauchdünn. Schon in diesem Jahr könnte es wieder zu einem Wechsel an der Spitze kommen, sagte Holzhausen.

Während das Vermögenswachstum in der Schweiz bereits seit drei Jahren hinter dem der anderen westeuropäischen Staaten hinterherhinkte, wuchsen die Schulden schon seit acht Jahren überdurchschnittlich.

Hier ist die Schweiz nach wie vor einsame Weltspitze: Jeder Bewohner steht mit durchschnittlich 93'120 Euro (knapp 107'000 Franken) in der Kreide. Damit liegen die Schweizer weit vor den Norwegern, die mit 69'560 Euro verschuldet sind, und den Australiern, die einen Schuldenberg von 65'620 Euro tragen müssen.

Krass fällt der Vergleich mit dem Krisenstaat Griechenland aus, wo jeder Hellene 10'220 an Verbindlichkeiten hat, was die tiefsten Schulden Westeuropas sind. Seit Ausbruch der Krise ist der Abstand zwischen beiden Ländern von rund 65'000 auf fast 83'000 Euro gestiegen.

«Während die griechischen Haushalte ihre „Schuldenexzesse“ aus den Vorkrisenjahren korrigierten und ihre Verbindlichkeiten im Mittel um 0,8 Prozent pro Jahr senkten, wuchs die ausstehende Kreditsumme der Schweizer weiterhin um durchschnittlich 3,4 Prozent pro Jahr», schrieb die Allianz. Denn angesichts der tiefen Zinsen nahmen die Hypothekarkredite deutlich zu, die den Löwenanteil der Schweizer Schulden ausmachen.

In Griechenland ist der Schuldenabbau nicht nur auf eine gesunkene Nachfrage und strengere Kreditrichtlinien zurückzuführen: Teilweise konnten die Haushalte ihre Kredite einfach nicht mehr bedienen und die Gläubiger mussten ihre Forderungen abschreiben.

Stillstand beim Schuldenabbau

Seit Ende 2008 sind die privaten Verbindlichkeiten in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien um insgesamt 283 Milliarden Euro oder durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr geschrumpft. In den übrigen Ländern Westeuropas hingegen nahmen die Schulden im selben Zeitraum im Mittel um 2,2 Prozent pro Jahr zu.

Insgesamt haben die Schweizer mehr als doppelt so hohe Schulden wie die Amerikaner (44'500 Euro pro Kopf). Diese hätten ihre Bilanzen im letzten Jahr konsequent saniert, hiess es weiter. Die Westeuropäer müssen durchschnittlich fast 26'000 Euro Verbindlichkeiten schultern.

Global sei der Schuldenabbau 2016 zum Stillstand gekommen. Im vergangenen Jahr wuchs die weltweite Verschuldung erstmals seit dem Jahr 2009 wieder schneller als die nominale Wirtschaftsleistung. In der achten Auflage ihrer Studie analysierte die Allianz die Vermögens- und Schuldenlage privater Haushalte in 53 Staaten. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Troxi 27.09.2017 20:20
    Highlight Highlight Ich stehe Statistiken skeptisch gegenüber. Gemäss Statistik hat ein Millionär und ein Habenichts je eine Halbe Million Vermögen. ~ F.D. Roosevelt. Daher kann man solche Statistiken kübeln, da nichts aussagend.
  • dommen 27.09.2017 18:55
    Highlight Highlight Was? Ich habe über 175000 auf der Kante? Geil! Maledivenferien sind schon gebucht. Was ist das denn für ein statistischer Blödsinn, alles zusammenzurechnen und dann den Mittelwert zu bilden? Ich krieg direkt aggressionen!
  • Mr. Raclette 27.09.2017 17:48
    Highlight Highlight Habs auch grade bemerkt, als ich meinen Kontoauszug gesehen habe! :-)))
  • pedrinho 27.09.2017 16:18
    Highlight Highlight furchtbar - schon wieder eine nachricht die mich um meinen schlaf bringt.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.09.2017 15:22
    Highlight Highlight Bin schon ein bischen von Watson enttäuscht.
    Zum einen wird der extrem wichtige Median überhaupt nicht erwähnt, wo doch die Schweiz dort mit weitem Abstand führt (https://www.allianz.com/v_1506419659000/media/economic_research/publications/specials/en/AGWR_17_english.pdf Seite 55), gleichzeitig wird nicht geklärt, weshalb die Schweizer so verschuldet sind. Die Antwort ist Eigenmietwert, es lohnt sich in der Schweiz nicht, sein Haus abzuzahlen, es lohnt sich jedoch, Schulden bei der Bank zu haben!
    • dommen 27.09.2017 19:01
      Highlight Highlight Hä? Ich dachte, den Eigenmietwert gibt es, WEIL hauseigentümer Hypothekarschulden von den Steuern abziehen können? (Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass es sich in der Schweiz tatsächlich lohnt, sein Haus nicht abzubezahlen, da hast du natürlich recht).
  • Ökonometriker 27.09.2017 14:16
    Highlight Highlight Die Schweizer sparen v.a. durch die Pensionskassen, die Amis jedoch individueller. Da die Pensionskasse in Obligationen investieren mussten (welche bis vor Kurzem risikobereinigt Negativzinsen zahlten) und die Amis nicht gezwungen waren, Negativzinsen zu zahlen und mehr in den Aufschwung investieren konnten, haben sie derzeit mehr.
    Wenn die nächste Krise kommt, wendet sich das Blatt wieder.

