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Die Schweizer Armee lässt den Walliser Veganer nun doch Militärdienst leisten



Ein Walliser, der im vergangenen Januar wegen seines veganen Lebensstils für dienstuntauglich erklärt worden war, darf nun doch Militärdienst leisten. Nachdem er Rekurs eingelegt hatte, gab ein Militärarzt bei der zweiten Aushebung grünes Licht.

«Das ist ein kleiner Schritt für die veganen Soldaten, aber ein grosser Schritt für die Sache der Tiere», sagte der 19-jährige Antoni Da Campo am Dienstag zur Nachrichtenagentur sda. Er habe erfahren, dass er 2018 in die Rekrutenschule aufgenommen werde.

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Sein Fall hatte im Januar 2016 über die Landesgrenzen hinaus Schlagzeilen gemacht, weil er als überzeugter Veganer bei der ersten Aushebung für dienstuntauglich erklärt worden war. Dies, obwohl er Kampfsport betrieb und ihm der Militärarzt sehr gute sportliche Leistungen attestiert hatte.

Als Grund für die Untauglichkeitsbescheinigung gab das Schweizer Militär gemäss früheren Angaben an, dass es nicht möglich sei, einen vegan lebenden Wehrdienstpflichtigen ausreichend und gut zu ernähren. Ausserdem sei er aufgefallen, weil er sich geweigert habe, Kampfstiefel aus Leder zu tragen. Obwohl er vorgeschlagen habe, identische Stiefel aus Kunstleder zu tragen und diese aus dem eigenen Sack zu bezahlen, sei er für dienstuntauglich erklärt worden.

Rekurs noch hängig

Dies wollte der junge Mann nicht auf sich sitzen lassen. Er rekurrierte zunächst beim Militärdepartement und anschliessend auch beim Bundesverwaltungsgericht. Dieser Rekurs ist noch hängig, obwohl ein Militärarzt laut Da Campo inzwischen auf den Untauglichkeitsentscheid zurückgekommen ist. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) wollte den Fall am Dienstag allerdings nicht kommentieren.

Wenn sich sogar die israelische Armee auf vegane Rekruten einstellen könne und ihnen vegane Stiefel und vegane Gerichte anbieten könne, verstehe er nicht, weshalb die Schweizer Armee, die sich sich seit Jahrzehnten aus Konflikten heraushalte, nicht auch tun könne, schrieb Da Campo in einer Medienmitteilung.

Und Tiere für unnötigen menschlichen Gebrauch zu töten, sei nicht richtig und sollte abgeschafft werden. Dennoch finde er es legitim, die Demokratie und seine Mitbürgerinnen und Mitbürger im Fall einer Aggression durch ein anderes Land zu verteidigen. (sda)

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