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Speck-Limo, irgendwer? Das sind die grössten Getränke-Flops aller Zeiten

Für jede Erfolgsgeschichte im weltweiten Soft-Drink-Markt gibt es eine Flop-Story, die es in sich hat. Hier kommen 10 der übelsten ...
09.10.2018, 11:3910.10.2018, 06:08

New Coke

Nach Jahren stagnierender Verkäufe beschloss man 1985 bei Coca-Cola, radikale Massnahmen zu ergreifen. Um die Marktanteilverluste an Pepsi wieder zurückzugewinnen, ersetzte der Getränkehersteller aus Atlanta seine legendäre, streng geschützte 99-jährige Formel durch einen angeblich weicheren, süsseren Geschmack: New Coke.

Es kam nicht gut. Nur 13 Prozent der Cola-Trinker mochten New Coke. Wütende Fans starteten Kampagnen, sammelten Unterschriften und starteten Hotlines. Und siehe da, nur 77 Tage später brachte das Unternehmen die alte Cola-Formel wieder zurück.

Der Marketing-Fehler wird heute in Business Schools häufig als Beispiel dafür angeführt, wie man ein neues Produkt nicht auf den Markt bringt. Doch letztendlich erwies sich der Marketing-Fail als unverhofftes Glück. Durch die Publicity und das wiedererstarkte Verlangen nach Classic Coke erlebte Coca-Cola einen Boost, der bis heute anhält.

Was nicht heisst, das ab und an trotzdem Fehler gemacht wurden. Etwa:

Coca-Cola Blak

In den frühen 2000er-Jahren war man offenbar der Meinung, eine Mischung aus Cola und Kaffee sei eine gute Idee. Zumindest die 17 Monate lang, in denen Coca-Cola Blak in den Verkaufsregalen zu finden war, dachte man so. Und danach nicht mehr. Blak out.

Pepsi A.M.

15 Jahre vorher hatte der alte Konkurrent Pepsi schon mal etwas in der Richtung versucht. Nachdem die Coca-Cola-Company durch ihren New-Coke-Flop-der-dann-die-alte-Formel-wieder-hip-machte wieder erstarkt war, beschloss man, die Kundschaft dann anzugreifen, wenn sie am verwundbarsten war: frühmorgens. Und zwar mit Pepsi A.M., «with ALL the sugar and TWICE the caffeine» der normalen Pepsi. 

Bild: reddit

Knapp ein Jahr hielt man am Experiment fest, bis man einsah, dass da irgendwie doch keine wirkliche Nachfrage nach Limo zum Frühstück bestand. 

Crystal Pepsi

Haargenau wie deine Lieblings-Pepsi, so vom Geschmack her. Bloss ohne jene lieb gewordene, satte braune Farbe. Ich hatte mal das Vergnügen. Und es war SO WAS VON merkwürdig.

Und offenbar reagierten die meisten Konsumenten wie meine Wenigkeit, denn Crystal Pepsi gab es von 1992-1993 und danach nicht mehr (von ein paar Retro Runs in limitierten Stückzahlen abgesehen).

Rivella Gelb

Bild: PHOTOPRESS/RIVELLA

Nicht besser erging es Rivella mit dem 2008 lancierten Rivella Gelb. Die nervige Werbekampagne «Welche Farbe hat Dein Durst?» war gigantisch, aber der Soja-Geschmack kam nicht gut an. Zunächst passte Rivella die Rezeptur an, aber auch das half wenig. 2012 verschwand Rivella Gelb aus den Schweizer Läden.

Und Rivella an sich in den USA

Anno 2001 – und dann nochmals 2004: So gerne hätte die schweizerischste aller Limos den US-Markt geknackt. Doch leider nein. Die Testläufe erreichten jeweils ihre Minimalziele bei Weitem nicht. Die Idee, dass man ausgerechnet aus Molke etwas Erfrischend-Spritziges machen könnte, kam wohl nicht so gut an. Kommt noch hinzu, dass etwas aus der Hochpreisinsel Schweiz wohl stets ein eher teures Nischenprodukt bleiben würde. Gescheitert waren übrigens auch die Grossbritannien-Pläne. Die Niederlande, aber, sind dankbare Abnehmer.

Bacon Soda

Bild: youtube

Limo an sich ist nicht gerade gesund. Wie stünde es also mit Speck-Limo? Bacon Soda schaffte es nie in die Verkaufsregale der Grossverteiler, sondern blieb ein Obskurum, das heute nur noch als Gimmick auf Amazon erhältlich ist. 

Virgin Vodka

Ein Produkt direkt von den 360-Grad-Fantasien Richard Bransons: Während man in der Virgin Class an Bord eines Virgin-Jets über den Atlantic fliegt und On-Demand-Virgin-TV guckt, gönnt man sich noch ein Virgin Vodka mit Virgin Tonic.

Will das eigentlich irgendwer? Zumal das Substantivattribut «virgin» in Zusammenhang mit Drinks gleichbedeutend mit «alkoholfrei» ist (siehe Bloody Mary vs. Virgin MaryPiña Colada vs. Virgin Colada). Alkoholfreier Wodka, also? Wäre das nicht ... Wasser? Jedenfalls verschwand die Spirituose sang- und klanglos nach ein paar Jahren.

Mineralwasser für Haustiere

Bild: shutterstock

1994 führte die Original Pet Drink Company mit Sitz in Florida Thirsty Dog! und Thirsty Cat! ein – abgefülltes Wasser für Haustiere. Das kohlensäurehaltige, vitaminangereicherte Getränk kam in zwei tierfreundlichen Geschmacksrichtungen: Crispy Beef für Hunde und Tangy Fish für Katzen. Das Getränk wurde gar von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA für den menschlichen Verzehr zugelassen (falls das eine oder andere Herrchen ein plötzliches Verlangen nach flüssigem Filet hatte). Es war ein Flop. Anscheinend vergassen die Hersteller, dass Tiere, die sich gerne ihren eigenen Hintern lecken, sich nicht wirklich darum scheren, woher ihr Wasser kommt.

Bonus: Crystal Pepsi floppte einst. Derweil, in Japan ...

Aus irgendeinem Grund stehen die Japaner auf «Clear»-Versionen unserer Lieblingsgetränke. Dort hat Coca-Cola jüngst etwa Clear Coke lanciert, ...

Bild: youtube

... und es gibt Clear Beer beziehungsweise Mineralwasser mit Biergeschmack. Ja, das habt ihr richtig gelesen. Und es gibt gar Clear Espresso and Milk.

What a time to be alive.

11 Drinks, die du garantiert falsch aussprichst

Video: watson/Oliver Baroni, Emily Engkent

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