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Wenn es kalt ist und du nur unter der Decke bleiben willst: Diese 6 Tipps helfen gegen den Winterblues

Es ist kalt draussen. Das warme Bett ein Refugium, das viele nur widerwillig verlassen. Was macht man im Winter, um sich bei Laune, gesund und mollig warm zu halten?

andreas krebs / natürlich



Ein Artikel von

Morgens schlapp, abends schlapp, dazwischen schlapp. Lust- und antriebslos, Tag für Tag: In der dunklen Jahreszeit klagen rund zwei Millionen Schweizer über den Winterblues (siehe Box).

Das kommt nicht von ungefähr: Wird das natürliche Licht knapper, schüttet der Körper weniger Serotonin aus. Serotonin ist auch als Glückshormon bekannt, es treibt uns an und hebt die Stimmung. Ein Mangel kann zu depressiven Verstimmungen führen.

Es gibt ihn, den Winterblues

Vom Winterblues sind viele Menschen mehr oder weniger stark betroffen. Rund 250'000 Schweizer leiden an einer ernsthafteren Form, der Winterdepression. Sie wird auch als saisonal-affektive Depression (SAD) bezeichnet und äussert sich in Stimmungsschwankungen, Dünnhäutigkeit, schlechter Laune,verminderter Tatkraft bis hin zu Erschöpfung.

Wie die klassische Depression kann SAD Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach sich ziehen. Deshalb sollte sie behandelt werden, am einfachsten und effektivsten mit dem täglichen Gesundmarsch bei Tageslicht. Wer sich dazu nicht mehr aufraffen kann, dem kann eine Lichttherapie helfen und/oder Johanniskraut, es bewirkt, dass unser Organismus das Licht besser nutzen kann. In schlimmen Fällen verschreiben Ärzte Antidepressiva.

Die gute Nachricht: SAD geht vorüber. Wenn die Tage im Frühjahr (Februar/März) wieder länger werden, erhellt sich auch das Gemüt der SAD-Betroffenen.

Die Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt die Behandlung, wenn sie von einer Fachperson durchgeführt wird. (ak)

Zusätzlich interpretiert der Körper die vorherrschende Dunkelheit als Schlafenszeit und steigert die Produktion von Melatonin, dem Schlafhormon, das uns schlapp und lustlos macht.

Für Urmenschen war Ruhe im Winter wichtig

Dieser saisonal abgestimmte Chemiecocktail beruht auf einem uralten biologischen Mechanismus, der evolutionär betrachtet Sinn macht: Für die Urmenschen war es überlebenswichtig, die Aktivitäten im Winter zu reduzieren, weil in der kalten Jahreszeit die Ressourcen knapp wurden.

Das Bedürfnis nach etwas mehr Ruhe hat der Mensch mit in die Neuzeit genommen. Und diesem Verlangen sollten wir, wenn immer möglich, nachgeben; indem wir einen Gang runterschalten, genügend schlafen, es uns mit einem Buch auf dem Sofa bequem machen, kuscheln. Denn Kuscheln stärkt nicht nur die Liebe, sondern auch das Immunsystem; und schenkt die wohl wonnigste Wärme, die ein Mensch erfahren kann.

Was kann man sonst noch Schönes und Gutes tun, um mollig warm und gesund durch den Winter zu kommen? «Gfrörli» und Wintermuffel, wie ich einer bin, brauchen etwas länger, um die schönen Seiten der kalten Jahreszeit schätzen zu lernen. Mittlerweile habe ich mir einige hilfreiche Routinen angeeignet:

Ab in die Sauna!

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Etwa den Saunagang jeden zweiten Freitagabend im Monat mit guten Freunden – übrigens auch im Sommer. Inzwischen sind wir Profi-Saunisten und machen jeden Aufguss mit, gerne ganz oben sitzend.

Anfänger sollten es ruhiger angehen: höchstens zehn Minuten in der Kabine, und zwar auf der unteren oder mittleren Bank, wo es weniger heiss ist. Zwischen den für die Gesundheit empfohlenen drei Saunagängen sollte man Pausen von rund 20 Minuten einlegen.

Achte beim Saunabaden auf dein persönliches Wohlbefinden. Generell gilt, dass das Saunieren stets angenehm sein soll. Liegend kann man sich besonders gut entspannen; vor dem Aufstehen sollte man sich jedoch ein paar Minuten aufsetzen, damit es einem nicht schwindelig wird.

Nach der Sauna lohnt sich der Gang an die frische Luft, wo man einige Minuten tief durchatmen kann; danach gilt es kalt zu duschen oder, sanfter, einen kalten Guss zu machen, beginnend mit Armen und Beinen, übergehend zu Bauch, Brust und Gesicht. Dazu kaltes Wasser benutzen, kein lauwarmes, sonst können sich die Gefässe nicht richtig zusammenziehen und es besteht die Gefahr, dass man sich erkältet.