    Und nicht Vergessen: die durch das Schwächen des Frankens aufgebauten Reserven sind nochmals c.a. 100'000 Franken pro Schweizer und in keiner Statistik.
    • saukaibli 27.09.2017 15:34
      Highlight Highlight So kleine Vermögen wie die der Pensionskassen spielen im internationalen Finanzwesen nur eine untergeordnete Rolle. Immerhin besitzen die acht (8!!!) reichsten Menschen so viel wie die untere Hälfte der Weltbevölkerung (http://www.taz.de/!5371707/) und einige (die meisten) davon werden Amis sein. Und genau diese Menschen haben seit der Krise von 2008 am meisten Vermögenszuwachs verzeichnet. Nur deshalb ist das Durchschnittsvermögen der Amis gestiegen. Sogar kleine, einstellige Millionäre spielen da absolut keine Rolle mehr.
  • Christian Mueller (1) 27.09.2017 13:50
    Highlight Highlight Aber viele Politiker predigen doch immer, wie schlecht es uns geht, und das die Ausländer und / oder das Ausland daran schuld seien...
  • saukaibli 27.09.2017 13:22
    Highlight Highlight Jetzt bin ich doch sehr enttäuscht von watson. Ein journalistisch wertvolles Newsportal hätte zumindest noch die völlige Sinnlosigkeit dieser Statistik erwähnen sollen. Dass die meisten Amis trotz zwei Jobs kaum über die Runden kommen und ein grosser Teil unter der Armutsgrenze lebt, hätte man erwähnen können. Dass diese Statistik schlussendlich einzig und allein aufzeigt, wie abartig ungleich das Vermögen vor allem, aber nicht nur, in den USA verteilt ist, wäre auch erwähnenswert. Man hätte auch noch aktuelle Zahlen zur Ungleichheit mitteilen können.
    • Brasser 27.09.2017 16:11
      Highlight Highlight Im SPIEGEL online wurde den Durchschnittswerten noch die Medianwerte gegenübergestellt, was einerseits sämtliche Aussagen relativiert und andererseits den dortigen Artikel massiv aussagekräftiger/wertvoller macht.
  • Menel 27.09.2017 13:07
    Highlight Highlight Eine Frage des Blickwinkels:

    Play Icon
  • MadScientist42 27.09.2017 12:33
    Highlight Highlight Genau deshalb verwendet man für solche Statistiken besser den Median.
    • Vespa Timo 27.09.2017 14:43
      Highlight Highlight An anderen Stellen wird auch der Median präsentiert... Schweiz an erster Stelle... Mit Abstand. Lässt sich nur leider nicht so gut mit rumjammern...
  • Thinktank 27.09.2017 12:22
    Highlight Highlight Trump hat unser Gutland überholt. Wie konnte das passieren?
    • LaPaillade #BringBackHansi 27.09.2017 13:11
      Highlight Highlight In dieser Aussage ist so viel falsch, ich weiss gar nicht wo beginnen.

