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De Ohrfiige na

Diese 9 Spiele sind für alle geeignet – und sollten in keinem Haushalt fehlen

Wie jedes Jahr im Mai hat die Jury «Spiel des Jahres» vier Tage getagt und eine Liste mit besonders empfehlenswerten Spielen veröffentlicht. Eins davon wird dann im Juli zum «Spiel des Jahres» gekürt.



Die Journalisten der Kritikerjury «Spiel des Jahres», deren Vorsitzender ich ja bin, spielen sich jedes Jahr durch Hunderte Spieleneuheiten, um jeweils im Mai eine Liste mit besonders interessanten, kurzweiligen, spassigen, originellen und innovativen Titeln zu veröffentlichen.

Die Spiele werden dabei in drei farblich voneinander unterscheidbare Kategorien eingeteilt. Heute stellen wir euch die neun Spiele der roten Liste vor. Es handelt sich dabei um Spiele, die für möglichst alle Menschen ohne spielerische Vorkenntnisse geeignet sein sollen.

Spiel des Jahres

Bild: Spiel des Jahres e. V.

Danach folgen dann die Listen für die Kinderspiele und die Spiele für «Kenner». Ob du überhaupt noch zur Zielgruppe von «Spiel des Jahres» gehörst oder bereits ein Nerd bist, kannst du hier gnadenlos testen. 

Spiel des Jahres Logo

Bild: Spiel des Jahres e. V.

Die Liste soll eine breite Vielfalt von Themen, Spielgenres, Systemen und Formaten abbilden, so dass jeder spielende Mensch mindestens ein Spiel darunter finden kann, das ihm, seiner Familie oder seinem sozialen Umfeld Freude bereitet.

Einige der Titel werden fleissigen watson-Lesern wohl bereits bekannt vorkommen. Am Schluss der Liste sind die drei Spiele zu finden, die für den Hauptpreis nominiert sind. Eines davon wird am 23. Juli in Berlin das «Spiel des Jahres 2018» gewinnen. Der Event wird übrigens auch in diesem Jahr via Live-Stream übertragen. 

«Santorini»

Santorini Brettspiel

Bild: Spinmaster

«Santorini» ist unter allen Zweipersonen-Spielen dasjenige, das in diesem Jahr obenauf schwang. Auf der Packung steht zwar «für 2 bis 4 Spieler». Die Dreipersonen-Variante ist allerdings eine Krücke und das Vierpersonen-Spiel nur ein Teamspiel für zwei Parteien. Die Jury empfiehlt das Spiel deshalb ausschliesslich für 2 Personen.

Dann geht es aber richtig ab. Es ist ein klassisches Positionsspiel, bei dem Gebäude in die Höhe gebaut und mit Dächern versehen werden. Damit das ganze auch über Dutzende Partien variantenreich und interessant bleibt, spielt jeder Spieler mit einer individuellen Spezialkraft eines von 30 griechischen Göttern oder Helden (von Apollo über Pan, Minotaurus und Chaos bis hin zu Zeus), die ihm Züge nach besonderen Regeln erlauben. 

Taktikspiel von Gordon Hamilton für 2 Spieler ab 8 Jahren, ca. 20 min, Spinmaster, ca. 50 Franken.

«Facecards»

Face Cards

Bild: Ravensburger

Als Vertreter von lustigen Party- und Kommunikationsspielen hat es das psychologische Einschätzungsspiel «Facecards» auf die Liste geschafft. Die Spieler müssen dabei erraten, welche Karten mit Visagen von Menschen, Tieren und Gegenständen, die wie Gesichter aussehen, ihre Mitspieler einander paarweise zugeordnet haben.

Das ist ein lockerer Spass zum Kaputtlachen, bei dem auch noch mehrere leere Karten in der Schachtel beiliegen, so dass man das Material durch eigene Fotos ergänzen kann. 

Partyspiel von Leo Colovini für 3 bis 7 Spieler ab 10 Jahren, ca. 20 min, Ravensburger, ca. 20 Franken.

«5-Minute Dungeon»

5-Minute Dungeon Spiel

Bild: Kosmos

Wer lieber im Team spielt und es gern stressig hat, ist mit diesem Kartenspiel super bedient. Und ehrlich, eine Partie dauert wirklich genau fünf Minuten. So lange läuft der Timer.

Jeder Spieler verkörpert einen Fantasy-Helden und hat ein eigenes Kartendeck mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Gemeinsam versucht das Team in einem Dungeon, blöde Hindernisse wie zum Beispiel ein Ad-hoc-Völkerballturnier zu überwinden und Monster zu bekämpfen. Der Schwierigkeitsgrad ist variierbar.

Eine lustige App mit verschiedenen deutschen Akzenten oder englischen Stimmen macht Laune, wenn man seine Anweisungen zum Beispiel auf behäbiges bayrisch bekommt.  

Kooperatives Hektikspiel von Connor Reid für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren, Kosmos, ca. 40 Franken.

