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Stromausfall in Venezuela: Maduro sagt, es waren die USA – und er habe Beweise



epa07422303 People walk in a street in the dark during a power outage in Caracas, Venezuela, early 08 March 2019. Venezuela suffered a power outage on 07 March that saw at least 14 states affected, including the country's capital. President of Venezuela, Nicolas Maduro, ordered Friday, the suspension of working hours in both the public and private sectors and school classes, as a result of the blackout that affects several states of the country and the capital for hours.  EPA/RAYNER PEÑA

Dunkel: Venezuela. Bild: EPA/EFE

Der gigantische Stromausfall in Venezuela legt das Krisenland weiter lahm. Er ist laut Staatschef Nicolás Maduro durch einen Cyberangriff auf ein wichtiges Wasserkraftwerk ausgelöst worden. Er kündigte an, der Uno «Beweise» für eine Verstrickung der USA vorzulegen.

Die Attacke habe einem Regulierungsmodul des Wasserkraftwerks Guri gegolten, das 80 Prozent des landesweiten Strombedarfs deckt, erklärte Informationsminister Jorge Rodríguez am Freitag. Drahtzieher der Sabotage sei der US-Senator und erbitterte Maduro-Gegner Marco Rubio. «Das war der brutalste Angriff, dem das venezolanische Volk in den vergangenen 200 Jahren ausgesetzt war», sagte Rodríguez.

Maduro und der staatliche Energiekonzern Corpoelec sprachen zuvor von einem «Sabotage»-Akt gegen das grösste Wasserkraftwerk des Landes. Der Staatschef sprach bei Twitter von einem «vom amerikanischen Imperialismus angekündigten und geführten Stromkrieg gegen unser Volk». Dieser werde scheitern. «Patrioten, vereinigt Euch», forderte er. Maduro wirft Washington vor, einen «Wirtschaftskrieg» gegen sein Land zuführen.

In Venezuela herrscht Dunkelheit

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Video: srf

Die Behörden in dem unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise leidenden Venezuela sprechen bei Stromausfällen regelmässig von Sabotage. Die Opposition um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó machten fehlende Investitionen in das Stromnetz und Missmanagement der Regierung für den Stromausfall verantwortlich.

Chaotische Zustände

An den Tankstellen standen Menschen Schlange, um Treibstoff für Stromgeneratoren zu bekommen. Einige zweigten Benzin aus ihren Autos ab. Augenzeugen berichteten von chaotischen Zuständen in einigen Spitälern. Angehörige versuchten dort, kranke Patienten im Dunkeln in andere Kliniken mit besserer Stromversorgung zu bringen. Im Universitätsklinikum in Caracas starb eine Frau, nachdem ihr Beatmungsgerät aufhörte zu arbeiten.

Tote und Verletzte an den Grenzen zu Venezuela

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Video: srf

In einem Kinderspital verschafften sich Angestellte nachts wenigstens mit ihren Handys etwas Licht. «Die Kinder waren sehr verängstigt», sagte Emilse Arellano, deren Kind wegen des Stromausfalls am Freitag keine Dialyse bekam.

Vor dem grössten Leichenschauhaus in Caracas hing fauliger Verwesungsgeruch in der Luft, weil die Kühlanlagen versagten. Menschen warteten draussen, um die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen entgegennehmen und beerdigen zu können. «Wir können keine weiteren Leichen annehmen», sagte ein Angestellter.

Auf dem internationalen Flughafen von Caracas warteten hunderte Menschen, darunter viele mit kleinen Kindern, auf eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs. «Wir sind seit gestern hier, ohne Essen und ohne Toiletten, weil die geschlossen sind», sagte Maria, die mit ihren beiden acht und 13 Jahre alten Kindern festsass

Stromausfall dauert an

Guaidó twitterte: «Chaos, Unruhe, Empörung.» Die Panne zeige «die Unfähigkeit des Usurpators» - die Bezeichnung, die er für Maduro verwendet. Er bekräftigte seinen Aufruf zu Massenprotesten am Samstag. Guaidó forderte seine Unterstützter auf, landesweit «mit so viel Kraft wie noch nie» auf die Strassen zu gehen.

