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Riesiges Leak beim «IS»: Schweizer Bundesanwaltschaft hat «nötige Schritte bereits eingeleitet»

10.03.2016, 02:1010.03.2016, 16:09
Die Daten wurden dem britischen Sender Sky News zugespielt. Dieser hat die Behörden gemäss eigenen Angaben informiert.<br data-editable="remove">
Die Daten wurden dem britischen Sender Sky News zugespielt. Dieser hat die Behörden gemäss eigenen Angaben informiert.
Bild: AP/Militant Website

Der britische Fernsehsender Sky News hat nach eigenen Angaben die Daten von 22'000 mutmasslichen Mitgliedern der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») zugespielt bekommen. In den Akten sollen die Daten von Personen aus 51 Ländern gespeichert sein. Während einige Experten von einer Goldgrube sprechen, zweifeln andere an der Echtheit der Dokumente.

Ein enttäuschtes ehemaliges «IS»-Mitglied habe ein in Syrien gestohlenes elektronisches Speicher-Medium mit den Daten Sky News übermitteln lassen, teilte der Sender am Mittwoch mit.

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In den Bögen, die Kämpfer vor einer Aufnahme in den «IS» ausfüllen müssen, sind unter anderem Namen, Adressen, Telefonnummern und Angaben zur Familie enthalten. Insgesamt müssen die Anwärter 23 Fragen beantworten, wie auf einigen der von dem Sender veröffentlichten Bögen zu sehen ist.

Bundesanwaltschaft «hat Kenntnis»

Sky News habe die Behörden informiert, teilte der Sender auf seiner Website mit. Unter den übermittelten Namen seien auch die von bislang unbekannten Dschihadisten unter anderem aus Nordeuropa, den USA und Kanada.

Auch in der Schweiz hat die «Bundesanwaltschaft Kenntnis von diesen Dokumenten, und die nötigen Schritte bereits eingeleitet», sagt Linda von Burg auf Anfrage von watson.

Goldgrube oder Fälschung?

Richard Barrett, ein ehemaliges ranghohes Mitglied des britischen Geheimdienstes MI6, sagte zu dem Datenleck, dieses wäre eine «absolute Goldmine an Informationen», sollte es echt sein. Auch ein Sicherheitsexperte des unabhängigen britischen Forschungsinstituts Rusi nannte den Datensatz eine «Goldgrube».

Doch an der Authentizität der Bögen haben Experten sowie auch die syrische Opposition erhebliche Zweifel. Sie verweisen vor allem auf sprachliche Unstimmigkeiten und Nachlässigkeit im Umgang mit Symbolen.

Bei ihm läuteten «grosse Alarmglocken», sagte etwa Charlie Winter von der Georgia State University. So wird etwa der arabische frühere Name des IS, Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS), in zwei verschiedenen Varianten geschrieben. Ausserdem benutzen die Verfasser das Wort «Todesdatum», obwohl die gängige Bezeichnung unter Dschihadisten «Märtyrertum» ist.

Das syrische oppositionelle Nachrichtenportal «Saman al-Wasl» berichtete zudem von tausenden Wiederholungen in den Dokumenten, sodass letztlich nur die Namen von 1700 statt 22'000 Menschen identifiziert werden könnten. (whr/sda/afp/dpa)

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