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ARCHIVBILD ZUM WECHSEL VON MARK STREIT ZU TAMPA BAY --- Philadelphia Flyers' Mark Streit in action during an NHL hockey game against the Los Angeles Kings, Saturday, Feb. 4, 2017, in Philadelphia. (AP Photo/Derik Hamilton)

Mark Streit stand am Mittwochabend für einmal neben dem Eis im medialen Fokus. Bild: FR170553 AP

Nach Streits Transferwirbel: Die 8 wichtigsten Fragen und Antworten zur NHL Trade Deadline

Die Trade Deadline in der NHL ist jedes Jahr ein Garant für Spektakel und Verwirrung. Dieses Mal war Mark Streit in einer Hauptrolle. In Nordamerikas Sportuniversum herrschen völlig andere Sitten als in unseren Breitengraden. Wir klären auf.



Gestern war in der NHL Trade Deadline Day. Dass es dabei ziemlich turbulent zu und her geht, hat Mark Streit am eigenen Leib erfahren. Zuerst wurde verkündet, dass der langjährige Nati-Captain nach Florida zu den Tampa Bay Lightning transferiert worden sei. Kurz darauf wurde er direkt nach Pittsburgh weiter geschoben.

In der Schweiz hielten die Meldungen nicht nur Sportredaktionen auf Trab, sondern lösten auch einiges an Stirnrunzeln aus. Hat ein Spieler da kein Mitspracherecht? Und weshalb wollen die Klubs überhaupt Spieler tauschen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur NHL Trade Deadline.

Fans machen sich über Streits kurze Zeit bei Tampa lustig,

Welche Klubs sind an Trades interessiert?

Grundsätzlich alle. Es wird dabei allerdings unterschieden zwischen Käufern (buyers) und Verkäufern (sellers). Die Käufer sind Teams auf Play-off-Plätzen, mit guten Chancen auf den Stanley Cup. Ihr Ziel ist es, sich mit guten Spielern für die entscheidende Saisonphase zu verstärken und ihrem Kader mehr Tiefe zu verleihen.

Verkäufer sind oftmals in den unteren Regionen der Tabelle zu finden, ohne wirkliche Chance auf die Play-offs. Ihr Ziel ist es, teure Veteranen loszuwerden und dafür vielversprechende Talente oder Draft-Picks zu bekommen.

Welche Spieler werden getradet?

Hauptsächlich sind das Spieler mit auslaufenden Verträgen, die sogenannten «unrestricted free agents». Die Verkäufer (sellers) möchten verhindern, diese Spieler im Sommer ohne Gegenleistung zu verlieren. Die Käufer (buyers) dagegen haben wenig zu verlieren. Wenn es mit dem getauschten Spieler nicht wie gewünscht klappt, lassen sie den Vertrag im Sommer einfach auslaufen.

ARCHIVBILD ZUM WECHSEL VON MARK STREIT ZU TAMPA BAY --- Philadelphia Flyers' Mark Streit (32), of Switzerland, in action during the first period of an NHL hockey game against the Tampa Bay Lightning, Monday, March 7, 2016, in Philadelphia. The Flyers won 4-2. (AP Photo/Chris Szagola)

Mark Streit war auch ein «unrestricted free agent». Seine Zeit im Dress der Flyers ist vorbei.  Bild: FR170982 AP

Haben die Spieler ein Mitspracherecht?

Die Mehrheit der Spieler hat in diesen Transfergeschäften nicht viel zu sagen. Wenn sie transferiert werden, müssen sie den Wünschen des Klubs folgen. Bekannte Spieler mit grosser Verhandlungsgrundlage haben die Möglichkeit, in ihrem Vertrag eine No-Trade-Klausel oder eine No-Movement-Klausel einzufügen.

Eine No-Trade-Klausel bedeutet, dass ein Spieler nicht ohne Zustimmung transferiert werden darf – dabei können auch einfach Transfers zu gewissen Teams (Erzrivalen, etc.) ausgeschlossen werden. Bei einer No-Movement-Klausel darf ein Spieler auch nicht in die AHL abgeschoben oder auf die Waivers-Liste gesetzt werden, wo die Klubs Spieler platzieren, die sie loswerden möchten.

Was bedeutet ein Trade für die Spieler?

Viele Spieler beschreiben den Moment, indem sie von ihrem Trade erfahren, als Schock. Sie werden aus ihrem Umfeld herausgerissen, und müssen oftmals sofort abreisen. Eine andere Stadt, ein anderes Team, manchmal sogar ein anderes Land.

Gerade bei ausländischen Spielern kann ein Trade zu einem richtigen Papierkrieg werden, wenn innert weniger Stunden alle Dokumente für die Einreise und die Arbeitsbewilligung organisiert werden müssen. Oft bedeutet ein Trade auch, dass die Spieler ihre Familie vorerst an der alten Wirkungsstätte zurücklassen müssen.

Was bedeutet ein Trade für den Salary Cap eines Teams?

Trades sind eine gute Methode für Topteams, ihr Kader um einen weiteren guten Spieler zu erweitern, ohne dabei den Salary Cap zu überschreiten. Da der transferierte Spieler nur einen Teil seiner Vertragsdauer beim neuen Klub verbringt, wird auch nur dieser Teil der Lohnsumme in den Ausgaben des Vereins eingerechnet. Manchmal zahlt auch der vorherige Verein weiterhin einen Teil des Lohns – wie auch im aktuellen Fall von Mark Streit. Philadelphia zahlt weiterhin 4,7 Prozent des Lohnes, Tampa Bay – obwohl Streit keine Sekunde für das Team spielte – die Hälfte und Pittsburgh die restlichen 45,3 Prozent.

