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Eko Fresh bringt mit «Aber» den Song zur Debatte um Asyl, Toleranz und Integration

Philipp Blanke / watson.de



Eine Weile war es still um die beiden grossen Namen des deutschen HipHop. Nun meldet sich Eko Fresh mit neuer Single zurück, produziert von Samy Deluxe. «Aber» heisst der Song, der die Debatte um Ausländer, Geflüchtete, Abschiebung, AfD, Integration, Hass und Toleranz in Deutschland kommentiert. 

Hier ist der Song:

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Video: YouTube/Eko Fresh

Im Video, wie auch im Song, lässt Eko Fresh einen rechten Wutbürger und einen türkischen Nationalisten aufeinander los, die sich argumentativ die Köpfe einschlagen. In der dritten Strophe schaltet er selbst sich schliesslich ein und spielt den Vermittler und ruft zu Versöhnung, Verständnis und Versachlichung der Debatte auf.  

Als allererstes will ich klarstell'n, ich bin kein Nazi. Aber mich stören die Alibabas mit ihrem Islam-Gelaber. Es kann nicht wahr sein, dass so viele Kinder kriegen. Und ihre Frauen laufen fünf Meter hinter ihnen. Gott anbeten ist 'ne persönliche Sache. Aber ihr wollt Bomben legen oder Köpfe abhacken. Was möchtet ihr Kanaken? Geld und unsre Töchter anpacken? (...)

So singt der Wutbürger woraufhin der Türke antwortet:

Als allererstes will ich klarstellen: Ich liebe Deutschland. Aber ihr seid miese Heuchler, wolltet mich nie bei euch haben. Ihr sprecht euch aus für ein Kopftuchverbot. Doch eure Frauen ziehen gottlos den Rock noch was hoch. Jedes Jahr am Ballermann seid ihr besoffen und so. Färbt euren lockeren Ton ab auf meine Tochter und Sohn. Ihr Ungläubigen, für euch bin ich ein Hinterwäldler-Türke. Aber kennst du einen Imam, der je ein Kind anfassen würde? Ihr könnt euch für früher bedanken. Wir bauten Deutschland mit auf, macht euch mal drüber Gedanken. (...)

Dann meldet sich Eko als Vermittler mit seinem Plädoyer zu Wort:

Ihr habt auf einmal Streit, die Masse ist entzweit. Ich dachte, dieser Fight ist seit den Achtzigern vorbei. Ich sitze schon mein ganzes Leben zwischen diesen fucking Stühlen. Und grade als ich dachte, es wär' alles abgekühlt. Ich dachte, Brüderschaft, aber es war zu früh. Ich bin Deutsch-Türke, keiner weiss hier, was ich fühl'. Die Lage macht mich stutzig, wollt's nicht sagen, doch jetzt muss ich. Auf einmal ist der Quotentürke gar nicht mehr so lustig. Als gäb' es nur die Wahl zwischen Erdoğan und Böhmermann. Nur die Wahl zwischen Bertelsmann und Dönermann. Als gäb' es nur den Wahlbereich zwischen Schwarz und Weiss. Gutmensch oder Arschloch sein, Antifa und Nazischwein. Rechtspopulismus oder «Angela, jetzt lass sie rein». Zwischen Diktatur oder Anhänger des Staatsstreichs .

Altbewährt ist das Schema noch nicht, aber eben auch nicht neu und momentan offenbar sehr angesagt. Der Aufbau lautet: Meinung 1 in Strophe 1, Meinung 2 in Strophe 2 und in Strophe 3 der Vermittler und Versöhner. Joyner Lucas hat das Schema in «I'm Not Racist» genau so angewandt. Auf dieses Vorbild bezieht sich auch Eko Fresh im Video.

Joyner Lucas - «I'm Not Racist»

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Video: YouTube/joyner lucas

Allerdings ist er auch nicht der erste Deutsche, der sich des Themas und des Schemas bedient. Al-Gear hatte in seinem Video und Song «Integration»  einen Nazi und einen Asylanten gegeneinander antreten lassen und selbst in Strophe drei zur Mässigung, Versöhnung und Verständnis aufgerufen. Sein Song wurde ergänzt durch Einspielungen aus Nachrichtensendungen und Politiker-Statements, ebenso das Video. 

Al-Gear – Integration

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Video: YouTube/Milfhunter Records

Eine Lösung für die gesellschaftlichen Probleme und Spaltungen bietet übrigens keiner der Interpreten. Eko Freh beendet seinen Song mit ein paar larifari-optimistischen Allgemeinplätzen:

«Zusammen in 'nem Land zu wohn'n, ist schwer, aber ihr macht das schon. Aber ihr macht das schon. Aber ihr macht das schon.»

Naja, vielleicht wäre einem da auch was Tiefsinnigeres eingefallen als sich so leise durch die Hintertür aus der Debatte und aus dem Song raus zu schleichen.

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