Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Jetzt heisst es stark sein: In diesem Spiel verlierst du gegen Kinder

Bild: EPA/EFE

Wer beim kleinen, aber sehr feinen Gedächtnis-Spiel «Memoarrr!» scheitert, bekommt zum Trost einen Vulkan.      

26.10.17, 13:30 21.11.17, 14:18


Wir spielen heute:
«Memoarrr!»

Taktisches Gedächtnisspiel von Carlo Bortolini für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren. Spieldauer: 10 bis 20 Minuten. Verlag: Spielwiese. Vertrieb: Pegasus. Preis: etwa 14 Franken. 

Thema:

Kapitän Goldfisch hat seine Schätze auf einer Vulkaninsel versteckt. Wir sollen sie plündern, bevor uns die Lava den Weg abschneidet.  

Was macht man?

Memoarrr Aufbau

Bild: Pegasus

Geforderte Karten aufdecken, Spezialfähigkeiten der aufgedeckten Tiere ausführen. Schätze sammeln.

Besondere Features:

Lustige Grafik, sehr originelle und überraschende Variante eines klassischen Memo-Spiels.  

Geeignet für:

Grundsätzlich alle, die gerade 20 Minuten nichts zu tun haben und die Zeit in ein cleveres, leicht gemeines Kartenspiel investieren wollen.    

Wir haben es für euch gespielt!

Wer noch Zweifel daran hat, dass intelligente Maschinen eines Tages von den Menschen die Weltherrschaft übernehmen, braucht nur eine Partie «Memoarrr!» zu spielen, um ein glühender Anhänger dieser Theorie zu werden. Selten werden einem die Unzulänglichkeiten des eigenen Denkapparats derart schonungslos, aber doch auf sehr unterhaltsame Weise vor Augen geführt. Wer jetzt denkt, öh, memoarrr, das klingt irgendwie doch ähnlich wie «Memory», liegt genau richtig. Ein «Memory» ist es allerdings nicht, weil dieser Begriff von Ravensburger geschützt ist. Vielleicht wurde das Spiel ja an einem 19. September erfunden, dem Tag, an dem alle Nerds offiziell wie Piraten reden dürfen und überall die Silbe «Arrr» anhängen. 

Spielablauf Memoarrr!

Schematische Regelerklärung. Bild: Pegasus

Irgendwie geht es hier nämlich auch um Piraten und deren Schätze, auch wenn solche Leute im Spiel vordergründig gar nicht auftauchen. Dafür tauchen fünf Tiere auf: Ein Pinguin, ein Oktopus, eine Krabbe, ein Walross und eine Schildkröte. Sie befinden sich an fünf, farblich voneinander unterscheidbaren Orten. Es gibt also 25 Karten mit allen möglichen Kombinationen von Tieren und Orten. Sie werden verdeckt in einem Quadrat ausgelegt. Die letzte Karte wird unbesehen in die Schachtel zurückgelegt. In die Mitte kommt nämlich ein Stapel mit Schatztruhen-Karten und Vulkanen.

Der Spielablauf ist denkbar einfach: Wer an der Reihe ist, deckt eine Karte auf. Der nächste Spieler muss daraufhin eine Karte finden, die entweder das gleiche Tier oder den gleichen Hintergrund zeigt. Wer das nicht schafft, scheidet bereits aus der Runde aus und muss eine Vulkan-Karte nehmen. Die Karten bleiben aufgedeckt. Wer als letzter übrig bleibt, bekommt eine verdeckte Schatztruhen-Karte, die eine Anzahl von Rubinen zeigt. Das geht sieben Runden so, wer zum Schluss am meisten Rubine hat, gewinnt.

Zusätzlich Paprika kommt dadurch ins Spiel, dass die einzelnen aufgedeckten Tiere Sonderfähigkeiten haben:

Spielsituation Memoarrr!

Wo ist bloss der verflixte Pinguin? bild: tom felber

Ich bin mir bewusst, das klingt jetzt auf Anhieb relativ banal. Spiele muss man aber spielen, um ihren wahren Reiz zu erkennen. Eine Partie «Memoarrr!» hat es in sich: Eine einfache Idee macht aus einem klassischen Spielkonzept nämlich plötzlich wieder ein packendes, herausforderndes Erlebnis. Zunächst müssen sich Erwachsene natürlich wie bei jedem Gedächtnisspiel erst einmal mit dem Phänomen abfinden, dass sie gegen Kinder ein Hirnwindungs-Handicap zu haben scheinen und oft verlieren. 

Memoarrr

Bild: Pegasus

Nur zu Beginn einer Partie ist ein wenig Glück der bestimmende Faktor. Schon bald wird es sehr taktisch. Wer sich an mehrere verschiedene Optionen erinnert, wählt natürlich jene Möglichkeit, welche die Mitspieler vor grössere Probleme stellt. Man kann mehrere Züge voraus denken und versuchen, die Gegner bewusst in Sackgassen zu locken oder absichtlich ein Verwirrspiel mit den Oktopussen betreiben, die ja immer wieder dazu führen, dass bereits bekannte Karten ihre Plätze tauschen.

Es sind auch hier wieder einmal die allzu menschlichen Emotionen, die am Tisch ausgelöst werden, die das Erlebnis so reizvoll machen. Das Risiko. Der Zweifel. Die Unsicherheit, die richtige Wahl zu treffen. Die Genugtuung, wenn ein Plan aufgeht. Der Jubel. Das Scheitern. Die Schadenfreude. Und über eines kann die unschuldig wirkende, niedliche Grafik nicht hinwegtäuschen: Eine Partie «Memoarrr!» kann ganz schön anstrengend sein und die Gehirnzellen richtig fordern. 

Cover Memoarrr!