Natürlich meint der Reporter Mark Streit und nicht Mike Streit.

Wie ist die Situation bei Mark Streit?

Für Mark Streit bedeutet der Trade über Tampa nach Pittsburgh vor allem eines: die vermutlich letzte Chance Stanley-Cup-Sieger zu werden. Die Penguins sind auch in diesem Jahr Anwärter auf den Titel und haben Streit wohl geholt um ihrem Verteidigungskader mehr Tiefe zu verleihen. Auch weil derzeit mit Kris Letang, Trevor Daley und Olii Määtä drei Pens-Verteidiger verletzt sind. Streits Vertrag mit den Flyers wäre im Sommer ausgelaufen. Bei Pittsburgh kann er sich nun für einen Verbleib in der NHL empfehlen.

Weshalb der Transfer im Dreieck abgewickelt wurde, kann nur vermutet werden. Laut «thefourthperiod.com» hatte Streit eine No-Trade-Klausel, die 19 Klubs beinhaltete, was möglicherweise einen direkten Transfer von Philadelphia zu Erzrivale Pittsburgh verunmöglichte.

Was waren die Beweggründe der Tampa Bay Lightning?

Die Tampa Bay Lightning hatten in dieser Transferperiode wohl ein grosses Ziel: Cap Space zu schaffen. Das heisst, einen teuren Spieler loswerden, damit sie wieder genügend Geld zur Verfügung haben, um beim nächsten Vertragsabschluss dennoch unter dem Salary Cap zu bleiben. Indem sie Valtteri Filppula nach Philadelphia abschoben, haben sie dieses Ziel erreicht. Für Mark Streit hatten sie aber keine Verwendung, weshalb er direkt weiter nach Pittsburgh transferiert wurde.

FILE - In this Dec. 23, 2016, file photo, Tampa Bay Lightning center Valtteri Filppula, of FInland, looks on during the third period of an NHL hockey game against the Washington Capitals in Washington. The Lightning acquired defenseman Mark Streit from the Philadelphia Flyers for center Valtteri Filppula and two draft picks on Wednesday, March 1, 2017. (AP Photo/Nick Wass)

Valtteri Filppula: Tampa wollte ihn loswerden und «missbrauchte» dafür Mark Streit Bild: AP/FR67404 AP

Weshalb braucht es überhaupt eine Trade Deadline?

Aus sportlicher Sicht braucht es das überhaupt nicht. Transfers könnten auch das ganze Jahr durch erlaubt sein, die sportliche Ausgangslage der Teams würde sich nicht ändern. Die Trade Deadline ist ein reines Medienspektakel. Kanadische Sportsender senden am sogenannten Deadline Day den ganzen Tag, was so passiert. Und in den sozialen Medien geht durch allerlei Gerüchte von früh bis spät die Post ab – auch wenn gar nichts passiert.

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    Alle Leser-Kommentare
  • tinu32 03.03.2017 07:21
    Highlight Highlight Wenn Streit eine Klausel hatte, die einen direkten Transfer zu den Penguins verunmöglichte, entfällt diese dann nach dem Trade zu Tampa? Ich dachte, da werden jeweils die ganzen Verträge übernommen.
  • whatthepuck 02.03.2017 23:17
    Highlight Highlight Brauchen tuts die Trade-Deadline (TDL) rein sportlich wohl wirklich nicht; man kann das aber schon so hinbiegen, dass sie auch sportliche Relevanz besitzt:

    Trades dürfen nach der TDL ja weiterhin gemacht werden, nach der TDL getradete Spieler dürfen bei einer allfälligen Playoffteilnahme des neuen Teams allerdings nicht in den Playoffs eingesetzt werden. Deswegen machen Trades für Playoff-Teams nach der TDL schlicht keinen Sinn mehr. Führt dazu, dass die Teams nach der TDL gesetzt sind und von da an alle die gleich langen Spiesse haben, ohne weitere mögliche Upgrades.
  • emptynetter 02.03.2017 23:00
    Highlight Highlight moderner Menschenhandel!
    • c_meier 03.03.2017 00:30
      Highlight Highlight Immerhin seehr anständig entlöhnt...
  • c_meier 02.03.2017 22:58
    Highlight Highlight Top Infos, vielen Dank Watson 👍
  • sven_meye 02.03.2017 20:09
    Highlight Highlight Ach. Jetzt noch einen Stanley Cup absahnen und dann in den wohlverdienten Ruhestand? ;)
    • Schreiberling 02.03.2017 20:49
      Highlight Highlight Klingt doch nicht soo schlecht ;-) Wobei, vielleicht liegt ja auch noch eine Saison beim ZSC drin. Die geben ja seit neustem ihren Veteranen gerne noch Verträge.
    • sven_meye 02.03.2017 21:09
      Highlight Highlight Stimmt, tut mir leid, das habe ich vergessen ;) eine oder zwei Saisons in der Schweiz wären natürlich geil
    • winglet55 02.03.2017 21:19
      Highlight Highlight Ich hoffe schon, M.S. hat soviel Charakter und unterschreibt nicht beim Z/ & oder HCL ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Boogie Lakeland 02.03.2017 18:28
    Highlight Highlight Und es ist im Dynastie Modus auf der PS schwer. Noch krasser ist es bei NBA 2k.
    Da kommt noch Luxussteuer usw. Mamma mia. Und wenn du einen Trade eingefädelt hast, alles passt, extra noch ein drittes Team einbezogen, kommt einer der nicht getradet werden kann. In solchen Momenten hören mich die Nachbaren schreien und weinen. Ehrlich.

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