Der Wechsel von Wärme und Kälte trainiert die Anpassungsfähigkeit der Gefässe, sorgt für schöne Haut, stärkt das Herz-Kreislauf-System und ist eine gute Prävention für Erkältungskrankheiten.

Geh baden!

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Ähnlich wohltuend wie die Sauna – und weniger belastend für den Körper – ist ein Dampf- oder Schwitzbad. Ein Besuch in einem Hamam mit anschliessender Massage sorgt für Entspannung und wohlige Wärme, ebenso ein Sole- oder Sprudelbad.

Auch daheim in der Badewanne kann man herrlich entspannen, zum Beispiel mit einem Lavendelschaumbad oder dem von der Schweizer Künstlerin und Naturheilpraktikerin Emma Kunz entdeckten Heilgestein Aion A, das durchblutungsfördernd auf den ganzen Organismus wirkt.

Allgemein ist bei Vollbädern zu berücksichtigen, dass zu langes warmes Baden den Kreislauf belasten kann. Vernünftig angewandt wirkt Wasser aber wunderbar entspannend, und es erinnert uns daran, in den Fluss zu kommen.

Lieber schwitzen als frieren

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Nur für Hartgesottene. Ein besonders heisses und intensives, mitunter transformierendes Erlebnis, ist die Schwitzhütte. Dazu sollte man zwei Tage Auszeit einplanen: einen Tag für die Vorbereitung und das Ritual selbst, einen Tag zum Reflektieren und Ausruhen.

Durch die lange Aufenthaltsdauer in der heissen Schwitzhütte fühlt sich manch einer nach dem indianischen Ritual ziemlich gerädert. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen ist eine Schwitzhütte deshalb nicht geeignet.

Geh raus!

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Zu meinen (fast) täglichen Winterfreuden zählen ausgiebige Spaziergänge, alleine oder gemeinsam mit meiner Partnerin. Im Winter mit dieser Routine anzufangen, dürfte schwierig sein, zumindest für Wintermuffel. Dabei ist der tägliche von Fachleuten empfohlene Gesundmarsch bei Tageslicht gerade für Wintermuffel besonders wichtig: Nichts hilft besser gegen den Winterblues als Bewegung an der frischen Luft. Das hält den Kreislauf in Gang und verschafft einen Kick des Muntermachers Serotonin.

Wer kann, geht raus aus der Nebelsuppe, sucht wann immer möglich die Sonne – so fallen trübe Gedanken schnell von einem ab. Aber auch an einem Nebeltag oder bei bewölktem Himmel ist es draussen viel heller als drinnen; selbst mit einer künstlichen Lichttherapie kommt man nicht annähernd auf eine ähnlich hohe Luxzahl. Es ist ja gerade die fehlende Helligkeit, die so vielen zu schaffen macht. Also rein in die warmen Kleider und raus ins kalte Vergnügen!

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Zieh dich warm an!

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Wenn es draussen einmal richtig garstig ist und einem der Schritt vor die Haustüre gar schwerfällt, dann hilft zweierlei: Erstens gibt es kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Lange Unterhosen, wärmende Schichten aus Wolle, Mütze, Schal und Handschuhe halten mollig warm.

Eine Freundin schwört zudem auf Pulswärmer. Die kleinen Dinger sind eigentlich Wärmekraftwerke: «Selbst gestrickte Amedisli aus Wolle geben viel wärmer, als man denkt.» Zweitens gibt es im Winter fast nichts Schöneres, als nach einem Spaziergang in der Kälte in die geheizte Stube zu treten. Mit einem Tee, selbst gemachtem Glühwein, einem Grogg und etwas Süssem, ein paar Kerzen und schöner Musik wird einem schnell (wieder) warm, auch ums Herz.

Trinken, trinken, trinken...

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Auch die richtige Ernährung ist jetzt besonders wichtig. Ist es nass und kalt, steigt die Lust auf deftiges Essen. Dem kann und soll man zwischendurch auch nachgeben. Doch zu viele Kohlenhydrate senken den Serotoninspiegel, machen schlapp und müde. Vollkornprodukte, Gemüse, Früchte und Fisch hingegen halten fit.

Ideal sind warme Speisen, Suppe etwa und heisser Tee. Genügend trinken ist im Winter besonders wichtig. Zum einen, weil man in dieser Zeit tendenziell zu wenig trinkt, zum anderen, weil auch trockene Heizungsluft schlapp macht.

Und wie geht's dir so im Winter?

Wer nun trotz all dieser Vorschläge nichts mit dem Winter anzufangen weiss, der hält sich an unsere Urväter: Geduldig sein und vom Frühling träumen. Denn der kommt ganz bestimmt.

Der Winter ist doch die schönste Jahreszeit, oder?

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