«Woodlands»

Spielmaterial Woodlands

Bild: Ravensburger

Ja, auch das brandneue Spiel des Winterthurers Daniel Fehr hat es auf die Liste geschafft. Geschichten werden vorgelesen. Dazugehörige Logik-Aufgaben sind auf einer Folie ersichtlich. Dann müssen alle Spieler auf einem eigenen Tableau Wege- und Waldkarten so zusammen puzzeln, dass Rotkäppchen alle Erdbeeren einsammelt oder die Hasen nicht von den Füchsen gefressen werden können. Indem man die Folie auf das eigene Tableau legt, wird die Lösung überprüft und es gibt Siegpunkte, Edelsteine und wertvolle Schätze.  

Logik-Legespiel von Daniel Fehr für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren, 20 bis 40 min, Ravensburger, ca. 50 Franken.

«Memoarrr!»

Memoarrr! Spieleschachtel

Bild: Pegasus Spiele

Wer dachte, Gedächtnisspiele seien nun aber wirklich total ausgereizt, der hat nicht mit diesem chaotischen Piratenspiel gerechnet. Klein aber fein ist «Memoarrr!», das einen neuen taktischen Kniff ins klassische Merkspiel bringt. Sieben Runden lang versuchen die Spieler nicht vorzeitig auszuscheiden, um mit der Vorausberechnung von schlauen Kettenzügen wertvolle Rubine abzuräumen.  

Gedächtnis-Spiel von Carlo Bortoloni für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, 20 min, Spielwiese/Pegasus, ca. 15 Franken. 

«Majesty»

Majesty Spielsituation

Bild: HansimGlück

In diesem wunderbar eingängigen Familienspiel sammeln die Mitspieler Karten, schicken acht verschiedene Untertanen zum Arbeiten für den König und scheffeln mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten möglichst viel Gold ins Reich. Doch Vorsicht, hat man nicht genügend Wachen angeheuert, schauen ab und zu die Soldaten der Gegner vorbei. «Majesty» ist ein unterhaltsames, relativ glückslastiges Aufbauspiel für alle, die es nicht zu komplex wünschen.

Optimierungsspiel von Marc André für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren, ca. 20 bis 30 min, Hans im Glück, ca. 40 Franken.

«Luxor»

Luxor Brettspiel Setup

Bild: Queen Games

Beim ersten für den Hauptpreis nominierten Spiel handelt es sich um ein aufwändig gestaltetes, grosses Brettspiel, das in einem Tempel in Luxor angesiedelt ist. Die Spieler messen sich dabei in einem taktischen Wettrennen, das über das Ausspielen von Karten gesteuert wird. Wer am meisten antike Vasen, Statuen und sonstige Schätze aus dem Tempel räumt, gewinnt. Okay, das ist heutzutage wohl nicht mehr ganz politisch korrekt, macht aber trotzdem Spass.  

Taktisches Wettrennen von Rüdiger Dorn für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 45 min, Queen Games, ca. 60 Franken.

«Azul»

Azul Spielsituation

Bild: Next Move

Diese Nomination dürfte auch für Aussenstehende keine Überraschung sein: Das Legespiel «Azul» wird bereits seit Monaten zu den engen Favoriten gezählt und gehyped. Zu Recht: Das wunderschöne Fliessen-Legespiel mit den so angenehm in den Händen klimpernden Spielsteinen besticht durch Klasse und taktische Tiefe.

Geändert hat die Verlagsbezeichnung. Der kanadische Verlag Plan B hat nun extra ein Label für abstrakte Spiele unter dem Namen «Next Move» gegründet. Der Autor Michael Kiesling hat übrigens das Spiel des Jahres bereits zweimal gewonnen, nämlich 1999 für «Tikal» und 2000 für «Torres», beide Male zusammen mit Wolfgang Kramer. 

Legespiel von Michael Kiesling für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 30 bis 45 min, Next Move, 50 Franken. 

«The Mind»

The Mind, Spielmaterial

Bild: Nürnberger Spielkarten

Und hier ist noch die wohl grösste und emotionalste Überraschung des Spielejahrgangs: «The Mind» ist ein Spiel, von dem man nach der ersten Regel-Lektüre gar nicht glaubt, dass es überhaupt funktionieren kann. Denn in diesem kooperativen Karten-Ablegespiel dürfen die Mitspieler nicht miteinander reden und müssen ihre Gedanken synchronisieren, um erfolgreich zu sein. Das klingt ziemlich abgefahren, aber funktioniert mit etwas Training dann doch erstaunlich gut.  

Kooperatives Kartenspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 20 bis 40 min, Nürnberger Spielkartenverlag (NSV), ca. 12 Franken. 

Und für alle, die jetzt Lust bekommen haben, sich etwas mehr in die Welt der (Brett-)Spiele einzulesen:

Tom Felber ist ...

... der Vorsitzende der internationalen Kritiker-Jury «Spiel des Jahres» und veröffentlicht seit 1985 Spiele-Rezensionen in verschiedenen Medien. Hier stellt er für uns regelmässig neue Brett- und Kartenspiele vor.

Bild

bild: zvg

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Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

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