      Als erstes wie MadScientist sagt, wäre der Median aussagekräftiger.
      Schlussendlich ist die Anzahl der Reichen hier der wichtigste Faktor, hierbei Länder zu vergleichen und auf die Situation der Bevölkerung zu schliessen ist falsch.
      Mit Gutland meinst du sicherlich die Gutmenschen, sprich SP. Die bildet aber weder die alleinige Regierung noch hält sie die Mehrheit im Parlament.
      Die Statistik bezieht sich auf 2016, da war dein Herr Trump noch nicht im Amt.
  • loplop717 27.09.2017 12:08
    Highlight Highlight Die Mehrheit der US Bevölkerung hat 0 oder Weniger vermögen. Die sind sicher nicht das reichste Land der Welt.
    • saukaibli 27.09.2017 13:48
      Highlight Highlight Doch, ist ja ganz einfach. Wenn du 0.- auf dem Konto hast und dein Nachbar hat eine Million, dann hast du statistisch 500'000.- Vermögen. Statistiken sagen ja sooooo viel aus. Jetzt kannst du dir mal versuchen auszurechnen, wie viel Vermögen die reichsten 10% haben müssen, wenn die unteren 50% so gut wie nichts haben. Das nennt man Kapitalismus oder neoliberale Marktwirtschaft. Das endet zwangsläufig in gigantischer Ungleichheit und Sklaverei.
    • dan2016 27.09.2017 13:51
      Highlight Highlight in der Studie wurde auch der Median abgebildet. Leider hat Watson die wesentlichere Zahl ausgeblendet.... beim Median sind wir nämlich mit Abstand die 'Besten'.
    • Vespa Timo 27.09.2017 14:44
      Highlight Highlight Da liest jemand den Spiegel...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Rückbauer 27.09.2017 11:50
    Highlight Highlight Und wieder einmal so eine idiotische, absolut idiotische und völlig überflüssige Statistik.
    • trio 27.09.2017 12:35
      Highlight Highlight Nein, nein!! Diese Statistik zeigt ganz deutlich, dass es abwärts geht mit der Schweiz!! Am besten hören wir auf die SVP und FDP, schaufeln unser ganzes Geld dem einen Prozent zu und schaffen endlich diese unsägliche und unfaire Steuern ab!! Dann sind wir bald wieder N° 1!! Great!!
  • ConcernedCitizen 27.09.2017 11:49
    Highlight Highlight Ich liebe den Begriff "Im Schnitt". Ein paar tausend Börsenmillionäre habe schnell was dazuverdient, und plötzlich geht es den 300Mio Amis besser.

    Aussagekräftig ist anders.
  • rolfrudolfwolf 27.09.2017 11:41
    Highlight Highlight Der Mittelwert eignet sich nicht wirklich um Aussagen über den Reichtum einer Bevölkerung zu machen und noch weniger um 2 volkswirtschaften zu vergleichen. die vermögensverteilung könnte ja ganz verschieden sein. ein bsp: die reichsten 10% der amis legen stark zu, was den mittelwert über den der schweiz erhöht. aber 90% der amis geht es immer noch gleich schlecht. http://vergleiche
  • dr. flöckli 27.09.2017 11:07
    Highlight Highlight Hahaha, dass ich nicht lache! Die USA, genau! Infrastruktur wie in einem Drittweltland... zeigt einmal mehr, dass entet dem Teich etwas brutal falsch läuft, vor allem in Bezug auf die Besteuerung des oberen 1% der Gesellschaft... na ja, sieht nicht aus, als dass sich unter Donald das gross änderen wird. Zum Glück aber nicht unser Problem😎
    Weitere Antworten anzeigen
  • Andrija Sljivic 27.09.2017 11:02
    Highlight Highlight Was mache mer jetz
    • Red4 *Miss Vanjie* 27.09.2017 11:59
      Highlight Highlight eus mal uf wesentlichi Sache konzentriere als uf unwichtigs :P
    • kupus@kombajn 27.09.2017 13:10
      Highlight Highlight Brüele, moj Andrija, Brüele!

      Oder mir sitzed in en Biergarte und gnüssed d'Herbschtsunne.
  • July 27.09.2017 11:01
    Highlight Highlight wow, das hätte ich nicht gedacht. Selbst Katar hätte mich weniger überrascht.
  • Hänsel die Gretel 27.09.2017 11:00
    Highlight Highlight Die Verteilung macht den Unterschied ;)
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.09.2017 15:26
      Highlight Highlight https://www.allianz.com/v_1506419659000/media/economic_research/publications/specials/en/AGWR_17_english.pdf
      Watson hat sich leider nicht bemüht, hier die Studie, der Median findet sich auf Seite 55. Sieht auch dort gut für uns aus.

CS-Studie zu Corona-Krise: Zuwanderung gebremst, Wirtschaft erholt sich langsam

Die Ökonomen der Credit Suisse bleiben optimistisch, was die Erholung der Schweizer Wirtschaft angeht. Bis die Wirtschaftsleistung aber wieder das Vor-Krisen-Niveau erreicht, dürfte es laut den Prognosen dauern.

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