Bild: Pegasus

Für mich ist dieses kleine, feine, unscheinbare Kartenspiel um das Sammeln von Rubinen jedenfalls ein kleiner glitzernder Edelstein, der aus dem Spiele-Jahrgang hervor sticht. 

Ist «Memoarrr!» auch zu zweit spielbar?

Grundsätzlich ja. Es wird dann viel konfrontativer und noch taktischer. Aber mal ehrlich: Es sollte doch möglich sein, zwei weitere Mitspieler für dieses kleine Kartenspiel zu finden. Auch wenn sie jünger sein sollten.

Willst du mitspielen?
Melde dich an!

Als Jurymitglied ist Tom Felber verpflichtet, sämtliche relevanten neuen Spiele mehrfach auszuprobieren. Dazu benötigt er natürlich auch immer wieder neue Mitspieler. Wer Lust hat, mitzuspielen, kann sich über spieleabende@bluewin.ch für seinen Newsletter anmelden. Die Spiele-Testrunden finden jeweils in Zürich statt.

Tom Felber ist ...

... der Vorsitzende der internationalen Kritiker-Jury «Spiel des Jahres» und veröffentlicht seit 1985 Spiele-Rezensionen in verschiedenen Medien. Fortan wird er hier für uns regelmässig neue Brett- und Kartenspiele vorstellen.

bild: zvg

Mehr mint gibt's hier:

Die «Sherlock»-Erfinder bringen eine neue Serie – Achtung, es wird gruselig!

7 leckere Marroni-Rezepte, damit's mehr als nur Vermicelles gibt

5 Spiele, bei denen es heisst: Einer gegen alle!

«Ich bin so'n klassischer Weggucker»: Moritz Bleibtreu über blutige Obduktionen

«Oh captain, my captain!» Wieso Ethan Hawke seine legendärste Rolle erst gar nicht wollte

Illegales Filesharing ist wieder angesagt – schuld sind ausgerechnet die Streaming-Dienste

Die Wandersaison ist noch nicht vobei! Diese 5 Routen schaffst du noch vor dem Winter

Erstmals wird jemand wegen Netflix-Sucht in eine Klinik eingeliefert

Threesome mit einer Thai-Tänzerin und einem Landei

Wenn die Haut zerreisst – die Geschichte einer Schmetterlingsfrau

Barbie soll ihr Rollenbild überarbeiten – und das kommt dabei raus

Kanye West erklärt Donald Trump seine Liebe

Die Leiden der Verkäufer beim Self-Checkout – und was Coop und Migros dazu sagen

Was bereust du in deinem Leben am meisten? 10 Passanten erzählen

«Warum flippen Frauen aus, wenn wir Pornos konsumieren?»

Es gibt nur zwei Arten von Menschen – welcher Typ bist du?

präsentiert von

13 Handlungslücken in «Star Wars», die zerstörerischer sind als der Todesstern

Michael Moore gegen Donald Trump – hat es der Filmemacher diesmal übertrieben?

Das sind 10 der berühmtesten (und schönsten) Kuss-Szenen der Filmgeschichte

präsentiert von

Was wurde eigentlich aus Las Ketchup und diesen 7 weiteren One-Hit-Wondern?

Hilft die neue «Bildschirmzeit»-Funktion des iPhones gegen Handy-Sucht? Ein Selbstversuch

Mit diesen 10 Tricks und Tipps holst du das Beste aus Spotify raus

So wird die Schweizer Polizei auf Google bewertet

Herrgöttli nomal! Kannst DU dem Bier die richtige Grösse zuordnen?

Fertig Schnickschnack! Hier kommen 14 Cocktails mit nur zwei Zutaten!

Weil Johnny heute in Zürich ist: Welcher Depp bist du?

4 ehrliche Ferienberichte über 4 «Traum»-Destinationen

8 Leute erzählen, was ihnen an einer Freundschaft besonders wichtig ist

Wie ich einem Typen sagte, dass ICH Emma Amour bin

Diese Dinge werden tatsächlich tiefer besteuert als Tampons – weil sie «alltäglich» sind

Judi Dench sprechen und sterben (oder leben und mit 84 noch so cool sein wie sie)

«Sabrina – total verhext»: Der erste Trailer zum Reboot ist nichts für schwache Nerven

«Wie mache ich ihm klar, dass mich seine Feierabend-Biere stressen?»

Liebe zwischen den Klassen? Gibt's in Indien nur in Pornos

Easyjet verklagt Netflix – wegen der Serie «Easy» 🤔

«Einmal Betrüger, immer Betrüger» – 7 Leute erzählen von ihrem Beziehungsende

Spotify wird 10 Jahre alt und verbrennt täglich Millionen – genauso wie diese Start-Ups

Danach willst du kotzen: So ist es auf der dunkelsten Seite des Planeten Internet

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Diese 9 Spiele sind für alle geeignet – und sollten in keinem Haushalt fehlen

Wie jedes Jahr im Mai hat die Jury «Spiel des Jahres» vier Tage getagt und eine Liste mit besonders empfehlenswerten Spielen veröffentlicht. Eins davon wird dann im Juli zum «Spiel des Jahres» gekürt.

Die Journalisten der Kritikerjury «Spiel des Jahres», deren Vorsitzender ich ja bin, spielen sich jedes Jahr durch Hunderte Spieleneuheiten, um jeweils im Mai eine Liste mit besonders interessanten, kurzweiligen, spassigen, originellen und innovativen Titeln zu veröffentlichen.

Die Spiele werden dabei in drei farblich voneinander unterscheidbare Kategorien eingeteilt. Heute stellen wir euch die neun Spiele der roten Liste vor. Es handelt sich dabei um Spiele, die für möglichst alle Menschen …

Artikel lesen