Die Venezuela-Krise im Januar 2019

US-Aussenminister Mike Pompeo schrieb auf Twitter, «Stromausfälle und Hunger» seien das «Ergebnis der Inkompetenz des Maduro-Regimes». Er fügte hinzu: «Keine Nahrung, keine Medikamente. Jetzt kein Strom. Bald kein Maduro mehr.»

Seit Donnerstagabend sind weite Teile des südamerikanischen Landes ohne Strom. Am Freitagabend wurde die Elektrizitätsversorgung in einigen Regionen zwar wiederhergestellt, andere Landesteile blieben aber weiterhin ohne Strom.

Tausende Arbeiter zu Fuss unterwegs

In weiten Teilen der Hauptstadt Caracas und den angrenzenden Bundesstaaten konnte die Stromversorgung am Freitagnachmittag nur kurzzeitig wiederhergestellt werden. Vielerorts fiel der Strom kurz darauf erneut aus. In anderen Landesteilen mussten die Menschen auch mehr als 24 Stunden nach Beginn des Blackouts weiter ohne Elektrizität auskommen.

Die Strompanne hatte das vom Machtkampf zwischen Präsident Nicolás Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó erschütterte Land am Donnerstagnachmittag weitgehend lahmgelegt. In Caracas kam es zu einem Verkehrschaos, U-Bahnen und Ampeln fielen komplett aus, tausende Arbeitnehmer mussten kilometerweit zu Fuss nach Hause laufen.

Telefon- und Internetverbindungen waren gekappt. In den Wohnhäusern fiel die Trinkwasserversorgung aus, weil das Wasser mit Hilfe elektrischer Pumpen verteilt wird. Handel und Geldgeschäfte waren vielfach nicht mehr möglich, da die meisten Transaktionen elektronisch per Kartenzahlung erfolgen. Die Hyperinflation hat die Landeswährung Bolívar praktisch entwertet und das Bargeldgeschäft erliegen lassen.

Arbeits- und schulfrei

Die venezolanische Regierung hatte wegen des Stromausfalls am Freitag einen arbeits- und schulfreien Tag ausgerufen. Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, mit dem arbeitsfreien Tag solle die Wiederherstellung der Stromversorgung beschleunigt werden.

In Venezuela tobt seit Wochen ein Machtkampf zwischen dem linksnationalistischen Präsidenten Maduro und Oppositionsführer Guaidó, der sich vor einem Monat zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Guaidó will Maduro aus dem Amt drängen und Neuwahlen organisieren. (aeg/sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • schmettervogel 09.03.2019 14:02
    Highlight Highlight Aber eines haben die Regierung der USA und die Regierung von Maduro in Venezuela gemeinsam. Es sind immer - Die Andern - !
  • WID 09.03.2019 08:49
    Highlight Highlight So läuft das seit 50 Jahren:
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    • RandomNicknameGenerator 09.03.2019 09:49
      Highlight Highlight Stimmt, und die Wirtschaft ist seit 50 Jahren am kollabieren. Ah nein, wart... Das ist erst seit den Chavistas und ihrer Misswirtschaft so. Also haben die pösen pösen USA evtl. gar nicht so viel damit zu tun? Ist es evtl. doch die Korruption und Misswirtschaft der aktuellen Regierung?
    • WID 09.03.2019 10:33
      Highlight Highlight @RandomNicknameGenerator: vielleicht beides?
    • RandomNicknameGenerator 09.03.2019 11:11
      Highlight Highlight Nein, auch das nicht. Die Probleme in Venezuela sind wirtschaftlich auf einen einzigen Grund zurückzuführen: die Inflation. Und die kann die USA nicht steuern. Die wird einzig und allein durch das massive Drucken von Geld erzeugt, welches die Regierung braucht um die absurd hohen Haushaltsausgaben decken zu können. Das ganze gibt einen typischen Teufelskreis, in dem die Wirtschaft weiter schrumpft und dadurch noch mehr Geld gedruckt wird. Hyperinflation nennt man das auch.

      Die USA sind aber (für ein mal) nicht Schuld. Die Probleme in Venezuela sind hausgemacht.
  • Stormrider 09.03.2019 08:48
    Highlight Highlight Ein letztes Ablenkmanöver bevor auch dieses sozialistische Regime kollabiert. Schon tragisch was die aus dem Land gemacht haben, aber nicht grundsätzlich anders als Kuba und Nordkorea.
  • franzfifty 09.03.2019 08:39
    Highlight Highlight Braucht nichts zu beweisen, ist ja klar waren es die USA!
    • RandomNicknameGenerator 09.03.2019 08:59
      Highlight Highlight Natürlich. Und es hat garantiert nichts mit der schlechten Wartung der Anlagen zu tun. Oder mit korrupten Beamten, die das Geld lieber in die eigenen Taschen stecken, statt Reparaturen durchzuführen. Oder mit den seit Jahr stillstehenden Wasserkraftwerken, weil die Ausrüstung fehlt.
  • feuseltier 09.03.2019 07:29
    Highlight Highlight Macht es umgekehrt und stellt der USA den Strom ab. .. 😄😄
    • WID 09.03.2019 08:47
      Highlight Highlight @feuseltier: machbar aber teuer und die USA hat eine gute Cyberabwehr.
  • Wenzel der Faule 09.03.2019 07:21
    Highlight Highlight Die Usa hat doch angekündigt gegen Venezuela vorzugehen. Die Hyperinflation ist auch den Us Sanktionen zuzuschreiben.
    Sie machen ja nicht mal ein Geheimnis daraus, scheint wohl einfach niemanden zu interessieren...
    Dieser Guiado ernennt sich selbst als Staatschef und kurz darauf erkennt ihn die halbe Welt an. Nach Verfassung darf er das, muss aber innerhalb 30 Tagen Neuwahlen orgsnisieren. Warum tut er das nicht? Hat er etwa Angst, er würde nicht gewählt werden?


    • RandomNicknameGenerator 09.03.2019 08:53
      Highlight Highlight Nein, die USA sind nicht Schuld an der Hyperinflation. Schuld ist die Regierung, die in guten Zeit (= hoher Ölpreis) die Ausgaben hat explodieren lassen und seit 2015 in Zeiten von billigem Öl die Gelddruckerei angeworfen hat.

      Die USA haben nur einzelne korrupte Regierungsmitglieder und Beamte sanktioniert. Wie soll das den bitte zu einer Inflation führen?
    • Wenzel der Faule 09.03.2019 15:34
      Highlight Highlight Sie haben den Handel mit der staatlichen Ölfirma PDVSA und 20 weiteren Unternehmen verboten. Container mit neun Millionen Paketen Grundnahrungsmittel sitzen an an einem ausländischen Hafen fest und es konnte kein Insulin mehr importiert werden. Ausserdem wurde der Handel mit venezuelanischen Devisen gesperrt..

      Ich sage nicht, dass es keine Korruption in Venezuela gibt, jedoch ist das Land 1000 mal besser dran wenn sich die Amis raushalten.
    • RandomNicknameGenerator 10.03.2019 09:16
      Highlight Highlight Von all diesen Sanktionen höre ich zum ersten mal. Weil alle erstunken und erlogen sind. Bring mir doch bitte eine Quelle, danke! (Idealerweise nicht von einem russischen Propagandasender)
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  • Limpleg 09.03.2019 07:03
    Highlight Highlight Er hat noch nie Beweise wirklich präsentiert, schon Chavez nicht
    • franzfifty 09.03.2019 08:38
      Highlight Highlight Jeder muss Beweise liefern, nur den USA glaubt man grundsätzlich...richtig?
    • RandomNicknameGenerator 09.03.2019 08:57
      Highlight Highlight Seit wann muss jemand seine Unschuld beweisen? Ich dachte es wäre unter Rechtsstaaten üblich, dass jener der Anschuldigungen macht Beweise vorlegt.
      (Nicht dass die USA ein Lämmchen wäre, aber mit den Stromausfällen haben sie wohl wirklich nichts zu tun. Die gibt es schon seit Jahren, load-sharing und lokal begrenzte längere Ausfälle sind in Venezuela nichts neues)
    • Limpleg 09.03.2019 09:47
      Highlight Highlight Dazu Wasserknappheit wegen maroden Leitungen seit Jahren.. Aber eben die USA ist immer schuld..
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